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Studienführer Philosophie
Universiät Würzburg

Bayr. Julius-Maximillians-Universität Würzburg
Institut für Philosophie

FORM

Menschen
Insgesamt
Frauen
Männer
HauptfachstudentInnen
338
123
215
NebenfachstudentInnen
277
122
155
ProfessorInnen
5
1
4
PrivatdozentInnen
5
-
5
Sonstige DozentInnen
6
1
5
TutorInnen
1
1
-

Anforderungen
Magister(Hauptfach)
Magister (Nebenfach)
Lehramt
Studienanfang
-
-
-
Scheine Grundstudium
4 (egal was)
4 (egal was)
2 (egal was)
Zwischenprüfung
mündl. Prfg.
(30 min)
mündl. Prfg.
(30 min)
mündl. Prfg.
(30 min)
Hauptstudium
Latinum
Latinum
Latinum
Scheine Hauptstudium
2
2
1
Promotion
Latinum

Veranstaltungen
Vorlesungen: 3
Seminare: ca .30 (4 bis 100 Teilnehmer)
Tutorien: 1

Bibliothek
Öffnungszeiten:(2 unterschiedl. Bibliotheken)
Arbeitsplätze: ausreichend
Buchbestand:mittel

Inhalt

  1. Welche philosophischen Richtungen sind hauptsächlich vertreten?
    Neukant (Kaschmieder),
    dt. Idealismus (Richter)
    Anthropologie (Schöpf)
    praktische Philosophie (Beaufort)
    Existentialismus (Burkhard, Stenger)

  2. Welche DozentInnen haltet Ihr für besonders erwähnenswert und aus welchen Gründen?
    Prof. Rombach (emeritus); Fortführer der Phänomenologie; Begründer der Strukturontologie; Bildphilosophie und Hermetik.
    Prof. W. Baumgartner; Franz-Brentano-Forschungsinstitut

  3. Welche philosophischen Richtungen fehlen?
    Empirismus, induktive Metaphysik, Lebensphilosophie u. v. m.

  4. Gibt es Veranstaltungen zu
    nicht-abendländischem Denken (chinesische, indische Philosophie) x ja o nein
    sozialemanzipatorischen Richtungen (femin. Theorie, Kritische Theorie, etc.) x ja o nein
    praxisorientierten Richtungen (phil. Praxis, Technikfolgenabschätzung, etc.)x ja o nein
    ungewöhnlich-innovativen Ansätzen anderer Art?
    x ja o nein

  5. Gibt es Tendenzen zur interdisziplinären Zusammenarbeit?
    Ja, zur Physik.

  6. Ergänzende Frage
    FRAGE: Gibt es an eurer Uni das Phänomen, daß bedeutende Denker der Philosophiegeschichte einfach totgeschwiegen werden bzw. dem Dozenten völlig fremd sind?
    ANTWORT: x Ja, und zwar eine ganze Menge. o Nein, aber ich weiß, daß ich nichts weiß.

  7. Fachschaft

    Wieviele seid ihr? Kern 4 Peripherie 8
    Erstsemestereinfü,hrung?1,5 Stunden Einührung eines Dozenten mit Unterstützung der Fachschaftsinitiative
    Studentische Veranstaltungen? Fachschaftsinitiativentreffen, Philosophenstammtisch, Philosophenfest, Philosophenbrunch
    Seid ihr chaotisch? o ja x leider nein

    Zur Zeit läuft ein vom KuMi ausgehendes Projekt, um Einführungsveranstaltungen für verschiedene Fächer zentral zu regeln. Dabei sind sämtliche Studiberater der Fächer, die jeweiligen Fachschaftsinitiativen und einige weitere Dozierende involviert. Der ganze Spaß dauert 3 Tage, davon 2 Tage Einführungsveranstaltungen vor Semesterbeginn, 1 Tag "allgemeines Feedback" über deren Effizienz gegen Semesterende. Das Projekt läuft an jeweils 3 Fakultäten (da wo's besonders nötig ist anscheinend) an einigen Unis Bayerns für zunächst 2 Jahre, testweise.
    Aus studentischer Sicht ist das Projekt nicht unumstritten. Es soll letztlich dazu dienen, das Studium "erfolgreicher" durchzuführen, was zur Konsequenz haben könnte, die Regelstudienzeit weiter einzuschränken.
    Desweiteren werden den Fachschaften keine finanziellen Unterstützungen gewährt, obwohl sie einen wesentlichen Beitrag liefern (sollen). Ob sich dies ändert, wenn die Projektphase ausgelaufen ist, ist natürlich fraglich.

  8. Darstellung
    Unsere Seminare finden in der Residenz statt. Somit haben wir wohl das schönste und architektonisch bedeutendste Seminargebäude Deutschlands!

  9. Bild, Karikatur, Photo, Zeichnung
    Unser Fachschaftssprecher (ganz privat)

    [ GRAFIK wird noch aufbereitet]

ProfessorInnen

  1. An welchen Philosophen/innen bzw. an welcher philosophischen Richtung orientieren Sie sich?
  2. Welches Buch halten Sie als Einführung in die Philosophie für am besten geeignet?
  3. Gibt es eine philosophische Neuerscheinung der letzten zehn Jahre, die Sie beeindruckt hat?
  4. Können Sie einen "philosophischen Geheimtip" geben?
  5. Welche Frage hätten Sie hier gerne gestellt bekommen?
Prof. Dr. Heinrich Rombach, em.

Versuch einer kurzen Selbstdarstellung:
Philosophisches Denken kann nicht "den Tor auf eigne Faust machen" (Hegel), sondern muß sich aus einer Tradition rechtfertigen. Der für mich wichtigste Entwicklungsstrang des Denkens ist zuletzt durch Husserl und Heidegger bestimmt worden, weit zuvor aber durch Männer wie Nicolaus Cusanus und Meister Eckart, bei denen der "Strukturgedanke" seinen Anfang nimmt, den ich heute vertrete und der sich heute mehr und mehr gegen den unlebendigen, starren Systemgedanken durchsetzt. Von da her versteht sich mein Hauptanliegen als "Strukturontologie", die über die genannten Vorläufer hinaus die wichtige Komponente der Dynamik und der Genese einbezieht. Mein Denken sucht den Weg vom "Sein" zum "Werden", das freilich gegenüber einem äußerlichen Evolutionsgedanken seine Hauptkomponente im Schöpferischen hat. Die Strukturontologie lebt aus einer eingehenden Phänomenologie des Schöpferischen, das nicht nur beim Menschen, sondern auch in der Natur wirksam ist und durch das sich Mensch und Natur in einer neuen und höheren Weise verbinden, wirksamer, als dies bisher in der Anthropologie, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie gesehen wurde.
Von hier aus komme ich zu einer philosophischen Grundlagenlehre (Fundamentalontologie), von der aus vor allem die Humanwissenschaften neu begründet und, wie ich meine, höher ausgerichtet werden können. So komme ich zu einer Strukturpädagogik, Strukturtherapie und Struktursoziologie, ja letzten Endes Strukturtheologie, die freilich die gebräuchlichen Leitvorstellungen in den Wissenschaften revolutionieren.
Vom Strukturgedanken ist es nicht weit, aber eben noch ein Dimensionensprung, zum Weltbegriff. Man denkt von der "Pluralität der Welten" noch viel zu oberflächlich und begreift deren grundlegende, auch noch die Vernunft umgreifende Bedeutung nicht und kann darum die fundamentalen Lebensprobleme der Völker und Kulturen heute nicht wirklich aus ihrer tiefsten Struktur heraus verstehen. Diese Lebensprobleme zu erhellen, ist aber die Aufgabe der Anthropologie unserer Zeit, und dies versuche ich mit einer "philosophischen Hermetik", die fundamentaler ist als die philosophische Hermeneutik, auf neue Weise zu ermöglichen.
Dabei kommen tiefere Dimensionen ins Spiel, die noch nicht durch das begriffliche Denken reguliert sind, sondern die sich in ursprünglichen bildhaften Evidenzen äußern. Von dort her sind auch Kulturen erfaßbar, die noch in der "Oralität" begründet sind, also noch ohne Schrift, ohne Text und ohne verbal-terminologische "Philosophie" sind, aber deswegen keineswegs eine geringere Tiefe haben. Im Gegenteil. Diese Aussagen zu fassen, die nicht nur in der Kulturgeschichte der Menschheit, sondern auch in der Bewußtseinsgeschichte des einzelnen Individuums eine grundlegende Bedeutung haben, ist Aufgabe der "Hermetik", deren Methode die "Bildphilosophie" ist, weil sie die Bilder, die die fundamentalsten Lebensäußerungen in Natur und Menschheit sind, erfaßt.
Von hier aus ergeben sich viele Korrektive des gegenwärtigen Bewußtseins, Bestrebungen, die in meist noch unreflektierte "Bewegungen" (Frauenbewegung, ökologische Bewegung, interkulturelles Denken, Gespräch der Welten, Überwindung der Grenzen des rationalen Denkens) angesiedelt sind.
Wer sich näher informieren will, sei auf folgende Buchveröffentlichungen hingewiesen, die ich in der Rangfolge der Deutlichkeit für mein jetziges Denken nenne:

Dr. Georg Stenger

  1. Zunächst sind natürlich immer die "großen Philosophen", also die "Klassiker" wichtig. Man muß die großen Grundtexte einfach kennen. Ich sehe die philosophischen Bemühungen nicht so sehr als "Richtung" oder gar "Positionen", sondern als Ansätze, die miteinander in kritischer und fruchtbarer Auseinandersetzung stehen.
    Gewiß gibt es da manche, die weitreichender und fundamentaler sind als andere, was aber immer in philosophischer Weise aufgezeigt werden muß.
  2. Heinrich Rombach; Die Gegenwart der Philosophie. Die Grundprobleme der abendländischen Philosophie und der gegenwärtige Stand des philosophischen Fragens, 3. Aufl., insofern hier auf einem Boden philosophiert wird, der mit diesem Philosophieren selbst erst entsteht.
    altern.: Karl Jaspers; Einführung in die Philosophie. Man wird in den Gedanken geführt und denkt selber mit.
  3. Heinrich Rombach, Strukturanthropologie.
    Ders., Der Ursprung. Philosophie der Konkreativität von Mensch und Natur.
  4. Man denkt nicht einen Gedanken, sondern der Gedanke denkt selber und man hat alle Hände voll zu tun mitzukommen.
  5. Warum studiert man heute noch Philosophie? - Mit Bitte um eine philosophische Antwort.

Weitere Professoren:
apl. Prof. Dr. Wilhelm Baumgartner - Franz Bretano Forschungsinstitut;
Prof. Dr. Rudolph Berlinger, seit 1984 em., liest aber noch.;
Prof. Dr. Werner Flach;
Prof. Dr. Alfred Schöpf, LS II für Philosophie und Pädagogik;
Prof. Dr. Wiepke Schrader;
Prof. Dr. Franz Wiedmann, LS III seit 1995 em., noch keine Nachfolge.


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Anneliese Volkmar, September 1996
Anregungen, Kritik, Kommentare: Email: volkmar@phil-fak.uni-duesseldorf.de