BILDUNGSFORSCHUNG UND BILDUNGSMANAGEMENT

Abgeschlossene Projekte

EU-finanziertes Bildungsforschungsprojekt zu ePortfolios

Forschungsteam: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und -management HHU; Anna K. Schwickerath, M.A., Abteilung für Bildungsforschung und -management HHU; Anja Kirberg, M.A., Abteilung für Bildungsforschung und -management HHU; Prof. Dr. Olga Smolyaninova, Sibirian Federal University (Krasnoyarsk), Dr. Samuel Nowakowski, University of Lorraine (France), Dr. Kai Pata, Tallinn University (Estonia).

Finanzierung: Die Studie wird aus EU-Mitteln finanziert (ERA.Net RUS).

Laufzeit: Oktober 2012 – September 2013

ePortfolios sind online verfügbare, individuelle Sammelmappen, die Texte, Videos, Podcasts oder Blogs integrieren – die zukünftige Form eines Lebenslaufs. Mit diesen beschäftigt sich das neue Forschungsprojekt der Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement.

Projektintention: Das Projekt „ePortfolio for Human Resources” wurde im Rahmen der ERA.Net RUS-Förderlinie der EU eingeworben, die speziell die verbesserte wissenschaftliche Zusammenarbeit der europäischen Union mit Russland zum Ziel hat. Projektpartner sind Prof. Dr. Olga Smolyaninova, Sibirian Federal University (Krasnoyarsk), Dr. Samuel Nowakowski (University of Lorraine, France) und Dr. Kai Pata, (Tallinn University, Estonia). Die Projektidee wurde in der Abteilung von Prof. Barz entwickelt, wo seit vielen Jahren eLearning-Szenarien mit internationalen Projektpartnern erprobt werden. Die internationale Projektkoordination dieses derzeit einzigen EU-Forschungsprojekts der Philosophischen Fakultät der HHU liegt bei Prof. Barz und seinem Team. Die Mitarbeiterinnen Anna K. Schwickerath und Anja Kirberg werden länderübergreifend Nutzungsmöglichkeiten und Verbreitungsstrategien des Einsatzes von ePortfolios dokumentieren.

Obwohl die Europäische Union schon 2010 „ePortfolio for all“ forderte und deshalb den „Europass“ entwickelte, ist das ePortfolio auch 2012 im Unterschied etwa zu Blogs oder Wikis vor allem in Deutschland noch kaum bekannt. Mit ePortfolios werde Lernerfolge und Arbeitsleistungen digital dokumentiert. Informell erworbene Kompetenzen, persönliche Interessen, aber auch Arbeitsproben können in ePortfolios kreativ präsentiert werden. Daher wertet die Europäische Union das ePortfolio als zeitgemäßes Instrument, das traditionelle Bewerbungsunterlagen aufwertet. Auf diese Weise kann die Mobilität von Bewerbern auf dem europäischen Arbeitsmarkt erhöht werden. Auch Schulen haben begonnen, die Lernleistungen von Schülern über Portfolios zu dokumentieren. Im Hochschulkontext bieten sich ePortfolios als Alternative zu mündlichen oder schriftlichen Prüfungen an, sie sind gleichsam „Schaufenster des Lernens“. Eine Idee, die derzeit in den Lehrveranstaltungen von Prof. Barz und anderen experimentierfreudigen Hochschuldozenten der HHU von Studierenden begeistert aufgegriffen wird.

Projektvorstellung in der aktuellen ERA.Net RUS-Broschüre www.st-gaterus.eu/_media/ERANet-RUS_2012_final_web.pdf

ePortfolio an der HHU: www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/sozwiss/bildungsforschung-und-bildungsmanagement/elearning/eportfolio/

Broschüre zum Abschlussportfolio NRW: w-abs.de/abschlussportfolio-nrw/

Schülerstudie Reformpädagogik

Forschungsteam: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und -management HHU; Prof. Dr. Dirk Randoll, Fachbereich Bildungswissenschaft Alanus Hochschule; Dr. Sylva Liebenwein, Abteilung für Bildungsforschung und -management HHU.

Finanzierung: Die Studie wird finanziert von der Software AG Stiftung, Darmstadt, und der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, Stuttgart.

Die Studie: Die Studie will die Waldorf- und Montessoripädagogik an ihren jeweiligen Intentionen und Ansprüchen messen. Geprüft wird, inwiefern sich die besonderen Prinzipien und Methoden im Erleben und im Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler spürbar wiederspiegeln. Die Studie setzt damit die in den letzten Jahren erfolgte Annäherung von erziehungswissenschaftlicher Forschung und reformpädagogischer Praxis fort. Für die Anbieter von alternativen Schulmodellen jenseits der Regelschule wird die Frage an Dringlichkeit zunehmen, ob konzeptionelle Versprechen, Wirkungsprognosen und Erfolgsbehauptungen nachvollziehbar belegt werden können.
Nachdem die Befragung ehemaliger Waldorfschüler (Barz/Randoll: Absolventen von Waldorfschulen, Wiesbaden 2007; vgl. (www.hhu.de/waldorfabsolventen) nicht nur die lebensbegleitende Tragfähigkeit des waldorfpädagogischen Konzepts nachzeichnen konnte sondern auch Herausforderungen benannte, zielt die neue Studie auf eine Analyse der Stärken und Schwächen im heutigen Betrieb zweier prominenter Reformentwürfe aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Ergebnisse sollen in zwei Bänden (Band 1: Waldorfschulen / Band 2: Montessorischulen) voraussichtlich im Herbst 2011 im Verlag für Sozialwissenschaften (VS-Verlag Wiesbaden) publiziert werden.

Projektintention: Beabsichtigt ist die Rekonstruktion der konkreten Wirkungen des Waldorf- bzw. Montessorischulbesuchs aus Schüler- und Elternsicht. Konkrete Erkenntnisse über die Schul- und Unterrichtswahrnehmung sowie über grundlegende Einstellungsdimensionen von Schülern an Montessori- und Waldorfschulen werden erwartet. Die gewonnenen Befunde werden im Vergleich mit entsprechenden Daten aus Befragungen von Schülern staatlicher Regelschulen ausgewertet und interpretiert. Die Studie ist bewusst nicht als Leistungsvergleichstest konzipiert. Sie ist vielmehr einem nachhaltigen Lern- und Kompetenzbegriff verpflichtet. Es wird nicht die Beherrschung von Wissen oder Verfahrensweisen abgeprüft. Vielmehr steht die Verankerung von Lernmotivation und von Selbstwirksamkeitsüberzeugungen unter Einbeziehung von sozialen, ökologischen und kulturellen Dimensionen im Zentrum.

Ausführliche Informationen und erste Ergebnisse hier.

 

 

LeLeCon - Lehr-Lern-Controlling

Lehraufwand webbasierter Innovationen in der Hochschule
- Blended Learning unter Aspekten des Bildungscontrolling -

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Philosophische Fakultät, HHU

Projektteam/-partner: Prof. Klaus-Peter Franz, Lehrstuhl für BWL, insbesondere Unternehmensführung und Controlling, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Prof. Ulrich Decking, geschäftsführender Studiendekan, Medizinische Fakultät, Anna Schwickerath (M.A.), Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Dipl.-Kfm. Thomas Schiffer, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensprüfung und Controlling, Nora Constanze Vogt, Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie

Finanzierung: BMBF mit Mitteln des Rahmenprogramms zur Förderung der empirischen Bildungsforschung, Förderschwerpunkt: Hochschulforschung als Beitrag zur Professionalisierung der Hochschullehre ("Zukunftswerkstatt Hochschullehre")

Laufzeit: November 2008 – Oktober 2011

Intention: Eine große Schwierigkeit für die Umsetzung von zeitgemäßen eLearning-Szenarios im Bereich der Hochschuldidaktik stellen vor allem zwei Argumente auf Seiten der Traditionalisten dar: Erstens sei eLearning nicht lernwirksam, jedenfalls im Vergleich zur Präsenzlehre unterlegen. Zweitens sei eLearning mit sehr hohen Kosten verbunden. Gleichwohl wird sich die Entwicklung zur zunehmenden Einbeziehung von webbasierten Lehrformen nicht umkehren lassen. Bislang müssen valide Befunde zu Kosten und Nutzen - oder anders formuliert: zu Lehraufwand und Lernwirksamkeit von eLearning-Angeboten in unterschiedlichstem Format (vom Computer Based Teaching bis zum Blended Learning Seminar mit teletutorieller Unterstützung) - als Desiderat der Forschung bezeichnet werden. Das vorgeschlagene Forschungsprojekt will die bislang einzig zum Einsatz von eLearning im Unternehmenskontext oder zu Einzelaspekten (z.B. Austausch von Videolectures zwischen Universitäten) vorliegenden Forschungsergebnisse um wichtige empirische Befunde ergänzen.

