BILDUNGSFORSCHUNG UND BILDUNGSMANAGEMENT

Laufende Projekte

Schülerstudie Reformpädagogik

Forschungsteam: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und -management HHU; Prof. Dr. Dirk Randoll, Fachbereich Bildungswissenschaft Alanus Hochschule; Dr. Sylva Liebenwein, Abteilung für Bildungsforschung und -management HHU.

Finanzierung: Die Studie wird finanziert von der Software AG Stiftung, Darmstadt, und der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, Stuttgart.

Die Studie: Die Studie will die Waldorf- und Montessoripädagogik an ihren jeweiligen Intentionen und Ansprüchen messen. Geprüft wird, inwiefern sich die besonderen Prinzipien und Methoden im Erleben und im Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler spürbar wiederspiegeln. Die Studie setzt damit die in den letzten Jahren erfolgte Annäherung von erziehungswissenschaftlicher Forschung und reformpädagogischer Praxis fort. Für die Anbieter von alternativen Schulmodellen jenseits der Regelschule wird die Frage an Dringlichkeit zunehmen, ob konzeptionelle Versprechen, Wirkungsprognosen und Erfolgsbehauptungen nachvollziehbar belegt werden können.
Nachdem die Befragung ehemaliger Waldorfschüler (Barz/Randoll: Absolventen von Waldorfschulen, Wiesbaden 2007; vgl. www.waldorf-absolventen.de) nicht nur die lebensbegleitende Tragfähigkeit des waldorfpädagogischen Konzepts nachzeichnen konnte sondern auch Herausforderungen benannte, zielt die neue Studie auf eine Analyse der Stärken und Schwächen im heutigen Betrieb zweier prominenter Reformentwürfe aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Ergebnisse sollen in zwei Bänden (Band 1: Waldorfschulen / Band 2: Montessorischulen) voraussichtlich im Herbst 2011 im Verlag für Sozialwissenschaften (VS-Verlag Wiesbaden) publiziert werden.

Projektintention: Beabsichtigt ist die Rekonstruktion der konkreten Wirkungen des Waldorf- bzw. Montessorischulbesuchs aus Schüler- und Elternsicht. Konkrete Erkenntnisse über die Schul- und Unterrichtswahrnehmung sowie über grundlegende Einstellungsdimensionen von Schülern an Montessori- und Waldorfschulen werden erwartet. Die gewonnenen Befunde werden im Vergleich mit entsprechenden Daten aus Befragungen von Schülern staatlicher Regelschulen ausgewertet und interpretiert. Die Studie ist bewusst nicht als Leistungsvergleichstest konzipiert. Sie ist vielmehr einem nachhaltigen Lern- und Kompetenzbegriff verpflichtet. Es wird nicht die Beherrschung von Wissen oder Verfahrensweisen abgeprüft. Vielmehr steht die Verankerung von Lernmotivation und von Selbstwirksamkeitsüberzeugungen unter Einbeziehung von sozialen, ökologischen und kulturellen Dimensionen im Zentrum.

Ausführliche Informationen und erste Ergebnisse hier (Link).

 

LeLeCon - Lehr-Lern-Controlling

Lehraufwand webbasierter Innovationen in der Hochschule
- Blended Learning unter Aspekten des Bildungscontrolling -

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Philosophische Fakultät, HHU

Projektteam/-partner: Prof. Klaus-Peter Franz, Lehrstuhl für BWL, insbesondere Unternehmensführung und Controlling, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Prof. Ulrich Decking, geschäftsführender Studiendekan, Medizinische Fakultät, Anna Schwickerath (M.A.), Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Dipl.-Kfm. Thomas Schiffer, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensprüfung und Controlling, Nora Constanze Vogt, Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie

Finanzierung: BMBF mit Mitteln des Rahmenprogramms zur Förderung der empirischen Bildungsforschung, Förderschwerpunkt: Hochschulforschung als Beitrag zur Professionalisierung der Hochschullehre ("Zukunftswerkstatt Hochschullehre")

