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Studienführer Philosophie
Universität Witten/Herdecke (Privatuniversität)

Universität Witten/Herdecke (Privatuniversität)
Stiftungsinstitut für das Studium Fundamentale
Lehrstuhl für Philosophie
Alfred-Herrhausen-Str. 50
D-58448 Witten
Inst.: 02302/926-810
FAX 02302/926-913

Besonderheit

Der Lehrstuhl Philosophie ist gegenwärtig Bestandteil des Instituts für das Studium Fundamentale der Universität Witten/Herdecke. Dieses Institut bietet keinen eigenen Studiengang für Studenten der Philosophie an, sondern ist obligatorischer Teil der Ausbildung in den Fächern Medizin, Zahnmedizin, Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften, die an der Universität durchgeführt wird. Den Studenten dieser Fächer ist ein ganzer Tag der Woche freigehalten zur Teilnahme an den Veranstaltungen des Studium Fundamentale, und sie haben pro Studienabschnitt für diesen Bereich eine eigenständige Arbeit zu erstellen. Eine Promotion im Fach Philosophie ist möglich. Außerdem ist der Besuch der Veranstaltungen für Studierende von den nahegelegenen Universitäten Bochum, Dortmund und Wuppertal aus realisierbar. Das Institut wird von der Stiftung Dr. jur. Fritz Meyer-Stuckmann in Essen wesentlich gefördert.
Das Fach Philosophie wird am Institut nur durch einen Lehrstuhl, der von Herrn Prof. Franco Volpi (Padua) besetzt wird, vertreten. Zusätzlich gibt es Lehrstühle für Kunstwissenschaft, Ästhetik und Kunstvermittlung (Prof. Dr. Michael Bockemühl) und für Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Dr. Angela Martini). Außerdem sind als Gastprofessoren auf Zeit beteiligt: Klaus Michael Meyer-Abich (Essen), Hans Mommsen (Bochum, Geschichtswissenschaften), Fridjof Rodi (Bochum, Philosophie), Rudolf zur Lippe (Oldenburg, Philosophie) u.a..
Veranstaltungen im Rahmen des Studium Fundamentale werden jedoch nicht nur von diesen Bereichen her gespeist, sondern umfassen ebenso künstlerische Kurse (u.a. Arbeit mit dem jeweiligen ‘artist in residence’ der Universität, Theater- und musikalische Gruppen), rhetorische Kurse, sowie natur- und menschenkundliche Kurse. Das Schwergewicht der philosophischen Veranstaltungen liegt den Anforderungen der Universität entsprechend auf erkenntnistheoretischer Grundlagenbildung, Einführungen in philosophiegeschichtliche Grundfragen, sowie gegenwärtigen Problemstellungen und Aufgaben der Philosophie, wie in der Wirtschaftsethik oder Medizinethik. Dadurch trägt die Beschäftigung mit der Philosophie an der Universität Witten/Herdecke einen besonders praxisnahen und im weitesten Sinne interdisziplinären Charakter. Ziel des Studiums Fundamentale ist es, statt einen bloßen Ausgleich zum Fachstudium in Richtung Allgemeinbildung im Sinne eines Studium Generale zu bilden, die Studenten durch ihre gesamte Ausbildung hindurch in unmittelbaren Kontakt zu erkenntnis- und wissenschaftshistorischen, sowie anderen philosophisch relevanten Grundfragen zu bringen, so daß ihre sich im Laufe des Studiums entwickelnde Handlungs- und Innovationsfähigkeit auch über eine gründlich durchreflektierte Basis und die Fähigkeit zum Entwickeln gesellschaftlich fruchtbarer Perspektiven verfügen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt im Studium Fundamentale ist die Erweiterung und Vertiefung der Wahrnehmungsfähigkeit der Studenten, die übung und Entfaltung der Fähigkeit zur Beobachtung lebendiger Prozesse in Denken, Sprache und Kunst, und deren bewußte Gestaltung, wie es in der Medizin, Wirtschaft und Naturwissenschaft in den letzten Jahren mehr und mehr zur dringlichen Aufgabe geworden ist.
Dieses Konzept, ein Studium der Philosophie (und anderer geisteswissenschaftlicher Fächer) in größtmögliche Nähe zu den verschiedenen Fachwissenschaften zu bringen, um deren Basis und Zukunftsperspektiven sachlich fundiert in Angriff nehmen zu können, hat sich bereits als Vorbild für andere Universitäten gezeigt. So ist das Institut für das Studium Fundamentale seit dem letzten Jahr beratend am Aufbau einer ähnlichen Institution an der Universität Bielefeld beteiligt.
Trotz dieser engen Anbindung an die Studiengänge der Universität ist das Institut eine selbständige Einrichtung, die auch eigene Projekte verfolgt, wie etwa die Herausgabe des „Großen Werklexikons der Philosophie“, das im nächsten Jahr im Kröner-Verlag erscheinen wird, oder aber die Publikationsreihe unter dem Titel „Nachdenken-Vordenken“.

(Leicht verändert aus der Antwort des Institutes)

ProfessorInnen

  1. An welchen Philosophen/innen bzw. an welcher philosophischen Richtung orientieren Sie sich?
  2. Welches Buch halten Sie als Einführung in die Philosophie für am besten geeignet?
  3. Gibt es eine philosophische Neuerscheinung der letzten zehn Jahre, die Sie beeindruckt hat?
  4. Können Sie einen "philosophischen Geheimtip" geben?
  5. Welche Frage hätten Sie hier gerne gestellt bekommen?

    Prof. Dr. Franco Volpi
  1. Aristoteles, Augustin, Thomas von Aquin, Descartes, Kant.
  2. Der Protreptikos des Aristoteles.
  3. P. Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft. A Schopenhauer, Die Kunst, Recht zu behalten.
  4. Mäinländer, Philosophie der Erlösung.
  5. Wozu noch Philosophie? Wozu soll man sie heute noch studieren?


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Anneliese Volkmar, November 1996
Anregungen, Kritik, Kommentare:Email: volkmar@phil-fak.uni-duesseldorf.de