Forschungsdesign: Das Forschungsvorhaben LeLeCon führt am Beispiel von an der HHU angebotenen Seminarkonzepten einen umfassenden Vergleich des Lehraufwandes von webbasierten Lehrangeboten mit dem Aufwand traditioneller Präsenzlehre durch. Der vergleichend erhobene Arbeits- und Sachmittelaufwand für Konzeption, Erstellung und Durchführung der verschiedenen Lehrformen kann eine exaktere Grundlage für Controlling-Kennzahlen liefern als sie bisher verfügbar sind. Im Zusammenspiel mit der gesondert zu ermittelnden Lernwirksamkeit unterschiedlicher Seminarkonzepte werden damit empirisch fundierte Aussagen zum Hochschul-Controlling möglich. Die detaillierte Erfassung des konkreten Arbeitsaufwands ist die Voraussetzung für eine valide Kostenkalkulation. Die Forschungsergebnisse liefern somit eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Entscheidungsgrundlage zur Lehrgestaltung an deutschen Hochschulen.

Die Betrachtung der Lehrveranstaltungen unter Controlling-Aspekten ist Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens. Der Aufwand zur Erstellung, Durchführung und Betreuung der verschiedenen Veranstaltungstypen wird dazu möglichst realitätsadäquat erfasst. Die im Projektverlauf entwickelten Controlling-Instrumente kommen dabei in Präsenz- sowie webbasierten (z.B. Blended Learning) Seminaren dreier  Fakultäten (Phil-Fak., WiWi-Fak., Med-Fak.) zum Einsatz. Die erhobenen Kennzahlen der insgesamt 24 Lehrveranstaltungen werden dann in Relation zueinander gesetzt. In die Kostenberechnung fließen neben direkten auch die indirekten Kosten für die Bereitstellung der verschiedenen Seminarsettings ein. Es ist zu erwarten, dass die Projektergebnisse die Perspektiven einer Verankerung praktikabler Controlling-Instrumente und -Ansätze ins allgemeine Hochschulcontrolling wesentlich erweitern.

 

LeLeCon-Arbeitstagung am 10.11.2011 „Lohnt sich gute Lehre?“

Diese Frage war Gegenstand einer Arbeitstagung an der Heinrich-Heine Universität am 10.11.2011. Anlass waren die Ergebnisse des Projektes LeLeCon (Lehr-Lern-Controlling) unter Leitung von Prof. Barz, das den Aufwand von traditioneller Lehre und eLearning untersucht. 

Ernüchternde Antworten

„Lohnt sich eLearning?“ – Claudia Bremer (studiumdigitale, Universität Frankfurt), eine der eingeladenen renommierten Referent/innen, beispielsweise hatte eine ernüchternde Antwort parat: „Ich weiß es nicht.“ Wobei sie mit einem gewissermaßen wissenschaftsfundamentalistischen Wissensbegriff kokettierte, demzufolge es vornehmer ist, Nichtwissen einzugestehen, als Unbewiesenes als Gewissheit zu präsentieren.

Auswärtige Experten der Hochschulforschung

Ca. 30 interessierte Zuhörer diskutierten mit vier Experten/innen aus München, Frankfurt, Kiel und Hamburg und dem Düsseldorfer LeLeCon-Projektteam, was gute Lehre ausmacht und welcher Aufwand dafür betrieben wird – mit einem Schwerpunkt zum Einsatz von eLearning.

Aufwand für die Lehre – die Erhebung

In einer interdisziplinären Forschergruppe aus Wirtschaftswissenschaft (Prof. Franz, Lehrstuhl für Controlling), Medizin (Prof. Decking, Studiendekanat) und Philosophischer Fakultät (Prof. Barz, Bildungsforschung) wurden im Rahmen von LeLeCon Daten zum Lehraufwand bei unterschiedlichen Formaten von Lehrveranstaltungen in drei Fakultäten erhoben. 

Die Möglichkeit einer automatisierten Erfassung der Arbeitszeit von Uni-Dozenten zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen musste im Projekt bald fallen gelassen werden - vor allem wegen der geringen Bereitschaft von Lehrenden, sich einer minutiösen Arbeitszeiterfassung zur Verfügung zu stellen. Stattdessen wurden in semesterbegleitenden und retrospektiven Erhebungen, darunter eine Online-Befragung, Daten zum Zeitaufwand von immerhin über 250 Lehrenden erfasst. Ergänzend wurde eine qualitative Studie zur Lehrkultur und zur Bewertung von eLearning durchgeführt. 

Methodische und strukturelle Probleme

Deutlich wurde in diesen Erhebungen: Die valide Erfassung des Zeitaufwands für die Vorbereitung und Durchführung von Lehrveranstaltungen stößt auf massive forschungspraktische Barrieren. Vorbehalte und Verweigerungshaltungen bei den Lehrenden, die die Freiheit von Forschung und Lehre in Gefahr sehen, sind dabei eine Schwierigkeit. 

Eine weitere ist die sich in unseren Befunden deutlich abzeichnende Tendenz einer stark überzeichneten, ja unrealistisch hohen subjektiven Zeitaufwandseinschätzung. Viele der von uns eingesetzten Zeiterfassungsbögen weisen in der Summe Zeitbudgets von 150-200 (manche noch weit darüber hinaus: von 300, ja 600) Stunden für eine einzelne Lehrveranstaltung aus. Verwaltungsgerichte (BaWü; Urteil vom 23. Mai 2006, Az.: 4 S 1957/04) halten schon eine Zeitbelastung von 112 Std. pro Lehrveranstaltung und Semester für deutlich zu hoch angesetzt. Hochgerechnet ergeben sich für viele der von uns Befragten Wochenarbeitszeiten von über 70 Stunden – alleine für das Vorbereiten und Abhalten von Lehrveranstaltungen. Dies muss als Hinweis auf die problematische Gültigkeit von im Nachhinein, also aus der Erinnerung erhobenen Zeitschätzungen verbucht werden – eine Problematik, für die indessen an Hochschulen kaum Abhilfe zu erwarten ist, weil die Bereitschaft zur täglichen Zeitbudgeterfassung auch für die Zukunft nicht vorausgesetzt werden kann. 

Anna Schwickerath, Timo van Treeck und Prof. Heiner Barz stellten diese und andere strukturelle Herausforderungen des LeLeCon-Konzeptes im Rahmen der Arbeitstagung vor. Die Befunde liefern indessen durchaus Anhaltspunkte, dass eLearning gerade bei wiederholt angebotenen Lehrveranstaltungen auch zeitliche Einsparungen erlaubt: So geben Dozenten für die Wiederholung von eLearning-Veranstaltungen weniger Zeitaufwand an als bei deren Neuentwicklung.

Workload im Studium

Gute Erfahrungen mit einer täglichen Plausibilitätsprüfung bei der Abfrage des Zeitaufwands für die verschiedenen studentischen Aktivitäten konnte Rolf Schulmeister (Universität Hamburg) präsentieren. Die Daten der ZEITLast-Studie hingegen hatten ihn selbst überrascht: eigentlich war er angetreten, die zeitliche Überlastung der Studierenden zu belegen und das Bologna-System zu kritisieren - seine Daten zeigten allerdings etwas anderes: Der von ihm ermittelte Zeitaufwand von Studierenden für das Studium liegt weit unter den als Workload empfohlenen Mindeststunden; die Lernzeit der Studierenden hat keinen Einfluss auf die Lernergebnisse; Studierende nehmen sich Urlaub, wann sie wollen.

