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Studienführer Philosophie
Universiät Tübingen

Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Philosophisches Seminar/Fakultät
Fachschaft Philosophie
Bursagasse 1
D-72070 Tübingen
Inst. 07071/296852
Fax: 07071/295295

FORM

Menschen
Insgesamt
Frauen
Männer
HauptfachstudentInnen
906
-
-
NebenfachstudentInnen
368
-
-
ProfessorInnen
7 und 3 kooptierte Mitglieder
-
-
PrivatdozentInnen
3
-
-
Sonstige DozentInnen
8
-
-
TutorInnen
-
-
-

Anforderungen
Magister(Hauptfach)
Magister (Nebenfach)
Lehramt
Studienanfang
-
-
-
Scheine Grundstudium
3
2
3
Zwischenprüfung
studienbegleitend: Hausarbeit oder
Klausur oder mündl. Prfg. (Erwerb
von Scheinen
Hauptstudium
Latinum oder Graecum
Latinum oder Graecum
Latinum oder Graecum
Scheine Hauptstudium
3
1
3
Promotion
Latinum

Veranstaltungen
Vorlesungen: 7
Seminare: 30
Tutorien: 5

Bibliothek
Öffnungszeiten:Mo.-Fr. 8-22 Uhr
Arbeitsplätze: ausreichend
Buchbestand:
gut (momentan mehr als ausreichende Mittel für Neuanschaffungen, d.h. Vorschläge (auch von Studis) gehen problemlos durch)

Inhalt

  1. Welche philosophischen Richtungen sind hauptsächlich vertreten?
    Tübingen steht - Wunder was! - in der Tradition des "Deutschen Idealismus" (Hegel Schelling und Konsorten).
    Veranstaltungen zu diesem Themenbereich in weiterem Sinne bilden somit immer noch einen gewissen Schwerpunkt im Lehrangebot. Außerdem läßt sich eine starke Berücksichtigung der großen antiken und deutschen Klassiker (Aristoteles, Platon .../Kant, Nietzsche, Heidegger ...) erkennen.
    Eine andere Tübinger Tradition, deren Fortwirkung eigentlich zu erwarten wäre, ist hingegen regelrecht "ausgestorben": Bloch. Daran, daß er noch vor 15 Jahren in dieser Uni lehrte, ist im heutigen Veranstaltungskanon nichts zu merken. Auch die sogenannte "Tübinger Platonschule" kommt explizit in den Seminaren nicht mehr vor, seit Joachim Krämer, dessen Ein-Mann-Projekt dieser nicht ganz unwichtige, allerdings sehr eigene Interpretationsansatz war und ist, emeritiert wurde.
    Neben der in Tübingen von einem Teil der Profs stark vertretenen "Hermeneutik" und dem schon erwähnten "Deutschen Idealismus" gibt es seit einiger Zeit eine gewisse Hinwendung zu den Themen der anglo-amerikanischen Philosophie (Linguistic Turn), die auch von Leuten getragen wird, die von Haus aus eigentlich aus anderen Bereichen kommen. Auf diesem Feld arbeiten auch einige Assistenten.
    Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang das Ethikzentrum (gemeint: Zentrum für Ethik in den Wissenschaften ) bleiben, eine interdisziplinäre Einrichtung, die zwar keine eigene Professur besitzt, jedoch die verstreuten Tätigkeiten verschiedener Profs aus verschiedenen Fachbereichen bündelt, eigene Forschung auf Ebene von Promotion und Habilitation (Stipendien) betreibt, auch und gerade für Philosophiestudis interessante Vorträge und Seminare veranstaltet, sowie eine thematisch erschlossenen Fachbibliothek aufbaut.

  2. Welche DozentInnen haltet Ihr für besonders erwähnenswert und aus welchen Gründen?
    Es gibt in Tübingen sicher drei "big names", nämlich : (in alphabetic order!) Rüdiger Bubner, Manfred Frank, Otfried Höffe. Eine inhaltliche Bewertung ihrer Arbeiten scheint uns in diesem Rahmen nicht angemessen, allerdings genießen alle drei ein recht großes, zum Teil auch internationales, Renommee.

