Verlust der journalistischen Unabhängigkeit? Ein Vergleich der Berichterstattung bezüglich WikiLeaks zwischen Kooperations- und Nicht-Kooperationsmedien

Alexandra Polownikow | Doreen Pomsel |Diana Tuppack

Durch die Veröffentlichung hunderttausender Geheimdokumente hat WikiLeaks vor allem im Jahre 2010 für Furore und zahllose Kontroversen gesorgt. Nicht zuletzt weil die Internetplattform eng mit verschiedenen Leitmedien kooperierte, wurde den Enthüllungen viel öffentliche Aufmerksamkeit zuteil. Aufgrund dieser neuartigen Kooperationssituation stellt sich daher die Frage nach journalistischer Unabhängigkeit – oder präziser: Nach möglichen Unterschieden in der Berichterstattung bezüglich WikiLeaks zwischen Kooperations- und Nicht-Kooperationsmedien. Mithilfe einer quantitativen Medienframe-Analyse wurde anhand zweier Zeitintervalle (Afghanistan War Logs, Cablegate) die Berichterstattung jeweils zwischen einem Kooperationsmedium (Der Spiegel bzw. The Guardian) und einem Nicht-Kooperationsmedium (Die Zeit bzw. The Independent) verglichen. Die Ergebnisse zeigen keine systematischen Unterschiede in der Darstellung von WikiLeaks zwischen den untersuchten Medien, was ein starkes Indiz für die Unabhängigkeit der Kooperation-medien darstellt.