In der Diskussion über Schulmeisters ZEITLast-Studie geriet ein eher beiläufiges Ergebnis in den Fokus: Studierende heute sprechen offenbar außerhalb der Kurse so gut wie gar nicht über Studieninhalte, ja noch nicht einmal das Lästern über Dozenten nimmt einen nennenswerten Zeitanteil in Anspruch. In der Kategorie „freies Gespräch“ sollten sie die Minuten eintragen, in der sie in irgendeiner Weise über die Lehrveranstaltung oder die Lehrenden redeten. Das Zeitpensum unter „freies Gespräch“ lag im Mittel allerdings unter 20 Minuten – nein nicht pro Tag, nicht pro Woche, sondern: pro Monat! Schulmeister geht es vor allem um ein gutes, ertragreiches Studium, wenn er die Bologna-Mythen attackiert. Schuld an der von Studierenden oft vorgebrachten Überlastungsempfindung seien u.a. der unökonomische Stundenplan und die Prüfungslast jeweils am Ende des Semesters. Als Lösung setzt Schulmeister u.a. auf die Implementierung von Blockveranstaltungen in die Curricula – und das Düsseldorfer LeLeCon-Team führt mit dem ePortfolio ein neues Format zur Entzerrung der Arbeitsphasen im Studium ein.

Lohnt sich eLearning?

Ob sich eLearning lohnt, wollte Claudia Bremer in ihrem Vortrag nicht generell beantworten. Viel wichtiger war für sie der Ansatz, bei der Planung, Umsetzung und Unterstützung von eLearning grobe Fehler zu vermeiden. Deshalb setzt man an der Universität Frankfurt auf eine Begleitung der Lehrenden in der Konzeption und Durchführung von eLearning-Veranstaltungen. Wofür sich eLearning aber auf jeden Fall lohnt: Als Anlass, Dinge auch mal anders zu machen (eLearning als Hintertür zur Hochschuldidaktik) und zweitens zur Generierung guter Evaluationsergebnisse. Allerdings läge bei Letzterem die Kausalität nicht ausschließlich im eLearning, so Bremer - vielmehr seien Lehrende, die eLearning ausprobieren, generell stark in der Lehre engagiert, was sich auf die Evaluation auswirke.

Lohnen sich Lehrpreise?

Als Expertin für Anreizmechanismen für gute Lehre machte Ruth Kamm deutlich, dass Lehrpreise zwar nicht unbedingt führen, dass sich Lehrende engagieren. Allerdings können Lehrpreise eine Belohnung sein, gute Lehre sichtbar machen und (vor allem wenn sich Lehrende selbst bewerben) auch zu einer Diskussion über Qualitätskriterien in der Lehre führen. Als ein ungewöhnliches Beispiel der Lehrpreisvergabe berichtete sie vom multimedialen Hochschulpreis für Niedersachsen („campusemerge“), bei dem Lehrende selbst ein Bewerbungs-Video erstellen müssen. Die Bewertung des über Youtube öffentlich zugänglichen Videos war als ein Teilaspekt in die Entscheidung über die Vergabe des Preises eingegangen. Der Nebeneffekt: die Förderung von Medienkompetenz bei den Lehrenden.

Was ist gute Lehre?

Das Engagement, die Tätigkeiten der Studierenden ebenso wie die konkreten Handlungen der Lehrenden mit ihren Auswirkungen auf das Lernverhalten der Studierenden sollten stärker in den Blick genommen werden – so lauten die Forderungen von Adi Winteler, Autor des bereits in vierter Auflage vorliegenden Standardwerks zur Hochschullehre „Professionell lehren und lernen – Ein Praxisbuch“. Evidenzbasierte Lehre zeige beispielsweise, dass die „Waiting-Time“ nach Fragen des Dozenten im Unterricht enorme Auswirkungen auf gute Lernergebnisse habe.

Tutoren und Blockveranstaltungen

In der abschließenden Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Natalie Böddicker (an der HHU für Hochschuldidaktik zuständig) und der Asta-Vorsitzenden, Yasemin Akdemir, wurde gefordert, die Studierenden beim Lernen und auch im Selbststudium stärker zu begleiten (eine Aufgabe für eLearning?) und dazu beispielsweise auch TutorInnen einzusetzen. Dass im Bologna-System auch Raum für alternative Prüfungsformate ist (bspw. seminarbegleitende Portfolios) und nicht jedes Module unbedingt mit einer Prüfung abgeschlossen werden muss, war ebenso Thema wie die mangelnde Bereitschaft von WissenschaftlerInnen, für hochschuldidaktische Fortbildungen Geld in die Hand zu nehmen

Aufzeichnungen der Vorträge unter 
http://wmedia.zim.uni-duesseldorf.de/stream/LeLeCon/ 

Internationales semivirtuelles Lehrforschungsprojekt "Higher Education Marketing"

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, HHU

Projektteam: Anja Kirberg, M.A., Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Simon Helmecke (Studentischer Mitarbeiter)

Finanzierung: Lehrförderungsfonds für das Wintersemester 2010/2011 und das Sommersemester 2011

Laufzeit: Oktober 2010 – Oktober 2011

Intention und Konzept:
Hochschulmarketing ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das obgleich ohne eine lange wissenschaftliche Tradition, in der Praxis eine immer bedeutendere Rolle gewinnt. In Folge des zunehmenden Rückzugs staatlicher Steuerung und der Verknappung staatlicher Ressourcen sehen Anbieter von Hochschulbildung ihre Lernenden zunehmend als Kunden und begreifen ihr Angebot als Dienstleistung. Eine Entwicklung, die im angloamerikanischen Ausland schon länger beobachtet wird und auch im wissenschaftlichen Bereich inzwischen Beachtung gefunden hat.

Im Rahmen des internationalen semivirtuellen Lehrforschungsprojekts „Higher Education Marketing“ konnten sich Studierende mit der Theorie und Praxis des Hochschulmarketings im In- und Ausland auseinandersetzen.

Den Einstieg in das Thema gewannen die Studierenden durch ein Online-Lernmodul (Lernplattform Moodle). Es folgten Expertengespräche in Präsenz oder via virtuellem Klassenzimmer (Adobe Connect):

  • Dr. Anne Gellert (International Office / HHU)
  • Joachim Tomesch (Abteilung Kommunikation / HHU)
  • Dr. Felix Maringe (Forschung / University of Southampton)
  • Katja Lamping (Hochschulmarketing / King’s College London)
  • Kai Viebahn (Hochschulmarketing / Deutschen Sporthochschule Köln)


Weiterführende Informationen zu Hochschulmarketing:

  • Barz, Heiner (2010): Bildungsmarketing. In: Barz, Heiner (Hrsg.): Handbuch Bildungsfinanzierung. Wiesbaden: VS Verlag.
  • Maringe, Felix/Gibss, Paul: Marketing Higher Education: Theory and Practice. Milton Keynes 2008.
  • Meffert, Heribert/Müller-Böling, Detlef (Hrsg.) (2007): Hochschulmarketing - Herausforderung und Erfolgsfaktoren im Wettbewerb. CHE-Arbeitspapier Nr. 98.

 

 

HeinEcomp - eLearning-Integration an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Finanzierung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalens (MIWFT)

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz

Projektteam: Nina Göddertz (M.A.), Timo van Treeck (M.A.), Mirco Wieg (M.A.), Phillip von Schwerin (Studentischer Mitarbeiter)

Laufzeit: April 2008 - März 2011

Intention und Konzept:

Im Rahmen des mit rund einer Millionen Euro über drei Jahre geförderten Projekts sollten technische, organisatorische und inhaltliche Vorraussetzungen geschaffen werden, um die Präsenzlehre durch multimediales und internetgestütztes Lehren und Lernen zu ergänzen. Der Einsatz dieser zukunftsweisenden Lehrformen sollte dabei als maßgeblicher Teil in Curriculum und Prüfungsinhalten verankert werden.

Anreize in Form eines Programms zur technischen und methodisch-didaktischen Unterstützung durch Personal- und Sachmittel oder auch die Vergabe eines Heine Preises für eTeaching sollten Lehrende motivieren, eLearning in ihre Lehre zu integrieren.

