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Übersetzungswerkstatt zu Murakami in Frankfurt

Übersetzerwerkstatt 2017Für alle Murakami-Fans und alle die, die sich für das Übersetzen japanischer Literatur interessieren, gibt es am 14. und 15. Dezember eine sehr interessante Veranstaltung an der Universität Frankfurt. Dabei erhalten die Teilnehmenden unter anderem die Gelegenheit, das Übersetzen unter der Anleitung der bekannten Murakami-Übersetzerin Ursula Gräfe selbst in praktischen Übungen zu erproben.

Die Übersetzerwerkstatt der Japanologie Frankfurt widmet sich insgesamt Murakami, seinem Umfeld und der Literatur als Konsumgut sowie der Frage, wie japanische Texte adäquat ins Deutsche übertragen werden können. Beteiligt sind neben Ursula Gräfe auch noch die Übersetzerin Kimiko Nakayama-Ziegler und Literaturwissenschaftler/innen aus der Japanologie. Das genaue Programm ist hier zu finden.

Zum Konzept
Während man in einem amerikanischen Sammelband zur zeitgenössischen japanischen Literatur Ende der 1990er Jahre noch die Perspektive „Ôe and Beyond“ (1999) einnahm, also die neue Literatur jenseits des Nobelpreisträgers Ôe ansiedelte, muss man heute die zeitgenössische Literatur Japans als Entwicklung der Post-Murakami-Phase betrachten. Tatsächlich schreibt man bald das 40. Jahr seit der spektakulären Ankunft des umstrittenen Avantgardisten Murakami Haruki in einer Literaturlandschaft, die damals noch von den Klassikern der Gegenwart und der bildungsbürgerlichen Intellektualität geprägt war.

Nach Murakami verlautbarte man die Strömung der „J-Literatur“, mit ihr hat der Literaturmarkt der Insel viele Talente für ein junges Publikum gefördert. Murakamis Texte sind nun ihrerseits „Klassiker“, obschon das Werk des „Kultautors“ keineswegs abgeschlossen ist: Im Februar 2017 erschien der aktuelle große Roman Kishidanchô goroshi, auf Englisch „Killing Commendatore“.

Anmeldung
Die Veranstaltung kann sowohl von Angehörigen der Goethe-Uni als auch anderer Universitäten besucht werden. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt. Anmeldung im Sekretariat der Japanologie: 069-79823287, paulat[at]em.uni-frankfurt.de.

Workshop: Einblick in Übersetzungsarbeit

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Wenn es mit dem Übersetzen nicht so klappt … (Flickr cc, hansol)

Nächste Woche Donnerstag, 4. Mai, gibt es bei uns einen kleinen Workshop zur Berufsorientierung bzw. praktischen Übung im Bereich Übersetzen/Dolmetschen.Treffpunkt ist um 10.30 Uhr im Raum 25.13.U1.24.

Die Workshopleiterin Sarah Stark arbeitet bereits seit 10 Jahre als Übersetzerin und Dolmetscherin in Japan und hat neben technischen Fachtexten und Marketingtexten auch Theaterstücke übersetzt. Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Workshops werden zuerst zwei Fachtexte in Gruppen erarbeiten. Die Workshopleiterin stellt daraufhin eine Reihe von Recherchemöglichkeiten und Terminologiearbeit vor und beantwortet danach Ihre Fragen.

Alle Studierenden, die Interesse an einer Tätigkeit als Übersetzer/in oder Dolmetscher/in haben, sind herzlich willkommen! Eine Anmeldung ist nicht nötig, Sie kommen einfach vorbei.

Bericht: Workshop Manga-Übersetzen mit Verena Maser

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Ein Bericht von Katharina Buckel

„あいつホントムカつく[…]“

(aus: Citrus, Band 1)

A: „Er ist echt nervig.“
B: „Er nervt mich an.“
C: „Er geht mir auf den Sack.“

Preisfrage: Welche dieser Übersetzungen ist richtig, oder gar: perfekt?

Man kann zunächst einmal berechtigterweise einwenden, dass hier der Kontext der Aussage und somit ein wichtiges Entscheidungskriterium fehlt. Oder sind die sprachlichen Nuancen zwischen den Sätzen doch so gering, dass der Kontext irrelevant ist? Und wie wichtig ist eigentlich die Zielgruppe der Übersetzung? Diese und viele weitere Fragen wurden am 7. Februar 2017 am Institut für Modernes Japan im Workshop „Manga-Übersetzen: Cool oder brotlose Kunst?“ mit Dr. Verena Maser ausführlich diskutiert und beantwortet.

Verena Maser ist promovierte Japanologin (Schwerpunkt: japanische Medien und Populärkultur) und arbeitet als selbständige Übersetzerin vom Japanischen ins Deutsche. Zu ihren Arbeiten gehören „Citrus“, „Yona – Prinzessin der Morgendämmerung“ und der Simulcast von „March Comes In Like A Lion“ bei Akiba Pass. Da es keine direkte Ausbildung für ihren Beruf gibt, erfolgte der Einstieg vor allem über Initiativbewerbungen und anschließend auch Weiterempfehlungen. Nicht nur ein hohes Niveau japanischer Sprachkenntnisse ist dabei entscheidend, sondern auch Vorwissen zu japanischen Manga. Verena Maser kann hierbei die höchste Stufe im Japanese Language Proficiency Test vorweisen, und darüber hinaus ihre Dissertation, die sich mit „Yuri“-Mangas beschäftigt. Weiterlesen

Manga-Übersetzen: Cool oder brotlose Kunst? Ein Workshop

Citrus in der Übersetzung von Verena Maser (c) Tokyopop

Citrus in der Übersetzung von Verena Maser (c) Tokyopop

Ist es nicht cool, Manga ins Deutsche übersetzen? Man hat immer die neuesten Sachen aus Japan frisch auf dem Tisch und bekommt auch noch Geld für’s Lesen! Aber bekommt man auch genug? Und ist Manga-Übersetzen wirklich so cool und einfach?

Antworten auf diese Fragen gibt es am Dienstag, 7. Februar, um 14.30 Uhr (Raum 23.03.01.61) bei einem Workshop mit Dr. Verena Maser aus Nürnberg. Verena Maser ist Japanologin und Übersetzerin und arbeitet viel im Bereich Manga. Zudem ist sie Expertin für das Thema Yuri Manga: Hier gibt es eine Auflistung ihrer wissenschaftlichen Veröffentlichungen aus diesem Bereich, darunter auch ihre Dissertation „Beautiful and Innocent: Female Same-Sex Intimacy in the Japanese Yuri Genre“.

In dem Workshop sind nach einem theoretischen Einblick in den Arbeitsalltag einer Manga-Übersetzerin im praktischen Teil die Seminarteilnehmer/innen gefragt: Wir erarbeiten gemeinsam eine neue Übersetzung des Anfangs des Manga „Citrus“ von Saburouta.

Der Workshop ist Teil des Seminars „Potenziale des Mediums Manga“ (Elisabeth Scherer), es können aber auch alle anderen interessierten Studierenden teilnehmen. Hierfür ist eine Anmeldung bis spätestens Montag, 30. Januar, notwendig. Die Anmeldung erfolgt per Mail bei Elisabeth Scherer.