Laufzeit: November 2008 – Oktober 2011

Intention: Eine große Schwierigkeit für die Umsetzung von zeitgemäßen eLearning-Szenarios im Bereich der Hochschuldidaktik stellen vor allem zwei Argumente auf Seiten der Traditionalisten dar: Erstens sei eLearning nicht lernwirksam, jedenfalls im Vergleich zur Präsenzlehre unterlegen. Zweitens sei eLearning mit sehr hohen Kosten verbunden. Gleichwohl wird sich die Entwicklung zur zunehmenden Einbeziehung von webbasierten Lehrformen nicht umkehren lassen. Bislang müssen valide Befunde zu Kosten und Nutzen - oder anders formuliert: zu Lehraufwand und Lernwirksamkeit von eLearning-Angeboten in unterschiedlichstem Format (vom Computer Based Teaching bis zum Blended Learning Seminar mit teletutorieller Unterstützung) - als Desiderat der Forschung bezeichnet werden. Das vorgeschlagene Forschungsprojekt will die bislang einzig zum Einsatz von eLearning im Unternehmenskontext oder zu Einzelaspekten (z.B. Austausch von Videolectures zwischen Universitäten) vorliegenden Forschungsergebnisse um wichtige empirische Befunde ergänzen.

Forschungsdesign: Das Forschungsvorhaben LeLeCon führt am Beispiel von an der HHU angebotenen Seminarkonzepten einen umfassenden Vergleich des Lehraufwandes von webbasierten Lehrangeboten mit dem Aufwand traditioneller Präsenzlehre durch. Der vergleichend erhobene Arbeits- und Sachmittelaufwand für Konzeption, Erstellung und Durchführung der verschiedenen Lehrformen kann eine exaktere Grundlage für Controlling-Kennzahlen liefern als sie bisher verfügbar sind. Im Zusammenspiel mit der gesondert zu ermittelnden Lernwirksamkeit unterschiedlicher Seminarkonzepte werden damit empirisch fundierte Aussagen zum Hochschul-Controlling möglich. Die detaillierte Erfassung des konkreten Arbeitsaufwands ist die Voraussetzung für eine valide Kostenkalkulation. Die Forschungsergebnisse liefern somit eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Entscheidungsgrundlage zur Lehrgestaltung an deutschen Hochschulen.

Die Betrachtung der Lehrveranstaltungen unter Controlling-Aspekten ist Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens. Der Aufwand zur Erstellung, Durchführung und Betreuung der verschiedenen Veranstaltungstypen wird dazu möglichst realitätsadäquat erfasst. Die im Projektverlauf entwickelten Controlling-Instrumente kommen dabei in Präsenz- sowie webbasierten (z.B. Blended Learning) Seminaren dreier  Fakultäten (Phil-Fak., WiWi-Fak., Med-Fak.) zum Einsatz. Die erhobenen Kennzahlen der insgesamt 24 Lehrveranstaltungen werden dann in Relation zueinander gesetzt. In die Kostenberechnung fließen neben direkten auch die indirekten Kosten für die Bereitstellung der verschiedenen Seminarsettings ein. Es ist zu erwarten, dass die Projektergebnisse die Perspektiven einer Verankerung praktikabler Controlling-Instrumente und -Ansätze ins allgemeine Hochschulcontrolling wesentlich erweitern.

 

LeLeCon-Arbeitstagung am 10.11.2011 „Lohnt sich gute Lehre?“

Diese Frage war Gegenstand einer Arbeitstagung an der Heinrich-Heine Universität am 10.11.2011. Anlass waren die Ergebnisse des Projektes LeLeCon (Lehr-Lern-Controlling) unter Leitung von Prof. Barz, das den Aufwand von traditioneller Lehre und eLearning untersucht. 

Ernüchternde Antworten

„Lohnt sich eLearning?“ – Claudia Bremer (studiumdigitale, Universität Frankfurt), eine der eingeladenen renommierten Referent/innen, beispielsweise hatte eine ernüchternde Antwort parat: „Ich weiß es nicht.“ Wobei sie mit einem gewissermaßen wissenschaftsfundamentalistischen Wissensbegriff kokettierte, demzufolge es vornehmer ist, Nichtwissen einzugestehen, als Unbewiesenes als Gewissheit zu präsentieren.

Auswärtige Experten der Hochschulforschung

Ca. 30 interessierte Zuhörer diskutierten mit vier Experten/innen aus München, Frankfurt, Kiel und Hamburg und dem Düsseldorfer LeLeCon-Projektteam, was gute Lehre ausmacht und welcher Aufwand dafür betrieben wird – mit einem Schwerpunkt zum Einsatz von eLearning.