Die Universität hatte die Förderung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2005 beantragt. Die von einem eLearning-Team unter Federführung von Prof. Heiner Barz (Erziehungswissenschaft) und Dr. Manfred Heydthausen (Multimediazentrum) konzipierte eLearning-Entwicklungsstrategie hatte sich damit unter über 100 Einreichungen durchgesetzt und zählte zu den ca. 20 Vorhaben, deren Realisierung vom BMBF unterstützt wurde. Aufgrund der Förderalismusreform (2006) wurde HeinEcomp seit April 2008 vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalens finanziert.



Kompetenzvermittlung und Support im Rahmen von HeinEcomp - eLearning-Integration an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Den Arbeitsbereich "Kompetenzvermittlung und Support" im Rahmen von HeinEcomp hat die Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement übernommen.

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz

Projektteam: Nina Göddertz (M.A.), Timo van Treeck (M.A.), Mirco Wieg (M.A.), Phillip von Schwerin (Studentischer Mitarbeiter)

Aufgabenbereich:

Bereits seit 2001 wurden in der Abteilung von Prof. Barz Erfahrungen mit Konzeption und Durchführung sogenannter Blended-Learning Kurse gesammelt.

Das eLearning-Team unter Leitung von Prof. Dr. Barz übernahm den Aufgabenbereich „Kompetenzvermittlung und Support“ im Rahmen des HeinEcomp Projekts. Als HeinEcomp Frontoffice bietet es Beratung, Schulungen und Unterstützung zur fächerspezifischen Integration von eLearning in die Lehre. Einen Schwerpunkt bildete die Vermittlung von eLearning-Kompetenz durch praxisorientierte Fortbildungen. Die Schulungen richteten sich an Lehrende und Studierende aller Fakultäten.

 

 

Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt "Jedem Kind seine Stimme"

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Tanja Kosubek

Finanzierung: Land NRW, Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss, Musikschule Neuss

Laufzeit: Juni 2009 - August 2010

Projektbeschreibung: Das Modellprojekt "Jedem Kind seine Stimme" (JeKiSti) an Neusser Grundschulen wurde im September 2007 von der Musikschule der Stadt Neuss ins Leben gerufen. JeKiSti hat dem regulären Musikunterricht an Grundschulen ein neues Gesicht gegeben: Ausgebildete GesangpädagogInnen unterrichteten zweimal pro Woche im Tandem mit der Grundschullehrerin Musik. Durch die Unterrichtselemente Singen, Sprechen, Tanzen und Spiel mit einfachen Rhythmus-Instrumenten sollten den Kindern Sprach- und Singkompetenzen, Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeiten, elementare musikalische Fähigkeiten und Kenntnisse im Bereich der Musikkultur vermittelt werden. Durch die Begegnung mit den Gesangsprofis und das aktive eigene Musizieren konnten die Kinder Musik konkret begreifen und erleben. Im Schuljahr 2009/2010 fand der JeKiSti-Unterricht an 23 Neusser Grundschulen in 113 Klassen des zweiten und dritten Schuljahres statt.

Die Evaluation des bundesweit einmaligen Musikprojektes für Grundschulen übernahm die Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Heiner Barz. Untersucht wurden unter anderem die Förderung und Entwicklung von Musikalität sowie die Auswirkung auf Spracherwerb und Persönlichkeitsentwicklung durch aktives Musizieren im Rahmen von JeKiSti.

Relevante Aspekte der Evaluation waren im Einzelnen:

  • Akzeptanz des JeKiSti-Unterrichts bei allen Beteiligten: Kinder, Eltern, (Musikschul-) Lehrer, Öffentlichkeit
  • Beobachtung und Dokumentation von Musikalisierungsprozessen einschließlich der hierfür angewandten Unterrichtsmethoden
  • Dokumentation von Lernerfahrungen der Kinder im Feld der Musik
  • Entdecken und Dokumentieren der Relevanz musikalischer Praxis in der Lebenswelt der Kinder
  • Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder
  • Herausarbeiten von Erfolgsfaktoren und Identifikation von Problemen des Projekts (insbesondere in der Kooperation von Schulen und Musikschulen bzw. Schul- und Musikschullehrern)
  • Generierung von Anregungen für die Optimierung des Projekts

Zur Untersuchung wurde eine Methodenkombination von quantitativen und qualitativen Instrumenten (Gruppendiskussionen, leitfadengestützte Interviews und schriftliche Fragebögen) vorgeschlagen, mittels derer Selbst- und Fremdeinschätzungen erhoben wurden.

Ergebnisse: 

Presse: 

Auf der Konferenz "Singen in der Grundschule - Projekte, Praxiserfahrungen, wissenschaftliche Begleitung" des "Instituts für Begabungsforschung in der Musik" sind in einem Vortrag ausgewählte Methoden und Ergebnisse unserer Forschung vorgestellt worden. Die Konferenz hat ihren Beitrag geleistet zur Vernetzung von Forschungsprojekten im Bereich der Musikpädagogik.

 

 

Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt "Take-off: Junger Tanz"

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Tanja Kosubek

Finanzierung: tanzhaus nrw mit Fördermitteln der Kulturstiftung des Bundes, unterstützt von der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Kunststiftung NRW und dem Ministerpräsidenten des Landes NRW.

Laufzeit: Juli 2006 - Dezember 2010

Projektbeschreibung: Das Projekt "Take-off: Junger Tanz - Tanzplan Düsseldorf", welches unter der Federführung des tanzhaus nrw im Juli 2006 startete, wurde gefördert im Rahmen des "Tanzplan Deutschland". In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, zahlreichen Kulturinstitutionen, Schulen und Jugendfreizeitstätten sowie Dozenten und Choreografen sollten mit diesem Projekt Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen und Schulformen erreicht und unter Berücksichtigung verschiedener Stile und Methoden tanzpädagogisch gefördert werden.

Das Programm der Begleitforschung und Evaluation des Take-off Projekts umfasste eine Vielfalt an Aktivitäten, die von zwei Fakultäten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf übernommen wurden. Das Team Prof. Bernd Günter und Benita Lipps von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Lehrstuhl für Betriebswirtschafts­lehre, insbesondere Marketing) legte seinen Forschungsschwerpunkt auf Aspekte der Kooperationsbeziehungen - die Ergebnisse werden in eigenen Be­richten dokumentiert. Das Team Prof. Heiner Barz und Tanja Kosubek von der Philo­sophischen Fakultät (Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement) bearbeitete einerseits Fragestellungen der formativen Evaluation, die für die konkrete Projektsteuerung von unmittelbarem Nutzen waren. Andererseits wurden grundlegende Probleme der Relevanz von Tanz in pädagogischen Zusammenhän­gen bearbeitet.

Die auf knapp fünf Jahre angelegte Projektlaufzeit von Take-off bot dafür ein gera­dezu ideales Forschungsfeld, weil hier in für die BRD einzigartiger Weise mit der Im­plementierung einer künstlerischen Ausdruckform in pädagogische Kontexte experi­mentiert werden konnte. Die Evaluations- und Begleitforschungsaktivitäten des Teams Barz/Kosubek erstreckten sich auf alle in das Projekt einbezogenen Personengruppen, also auf Schülerinnen und Schüler, Eltern, Tanzdozentinnen und -dozenten, Lehre­rinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter, sowie in der letzten Projektphase auch auf Personen der Projektperipherie und des Projektumfelds. Erhoben wurden nicht nur die Wahrnehmung, Akzeptanz und Bewertung des Tanzunterrichtsgesche­hens sowie der Teilhabe an tanzkünstlerischen Produktionen und Projekten. Über­prüft wurden auch Wege und Formen auf und in denen sich Tanz in der schulischen Wirklichkeit etabliert, welche Auswirkungen auf subjektiv-persönlicher aber auch auf institutioneller Ebene wahrgenommen wurden. Die Dokumentation der Wirkungser­wartungen war kein einfaches Unternehmen. Ein Mix aus unterschiedlichen Forschungsinstrumenten erlaubte es jedoch, Erfolge und Erträge sowie "Risiken und Nebenwirkungen" des Take-off Projektes abzubilden.

