KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWISSENSCHAFT

Projekte

Schweigespirale vernetzt: Der Prozess öffentlicher Meinungsbildung aus der Meso-Perspektive

Christiane Eilders, Helmut Scherer

Das DFG-finanzierte Projekt untersucht, welchen Einfluss personale und mediale Informationsquellen in individuellen Kommunikations-Netzwerken auf die Wahrnehmung öffentlicher Meinung und auf die Meinungsbildung zu aktuellen Themen haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen mit Widersprüchen in digitalen Umgebungen umgehen, also etwa damit, dass Beiträge in Massenmedien im Widerspruch zu Beiträgen in nutzergenerierten Beiträgen auf digitalen Plattformen stehen und beide via social media von Freunden oder Kolleginnen weitergeleitet und kommentiert werden, die wieder eine andere Sichtweise haben.

Die Frage setzt an der Theorie der Schweigespirale und anderen Ansätzen zum Einfluss von Konformität an. Hier wird schon lange eine Forschungslücke zur Rolle von Bezugsgruppen im Prozess der Schweigespirale beklagt. Die geplante Untersuchung soll zur Schließung dieser Lücke beitragen. Der Einfluss von Bezugsgruppen auf die Wahrnehmung öffentlicher Meinung und auf die eigene Meinungsbildung wird im Kontext des gesamten Kommunikations-Netzwerks einer Person betrachtet. Der soziale Nahbereich einer Person steht mit seiner hohen Glaubwürdigkeit dabei in Konkurrenz sowohl zu massenmedialen Quellen, denen eine individuell unterschiedlich hohe Glaubwürdigkeit zugeschrieben wird, als auch zu nutzer-generierten medialen Quellen, mit denen die Person nur lose verbunden ist.

Das Projekt ist eine Kooperation mit Helmut Scherer vom IfK in Hannover und findet an zwei Standorten statt. Die empirische Studie umfasst Befragungen eines Online-Panels und Online-Tagebuch-Studien zu den personalen und medialen Informationsquellen.