Aufwand für die Lehre – die Erhebung

In einer interdisziplinären Forschergruppe aus Wirtschaftswissenschaft (Prof. Franz, Lehrstuhl für Controlling), Medizin (Prof. Decking, Studiendekanat) und Philosophischer Fakultät (Prof. Barz, Bildungsforschung) wurden im Rahmen von LeLeCon Daten zum Lehraufwand bei unterschiedlichen Formaten von Lehrveranstaltungen in drei Fakultäten erhoben. 

Die Möglichkeit einer automatisierten Erfassung der Arbeitszeit von Uni-Dozenten zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen musste im Projekt bald fallen gelassen werden - vor allem wegen der geringen Bereitschaft von Lehrenden, sich einer minutiösen Arbeitszeiterfassung zur Verfügung zu stellen. Stattdessen wurden in semesterbegleitenden und retrospektiven Erhebungen, darunter eine Online-Befragung, Daten zum Zeitaufwand von immerhin über 250 Lehrenden erfasst. Ergänzend wurde eine qualitative Studie zur Lehrkultur und zur Bewertung von eLearning durchgeführt. 

Methodische und strukturelle Probleme

Deutlich wurde in diesen Erhebungen: Die valide Erfassung des Zeitaufwands für die Vorbereitung und Durchführung von Lehrveranstaltungen stößt auf massive forschungspraktische Barrieren. Vorbehalte und Verweigerungshaltungen bei den Lehrenden, die die Freiheit von Forschung und Lehre in Gefahr sehen, sind dabei eine Schwierigkeit. 

Eine weitere ist die sich in unseren Befunden deutlich abzeichnende Tendenz einer stark überzeichneten, ja unrealistisch hohen subjektiven Zeitaufwandseinschätzung. Viele der von uns eingesetzten Zeiterfassungsbögen weisen in der Summe Zeitbudgets von 150-200 (manche noch weit darüber hinaus: von 300, ja 600) Stunden für eine einzelne Lehrveranstaltung aus. Verwaltungsgerichte (BaWü; Urteil vom 23. Mai 2006, Az.: 4 S 1957/04) halten schon eine Zeitbelastung von 112 Std. pro Lehrveranstaltung und Semester für deutlich zu hoch angesetzt. Hochgerechnet ergeben sich für viele der von uns Befragten Wochenarbeitszeiten von über 70 Stunden – alleine für das Vorbereiten und Abhalten von Lehrveranstaltungen. Dies muss als Hinweis auf die problematische Gültigkeit von im Nachhinein, also aus der Erinnerung erhobenen Zeitschätzungen verbucht werden – eine Problematik, für die indessen an Hochschulen kaum Abhilfe zu erwarten ist, weil die Bereitschaft zur täglichen Zeitbudgeterfassung auch für die Zukunft nicht vorausgesetzt werden kann. 

Anna Schwickerath, Timo van Treeck und Prof. Heiner Barz stellten diese und andere strukturelle Herausforderungen des LeLeCon-Konzeptes im Rahmen der Arbeitstagung vor. Die Befunde liefern indessen durchaus Anhaltspunkte, dass eLearning gerade bei wiederholt angebotenen Lehrveranstaltungen auch zeitliche Einsparungen erlaubt: So geben Dozenten für die Wiederholung von eLearning-Veranstaltungen weniger Zeitaufwand an als bei deren Neuentwicklung.

Workload im Studium

Gute Erfahrungen mit einer täglichen Plausibilitätsprüfung bei der Abfrage des Zeitaufwands für die verschiedenen studentischen Aktivitäten konnte Rolf Schulmeister (Universität Hamburg) präsentieren. Die Daten der ZEITLast-Studie hingegen hatten ihn selbst überrascht: eigentlich war er angetreten, die zeitliche Überlastung der Studierenden zu belegen und das Bologna-System zu kritisieren - seine Daten zeigten allerdings etwas anderes: Der von ihm ermittelte Zeitaufwand von Studierenden für das Studium liegt weit unter den als Workload empfohlenen Mindeststunden; die Lernzeit der Studierenden hat keinen Einfluss auf die Lernergebnisse; Studierende nehmen sich Urlaub, wann sie wollen.