In diesem Sinne wurden sowohl schriftliche Fragebögen für grö­ßere Repräsentativstichproben entwickelt als auch Explorationsleitfäden für tiefer gehende mündliche Interviews mit ausgewählten Gesprächspartnern von bis zu zweistündiger Dauer. Weiter wurde eine Gruppendiskussion (Fokusgruppe) mit denen im Projekt eingesetzten, erfahrenen Tanzdozenten und Choreographen durchgeführt, ein standardisierter Persönlichkeits- und Kompetenztest eingesetzt und eine kleine Gruppe von Schülern mit einem aufnahmefähigen mp3-Player ausgestattet, auf dem sie in Form eines Audio-Tanz-Tagebuches jeweils aktuell und unmittelbar nach dem Tanzunter­richt über ihre Eindrücke, Empfindungen und Beobachtungen berichten konnten.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Begleitforschung wurden fortlaufend in jährlichen Zwischenberichten dokumentiert, die dem Take-off Team zur Verfügung gestellt wurden. Es liegen bisher vor:

  • Zwischenbericht 2007 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2006); Langfassung
  • Zwischenbericht 2008 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2007); Langfassung; Kurzfassung
  • Zwischenbericht 2009 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2008); Langfassung; Kurzfassung
  • Zwischenbericht 2010 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2009); Langfassung
  • Zwischenbericht 2011 (über die Forschungsaktivitäten im Jahr 2010); Langfassung

Weitere Informationen und Materialien: Bei verschiedenen Gelegenheiten konnten inzwischen einzelne Ergebnisse der Begleitforschung vor Fachpublikum vorgestellt und diskutiert werden:

Die Mitwirkung an diesen Fachtagungen brachte nicht nur wertvolle Anregungen und Vernetzungsperspektiven für die Begleitforschung. Gleichzeitig wurde auch deutlich, wie groß das Bedürfnis in der Gemeinschaft der Tanzinteressierten ist, ihre Arbeit und ihre pädagogischen Erträge wissenschaftlich überprüfen zu lassen.

Aktuelles: Take-Off: Das 6. Festival Junger Tanz findet vom 12.10. bis 04.12.2012 für Kinder und Jugendliche im Tanzhaus NRW, FFT, Jungen Schauspielhaus, sowie in der Tonhalle statt. Gesamtprogramm als pdf.

Presse: Am 10.09.2008 fand ein Pressegespräch mit der Präsentation der Zwischenergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung statt. "Take-off: Junger Tanz. Tanzplan Düsseldorf" zieht nach zweieinhalb Jahren Zwischenbilanz, dazu erschienen folgende Artikel:

Außerdem strahlte 3Sat 2006 eine TV-Doku über ein Tanz-an-Schulen-Projekt in Berlin (35 min) aus.

 

Videoplayer

 

Sociology of Education intercultural online

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Philosophische Fakultät, HHU

Projektteam: Anja Kirberg, M.A., Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement HHU,  Melanie Brock und Angelika Reinhardt (Studentische Mitarbeiterinnen)

Finanzierung: Lehrförderungsfonds für das Wintersemester 09/10 und das Sommersemester 2010

Laufzeit: Oktober 2009 - Oktober 2010

Intention und Konzept:

"Going global" in higher education means usually that students and academics experience higher education abroad to expand their knowledge of other cultures, languages and scientific discourses, and to better equip themselves in an increasingly globalized labour market.

But what if studying abroad is not a compulsory part of students? studies? How can international mobility be included into the curriculum to prepare and motivate students to go abroad despite key barriers like lack of information, languages, cultural and financial issues? Our teaching project ?Sociology of Education Intercultural? demonstrates how a blended learning class can lead undergraduate students to intercultural learning experience and encourage them to study abroad. Due to excellent evaluation results our teaching project will last until summer 2010. The blended learning class is embedded in ILIAS a German virtual learning environment with forums and learning modules. To communicate with international partners we use a virtual classroom and Skype.

In the course "Bildungssoziologie online international" in winter 08/09 and summer 09 our students had the chance to discuss the similarities and differences of the German and American educational system as well as the issues of first generation students with our American cooperation partners Ellen Eckman and Heidi Schweizer (Marquette University/Milwaukee) and David John Frank (University of California/Irvine).

This winter term our students will do their own qualitative research project. They will interview foreign students via Skype about conditions of study and living. The interview outcomes results will be analysed and presented on their own ePortfolios (Mahara). During the whole class our students will be encouraged to practice peer-review techniques.

 

 

Bildungssoziologie online international - Entwicklung und Umsetzung eines Lehrkooperationsangebotes mit ausländischen Partneruniversitäten

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Philosophische Fakultät, HHU

Projektteam: Anja Kirberg, M.A., Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement HHU,  Melanie Brock und Maria Haimerl (Studentische Mitarbeiter)

Finanzierung: Lehrförderungsfonds für das Wintersemester 08/09 und das Sommersemester 2009

Laufzeit: Oktober  2008 – Oktober 2009

Intention und Konzept:

Mit dem Ziel, den Studierenden die Chance zu bieten, auch ohne Auslandssemester interkulturelle Lernerfahrungen sammeln zu können, wurde das Blended Learning Seminar „Bildungssoziologie online international“ entwickelt. Blended Learning ermöglicht auf internationaler Ebene hochschulübergreifend studieren zu können, da das Seminar neben wenigen Präsenzsitzungen virtuell durchgeführt wird. 

Die Studierenden erhalten die Möglichkeit mit Studierenden und Dozenten ausländischer Universitäten im virtuellen Raum zu kommunizieren und sich interkulturell auszutauschen. Gemeinsame Lernplattform ist ILIAS, die mit den Tools Chat, Forum, Wiki und Lernmodul ausgestattet ist.

Für das Wintersemester 08/09 konnten als Kooperationspartner David John Frank, Professor an der University of California (Irvine), sowie Ellen Eckman und Heidi Schweizer, Professorinnen an der Marquette University (Milwaukee), gewonnen werden.

Nach einer Einführung in die Bildungssoziologie (Schwerpunkt Hochschulbildung) in Form von Lernmodulen, verglichen die Studierenden in Kleingruppen das deutsche und amerikanische Bildungssystem. Auch lernten sie die qualitative Methode „Interview“ im Rahmen eines Feldprojektes kennen. Ihre Ergebnisse wurden in einem Wiki gesammelt und anschließend im virtuellen Klassenzimmer (Netucate) vorgestellt und mit den amerikanischen Partnern diskutiert.

Die Evaluationsdaten  für das Wintersemester 08/09 zeigen, dass seitens der Studierenden großes Interesse an internationalen Kooperationen besteht.

Hier einige Stimmen der Studierenden:

“I am very happy with this course because you try to establish such new kind of courses at the uni which are much more modern than many others.”

“i really enjoyed the course and learned a lot!!

“I think it was a great experience to be able to go to attend the VC [Virtual Classroom] with the ladies and the man in the US.”

“it's very impressive, how much you were engaged, very, very good supervision! - unfortunately that's something very rare in other courses...”

Die Teilnehmerinnen erklärten, dass sie Ihre eLearning-Kompetenzen (Wiki, Forum, virtuelles Klassenzimmer) erweitert zu haben. Mehr als 80% gaben an, Spaß in dem Seminar gehabt zu haben, 100% begrüßten die größtenteils zeit- und ortsunabhängige Arbeit (strongly agree/agree), über 80% meinten, in dem Kurs viel gelernt zu haben (strongly agree/agree). Außerdem wurde die aktive Arbeit in dem Seminar hervorgehoben („that i really did something and learned something - what I mean is that it is much better to do something ACTIVELY than simply sit and listen!). Die größtenteils zeit- und ortsunabhängige Gestaltung wurde speziell für dieses Konzept als angenehm empfunden („that we could complete our tasks at any time at home“).

Im Sommersemester 09 wurde das Blended Learning Seminar „Bildungssoziologie online international“ fortgeführt. Aufbauend auf den von den Studierenden erstellten Inhalten des Wintersemesters 08/09, erstellten die Studierenden nun Lernmodule. Inhaltlich wurde die Chancengleichheit in der Hochschulbildung erörtert. Dabei bildete der Zugang zur Hochschulbildung von sogenannten „First Generation Students“ (Studenten, deren Eltern nicht studiert haben) den Schwerpunkt.

