WAHL-O-MAT-FORSCHUNG

Wissenschaftliche Forschung zum Wahl-O-Mat

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Auf dieser Webseite finden Sie Informationen zur Forschung rund um den Wahl-O-Mat, zu dessen Funktionsweise und Wirkungen.

Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung ist eines der erfolgreichsten politischen Internet-Angebote. Er hatte seinen ersten Einsatz vor der Bundestagswahl 2002 und wurde seitdem bei allen Bundestags- und Europawahlen sowie fast allen Landtagswahlen gestartet. Zur Bundestagswahl 2013 erreichte der Wahl-O-Mat mit 13,3 Millionen Nutzungen seinen bisherigen Höchstwert

Der Wahl-O-Mat ist von Anfang an wissenschaftlich begleitet und sein Einsatz untersucht worden. Bei fast allen Wahl-O-Mat-Versionen sind Nutzerinnen und Nutzer online befragt worden, warum sie den Wahl-O-Mat benutzen und welche Wirkung die Nutzung auf sie hat. Außerdem sind "demografische" Daten (Alter, Ausbildungsgrad etc.) erhoben worden. Auf diesen Seiten präsentieren wir Ihnen Ergebnisse dieser Befragungen.

Die Wahl-O-Mat-Forschung ist zudem bei der Erforschung und Entwicklung eines Wahlinformationstools für die kommunale Ebene beteiligt. Im Jahr 2014 gibt es den lokal-o-mat für die Kommunalwahlen in Düsseldorf und Ahlen. Das Tool ist unter folgendem Link verfügbar: www.lokal-o-mat.de. Auch zum lokal-o-mat erhalten sie Ergebnisse der Online-Befragungen.

Aktuelle Forschungsergebnisse

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(Alle Ergebnisse der Online-Befragungen zum Wahl-O-Mat finden sie hier.)

Aktuelles

01. Juli 2017: Forschungsprojekt zum Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2017

Die Wahl-O-Mat-Forschung hat zur Analyse der „Political Sophistication“ der Bürgerinnen und Bürger zur Bundestagswahl 2017 Mittel von der Fritz Thyssen Stiftung erhalten.

Im Zuge dieses Projektes soll erarbeitet werden, inwiefern sich das politische Wissen, das politische Interesse, die politischen Präferenzen und die politische Beteiligung durch die Nutzung des Wahl-O-Mat verändern. Als Untersuchungsobjekt dient der Wahl-O-Mat zur kommenden Bundestagswahl im September 2017. Mit Hilfe eines repräsentativen Samples wird eine vierwellige OnlineAccess-Panel-Befragung durchgeführt. Die Wellen finden (1) vor der Online-Stellung des Wahl-O-Mat, (2) nach Online-Stellung des Wahl-O-Mat während der heißen Wahlkampfphase, (3) direkt nach der Wahl und (4) circa zwei Monate nach der Wahl statt. Das Panel soll repräsentativ für die deutsche Online-Bevölkerung sein.

Insgesamt sollen die Projektergebnisse bestehende Lücken im Bereich der Forschung über Online-Wahlhilfen gerade mit Blick auf deren Effekte auf das politische Verhalten schließen. Mit dem vierwelligen Panel-Design sollen zudem erstmals mittelfristige Einflüsse genauer betrachtet und analysiert werden. 

15. Februar 2017: Drittmittelprojekt zum Wahl-O-Mat im Kontext der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017

Wahl-O-Mat zum Kleben; Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Die Wahl-O-Mat-Forschung hat zur Analyse der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2017 Drittmittel von der Landeszentrale für politische Bildung NRW eingeworben. Für die Landeszentrale für politische Bildung NRW wird ein Forschungsprojekt durchgeführt, dass in zwei thematische Module aufgeteilt ist.

Im ersten Forschungsmodul wird die (Anschluss-)Kommunikation zum Wahl-O-Mat in den Sozialen Medien in den Fokus gestellt. Hierbei sollen mittels Social Media Mining Beiträge auf Twitter erfasst werden, die zum Wahl-O-Mat geteilt werden. So soll die Resonanz des Tools, das Framing des Tools sowie die Art der Beiträge ermittelt werden. Diese Analyse ist vor dem Hintergrund der Absicht der Macher des Tools, politische Anschlusskommunikation zu stimulieren, von besonderer Relevanz.