In der Diskussion über Schulmeisters ZEITLast-Studie geriet ein eher beiläufiges Ergebnis in den Fokus: Studierende heute sprechen offenbar außerhalb der Kurse so gut wie gar nicht über Studieninhalte, ja noch nicht einmal das Lästern über Dozenten nimmt einen nennenswerten Zeitanteil in Anspruch. In der Kategorie „freies Gespräch“ sollten sie die Minuten eintragen, in der sie in irgendeiner Weise über die Lehrveranstaltung oder die Lehrenden redeten. Das Zeitpensum unter „freies Gespräch“ lag im Mittel allerdings unter 20 Minuten – nein nicht pro Tag, nicht pro Woche, sondern: pro Monat! Schulmeister geht es vor allem um ein gutes, ertragreiches Studium, wenn er die Bologna-Mythen attackiert. Schuld an der von Studierenden oft vorgebrachten Überlastungsempfindung seien u.a. der unökonomische Stundenplan und die Prüfungslast jeweils am Ende des Semesters. Als Lösung setzt Schulmeister u.a. auf die Implementierung von Blockveranstaltungen in die Curricula – und das Düsseldorfer LeLeCon-Team führt mit dem ePortfolio ein neues Format zur Entzerrung der Arbeitsphasen im Studium ein.

Lohnt sich eLearning?

Ob sich eLearning lohnt, wollte Claudia Bremer in ihrem Vortrag nicht generell beantworten. Viel wichtiger war für sie der Ansatz, bei der Planung, Umsetzung und Unterstützung von eLearning grobe Fehler zu vermeiden. Deshalb setzt man an der Universität Frankfurt auf eine Begleitung der Lehrenden in der Konzeption und Durchführung von eLearning-Veranstaltungen. Wofür sich eLearning aber auf jeden Fall lohnt: Als Anlass, Dinge auch mal anders zu machen (eLearning als Hintertür zur Hochschuldidaktik) und zweitens zur Generierung guter Evaluationsergebnisse. Allerdings läge bei Letzterem die Kausalität nicht ausschließlich im eLearning, so Bremer - vielmehr seien Lehrende, die eLearning ausprobieren, generell stark in der Lehre engagiert, was sich auf die Evaluation auswirke.

Lohnen sich Lehrpreise?

Als Expertin für Anreizmechanismen für gute Lehre machte Ruth Kamm deutlich, dass Lehrpreise zwar nicht unbedingt führen, dass sich Lehrende engagieren. Allerdings können Lehrpreise eine Belohnung sein, gute Lehre sichtbar machen und (vor allem wenn sich Lehrende selbst bewerben) auch zu einer Diskussion über Qualitätskriterien in der Lehre führen. Als ein ungewöhnliches Beispiel der Lehrpreisvergabe berichtete sie vom multimedialen Hochschulpreis für Niedersachsen („campusemerge“), bei dem Lehrende selbst ein Bewerbungs-Video erstellen müssen. Die Bewertung des über Youtube öffentlich zugänglichen Videos war als ein Teilaspekt in die Entscheidung über die Vergabe des Preises eingegangen. Der Nebeneffekt: die Förderung von Medienkompetenz bei den Lehrenden.

Was ist gute Lehre?

Das Engagement, die Tätigkeiten der Studierenden ebenso wie die konkreten Handlungen der Lehrenden mit ihren Auswirkungen auf das Lernverhalten der Studierenden sollten stärker in den Blick genommen werden – so lauten die Forderungen von Adi Winteler, Autor des bereits in vierter Auflage vorliegenden Standardwerks zur Hochschullehre „Professionell lehren und lernen – Ein Praxisbuch“. Evidenzbasierte Lehre zeige beispielsweise, dass die „Waiting-Time“ nach Fragen des Dozenten im Unterricht enorme Auswirkungen auf gute Lernergebnisse habe.