 

Projekt "KomWeit"

Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung und Verbesserung der Chancengerechtigkeit durch Kompetenzförderung von WeiterbildnerInnen

Eine Perspektivverschränkung von Mikro-, Meso- und Makroebene

Durchführung: Prof. Dr. Rudolf Tippelt, Ludwig-Maximilians-Universität München und Prof. Dr. Heiner Barz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn

Laufzeit: Mai 2007- April 2009

Projektidee
Um "Equity and good learning outcomes" (EU-Memorandum 2006) gleichermaßen zu stärken, ist die Förderung des Lebenslangen Lernens aller Personengruppen nicht nur eine moralische, die Chancengerechtigkeit betreffende, sondern auch eine wirtschaftliche Frage. Das Projekt "KomWeit" will  "vermittelt über die Kompetenzförderung des pädagogischen Personals"  zur Erhöhung der Weiterbildungsbereitschaft aller sozialen Gruppen beitragen. Das Hauptaugenmerk des Projekts gilt dem Weiterbildungspersonal als zentraler Schnittstelle im Prozess der Förderung Lebenslangen Lernens.
Seit einigen Jahren entwickelt sich die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland leicht rückläufig; sie liegt international nur im Mittelfeld. Eine pluralisierte Adressaten- und Teilnehmerschaft und durch den demographischen Wandel veränderte Zielgruppen können durch eine nachfrageorientierte Weiterbildungsplanung besser erreicht werden. Der Forschungsstand zum Fortbildungsbedarf bei ErwachsenenbildnerInnen und die Fortbildungslage im Bereich Adressaten- und Zielgruppenorientierung sind als defizitär zu beschreiben. Wenig erschlossen sind institutionelle Handlungsoptionen der Träger der Erwachsenenbildung. Das Projekt will die Forschungslage in Bezug auf diese wichtigen Themen verbessern.

Forschungsdesign
Im Fokus steht die Analyse, wie über die Kompetenzförderung des pädagogischen Personals die Weiterbildungsbereitschaft erhöht und die Chancengerechtigkeit verbessert werden kann. Das Forschungsprojekt untersucht diese Themen sowohl aus Sicht der pädagogischen MitarbeiterInnen und DozentInnen in der Erwachsenenbildung als auch durch eine Analyse des Handlungsbedarfs aus der Verbands- und Trägerperspektive. Das Projekt verschränkt damit drei Ebenen: Mikroebene (Trainer, Dozenten, Kursleiter), Mesoebene (Bildungsmanagement) und Makroebene (Verbände und Träger). Diese drei Ebenen werden in zwei Modulen bearbeitet. "Modul A: Analyse der Mikro- und Mesoebene" umfasst eine Erhebung der Themenschwerpunkte zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung aus Sicht der ErwachsenenbildnerInnen (DozentInnen und hauptamtliches pädagogisches Personal). "Modul B: Analyse der Makroebene" beinhaltet den Prozess eines Experten-Delphis mit Vertretern der Konzertierten Aktion Weiterbildung e.V. (KAW), Experten des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) sowie Experten der Weiterbildungsverbände der Wirtschaft und der Träger beruflicher Weiterbildung. Zum Einsatz kommen qualitative Erhebungsinstrumente: Gruppendiskussionen und problemzentrierte Einzelfallexplorationen. Das Projekt wird mit Mitteln des bmb+f gefördert (Laufzeit 05/2007-04/2009) und von der LMU München (Prof. Tippelt) in Kooperation mit der HHU Düsseldorf (Prof. Barz) durchgeführt.

 

Absolventen von Waldorfschulen - Eine empirische Studie zu Bildung und Lebensgestaltung ehemaliger Waldorfschüler

Durchführung: Prof. Dr. Heiner Barz und Prof. Dr. Dirk Randoll, Alanus Hochschule Alfter/Bonn

Projektförderung: Software AG Stiftung, Darmstadt; Alanus Hochschule, Alfter

Laufzeit: 08/2003 - 01/2007

Die Waldorfpädagogik gilt als weithin anerkannte Alternative zur staatlichen Regelschule. Konzeption und Methoden sind inzwischen breit dokumentiert und auch wissenschaftlich durchleuchtet. Studien über die konkrete Schulwirklichkeit fehlten allerdings bislang genauso wie Forschungen zur Wirksamkeit der Pädagogik Steiners. Gerade dies aber ist ein Charakteristikum der Waldorfpädagogik: Sie beansprucht nachhaltige Wirkungen im Blick auf eine gelingende Lebensgestaltung. Von der Freude am beruflichen Engagement, über Verantwortungsbewusstsein für Gesellschaft und Umwelt bis hin zu positiven Einflüssen auf Lebensführung und Gesundheit im Alter reichen die Wirkungserwartungen. Der nun vorgelegte Forschungsbericht versucht sich an einer Antwort auf die Frage, inwieweit sich Indizien für die Einlösung derartiger Erwartungen finden lassen. Weiter will er einen Beitrag leisten zur Weiterentwicklung der Waldorfschulen, indem er Stärken und Schwächen dieses reformpädagogischen Modells aus der Perspektive der Ehemaligen beleuchtet. Dass Konsequenzen aus den berichteten Befunden in Lehrerkollegien und Dachverbänden der Waldorfpädagogik erst noch gründlich erwogen und ergebnisoffen diskutiert werden müssen, sollte sich von selbst verstehen.

Die Studie wurde durchgeführt unter Leitung von Prof. Barz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, und Prof. Randoll, Alanus Hochschule Alfter. Die Untersuchung basiert auf eingehenden Befragungen von ehemaligen Waldorfschülern aus drei Alterskohorten. Die Herausgeber analysieren die konkreten Erfahrungen der Ehemaligen mit der Waldorfpädagogik. Für die Interpretation und Diskussion der Spätfolgen, der Nach- und Nebenwirkungen des Waldorfschulbesuchs in verschiedenen Lebensbereichen konnten namhafte Experten gewonnen werden. Analysiert werden Berufskarrieren, Lebensorientierungen, Religion, Gesundheit.

Das Buch „Absolventen von Waldorfschulen. Eine empirische Studie zu Bildung und Lebensgestaltung“ ist zum Preis von 32,90 € im Buchhandel oder direkt beim VS Verlag zu beziehen.

Zur Homepage des Projekts.

Systematische Entwicklung und Implementierung von zielgruppenspezifischen Angebotssegmenten in Einrichtungen der Erwachsenenbildung (ImZiel)

Durchführung: Prof. Dr. Rudolf Tippelt, Ludwig-Maximilians-Universität München und Prof. Dr. Heiner Barz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn

Laufzeit: Juli 2004 – Dezember 2006

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt "Systematische Entwicklung und Implementierung von zielgruppenspezifischen Angebotssegmenten in Einrichtungen der Erwachsenenbildung (ImZiel)" ist die konsequente Weiterführung der im Jahr 2003 abgeschlossenen Studie "Soziale und regionale Differenzierung von Weiterbildungsverhalten und –interessen", die sich erstmals repräsentativ für die Bundesrepublik mit der Nachfrageseite des Weiterbildungsmarktes auf der Basis des SINUS-Milieuansatzes auseinandergesetzt hat.

Um die konstruktive Verwertung der gewonnenen Erkenntnisse über die milieuspezifischen Weiterbildungsinteressen, über die regionenspezifische Weiterbildungsnachfrage und über die aus bestimmten Lebenslagen resultierenden Anforderungen an Weiterbildungsangebote zu gewährleisten, erstreckt sich das im Juli 2004 gestartete, ebenfalls vom bmbf geförderte Projekt „ImZiel“ auf folgende Bereiche:

  • Konzeption neuer zielgruppenspezifischer Angebote,
  • Durchführung und Evaluation,
  • wissenschaftliche Beratung und Begleitforschung.


Ziel des aktuellen Projektes ist es innerhalb der 28-monatigen Laufzeit, die milieuspezifischen Erkenntnisse der Vorgängerstudie in die Praxis der Programmplanung und Angebotsentwicklung zu überführen. In Kooperation mit Weiterbildungsträgern (Volkshochschule Hamburg, Bundeszentrale für politische Bildung, Volkshochschule Minden, Bildungswerk der Erzdiözese Köln, Volkshochschule Groß-Gerau, Lernende Region Tölzer Land, Volkshochschule München, Bildungszentrum Nürnberg, Ökumenisches Bildungszentrum SanctClara, Volkshochschule Quedlinburg) werden exemplarisch neue Angebotssegmente entwickelt, die gezielt auf die Weiterbildungsinteressen und –präferenzen verschiedener Milieus zugeschnitten sind.

