Migration und Bildung
Sozialwissenschaftliche und integrationspolitische Perspektiven - Abendakademie an der HHU Düsseldorf
Von Prof. Dr. Heiner Barz konzipiert fand im Sommersemester 2010 eine Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit zwischen der Philosophischen Fakultät und dem Institut für Internationale Kommunikation Düsseldorf (IIK e.V.) statt. Zur Auftaktveranstaltung sprach der erste deutsche Integrationsminister:
Armin Laschet, ehem. Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, NRW
- Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance.
Programm der Reihe
- Auftaktveranstaltung: 20. April 2010, 17:30 - 19:00 Uhr, HHU, Geb. 23.01. HS 3D Armin Laschet, ehem. Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, MGFFI NRW
Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance
Als erster Integrationsminister der Bundesrepublik skizziert Armin Laschet, wie es Deutschland gelingen kann, auch für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu einer Republik der Aufsteiger zu werden - und allen damit neue Chancen zu ermöglichen. In seinem aktuellen Buch geht es um eine gesamtgesellschaftliche Vision: Deutschland braucht eine neue Mentalität, die jedem unabhängig von seiner Herkunft gesellschaftlichen Aufstieg ermöglicht.
Im Anschluss an den Vortrag des Ministers: Podiumsdiskussion mit erfolgreichen HHU-Absolventen mit Migrationshintergrund.
- 27. April 2010, 18:30 - 20:00 Uhr, IIK Trainingszentrum, Palmenstraße 25
Meral Cerci, Oberregierungsrätin, IT.NRW, Lehrbeauftragte an der HHU
Lebenswelten und Milieus der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte - die Gender-Perspektive
Erst seit Kurzem liegt als Ergänzung der bekannten Sinus-Milieus eine auf die Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund zugeschnittene Milieutypologie vor. Auch für den Bildungsbereich dürfen von diesem Modell fruchtbare Impulse erwartet werden. Meral Cerci gibt einen empirisch fundierten Einblick in die Lebenswelt von MigrantInnen. Dabei werden Lebensstile, Alltagsästhetik und Wertorientierungen ebenso thematisiert wie die spezifischen Geschlechterrollen in Migrantenmilieus.
- 4. Mai 2010, 18:30 - 20:00 Uhr, HHU, Geb. 23.01. HS 3D
Dr. Klaus Spenlen, Ministerialrat a.D. NRW, KMK-Vertreter in der Deutschen Islam Konferenz
Schule, Islam und Integration: Beispiele praktischer Konkordanz
Kinder und Jugendliche aus islamisch geprägten Ländern gehören meist zu den Verlierern im deutschen Schulsystem. Die Bildungsbarrieren sind vielschichtig. Deshalb gelingt auch ihre gesellschaftliche Integration durchweg nur unzureichend. Dr. Spenlen berichtet über Lösungsvorschläge und den Stand der Erfahrungen mit einschlägigen Konzepten wie Islamkunde, islamischer Religionsunterricht und muttersprachlichem Unterricht.
Vortrag inklusive Folien und Video von Dr. Klaus Spenlen:
Schule, Islam und Integration (im Firefox-Browser benötigen Sie ein Plugin)
- 11. Mai 2010, 18:30 - 20:00 Uhr, HHU, Geb. 23.01. HS 3D
Dr. Marc Thielen, Goethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Erziehungswissenschaften
Jungen mit Migrationshintergrund - Verlierer im Bildungssystem?
In den 60er Jahren galt "die katholische Arbeitertochter vom Lande" als Inbegriff der Bildungsbenachteiligung. Inzwischen haben Mädchen im Bildungssystem deutlich auf- ja die Jungen überholt. Heute wird immer öfter beklagt, dass das Bildungssystem, dass eine feminisierte Pädagogik, für die Bedürfnisse und Stärken von Jungen immer weniger Raum biete. Der "Junge mit Migrationshintergrund aus dem sozialen Brennpunkt" als neuer Idealtypus des Bildungsverlierers? Dr. Marc Thielen präzisiert und relativiert anhand von Forschungsergebnissen diese aktuelle Debatte.
- 18. Mai 2010, 18:30 - 20:00 Uhr, IIK Trainingszentrum, Palmenstraße 25
Prof. Dr. Heiner Barz, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, HHU
Bildungsbarrieren und Weiterbildungsbedarf von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
Nur langsam holen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte auch in Sachen Weiterbildung auf. Gerade Angeboten der Familien- und Elternbildung kommt eine wichtige Scharnierfunktion für den Bildungserfolg der Einwandererkinder zu, weil damit kulturbedingte Bildungsbarrieren überwunden werden können. Noch fehlt es indessen an tragfähigen Konzepten für zielgruppenoptimierte Strategien in der Weiterbildungsforschung und -praxis.