Im zweiten Forschungsmodul geht es um den analogen Wahl-O-Mat, den sogenannten Wahl-O-Mat zum Aufkleben. Durch diese nicht-digitale Variante des Tools wird die Positionierung der anderen Nutzer zu den Thesen sichtbar, wodurch Effekte auf die Nutzerinnen und Nutzer im Sinne des Meinungsführerkonzeptes entstehen können. Außerdem kommt es zu Interaktionen zwischen den Nutzern, die sich ebenfalls auf die Positionierung auswirken könnte. Im Rahmen dieses Moduls soll eine quantitative Befragung im Anschluss an die Nutzung des Tools durchgeführt werden. Die quantitative Erhebung wird durch qualitative Interviews und die Methode „Lautes Denken“ ergänzt, sodass im Rahmen dieses Moduls mehrere Methoden angewandt werden können. Ziel dieses Moduls ist es, sowohl quantitativ als auch qualitativ mehr über die Nutzerinnen und Nutzer des analogen Wahl-O-Mat zu erfahren und diese Ergebnisse auch mit den Ergebnissen zum digitalen Wahl-O-Mat abzugleichen.

Insgesamt sollen mit diesem Forschungsprojekt neue Phänomene im Bereich der Online-Wahlhilfen betrachtet und analysiert werden. 

20. Dezember 2016: Artikel in "Zeitschrift für Politikwissenschaft" erschienen

Am Bespiel des Wahl-O-Mat zur Europawahl 2014 wird im folgenden Artikel das Potential von Online-Wahlhilfen im Kontext von Wahlkämpfen untersucht (zum Artikel).

Ausgangspunkt des Beitrags ist die Erwartung, dass die Nutzung einer Voting Advice Application wie des deutschen Wahl-O-Mat das Interesse an der Wahlkampagne, das Wissen um die Positionen der Parteien sowie die Bereitschaft, zu den Wahlurnen zu gehen, steigert. Diese Erwartung wird im Kontext der Wahlen zum Europäischen Parlament 2014 mittels einer eigens hierfür durchgeführten Panelbefragung, welche auf einer Quotenstichprobe beruht, empirisch überprüft. Das methodische Design ermöglicht, entsprechende Veränderungen bei den insgesamt 1748 Befragten über die Zeit hinweg zu beobachten und diese insbesondere auch auf die Nutzung des Wahl-O-Mat zurückzuführen. Die Datenanalyse liefert deutliche Hinweise darauf, dass – im Vergleich zur Nicht-Nutzung – der Gebrauch der Voting Advice Application zu einem stärkeren Interesse am Wahlkampf sowie zu einem höheren Wissen über die Parteipositionen beiträgt. Darüber hinaus scheint sich die Nutzung des Wahl-O-Mat positiv auf die Wahlbeteiligung auszuwirken.

Heinsohn, Till/Israel, Jonas/Marschall, Stefan/Schultze, Martin (2016): Online-Wahlhilfen in Wahlkämpfen. Empirische Ergebnisse einer Panelbefragung zur Europawahl 2014, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft (3), S. 253-277.

31. August 2016: Artikel in Zeitschrift "Politische Psychologie" erschienen

Im Zuge der Wahl-O-Mat-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wurde anlässlich des Wahl-O-Mat zur Europawahl 2014 ein Quasi-Experiment mit 87 Teilnehmern im Vorfeld der Wahl durchgeführt. Mit Rückgriff auf die Theorie der kognitiven Dissonanz wird auf Basis der erhobenen quasi-experimentellen Daten die Wirkung der Nutzung einer VAA auf das individuelle Wahlverhalten untersucht. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Analyse des Laborexperiments werden in dem Artikel von Jonas Israel, Stefan Marschall und Martin Schultze verarbeitet, der in der Zeitschrift „Politische Psychologie“ im Heft 1/2016 erschienen ist (Kurzzusammenfassung).

Israel, Jonas/Marschall, Stefan/Schultze, Martin (2016): Kognitive Dissonanz und die Effekte von Voting Advice Applications – Ergebnisse eines Quasi-Experiments anlässlich des Einsatzes des Wahl-O-Mat zur Europawahl 2014, in: Politische Psychologie (1), S. 115-135.

05. Oktober 2015: Wahl-O-Mat-Forschung bei Nacht der Wissenschaft 2015

Die Wahl-O-Mat-Forschung war auf der Nacht der Wissenschaft 2015 im Haus der Universität der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vertreten. Im "Raum Wichelmann" konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger alte und aktuelle Wahl-O-Mat- sowie lokal-o-mat-Versionen (z.B. zur Bundestagswahl 2005 oder den lokal-o-mat Düsseldorf 2014) ausprobieren. Im Anschluss konnte mit den anwesenden Wahl-O-Mat-Forschern über die Tools diskutieren und debattiert werden. Zudem wurde am Abend (17-24 Uhr) eine Umfrage unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Passgenauigkeit der Tools durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfrage sowie einige Impressionen des Abends finden sie auf den Bildern. 

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