POLITIKWISSENSCHAFT

Wer sind wir? - Fridays For Future meets Citizen Science

In Kooperation mit Schüler*innen und Studierenden der Düsseldorfer Fridays for Future-Bewegung forscht ein Team des sozialwissenschaftlichen Instituts zu der lokalen Bewegung. Das Projekt wird im Rahmen der Bürgeruniversität der Heinrich-Heine-Universität (HHU) gefördert und fußt auf einem Citizen Science Ansatz.

Dabei verfolgt es zwei Ziele:

© Fridays For Future Düsseldorf

(1) Erstens wird versucht, die Organisation und Arbeitsweise der lokalen Fridays for Future-Bewegung zu verstehen. Es geht darum, eine Innenperspektive zu erhalten und das Jugendphänomen multiperspektivisch zu beleuchten. Dabei soll das Wissen über die Organisation und deren Arbeitsweise mit den Augen, Ohren und Stimmen der Jugendlichen selbst produziert werden. Dieses Citizen Science-Argument begründet sich in dem Gedanken, dass die Aktivist*innen selbst Interesse daran haben, die heterogene Bewegung besser zu verstehen. Vor diesem Hintergrund sind sie diejenigen, die die Frage nach “wer sind wir?” adäquater stellen und differenzierter beantworten können als etablierte Forscher*innen.

© StockSnap

(2) In diesem Zusammenhang besteht zweitens das Ziel des Projektes darin, gemeinsam herauszufinden, inwiefern Fridays for Future Transferpotential birgt, die verschiedenen Segmente der Gesellschaft stärker in politische Prozesse einzubinden, ohne dabei von einer Ikone wie Greta Thunberg oder einem spezifischen Thema abhängig zu sein. In anderen Worten: Was sind die “lessons learned” der Fridays for Future-Erfahrungen, um Bürgerbeteiligung generell zu stärken?

Der Pioniercharakter dieses Citizen Science-Projektes äußert sich darin, dass die Einbindung der jungen Mitforschenden nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch erfolgt. Über die gemeinsame Entwicklung der Forschungsziele und -fragen hinaus, bestimmen sie auf Augenhöhe den Weg zum Erkenntnisgewinn. In Ergänzung zu traditionellen Wegen der sozialwissenschaftlichen Analysen fungieren beispielsweise sogenannte “BarCamps” als Startpunkt der Ausformulierung spezifischer Forschungsfragen. Die inhaltliche Stoßrichtung jenseits der übergeordneten Forschungsfragen wird entsprechend im Co-Design-Verfahren bestimmt.

Projektleiterin

Laura Ferschinger
Gebäude: 37.03
Etage/Raum: 01.22
Tel.: 0211-81-12125
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