Tutoren und Blockveranstaltungen

In der abschließenden Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Natalie Böddicker (an der HHU für Hochschuldidaktik zuständig) und der Asta-Vorsitzenden, Yasemin Akdemir, wurde gefordert, die Studierenden beim Lernen und auch im Selbststudium stärker zu begleiten (eine Aufgabe für eLearning?) und dazu beispielsweise auch TutorInnen einzusetzen. Dass im Bologna-System auch Raum für alternative Prüfungsformate ist (bspw. seminarbegleitende Portfolios) und nicht jedes Module unbedingt mit einer Prüfung abgeschlossen werden muss, war ebenso Thema wie die mangelnde Bereitschaft von WissenschaftlerInnen, für hochschuldidaktische Fortbildungen Geld in die Hand zu nehmen

Aufzeichnungen der Vorträge unter 
http://wmedia.zim.uni-duesseldorf.de/stream/LeLeCon/ 

Internationales semivirtuelles Lehrforschungsprojekt "Higher Education Marketing"

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, HHU

Projektteam: Anja Kirberg, M.A., Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Simon Helmecke (Studentischer Mitarbeiter)

Finanzierung: Lehrförderungsfonds für das Wintersemester 2010/2011 und das Sommersemester 2011

Laufzeit: Oktober 2010 – Oktober 2011

Intention und Konzept:
Hochschulmarketing ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das obgleich ohne eine lange wissenschaftliche Tradition, in der Praxis eine immer bedeutendere Rolle gewinnt. In Folge des zunehmenden Rückzugs staatlicher Steuerung und der Verknappung staatlicher Ressourcen sehen Anbieter von Hochschulbildung ihre Lernenden zunehmend als Kunden und begreifen ihr Angebot als Dienstleistung. Eine Entwicklung, die im angloamerikanischen Ausland schon länger beobachtet wird und auch im wissenschaftlichen Bereich inzwischen Beachtung gefunden hat.

Im Rahmen des internationalen semivirtuellen Lehrforschungsprojekts „Higher Education Marketing“ können sich Studierende mit der Theorie und Praxis des Hochschulmarketings im In- und Ausland auseinandersetzen.

Den Einstieg in das Thema gewinnen die Studierenden durch ein Online-Lernmodul (Lernplattform Moodle). Es folgen Expertengespräche in Präsenz oder via virtuellem Klassenzimmer (Adobe Connect):

  • Dr. Anne Gellert (International Office / HHU)
  • Joachim Tomesch (Abteilung Kommunikation / HHU)
  • Dr. Felix Maringe (Forschung / University of Southampton)
  • Katja Lamping (Hochschulmarketing / King’s College London)
  • Kai Viebahn (Hochschulmarketing / Deutschen Sporthochschule Köln)


Weiterführende Informationen zu Hochschulmarketing:

  • Barz, Heiner (2010): Bildungsmarketing. In: Barz, Heiner (Hrsg.): Handbuch Bildungsfinanzierung. Wiesbaden: VS Verlag.
  • Maringe, Felix/Gibss, Paul: Marketing Higher Education: Theory and Practice. Milton Keynes 2008.
  • Meffert, Heribert/Müller-Böling, Detlef (Hrsg.) (2007): Hochschulmarketing - Herausforderung und Erfolgsfaktoren im Wettbewerb. CHE-Arbeitspapier Nr. 98.

 

 

HeinEcomp - eLearning-Integration an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Finanzierung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalens (MIWFT)

Laufzeit: April 2008 - Dezember 2010

Intention und Konzept:

Im Rahmen des mit rund einer Millionen Euro über drei Jahre geförderten Projekts sollten technische, organisatorische und inhaltliche Vorraussetzungen geschaffen werden, um die Präsenzlehre durch multimediales und internetgestütztes Lehren und Lernen zu ergänzen. Der Einsatz dieser zukunftsweisenden Lehrformen soll als maßgeblicher Teil in Curriculum und Prüfungsinhalten verankert werden.

Anreize in Form eines Programms zur technischen und methodisch-didaktischen Unterstützung durch Personal- und Sachmittel oder auch die Vergabe eines Heine Preises für eTeaching sollten Lehrende motivieren, eLearning in ihre Lehre zu integrieren.

