ROMANISTIK I

Nicole Welgen

Wissenschaftlicher Werdegang

1998-2005: Studium der Romanistik, Politologie und Kommunikationswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Università degli studi di Perugia (2000-2001) und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

2002-2005: Studentische Hilfskraft am Romanischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

seit 2007: Teilnahme am deutsch-italienischen Promotionsprogramm ‚Interkulturalität und Kommunikation’ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Università degli studi di Trieste mit einer Dissertation zu Romanen über den Linksterrorismus in Italien und der BRD – in diesem Rahmen Forschungsaufenthalt an der italienischen Partneruniversität (2007-2008)

2008-2009: Wissenschaftliche Hilfskraft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf/ Romanistik I

2009-2010: Lehrbeauftragte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf/ Romanistik I



Stipendien und Förderung 

2007-2008: DAAD-Stipendium für einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Università degli studi di Trieste

2008: Aufnahme in das Selma-Meyer-Mentoring-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

2009: Finanzierung der Teilnahme an der National Popular & American Culture Association’s Joint Conference in New Orleans/ USA mit einem eigenen Vortrag durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

2010-2011: Promotionsstipendium der Anna Ruths-Stiftung



Praktika und Beschäftigungsverhältnisse

1999-2005: Praktika im Medien- und Kulturbereich, u.a. dpa-Büro, Rom (2002), Istituto di Cultura Italiana, Frankfurt am Main (2003) und creativevillage-Praktikumsinitiative der Unternehmen taz - die tageszeitung, UFA TV & Film Produktion und Scholz & Friends Berlin (2005)

2003-2005: Studienbegleitende Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin Englisch (IHK) 

2006-2007: Volontariat in der internationalen Abteilung der PR- und Werbeagentur Media Consulta, Berlin

seit 2007: Freie Mitarbeit bei Filmproduktionsfirmen, u.a. Tätigkeit als Regieassistentin

 

Publikationen

Sieglinde Borvitz/ Nicole Welgen (Hgg.): Figurationen des Anderen, Düsseldorf: Düsseldorf University Press, 2011.
 
 "Ich ist eine Andere. Projektion und Bewusstwerdung in La guerra di Nora von Antonella Tavassi La Greca", in: Sieglinde Borvitz/ Nicole Welgen (Hgg.): Figurationen des Anderen, Düsseldorf: Düsseldorf University Press, 2011, S. 51-73.

"Einleitung" (gemeinsam mit Sieglinde Borvitz), in: Sieglinde Borvitz/ Nicole Welgen (Hgg.): Figurationen des Anderen, Düsseldorf: Düsseldorf University Press, 2011, S. 9-16. 
 
 "Ästhetik der Sichtbarmachung der Techniken souveräner Macht: Das Verwirrspiel von Jules Quichers alias Loriano Macchiavellis Romanen Funerale dopo Ustica und Strage", in: Vittoria Borsò (Hg.): Die Kunst, das Leben zu "bewirtschaften": Biós zwischen Politik, Ökonomie und Ästhetik, Bielefeld: transcript (im Druck)
 
 "Novels about mysteries = Mystery novels? The Years of Lead in contemporary Italian literature", in: Patricia Buckler (Hg.): Italian Crime Writing: Fiction and Non-Fiction, Jefferson, NC: McFarland Press (im Druck)

 

Vorträge

Gli anni di piombo. Letteratura e terrorismo in Italia e Germania. Incontro dei dottorandi degli atenei di Trieste e Düsseldorf. Università degli studi di Trieste, 21.-22. Januar 2008

La violenza degli altri – Sguardi sui terroristi di sinistra nella letteratura italiana e tedesca. Figure dell' altro / Figuration des Anderen. Jahrestagung des deutsch-italienischen Promotionsprogramms. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 23.-24. Oktober 2008

„Bilder belegen alles, egal, auf welcher Seite du stehst.“ Die Rolle der Fotografie in italienischen und deutschen Romanen zum LinksterrorismusSchrift und Bild - Literalität und Visualität. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 23.-24. Januar 2009

Novels about crimes = Crime novels? Literature and terrorism in Italy and Germany. National Popular Culture & American Culture Associations Conference, New Orleans, 8.- 11. April 2009 

‚Lo Stato contro lo Stato’: Die Strategie der Spannung in italienischen Romanen zum Terrorismus, Biopolitik und Biopoetik. Zu Material und Formen des Lebens. Interdisziplinäres Forschungskolloquium. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2. – 3. Juli 2009 

Jules Quichers alias Loriano Macchiavellis Roman 'Strage' (1990): Zu wahr, um schön zu sein? Biopolitik, Bioökonomie und Biopoetik im Zeichen der Krisis. Internationale Graduiertenkonferenz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 20.-23. Januar 2010


Lehrveranstaltungen 

WS 2008/2009           
Tutorium: Romanisten in Medienunternehmen 

SS  2009 
Seminar:  Mediale Präsentations- und Produktionsformen von Literatur: Buch, Hörbuch, Hörspiel, Film – Arbeitsfelder für Romanisten  

WS 2009/2010
 Seminar: Journalismus und Public Relations: Gleiches Handwerk, anderes Ziel

 

Dissertation: Literatur und Terrorismus in Italien und der Bundesrepublik Deutschland

In den 1970er und 1980er Jahren wurden Italien und die Bundesrepublik Deutschland von terroristischen Attentaten und Anschlägen erschüttert, die mit den Ereignissen im Zusammenhang mit der Entführung und Ermordung des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und des Generalsekretärs der italienischen Regierungspartei Aldo Moro im Herbst 1977 und Frühjahr 1978 ihren Höhepunkt erreichten. Neben einigen Gemeinsamkeiten weisen die Terrorismus-Formen in Deutschland und Italien beträchtliche Unterschiede auf, zum Beispiel was ihre Entstehung, ihren
gesellschaftlichen Rückhalt und ihr Ausmaß betrifft: Während der so genannten Bleiernen Jahre kamen in Italien über 350 und somit über zehn Mal so viele Menschen ums Leben wie in der Bundesrepublik. Die soziale und politische Atmosphäre war hingegen in beiden Ländern gleichermaßen angespannt und veranlasste Schriftsteller, das Wort zu ergreifen, wofür sie sich gerade
in Deutschland lange Zeit heftiger politischer und gesellschaftlicher Kritik ausgesetzt sahen. Drei Jahrzehnte später ist der Linksterrorismus in beiden Nationen zu einem festen Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses geworden. Der Literatur kommt bei der Bewältigung dieses historischen Traumas zweifelsohne eine entscheidende Rolle zu und tatsächlich setzen sich Romanautoren, darunter auch so genannte Nachgeborene, beider Länder seit wenigen Jahren wieder vermehrt und anders als zuvor damit auseinander.