>> 20 FREIE PLÄTZE IM FP von Herrn Dr. Beckers, Fr., 10-14h

Hier geht es um Kurse und Themen der Soziologie.

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Tilo.Beckers
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>> 20 FREIE PLÄTZE IM FP von Herrn Dr. Beckers, Fr., 10-14h

Beitrag von Tilo.Beckers » 12. April 2013, 11:26

Zur 1. Sitzung des FP "Komplexe und sensible Themen" sind nur zwei Studierende (von acht Angemeldeten) erschienen, so dass noch rund 20 Plätze vergeben werden können.

Diejenigen, die sich von der "methodischen" Ankündigung haben abschrecken lassen, seien daran erinnert, dass es inhaltlich um die Erörterung geeigneter Fragen zur Erfassung moralischer Streitthemen sowie ethischer Entscheidungskonflikte geht. Am Anfang und Ende des Lebens und auch mittendrin ...

Welche Paare oder Alleinstehenden sollten ein Kind adoptieren dürfen? Und welchen Umständen und für wen sollte eine künstliche Befruchtung zugelassen sein? Unter welchen Bedingungen sollte eine Abtreibung gesetzlich erlaubt sein? Welche Festlegungen in Patientenverfügungen sollten (auch für Ärztinnen und Ärzte) verbindlich sein? Sollte der assistierte Suizid oder die aktive Sterbehilfe legalisiert werden oder nicht, und wenn ja in welchen Fällen?

Zudem werden verschiedene Glaubensformen wie individualisierte Religiosität und Spiritualität mit Hilfe neuer Frageinstrumente erörtert, um zu klären, inwiefern diese neben Kirchenreligiosität auf der einen und Atheismus auf der anderen Seite religiöse Pluralität vermehren und welche Effekte dies auf die o.g. Moralvorstellungen hat.

Das alles wird mit Hilfe qualitativer Pretestverfahren sowie quantitativer Auswertungsverfahren im Lichte eines Mixed Methods-Ansatzes erörtert. Sie lernen ausgewählte Verfahren praktisch anzuwenden, führen also sowohl selbst Interviews als auch Datenanalysen durch. Und wenn Sie keine Zeit für einen zusätzlichen Stata-Kurs haben, dürfen Sie auch teilnehmen (siehe Ankündigung...).

Eine ausführliche Darstellung des Semesterablaufs finden Sie in HIS-LSF, einen Auszug unten. Bei Interesse senden Sie bitte eine E-Mail an: tilo.beckers@uni-duesseldorf.de.

Mit besten Grüßen,

Tilo Beckers



Auszug aus HIS-LSF:

Ankündigung (Stand: 3.4.2013, Änderungen vorbehalten)

Was ist die größte und teuerste Befragung wert, wenn unklar ist, ob die Messinstrumente eine gültige und zuverlässige Messung liefern? Welchen Sinn macht es komplexe Analyseverfahren anzuwenden, wenn nicht geklärt ist, ob die Befragten die Stimuli so verstehen, wie dies von den Forschenden intendiert ist?
Dieses soziologische FP (früher: LFP) beschäftigt sich mit komplexen und sensiblen Themen (KomSens), bei denen nicht ohne weiteres angenommen werden kann, dass das Vorverständnis der Befragten hinreichend ist, als dass auch ohne genauere Prüfung bevölkerungsrepräsentative Informationen zu den interessierenden Themen gewonnen werden können. Um dies so gut wie möglich zu gewährleisten, werden im FP in zwei Blöcken qualitative Pretestingverfahren und quantitative Auswertungsverfahren vorgestellt und praktisch genutzt.

Dass FP schließt dabei einerseits an die in den Erhebungsverfahren erworbenen Kenntnisse zu Problemen der Datengewinnung an (z.B. soziale Erwünschtheit, "no opinions") , indem verschiedene Pretestingtechniken wie behavior coding und kognitive Interviews zu den so genannten "Grenzfragen des Lebens" (künstliche Befruchtung, PID, Sterbehilfe, assistierter Suizid etc.) und verschiedenen Glaubensformen (Kirchenreligiosität, Spiritualität, Atheismus etc.) erprobt werden.
Andererseits werden aus anderen Studien gewonnene Daten unter Bezug auf die Kenntnisse der Analyseverfahren ausgewertet. Dabei wird ausgehend von der Operationalisierung einzelner Konzepte mittels Messung durch mehrere Items die Dimensionalität mit Faktorenanalysen überprüft. Über die explorative Faktoren- (EFA) bzw. die Hauptkomponentenanalyse (PCA) hinaus wird im FP die (stärker) theoriegeleitete konfirmatorische Faktorenanalyse (CFA) zum Einsatz kommen.