Die Universität hatte die Förderung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2005 beantragt. Die von einem eLearning-Team unter Federführung von Prof. Heiner Barz (Erziehungswissenschaft) und Dr. Manfred Heydthausen (Multimediazentrum) konzipierte eLearning-Entwicklungsstrategie hat sich damit unter über 100 Einreichungen durchgesetzt und zählt zu den ca. 20 Vorhaben, deren Realisierung vom BMBF unterstützt wurde. Aufgrund der Förderalismusreform (2006) wurde HeinEcomp seit April 2008 vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalens finanziert.



Kompetenzvermittlung und Support im Rahmen von HeinEcomp - eLearning-Integration an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Den Arbeitsbereich "Kompetenzvermittlung und Support" im Rahmen von HeinEcomp hat die Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement übernommen.

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz

Projektteam: Nina Göddertz (M.A.), Timo van Treeck (M.A.), Mirco Wieg (M.A.), Phillip von Schwerin (Studentischer Mitarbeiter)

Aufgabenbereich:

Bereits seit 2001 werden in der Abteilung von Prof. Barz Erfahrungen mit Konzeption und Durchführung sogenannter Blended-Learning Kurse gesammelt.

Das eLearning-Team unter Leitung von Prof. Dr. Barz übernimmt den Aufgabenbereich „Kompetenzvermittlung und Support“ im Rahmen des HeinEcomp Projekts. Als HeinEcomp Frontoffice bietet es Beratung, Schulungen und Unterstützung zur fächerspezifischen Integration von eLearning in die Lehre. Einen Schwerpunkt bildet die Vermittlung von eLearning-Kompetenz durch praxisorientierte Fortbildungen. Die Schulungen richten sich an Lehrende und Studierende aller Fakultäten.

 

 

Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt "Jedem Kind seine Stimme"

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Tanja Kosubek

Finanzierung: Land NRW, Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss, Musikschule Neuss

Laufzeit: Juni 2009 - August 2010

Projektbeschreibung: Das Modellprojekt "Jedem Kind seine Stimme" (JeKiSti) an Neusser Grundschulen wurde im September 2007 von der Musikschule der Stadt Neuss ins Leben gerufen. JeKiSti hat dem regulären Musikunterricht an Grundschulen ein neues Gesicht gegeben: Ausgebildete GesangpädagogInnen unterrichteten zweimal pro Woche im Tandem mit der Grundschullehrerin Musik. Durch die Unterrichtselemente Singen, Sprechen, Tanzen und Spiel mit einfachen Rhythmus-Instrumenten sollten den Kindern Sprach- und Singkompetenzen, Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeiten, elementare musikalische Fähigkeiten und Kenntnisse im Bereich der Musikkultur vermittelt werden. Durch die Begegnung mit den Gesangsprofis und das aktive eigene Musizieren konnten die Kinder Musik konkret begreifen und erleben. Im Schuljahr 2009/2010 fand der JeKiSti-Unterricht an 23 Neusser Grundschulen in 113 Klassen des zweiten und dritten Schuljahres statt.

Die Evaluation des bundesweit einmaligen Musikprojektes für Grundschulen übernahm die Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Heiner Barz. Untersucht wurden unter anderem die Förderung und Entwicklung von Musikalität sowie die Auswirkung auf Spracherwerb und Persönlichkeitsentwicklung durch aktives Musizieren im Rahmen von JeKiSti.

Relevante Aspekte der Evaluation waren im Einzelnen:

  • Akzeptanz des JeKiSti-Unterrichts bei allen Beteiligten: Kinder, Eltern, (Musikschul-) Lehrer, Öffentlichkeit
  • Beobachtung und Dokumentation von Musikalisierungsprozessen einschließlich der hierfür angewandten Unterrichtsmethoden
  • Dokumentation von Lernerfahrungen der Kinder im Feld der Musik
  • Entdecken und Dokumentieren der Relevanz musikalischer Praxis in der Lebenswelt der Kinder
  • Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder
  • Herausarbeiten von Erfolgsfaktoren und Identifikation von Problemen des Projekts (insbesondere in der Kooperation von Schulen und Musikschulen bzw. Schul- und Musikschullehrern)
  • Generierung von Anregungen für die Optimierung des Projekts

Zur Untersuchung wurde eine Methodenkombination von quantitativen und qualitativen Instrumenten (Gruppendiskussionen, leitfadengestützte Interviews und schriftliche Fragebögen) vorgeschlagen, mittels derer Selbst- und Fremdeinschätzungen erhoben wurden.