  3. Welche philosophischen Richtungen fehlen?
    Ein von uns und auch von fakultätsoffizieller Seite immer wieder beklagter Mangelbereich (im Bericht vornehmer "Desiderat" genannt) ist sicher die Sozialphilosophie sowie die Gesellschaftstheorie. Hier gibt es nicht nur keine linken (wo eigentlich sonst?), sondern schlichtweg keine Profs. Die letzte dieser so beschriebenen Stellen hatte den berüchtigten kw-(=künftig wegfallend) Vermerk, und für den Fall, daß vom Wissenschaftsministerium tatsächlich die begehrte neue Stelle genehmigt werden sollte, ist eine in diese Richtung gehende Ausschreibung nicht im Gespräch.

  4. Gibt es Veranstaltungen zu
    nicht-abendländischem Denken (chinesische, indische Philosophie)
    gelegentlichst
    o ja x nein
    sozialemanzipatorischen Richtungen (femin. Theorie, Kritische Theorie, etc.)
    außerhalb des Hauptlehrgebiets, von Privatdozenten
    o ja o nein
    praxisorientierten Richtungen (phil. Praxis, Technikfolgenabschätzung, etc.)
    Ethikzentrum
    x ja o nein
    ungewöhnlich-innovativen Ansätzen anderer Art?
    What´s that?
    o ja x nein

  5. Gibt es Tendenzen zur interdisziplinären Zusammenarbeit? Ethikzentrum.

  6. Fachschaft

    Wieviele seid ihr? Kern 7 Peripherie 5
    Studentische Veranstaltungen?

    Tutorien, Lese- und Arbeitskreise,
    Autonome Seminare
    Erstsemestereinführung?

    Erstsemesterberatung bei Kaffee, Tee und Kuchen.
    Seid ihr chaotisch?

    o ja

    o nein .
    Never, of course!

  7. Darstellung
    Das gerade auch für AnfängerInnen Bemerkenswerte an der Situation des Tübinger Seminars ist, daß es - obwohl von recht überschaubarer Größe - als eigenständige Fakultät organisiert ist. Die Tatsache, daß die statistische Größe um einiges über der realen liegt (Karteileichen!), führt damit zusammen dazu, daß das Seminar materiell sehr gut ausgestattet ist (gute Bibliothek mit hoher Neuanschaffungskapazität, Computer Pool mit Internet-Verbindung (E-mail für alle), nicht zu volle Seminare...).
    Auch personell ist die Burse nicht schlecht bestückt, allerdings gibt es zahlenmäßig ein deutliches Übergewicht der Profs und einen entsprechend kleinen Mittelbau, der nur aus AssistentInnen besteht. Es sollte berücksichtigt werden, daß somit die meisten Veranstaltungen von Profs durchgeführt werden, zu denen AnfängerInnen erfahrungsgemäß eine etwas größere Distanz haben.
    Die formale Reglementierung des Philosophiestudiums ist in Tübingen sehr gering. Bis zum Abschluß sind ganze sechs benotete Scheine (im Hauptfach!) vorgeschrieben, was in direktem Gegensatz zum in den Prüfungen vertretenen Anspruch steht. Dies bedeutet nunmehr, daß in Tübingen Philosophie in sehr hohem Maße selbstbestimmt studiert werden kann, Voraussetzung dafür ist allerdings die von den meisten erst zu erwerbende Fähigkeit zur konsequenten Selbstorganisation. Was also auf den ersten Blick manchem wie eine laissez-faire Einladung zur Gammelei erscheint, entpuppt sich bald als gerade eben erhöhter Anspruch an die eigene Disziplin, der Manchem zur unüberwindlichen Hürde wird.
    In gewisser Kongruenz zu dem Fehlen eines strukturierten Studienplans mit Einführung und aufeinander aufbauenden Seminaren steht eine nirgends ausdrücklich formulierte, doch von allen Lehrenden befolgte Tradition des Arbeitens an den Originaltexten auch und gerade in Proseminaren. Es wird den Leuten also zugemutet, sich z.B. an Kant direkt abzuarbeiten, und nicht der sicher bequemere Weg über Sekundärliteratureinführungen angeboten.

