ROMANISTIK IV

Peter Wunderli - Forschungsprojekte

Tradition und Innovation in der mittelalterlichen Literatur

Es geht darum zu zeigen, daß im themen- und motivgeschichtlichen Bereich die mittelalterliche Literatur zwar einerseits sehr stark traditionsorientiert ist, d.h. immer wieder Themen neu aufnimmt, die eine schon lange Überlieferungsgeschichte kennen, daß andererseits die Bedeutung und der Stellenwert dieser Themen sich im Rahmen der soziokulturellen Veränderungen ständig in kaum merklicher Weise modifizieren. Langfristig können so sehr tiefgreifende Umwertungen stattfinden.

 

Mittelalterliche Texteditionen

Es geht darum, mittelalterliche Texte in modernen Editionen in leicht lesbarer Fassung zugänglich zu machen. Die Arbeitsschwerpunkte betreffen den arabisch-spanischen Interferenzraum, den okzitanischen Raum sowie den franko-italienischen Mischsprachenbereich.

 

Exegetische und wissenschaftsgeschichtliche Probleme des Cours de linguistique générale von Ferdinand de Saussure

Aufgrund veröffentlichter und unveröffentlichter Quellentexte wird der wirkliche Stellenwert der sprachwissenschaftlichen Aussagen von Ferdinand de Saussure rekonstruiert und versucht, die Position des Genfer Linguisten adäquat in die wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert einzuordnen. Es zeigt sich dabei, daß die frühe Saussure-Rezeption die Fragestellungen in aller Regel übersimplifiziert und einen reduktionistischen Strukturalismus vertritt, der sich mit den Ansichten des Begründers der modernen Sprachwissenschaft nur sehr schwer in Einklang bringen läßt.

 

Zur Geschichte der Grammatik und Sprachtheorie

Es geht vor allem darum, frühe grammatische und sprachtheoretische Ansätze (15. und 16. Jahrhundert) historisch und rational zu rekonstruieren und zu zeigen, daß diese frühen Versuche zum Teil von erstaunlicher Modernität sind bzw. Positionen vorwegnehmen, die oft erst im 20. Jahrhundert wieder "neu entdeckt" worden sind.