Um die empiriegestützten Erkenntnisse über Interessen, Einstellungen und Verhalten auf der Nachfrageseite des Weiterbildungsmarktes für die Weiterbildungspraxis fruchtbar zu machen, werden für einzelne Träger relevante Informationen über die Erwartungsstrukturen der aktuellen und potentiellen Teilnehmer/innen aufbereitet. Damit wird ein neues Instrumentarium der zielgruppengerechten Angebots- und Programmplanung für Bildungsträger erschlossen. Die Definition der Zielstellungen und Innovationsbereiche für die jeweilige Einrichtung erfolgt durch die Institutionen selbst.

Das Hauptaugenmerk liegt auf den Bereichen der Angebots- und Programmplanung sowie des Marketings und der Werbung, da diese in besonderem Maße zu einer Profilbildung beitragen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Institutionen (Programmdirektion, Leitung Marketing, Fachbereichsverantwortliche etc.) werden das jeweilige bisherige Profil und die bisherigen Angebotssegmente analysiert.

Die milieuspezifische Weiterbildungsplanung ermöglicht die Verbesserung der Angebotsqualität durch die Orientierung an real gegebenen Bedarfslagen der Zielgruppen. Damit wird gleichzeitig der notwendigen marktwirtschaftlichen Ausrichtung der Weiterbildungsträger Rechnung getragen.

Zur Homepage des Projektes.

Projekt Angebotsinnovation: Bedarfsfrüherkennung und Programmfortentwicklung

  • die Begriffe des Wissens und der Bildung
  • die Formen des Lernens und Lehrens
  • die Angebotsformen
  • die Angebotsinhalte
  • die Organisationsstrukturen der Weiterbildungsinstitutionen
  • die Fortbildung und Professionalisierung der HPMs
  • die Marketingstrategien

In all diesen Bereichen ist ein hoher Innovationsdruck entstanden. Neue Entwicklungen und neue Angebotsformen müssen auch in der mit öffentlichen Mitteln subventionierten Erwachsenenbildung verstärkt aufgegriffen werden, wenn der aus wirtschaftlichen aber auch aus gesellschafts- und sozialpolitischen Motiven heraus propagierten Bedeutung des Lebenslangen Lernens für alle Schichten der Gesellschaft Rechnung getragen werden soll.Das aus Mitteln des Innovationsfonds des Hessischen Kultusministeriums 2003-2005 finanzierte Forschungs- und Entwicklungsprojekt hatte dementsprechend zum Ziel innovative Weiterbildungsangebote zu identifizieren und zu gestalten. Partner waren 28 schon länger zu einem ?Marketing-Verbund? zusammengeschlossene Volkshochschulen des Hessischen Volkshochschulverbandes (hvv), die vom Projektbeauftragten des hvv-Instituts, Bernhard S.T. Wolf, koordiniert werden. Dr. Antje von Rein, die Leiterin des Zentralen Marketings der Hamburger Volkshochschule und Prof. Dr. Heiner Barz übernahmen Forschungs- und Beratungsaufgaben.Ziel war zunächst eine systematische Inventarisierung relevanter Entwicklungen im Weiterbildungsbereich. In einem zweiten Schritt wurden von Einrichtungen der hessischen Erwachsenenbildung Programmsegmente und Angebotstypen entwickelt, die den herausgearbeiteten Bedarfslagen Rechnung tragen. In einem weiteren, die Nachhaltigkeit des Projektes sichernden Schritt wurde ein datenbankgestütztes Netzwerk zum Innovationsmonitoring eingerichtet.In einem ersten Modul des Trend-Scanning wurden in Form des Deskresearch einschlägige Quellen für den Weiterbildungsmarkt inhaltsanalytisch aufbereitet. Das zweite Modul der Trenderkennung bestand aus elf Expertengesprächen. Die Umsetzung der gewonnenen Befunde erfolgt in zwei parallelen Schritten. Einmal wird eine Datenbank erstellt, die es erlaubt, kurzfristige Rückmeldungen über innovative und aktuell besonders stark nachgefragte Weiterbildungsangebote in Hessen zu geben. Der zweite Arbeitsschritt in der Umsetzungsphase besteht in der Anregung und Konzeption von Pilotprojekten und -angeboten in ausgewählten Programmsegmenten. Unter Federführung des Projektsteuerungsteams entwickeln die beteiligten Volkshochschulen und andere interessierte hessische Weiterbildungseinrichtungen Ideen für neue Angebotsformen und ?inhalte, die das Spektrum innovativer Angebote erweitern. Ein wichtiges Instrument hierzu sind regelmäßige Innovationsworkshops. Weiter wurde ein Weiterbildungs-Trendletter konzipiert, der unter dem Titel "Short Cuts" über neue Entwicklungen im Weiterbildungsmarkt berichtet. Er kann über bildungsforschungphil-fak.uni-duesseldorfde angefordert werden. Eine laufend aktualisierte Zusammenstellung relevanter Trendstudien für den Weiterbildungsmarkt findet sich hier:

    Der Projektabschlußbericht ist seit Herbst 2006 im Buchhandel erhältlich:

    • Barz, Heiner: Innovation in der Weiterbildung. Was Programmverantwortliche heute wissen müssen. Mit einem Vorwort von Rita Süssmuth. Hergensweiler: Ziel Verlag 2006

    Die Experten im Projekt ?Angebotsinnovation? des hvv-Instituts

    • Dr. Norbert Copray (Direktor Fairness-Stiftung, vorher: Haus der Begegnung, Ffm.)
    • Wilhelm Schupp (Leitung Audi Bildungszentrum, Ingolstadt)
    • Prof. Klaus Götz (Lehrstuhl Human Ressource Management, Landau, vorher: Abt. Bildungspolitik Daimler Chrysler, Stuttgart)
    • Nicole Bußmann (Chefredaktion ManagerSeminare und Training aktuell, Bonn)
    • Prof. Ekkehard Nuissl von Rein (Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, DIE, Bonn; Gründer des Innovationspreises des DIE)
    • Arne Carlsen (Europäischer Experte, Direktor des Dänischen Pädagogischen Instituts, Uni Kopenhagen)
    • Prof. Horst Opaschowski (B.A.T.-Institut für Freizeitforschung, Hamburg)
    • Andreas Steinle (Trendbüro, Hamburg)
    • Matthias Horx (Zukunftsinstitut, Kelkheim)
    • Dr. André Schläfli (Geschäftsführer des Schweizer Verbandes der Erwachsenenbildung, SVEB; Herausgeber ?Education Permanente?)
    • Monika Oels (Internationale Weiterbildungs-Sachverständige der Europäischen Kommission)

     

     

    Evaluation der offenen Ganztags-Grundschulen der Landeshauptstadt Düsseldorf

    Veränderung der OGATA-Kinder im Bezug zur Schule im Urteil der Lehrer

    Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz

    Projektmitarbeiterin: Dipl.-Päd. Caren Falck

    Finanzierung: Landeshauptstadt Düsseldorf

    Laufzeit: Januar 2004 - August 2005

    Seit Schuljahresbeginn 2003/04 beteiligen sich in Düsseldorf 7 Grundschulen an dem vom Bund unterstützten Programm "Zukunft Bildung und Betreuung" zum Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen. Das Ganztagsangebot verknüpft Unterricht, unterrichtsergänzende Förderung, außerunterrichtliche sowie Freizeitangebote.

    Mit diesem Konzept sollen Bildungsqualität und Chancengleichheit sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Die Düsseldorfer Konzeption legt dabei einen besonderen Schwerpunkt im Bereich musischer, kultureller und künstlerischer Förderung. Realisiert werden die offenen Ganztagsschulen in Kooperation mit dem Schulverwaltungsamt Düsseldorf.

    In einer formativen (=begleitenden) Evaluation sollen durch Einbeziehung aller beteiligten Gruppen (Schüler/Innen, Eltern, Lehrer/Innen, außerschulische Kooperationspartner) Kenntnisse über die Akzeptanz, die Qualität und die pädagogischen Erträge des neuen Schulangebotes gewonnen werden. Daraus können Impulse für die Optimierung der Organisation, für das pädagogische Konzept und Entscheidungsgrundlagen für Politik und Administration gewonnen werden.

