KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWISSENSCHAFT

Forschung

Zugänglich machen von Quellen zur Beschreibung des sozialen und medialen Wandels – Aufbereitung der Media-Analyse-Daten 2010-2015 (Ein NRW Innovativ-Projekt)
Seit 1954 erhebt die ag.ma (Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V.) wichtige Daten rund um die Mediennutzung der Deutschen – die Media-Analysen. Mit verschiedenen Befragungsmodi werden Informationen über das Nutzungsverhalten der kommerziellen Medienangebote von Pressemedien, TV, Radio und seit 2010 auch Online erfasst. Der Nutzungszeitpunkt kann hierbei teilweise bis auf die Viertelstunde genau nachvollzogen werden. Auch das Freizeitverhalten, der Tagesablauf sowie der Besitz von Geräten zur Mediennutzung der jährlich rund 60.000 Befragten wird ermittelt. Die wissenschaftliche Aufbereitung dieser einmaligen und nicht nur für die Kommunikations- und Medienwissenschaften wertvollen Daten wurden bis 2009 unter Prof. Dr. Heiner Meulemann und Dr. Jörg Hagenah am MLFZ (Medienwissenschaftliches Lehr- und Forschungszentrum) in Köln in mehreren DFG Projekten teilweise für die wissenschaftliche Nutzung erschlossen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Jandura wird nun in einem NRW Innovativ Projekt die Arbeit des MLFZ dokumentiert und von 2010 bis 2015 fortgeführt. Für die Datenharmonisierung und -dokumentation wird mit Charmstats Pro, ein neu entwickeltes Programm der GESIS, verwendet. Das NRW Innovativ Projekt zur Aufbereitung der Media-Analyse-Daten gilt hierfür als Pionierprojekt. Im Laufe des Jahres 2018 werden die Daten im Datenbestandskatalog der GESIS veröffentlicht und stehen dann der wissenschaftlichen Nutzung zu Verfügung.

Publikums- und Angebotsfragmentierung online (gefördert bis 2021 aus Mitteln der Förderrichtlinie Digitale Gesellschaft in NRW)
In Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden die Chancen und Gefahren einer Fragmentierung des Medienangebots und dessen Publikum intensiv diskutiert. Den zahlreichen Hoffnungen und Befürchtungen, die mit dieser Veränderung verbunden werden, steht eine eher magere empirische Befundlage gegenüber. In dem Forschungsvorhaben verfolgen zwei ineinander verzahnte Promotionen das Ziel, aus medienökonomischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive den Stand und Verlauf der Fragmentierung online zu ermitteln und deren Determinanten festzustellen. In der kommunikationswissenschaftlichen Dissertation, die am Lehrbereich von Inga Brentel M.A. verfasst wird, werden die Daten der umfassendsten Reichweitenerhebung online in Deutschland aufbereitet und später für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt.