Dissertationsvorhaben: „Das Partizipationsgesetz (Danjo kyôdô sankaku shakai kihonhô) und seine Auswirkungen“ (Arbeitstitel)
Das Dissertationsvorhaben befasst sich mit den Auswirkungen des 1999 in Kraft getretenen Partizipationsgesetzes (Danjo kyôdô sankaku shakai kihonhô, wörtlich: Grundlagengesetz für eine Gesellschaft der gemeinsamen Partizipation von Männern und Frauen) in Japan. Dieses einstimmig verabschiedete Gesetz erklärt die gleiche Beteiligung von Männern und Frauen an der Gesellschaft zu einer der wichtigsten Aufgaben des 21. Jahrhunderts für Japan. Männer und Frauen sollen sich dabei unabhängig von bisher vorherrschenden Geschlechterstereotypen individuell nach eigenen Fähigkeiten verwirklichen können und gemeinsam Verantwortung tragen – sei es in politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher oder kultureller Hinsicht. Eine konsequente Umsetzung dieser Gesetzesinhalte sowohl auf nationaler wie auf regionaler und lokaler Ebene lässt große Veränderungen für die japanische Gesellschaft erwarten. Dementsprechend reagieren seit der Verabschiedung des Gesetzes Kritiker vehement auf die geplanten oder bereits eingeführten Maßnahmen zur Realisierung der „Partizipationsgesellschaft“.
In diesem Dissertationsvorhaben sollen die Auswirkungen des Gesetzes anhand eines sinnvoll eingegrenzten Gebietes untersucht werden. Es ist vorgesehen, dass die „Partizipationsgesellschaft“ nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch von Präfekturen, Städten und Landkreisen umgesetzt wird. Dabei kommt es zu unterschiedlichen Umsetzungsformen und verschieden weit reichenden Maßnahmen in den einzelnen Gebieten.
Die geplante Arbeit will sich deshalb mit der Umsetzung in einem ausgewählten Gebiet – vorzugsweise in einer einzelnen Präfektur – befassen. Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses steht die Frage, wie mit dem recht allgemein gehaltenen Gesetz auf der regionalen Ebene umgegangen wird: Wie wird hier eine „Gesellschaft der gemeinsamen Partizipation von Männern und Frauen“ interpretiert? Welche Zielsetzungen, Erfolge, Besonderheiten und Probleme lassen sich bei der Umsetzung des Konzeptes der Partizipationsgesellschaft auf regionaler Ebene am Beispiel der ausgewählten Präfektur erkennen? Als besonders interessant erscheint die Frage, ob Diskrepanzen zwischen den zentralen Inhalten des auf nationaler Ebene beschlossenen Gesetzes und der regionalen Umsetzung auszumachen sind. Die Ergebnisse der Analyse lassen eine neue Perspektive auf die Auswirkungen des Partizipationsgesetzes aus dem regionalen Blickwinkel heraus erwarten und tragen damit zum genaueren Verständnis der tatsächlichen Bedeutung dieser gesetzlichen Grundlage für die japanische Gesellschaft des 21. Jahrhunderts bei.