Gliederung (Stand: 3.4.2013, Änderungen vorbehalten)

Teil I: Einführung
(Sitzungen in Raum 25.13.U1.32)


1. Sitzung, 12.4.: Wo liegt eigentlich das (methodische) Problem? - Einführung zu Fragen der Datenerhebung komplexer und sensibler Themen
Basisliteratur:
2. Sitzung, 19.4.: Worum geht es (inhaltlich) und wie gehen wir vor? - a) Einführung zu den Grenzfragen und Glaubensformen; b) Vorstellung der Arbeitspakte und Arbeitsgruppenbildung

Teil II: Welche Fragen, welche Grenzen, welcher Glaube? - Itemerprobung durch Pretestingmethoden
(Sitzungen in Raum 25.13.U1.32)


3. Sitzung, 26.4.: "Was ist eine gute Frage?" - a) Best Practice-Regeln, Nutzen und Anwendung von Pretestingverfahren; b) Item- und Skalenkonstruktion für Grenzfragen und Glaubensformen
4. Sitzung, 3.5.: Wo "hakt es" bei den Befragten? - a) Behavior Coding, b) Focus Groups
5. Sitzung: 10.5.: Fortsetzung in AG-Terminen n.V.
6. Sitzung, 17.5.: Was geht eigentlich in den Leuten vor? - Kognitive Interviews I
7. Sitzung, 24.5.: Kognitive Interviews II
8. Sitzung, 31.5.: Fortsetzung in AG-Terminen n.V.
9. Sitzung, 7.6.: Welche Schlüsse sind zu ziehen? - Zwischenergebnisse Teil II

Teil III: Welche Variablen, welche Ladungen, welche Modelle? - Dimensionsbildung mit faktoranalytischen Verfahren
(Sitzungen in CIP-Raum 23.21.04.87, AG-Besprechungen in Raum 25.13.U1.32)


10. Sitzung, 14.6.: Was wissen wir bereits? - a) Datenanalysen vorliegender Studien, b) Grundlagen der Nutzung von Stata, Deskription und Explorative Faktorenanalyse (EFA)
11. Sitzung, 21.6.: Wie prüfe ich ein theoretisches Konstrukt richtig? - Grundlagen der Konfirmatorischen Faktorenanalyse (CFA)
12. Sitzung, 28.6.: Wie komme ich zu meinen Modell-Dimensionen? - Berechnungen und Prüfung von CFA-Modellen I
13. Sitzung, 5.7.: Berechnungen und Prüfung von CFA-Modellen II
14. Sitzung, 12.7.: Abschlusspräsentationen

Grundlagenliteratur:
Die grundlegende Idee zum FP findet sich auch in einem Zeitschriftenbeitrag:
Latcheva, Rossalina (2009): Cognitive Interviewing and Factor-Analytic Techniques: A Mixed Method Approach to Validity of Survey Items Measuring National Identity. Quality & Quantity, Springer Netherlands, DOI 10.1007/s11135-009-9285-0.
(http://link.springer.com/article/10.100 ... 009-9285-0)
Dr. Tilo Beckers
Akad. Rat, Soziologie III

tilo.beckers@uni-duesseldorf.de

AnnaLang
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Re: >> 20 FREIE PLÄTZE IM FP von Herrn Dr. Beckers, Fr., 10-

Beitrag von AnnaLang » 14. April 2013, 11:52

Wäre ich noch im Bachelor, würde ich kommen.
Nur als kleine "Werbung" für die Unentschlossenen: Wenn ihr etwas mit eurem Studium nachweisen wollt, nutzt die Chance die Mixed-Method kennen zu lernen. Sie wird in den nächsten Jahren verstärkt Berücksichtigung finden, also ist es gut wenn man sowohl qualitativ als auch quantitativ schon gearbeitet hat. Es ist vielleicht jetzt viel Arbeit, aber es zahlt sich aus.
nur Fledermäuse lassen den Kopf hängen

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