    Ein detaillierter Projektabschlußbericht wurde dem Schulverwaltungsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf im Sommer 2005 vorgelegt. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Befunde erschien im Jahrbuch Ganztagsschule 2007 (Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag, Oktober 2006).

    Online-Lehrbuch Jugendforschung

    Entwicklung, Erprobung und Einführung eines Online-Lehrmoduls
    Pädagogische Jugendforschung

    Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf

    Finanzierung: DLR im Auftrag des BMBF, Bonn

    Laufzeit: Oktober 2001 - September 2003

    Das Projekt wird nach Ablauf der Projektförderung durch das bmb+f aus Eigenmitteln der HHU Düsseldorf, der LMU München und in Kooperation mit der FH Düsseldorf weitergeführt.

    Ziel ist die Entwicklung, Erprobung und Einführung eines Online-Lehrbuchs zur Jugendforschung. Inhaltlich ist eine interdisziplinäre Ausrichtung, zentriert um pädagogisch relevante Problemfelder vorgesehen. Technisch soll ein hypertextbasiertes Online-Dokument entstehen, das Audio-, Video- und Bild-Dateien sowie Hyperlinks beinhaltet. Das Produkt wird zunächst für die Lehrerbildung und das erziehungswissenschaftliche Studium konzipiert. Die zweijährige Laufzeit des Projekts gliedert sich in Entwicklungsphasen, Phasen der parallelen Entwicklung, Erprobung und Evaluation und die Einführungsphase.

    Kooperationspartner sind Prof. Dr. Rudolf Tippelt, Institut für Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Thomas Eckert, Privatdozent am Seminar für Philosophie und Erziehungswissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie Prof. Dr. Gabriele Gloger-Tippelt, Erziehungswissenschaftliches Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - damit drei erziehungswissenschaftliche Lehreinrichtungen mit jeweils großem Engagement in der Lehrerbildung. Die Projektleitung und -koordination liegt bei mir. Die Förderung erfolgt durch das BMBF im Rahmen des Programms "Neue Medien in der Bildung". Bewilligt ist zunächst eine zweijährige Laufzeit von Oktober 2001 bis einschließlich September 2003. An der HHU Düsseldorf ist derzeit ein wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen dieses Projektes beschäftigt.

    Für die Ausstellung "Zum Sterben schön! Alter, Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute", die von Frau Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch, HHU Düsseldorf, in Kooperation mit dem Museum Schnüttgen konzipiert wurde, entstanden neu entwickelte virtuelle Unterrichtsmaterialien zu den Themen Tod, Sterben und Totentanz. Das während des Förderzeitraums entwickelte Online-Lehrbuch wird weiter in der Lehre an der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf, und an der Ludwig-Maximilians-Universität, München, eingesetzt. Es wird sukzessive um neue Module erweitert und immer wieder aktualisiert. Seit Sommersemester 2006 werden auch Online-Seminare in Kooperation mit Frau Prof. Dr. Gisela Losseff-Tillmanns von der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, durchgeführt. Durch die Kooperation wurde das Angebotsspektrum bislang um Inhalte zu den Themen "Jugendhilfe" sowie "Jugend und Gewalt "erweitert.

    IT-Tag an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Am 6. Juli 2000 berichtete Heiner Barz über Idee und Konzeption des Online-Lehrbuchs Jugendforschung und von den bis dato erfolglosen Bemühungen, eine Projektförderung dafür zu erhalten. Am 1. Oktober 2001 war es dann doch soweit: Das Projekt wird seither aus Mitteln des BMBF im Rahmen der Initiative "Neue Medien in der Bildung" gefördert.



    Weiterbildungsverhalten und -interessen der Münchener Bevölkerung

    Die Doppelte Weiterbildungsschere
    Weiterbildungsschere

    Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf, Prof. Dr. Rudolf Tippelt, LMU München

    Finanzierung:

    • Referat für Arbeit und Wirtschaft, Landeshauptstadt München
    • Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
    • Bayerischer Volkshochschulverband
    • Verein der Förderer und Freunde der Münchener Volkshochschule

    Laufzeit: Dezember 2000 - Mai 2002

    Das Projekt will Konturen und Konfigurationen der Nachfrage im Bereich der Weiterbildung am Beispiel der Landeshauptstadt München exemplarisch erfassen um damit Planungsgrundlagen für die Weiterbildungspraxis aber auch die Weiterbildungspolitik zu schaffen. Durchgeführt werden Expertengespräche mit Vertretern wichtiger Weiterbildungseinrichtungen, Gruppendiskussionen, biografische Einzelfallanamnesen und eine schriftliche Repräsentativerhebung für die Stadt München. Die ersten Ergebnisse der Repräsentativerhebung lagen 2002 vor und wurden anlässlich der ESREA-Konferenz in Lissabon einem internationalen Fachpublikum vorgestellt (im Internet findet sich das Paper hier). Den größten Anteil an der Finanzierung tragen die Landeshauptstadt München und das bayerische Kultusministerium. Die Projektleitung liegt bei Prof. Tippelt und Prof. Barz.

    • Barz, Heiner / Tippelt, Rudolf / Weiland, Meike / Panier, Sylvia: Weiterbildung, Lebensstil und soziale Lage in einer Metropole. Studie zu Weiterbildungsverhalten und -interessen der Münchner Bevölkerung (Reihe ?Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung?). Bielefeld: W. Bertelsmann 2003

    Soziale und regionale Differenzierung von Weiterbildungsverhalten und -interessen

    Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf, Prof. Dr. Rudolf Tippelt, LMU München

    Finanzierung: BMBF, Bonn

    Laufzeit: Juli 2001 - August 2003

    Das Projekt will die Weiterbildungspartizipation und die Weiterbildungsaspirationen der deutschen Wohnbevölkerung auf dem Hintergrund des Modells der sozialen Milieus differenziert beschreiben und dabei auch regionale Unterschiede herausarbeiten. Das Forschungsdesign ist mehrstufig angelegt und beinhaltet Gruppendiskussionen, qualitative Einzelfallstudien, Expertenbefragungen und eine Repräsentativerhebung, die als Auftrag extern an Infratest vergeben wird. Das Projekt wird vom BMBF gefördert. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Rudolf Tippelt, Institut für Pädagogik der LMU München, und mir. Zuwendungsempfänger ist die LMU München. Die Laufzeit ist derzeit auf zwei Jahre angelegt und endet Ende Juni 2003. Eine eigene daran anschließende Implementierungsphase ist integraler Bestandteil des Forschungsprogramms und soll der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis der Programmentwicklung und des Bildungsmarketing im Bereich der Erwachsenenbildung dienen.

    Eine eigene daran anschließende Implementierungsphase ist integraler Bestandteil des Forschungsprogramms und dient der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis der Programmentwicklung und des Bildungsmarketing im Bereich der Erwachsenenbildung. Im ebenfalls vom bmb+f finanzierten Nachfolgeprojekt www.imziel.de unter Leitung von Prof. Tippelt und Prof. Barz kooperieren elf Weiterbildungsinstitutionen in der Entwicklung von Pilotangeboten. Die Ergebnisse der ersten Projektphase sind in den zwei Bänden "Weiterbildung und soziale Milieus in Deutschland" (Heiner Barz, Rudolf Tippelt (Hrsg.): Weiterbildung und soziale Milieus in Deutschland. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag 2004.) veröffentlicht.

    Besuchte allgemeine Weiterbildungsveranstaltungen in den letzten 12 Monaten zu Computer, EDV, Internet (Ø 27%)

    Besuchte allgemeine Weiterbildungsveranstaltungen in den letzten 12 Monaten zu Computer, EDV, Internet
    Projekt: "Soziale und regionale Differenzierung von Weiterbildungsverhalten und -interessen?. Das Projekt lief von 2001-2002.
    N(gesamt)=1205, N(ETB)=163, N(PMA)=159, N(PER)127, N(KON)=44, N(TRA)=106, N(DDR)=42, N(BÜM)=203, N(MAT)=119, N(EXP)=108, N(HED)=134.
    Nur Teilnehmer allgemeiner Weiterbildung, gewichtete Daten.