ProfessorInnen

  1. An welchen Philosophen/innen bzw. an welcher philosophischen Richtung orientieren Sie sich?
  2. Welches Buch halten Sie als Einführung in die Philosophie für am besten geeignet?
  3. Gibt es eine philosophische Neuerscheinung der letzten zehn Jahre, die Sie beeindruckt hat?
  4. Können Sie einen "philosophischen Geheimtip" geben?
  5. Welche Frage hätten Sie hier gerne gestellt bekommen?

Prof. Dr. Günter Figal

  1. An den klassischen Texten, v.a. griechische Antike, deutsche Philosophie seit Kant.
  2. Jeden Dialog Platons.
  3. Hans-Georg Gadamer, Gesammelte Werke 1-10. Adorno-Benjamin: Briefwechsel.
  4. Immer vom griechischen Denken ausgehen.
  5. Was ist Philosophie?
    - Das ist eine Frage, die nie endgültig zu beantworten ist, aber sich mit dem Denken notwenig stellt und immer neu ausgearbeitet werden muß.

Prof. Dr. Manfred Frank

  1. Politisch an Sartre und der jüngeren Frankfurter Schule, historisch an der kantisch-frühidealistischen Philosophie, erkenntnistheoretisch an der analytischen „Philosophy of Mind“.
  2. Ex aequo drei:
    1. E. Tugendhat/U. Wolf, „Logisch-sematische Propädeutik“;
    2. Jay F. Rosenberg, „The Practice of Philosophy. A Handbook for Beginners“;
    3. Dagfinn Føllesdal, Lars Walløe, Jan Elser, „Rationale Argumentation. Ein Grundkurs Argumentations- und Wissenschaftstheorie“.
  3. Dieter Henrich, „Der Grund im Bewußtsein. Untersuchungen zu Hölderlins Denken (1794-95)“
  4. -
  5. Die Frage, warum ich meine Antworten so und nicht anders gegeben habe. Denn erst diese Antwort wäre eine philosophische (statt einer statistischen nach Art der EMNIT-Umfragen).

Prof. Dr. Otfried Höffe

  1. Hauptsächlich an Aristoteles und Kant.
  2. Klassische Texte sind in jedem Fall vorzuziehen, etwa: Descartes: Meditationes de prima philosophia,
    - : Discourse de la méthode,
    Kant: Prolegomena,
    - : Kritik der reinen Vernunft (Vorreden A/B, Einleitung B).
  3. Das Werk ist zwar älter; in der neueren Konjunktur von Ethik und politischer Philosophie beeindruckt es aber immer noch am stärksten:
    John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit, 1971 (dt. 1975).
  4. Die epistemische Vielfalt bei Aristoteles, d.h. die Pluralität seiner Rationalitätformen, die dennoch wesentlich aufeinander bezogen sind.
  5. -

Prof. Dr. Peter Schroeder-Heister - Kooptiert: Fak. f. Informatik

  1. Analytische Philosophie, Wissenschaftstheorie, Transzendentalphilosophie, Logik.
  2. R. Descartes, Meditationen. N. Warburton: Philosophy.

Prof. Dr. phil. Dr. rer. nat. Reiner Wimmer

  1. Kant, Wittgenstein
  2. Hermann Schmitz: Der unerschöpfliche Gegenstand. Grundzüge der Philosophie. Bonn 1990.
  3. Ulrich Pothast: Philosophisches Buch. Frankfurt a. M. 1988.
  4. Sich über sich selbst aufklären und von der eigenen Vernunft öffentlich Gebrauch machen!

Weitere Professoren:
Prof. Dr. Rüdiger Bubner; Prof. Dr. Herbert Keuth - Wissenschaftstheorie;
Prof. Dr. Walter Hoering; Prof. Dr. Eberhard Jüngel - Kooptiert: Evang. Theol. Fak.;
Prof. Dr. Georg Wieland - Kooptiert: Kath.-Theol. Fak.

Emeriti: Prof. Dr. Helmut Fahrenbach, Prof. Dr. Bruno Baron v. Freytag Löringhoff, Prof. Dr. Dieter Jähnig, Prof. Hans Joachim Krämer, Prof. Dr. Egedius Schmalzriedt (Rhetorik), Prof. Dr. Walter Schulz, Prof. Dr. Johannes Schwartländer.


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Anneliese Volkmar, August 1996
Anregungen, Kritik, Kommentare:Email: volkmar@phil-fak.uni-duesseldorf.de