INSTITUT FÜR SOZIALWISSENSCHAFTEN

Jubiläum: 10 Jahre Bachelor Sozialwissenschaften

Vor 10 Jahren wurde der Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften im Rahmen der Bologna-Reform aus der Taufe gehoben. Das Sozialwissenschaftliche Institut der Heinrich-Heine-Universtität Düsseldorf gehörte damit 1999 zu den „Pionieren“ der Studienreform. Es wurde ein vollständig neuer Studiengang nach einem innovativen Konzept geschaffen – gemeinsam getragen von den Fächern Soziologie, Politikwissenschaft sowie Kommunikations- und Medienwissenschaft.

Mittlerweile kann der Studiengang acht Absolventen-Jahrgänge mit über 700 Studierenden und eindrucksvolle Erfolge vorweisen. Der erste Erfolg verglichen mit den herkömmlichen Ausbildungsgängen besteht darin, dass der neue Studiengang von den Studierenden zügig und erfolgreich absolviert wird. Nach Zahlen des Studierendensekretariats von 2008 erlangen durchschnittlich weit über 50 Prozent der Studierenden ihren Abschluss in der Regelstudienzeit von sechs Semestern. Bereits kurz nach der Einführung des Studienprogramms konnte die Abbrecherquote radikal, auf unter 10 Prozent, gesenkt werden. Heute gibt es so gut wie keine Abbrecher mehr (der aktuelle Schwundausgleichsfaktor nach dem „Hamburger Modell“ liegt bei 0,98). Wie außergewöhnlich positiv diese Zahlen sind, erschließt sich, wenn man bedenkt, dass in vergleichbaren Diplom- oder Magisterstudiengängen die Quote der Absolventinnen und Absolventen in der Regelstudienzeit bei kaum über 7 Prozent, die Abbrecherquote dafür regelmäßig höher als 60 Prozent lag und liegt.

In einer Bilanz nach zehn Jahren kann deshalb festgestellt werden, dass der Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften zentrale Ziele der Studienreform erreicht hat. Das wurde vor allem ermöglicht durch den neu strukturierten Aufbau des Studiums, der Flexibilität für die individuelle Gestaltung des Studiums mit einem klaren Qualifikationsziel verbindet, durch die kontinuierlichen Leistungskontrollen und die studienbegleitenden Prüfungen, die für mehr Verbindlichkeit und Zielstrebigkeit sorgen und frühe Rückmeldungen über den Stand der Qualifizierung geben, sowie durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Studierenden schon in den Veranstaltungen des ersten Studienjahres entwickeln.

Die positive Entwicklung des neuen Studienprogramms wurde auch jenseits der Universität Düsseldorf anerkannt. So erhielt der Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften im Jahr 2003 durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als einer der besten Reformstudiengänge in Deutschland einen hochdotierten Förderpreis. Auch im bundesweiten CHE-Hochschulranking erreichte der Düsseldorfer Studiengang in den Jahren 2005 und 2008 zweimal hintereinander eine Platzierung in der Spitzengruppe der besten Studiengänge in Deutschland. Herausragend bewertet wurden unter anderem das Lehrangebot, die Methodenausbildung, der Berufs- und Praxisbezug und die Betreuung durch die Lehrenden.

Für Studierende bietet das Profil des Studiengangs neben der fachlichen Ausbildung weitere vielfältige Möglichkeiten. Das Internationalisierungsbüro des Instituts unterstützt die Studierenden bei der Organisation von Auslandssemestern, die mittlerweile von über 25% der Studierenden wahrgenommen werden. Des Weiteren wird ein starker Bezug zur beruflichen Praxis durch berufsbezogene Veranstaltungen, Lehrbeauftragte aus verschiedenen Arbeitsfeldern sowie durch ein eigenes Praktikumsbüro gefördert, das Studierende und Unternehmen zusammenbringt. Von der guten Einbindung qualifizierter Studenten in die Berufspraxis und den zahlreichen Kontakten profitieren auch Düsseldorfer Unternehmen und Institutionen.

So zeigt eine im Jahr 2006 von Gerhard Vowe und Marco Dohle vorgelegte Studie die enge Verbundenheit des Studiengangs mit dem Arbeitsmarkt der Region¹. Mehr als die Hälfte der Absolventen (57 Prozent) bleibt der Stadt Düsseldorf auch nach dem Studium erhalten. Dabei vertiefen etwas mehr als die Hälfte der Studierenden ihre Kenntnisse zunächst durch ein anschließendes Masterstudium, während mehr als ein Drittel (37 Prozent) den direkten Start in das Berufsleben anstreben.

Denjenigen, die sich für den direkten Berufseinstieg entscheiden, bieten sich trotz schwieriger werdender Umstände gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Laut der Studie findet weit mehr als die Hälfte von Ihnen unmittelbar nach dem Studienende eine Stelle. Ebenso breit wie die im Studium erworbenen Fähigkeiten ist dabei das Spektrum der möglichen Berufe. Dieses reicht von Tätigkeiten im Journalismus, in Werbung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zum Personalmanagement und zur Sozialforschung.

Das erfolgreiche Konzept des Studiengangs spiegelt sich nicht zuletzt in der hohen Zufriedenheit der Studierenden wider. Rund drei Viertel der Absolventen des Studiengangs bewerten das Studium rückblickend sehr positiv und schätzen insbesondere die gute und offene Atmosphäre am Sozialwissenschaftlichen Institut.

Das zehnjährige Jubiläum seines Studiengangs feiert das Sozialwissenschaftliche Institut mit einer prominent besetzten Podiumsdiskussion über die weitere Entwicklung des „Bologna-Prozesses“. Über die „Zukunft der Lehre“ diskutieren am 18. November Prof. Dr. Peter Gaehtgens, derzeit Vorsitzender des Universitätsrates Schleswig-Holstein, ehemaliger Präsident der Hochschulrektorenkonferenz und ehemaliger Präsident der Freien Universität Berlin, Dr. Michael Stückradt, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, Torsten Bultmann,
Geschäftsführer des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Dr.Volker Meyer-Guckel, stellv. Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Dr. Martin Winter, Mitarbeiter am Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg sowie Deniz Alkan und Oliver Mildau als Vertreter ehemaliger und derzeitiger Studierender.

Weitere Informationen zum Studiengang:
Michael Baurmann: Das Düsseldorfer Reformstudienprogramm Sozialwissenschaften. Berlin, 2006. Zum Download

Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Susanne Keuneke
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Sozialwissenschaftliches Institut
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
E-Mail: keuneke@phil-fak.uni-duesseldorf.de
Telefon: 0211/81-12915

¹Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse der Studie von Marco Dohle und Gerhard Vowe wurde in der Fachzeitschrift „Soziologie“ (Jg. 36, 2007, Heft 2, S. 131-145) veröffentlicht. Um zu prüfen, ob die Befunde Bestand haben, soll die Studie voraussichtlich im Jahr 2010 wiederholt werden.