ROMANISTIK IV

"Fremde" sprachliche Strukturen in Übersetzungen literarischer Prosa

Logo Forschungsfonds

(Anschub-Förderung durch den Strategischen
Forschungsfonds der Heinrich-Heine-Universität,
April-September 2012)

 

Das Projekt: Fremdes und Unbequemes in übersetzten Texten

Ziel des angestrebten Gesamtprojekts ist die Formulierung konkreter Übersetzungsvorschläge für ausgewählte morphosyntaktische und informationsstrukturelle Phänomene, die bei der Übertragung romanischsprachiger und englischsprachiger literarischer Ausgangstexte ins Deutsche notorisch problematisch sind.

Die Empfehlungen werden als Grundlage für praktische Übersetzungsarbeit verstanden und basieren auf den in der Zielsprache üblichen, präferierten Versprachlichungsmustern. In kontrastiv-linguistischen, empirisch angelegten Analysen sollen diese Präferenzen ermittelt werden.

Die Resultate sollen mit Befunden auslandsgermanistischer Forschung, d.h. mit Befunden aus dem anderen muttersprachlichen Blickwinkel abgeglichen werden, so dass sich eine praktisch erschöpfende kontrastive Darstellung ergibt – ein Ansatz, der in bisher noch nicht konsequent verfolgt worden ist.

Zurück zur Startseite

Der Mut zu Ecken und Kanten ...

... scheint in Übersetzungen  nicht die Regel zu sein. Eines der Gesetze von Gideon Toury ("Toury's laws", Toury 1995:267-79) beschreibt die (unbewusste?) Tendenz zur Standardisierung: stilistische Brüche und Reibungen im Ausgangstext werden im Zieltext geglättet. Demgegenüber steht die ebenfalls von Toury konstatierte (unbewusste?) Tendenz zur Übernahme ausgangssprachlicher Strukturen, mit dem Risiko, unübliche (nicht präferierte) Versprachlichungen im Zieltext zu erhalten.

Solche Tendenzen bewusst zu machen, ist eines der Ziele im Studiengang Literaturübersetzen der Heinrich-Heine-Universität, aus dem das Forschungsprojekt hervorgegangen ist.