Ergebnisse: Auf einer Pressekonferenz im Neusser Rathaus am 4.2.2010 stellte das Forscherteam gemeinsam mit der Musikschule erste Zwischenergebnisse der Begleitforschung vor. 

Presse: Über die vorgestellten Ergebnisse des Zwischenberichts Dezember 2009 wurden unter anderem diese Artikel veröffentlicht:

Auf der Konferenz "Singen in der Grundschule - Projekte, Praxiserfahrungen, wissenschaftliche Begleitung" des "Instituts für Begabungsforschung in der Musik" sind in einem Vortrag ausgewählte Methoden und Ergebnisse unserer Forschung vorgestellt worden. Die Konferenz hat ihren Beitrag geleistet zur Vernetzung von Forschungsprojekten im Bereich der Musikpädagogik.

 

 

Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt "Take-off: Junger Tanz"

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Tanja Kosubek

Finanzierung: tanzhaus nrw mit Fördermitteln der Kulturstiftung des Bundes, unterstützt von der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Kunststiftung NRW und dem Ministerpräsidenten des Landes NRW.

Laufzeit: Juli 2006 - Dezember 2010

Projektbeschreibung: Das Projekt "Take-off: Junger Tanz - Tanzplan Düsseldorf", welches unter der Federführung des tanzhaus nrw im Juli 2006 startete, wurde gefördert im Rahmen des "Tanzplan Deutschland". In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, zahlreichen Kulturinstitutionen, Schulen und Jugendfreizeitstätten sowie Dozenten und Choreografen sollten mit diesem Projekt Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen und Schulformen erreicht und unter Berücksichtigung verschiedener Stile und Methoden tanzpädagogisch gefördert werden.

Das Programm der Begleitforschung und Evaluation des Take-off Projekts umfasste eine Vielfalt an Aktivitäten, die von zwei Fakultäten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf übernommen wurden. Das Team Prof. Bernd Günter und Benita Lipps von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Lehrstuhl für Betriebswirtschafts­lehre, insbesondere Marketing) legte seinen Forschungsschwerpunkt auf Aspekte der Kooperationsbeziehungen - die Ergebnisse werden in eigenen Be­richten dokumentiert. Das Team Prof. Heiner Barz und Tanja Kosubek von der Philo­sophischen Fakultät (Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement) bearbeitete einerseits Fragestellungen der formativen Evaluation, die für die konkrete Projektsteuerung von unmittelbarem Nutzen waren. Andererseits wurden grundlegende Probleme der Relevanz von Tanz in pädagogischen Zusammenhän­gen bearbeitet.

Die auf knapp fünf Jahre angelegte Projektlaufzeit von Take-off bot dafür ein gera­dezu ideales Forschungsfeld, weil hier in für die BRD einzigartiger Weise mit der Im­plementierung einer künstlerischen Ausdruckform in pädagogische Kontexte experi­mentiert werden konnte. Die Evaluations- und Begleitforschungsaktivitäten des Teams Barz/Kosubek erstreckten sich auf alle in das Projekt einbezogenen Personengruppen, also auf Schülerinnen und Schüler, Eltern, Tanzdozentinnen und -dozenten, Lehre­rinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter, sowie in der letzten Projektphase auch auf Personen der Projektperipherie und des Projektumfelds. Erhoben wurden nicht nur die Wahrnehmung, Akzeptanz und Bewertung des Tanzunterrichtsgesche­hens sowie der Teilhabe an tanzkünstlerischen Produktionen und Projekten. Über­prüft wurden auch Wege und Formen auf und in denen sich Tanz in der schulischen Wirklichkeit etabliert, welche Auswirkungen auf subjektiv-persönlicher aber auch auf institutioneller Ebene wahrgenommen wurden. Die Dokumentation der Wirkungser­wartungen war kein einfaches Unternehmen. Ein Mix aus unterschiedlichen Forschungsinstrumenten erlaubte es jedoch, Erfolge und Erträge sowie "Risiken und Nebenwirkungen" des Take-off Projektes abzubilden.

In diesem Sinne wurden sowohl schriftliche Fragebögen für grö­ßere Repräsentativstichproben entwickelt als auch Explorationsleitfäden für tiefer gehende mündliche Interviews mit ausgewählten Gesprächspartnern von bis zu zweistündiger Dauer. Weiter wurde eine Gruppendiskussion (Fokusgruppe) mit denen im Projekt eingesetzten, erfahrenen Tanzdozenten und Choreographen durchgeführt, ein standardisierter Persönlichkeits- und Kompetenztest eingesetzt und eine kleine Gruppe von Schülern mit einem aufnahmefähigen mp3-Player ausgestattet, auf dem sie in Form eines Audio-Tanz-Tagebuches jeweils aktuell und unmittelbar nach dem Tanzunter­richt über ihre Eindrücke, Empfindungen und Beobachtungen berichten konnten.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Begleitforschung wurden fortlaufend in jährlichen Zwischenberichten dokumentiert, die dem Take-off Team zur Verfügung gestellt wurden. Es liegen bisher vor:

  • Zwischenbericht 2007 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2006)
  • Zwischenbericht 2008 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2007); Kurzfassung
  • Zwischenbericht 2009 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2008); Kurzfassung
  • Zwischenbericht 2010 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2009)
  • Zwischenbericht 2011 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2010)

Bei Interesse können die Forschungsberichte als pdf bei bildungsforschungphil-fak.uni-duesseldorfde angefordert werden.

Weitere Informationen und Materialien: Bei verschiedenen Gelegenheiten konnten inzwischen einzelne Ergebnisse der Begleitforschung vor Fachpublikum vorgestellt und diskutiert werden:

Die Mitwirkung an diesen Fachtagungen brachte nicht nur wertvolle Anregungen und Vernetzungsperspektiven für die Begleitforschung. Gleichzeitig wurde auch deutlich, wie groß das Bedürfnis in der Gemeinschaft der Tanzinteressierten ist, ihre Arbeit und ihre pädagogischen Erträge wissenschaftlich überprüfen zu lassen.

Presse: Am 10.09.2008 fand ein Pressegespräch mit der Präsentation der Zwischenergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung statt. "Take-off: Junger Tanz. Tanzplan Düsseldorf" zieht nach zweieinhalb Jahren Zwischenbilanz, dazu erschienen folgende Artikel:

Außerdem strahlte 3Sat 2006 eine TV-Doku über ein Tanz-an-Schulen-Projekt in Berlin (35 min) aus.

 

Videoplayer



Hochschuldidaktische eLearning-Trainings

Seit Sommersemester 2007 werden von MitarbeiterInnen der Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement regelmäßig eLearning-Trainings für Lehrende angeboten. Alle Trainingsangebote sind anrechenbar für das NRW-Zertifikat "Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule":

  • Einführungskurs eLearning
  • Trends im eLearning
  • Aufbaukurs eLearning
  • ePortfolios in der Lehre
  • eLearning multimedial
  • Online-Kommunikation in der Lehre - Schwerpunkt: Virtuelles Klassenzimmer

Ergänzend zu den umfangreicheren Fortbildungsangeboten wurden On-Demand-Trainings entwickelt, die zu verschiedenen Themen auf Nachfrage durchgeführt werden. Mehr zu den Angeboten finden Sie hier.

Weitere Informationen zu eLearning an der philosophischen Fakultät. 

Moderation und Konzeption

Die WorkshopmoderatorInnen haben alle eine mehrmonatige teletutorielle Fortbildung durchlaufen und besuchen regelmäßig hochschuldidaktische Fortbildungen. Konzeption und Durchführung der Workshops durch: Nina Göddertz, Anja Kirberg, Timo van Treeck, Mirco Wieg und Prof. Heiner Barz (Konzeption).

Hintergrund

Als erste eLearning-Fortbildung an der HHU wurde der Einführungskurs eLearning für Mitarbeiter an der philosophischen Fakultät angeboten und nach einer umfassenden Überarbeitung im Sommersemester 2008 fakultätsübergreifend durchgeführt. Die gute Annahme des Einführungskurses und die Nachfrage weiterer Themen führten zu einer Ausweitung des Angebots sowie zu dessen ständiger Weiterentwicklung. Beides konnte durch das eLearning-Projekt HeinEcomp sowie die Unterstützung seitens der Hochschuldidaktik an der HHU Düsseldorf realisiert werden.