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Praktikum bei der Nippon Performance Night

Uns hat ein sehr spannendes Praktikumsangebot erreicht: Das Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf sucht zwei Studierende mit Japanischkenntnissen, die bei der Nippon Performance Night im Oktober 2016 assistieren können. Das Praktikum kann im Projektmodul, im Wahlpflichtbereich oder für MA-Studierende auch im Modul „Being Academic“ angerechnet werden.

Hier die Ausschreibung:

Ausschreibung_Praktikum_Nippon Performance Night_2016

Aufführung von Brechts „Fatzer“ von der japanischen Theatergruppe Chiten

Foto: Hisaki Matsumoto

Foto: Hisaki Matsumoto

Am Freitag 8. Juli und am Samstag 9. Juli gibt es in Mühlheim eine tolle Gelegenheit Theater auf Japanisch zu erleben! Im Zuge der „Fünften Mülheimer Fatzer Tage“ führt die japanische Schauspielgruppe Chiten das Theaterstück Fragment Fatzer von Berthold Brecht auf Japanisch mit Deutschen Übertiteln auf. Unterstützt wird sie durch die Rockband kukangendai.

Das Stück Fatzer handelt von einer Gruppe von Soldaten, die während dem ersten Weltkrieg desertieren und sich in Mühlheim bei der Ehefrau von einem der Soldaten verstecken. Dort warten sie auf die Revolution und versuchen, gemeinsam die neue Gesellschaft vorzubereiten. Widerstreitende Interessen und der Charakter von Fatzer, dem charismatischen aber auch unzuverlässigen Anführer der Gruppe, führen jedoch zu schweren Konflikten. Brechts Aussage des Stücks lautet: Der Bestand jedes zivilisatorischen Guts, jedes gesellschaftlichen Fortschritts ist ungesichert.

Die Schauspielgruppe Chiten besteht aus jungen Theatermacher/innen und dem Regisseur Miura Motoi aus Kyôto. Sie haben bereits in verschiedenen Ländern Europas Gastspiele gegeben und sind nun zum ersten Mal in Deutschland. Ihre Inszenierungen zeichnen sich durch einen musikalischen Umgang mit Sprache aus, bei dem Tonfall und Rhythmus eine große Rolle spielen. Ein besonderes Extra ist bei dieser Aufführung die Zusammenarbeit mit der Rockband kukagendai, die die akustische Ebene verstärken.

Die „Mülheimer Fatzer Tage“ werden seit 2011 im Ringlokschuppen Ruhr veranstaltet. Jedes Jahr wird das insgesamt mehr als 500-seitige Fragment Der Untergang des Egoisten Johnann Fatzer von Berthold Brecht unter verschiedenen Fragestellungen beleuchtet.

Einführung
Fr. 08. Juli 2016, 19.30 Uhr
Prof. Dr. Günther Heeg (Theaterwissenschaft Leipzig): Japanisches Theater

Vorstellungen
Fr. 08. & Sa. 09. Juli 2016, 20.00 Uhr
Bühne 1 Japanisch mit deutschen Übertiteln

Eintritt
Vvk 12 € /erm. 6 €| Ak 15 € /erm. 8 € | Gruppe (ab 5 Personen) 5 € | Kombiticket ab 12 €

Dolmetscher/in für Theater gesucht

Das Theater Krefeld und Mönchengladbach sucht derzeit ein/e Dolmetscher/in für die Wiederaufnahmeproben und die Matinee des japanischen Stückes „Käfig aus Wasser“ vom 04.02 bis zum 13.02.2016 (Am 08. und 09.02 finden keine Proben statt).

Im vom Regisseur Kuro Tanino inszenierten Werk geht es inhaltlich um die Dreifachkatastrophe vom März 2011 und die darauf erfolgte Erstarkung der Anti-Atomproteste. Ein Akademiker möchte gegen die Atomlobby mobil machen und „die Wahrheit“ über Fukushima im Internet verbreiten.

Interessierte melden sich bitte bei Frau Barbara Kastner für weitere Informationen.

Mehr Details zum Stück finden sich hier.

Tipp: Nippon Performance Night

Nippon_performance

Eine tolle Gelegenheit: Vom 22. bis 24. Oktober gibt es in Düsseldorf wieder die Nippon Performance Night, die vom Forum Freies Theater, dem Salon des Amateurs und der Filmwerkstatt organisiert wird.

Zahlreiche Künstler aus Japan haben in Düsseldorf und Umgebung ihre zweite Heimat gefunden. Die Nippon Performance Night stellt aktuelle Arbeiten aus der japanischen Künstler-Community sowie internationale Gastspiele vor und lädt zur Begegnung mit experimenteller Musik, Performance, Installation und Multimedia ein. Das Eröffnungskonzert findet in der Filmwerkstatt, die Abschlussparty im Salon des Amateurs statt.

Auf dem Programm stehen unter anderem eine Tanzinstallation, die sich an die Teezeremonie anlehnt („MatchAtria“) und Reminiszenz an die optischen Wunderkammern des 18. Jahrhunderts unter dem Titel „Fringe der Kleiderschrank“. Das gesamte Programm  mit Informationen zu den Künstlern, Bildern und Videos gibt es auf der Webseite des FFT.

Unsere Fachschaft wird einen Gruppenbesuch bei der Nippon Performance Night organisieren. Weitere Informationen dazu folgen noch.

Nippon Performance Night im FFT

Kurz vor dem Japantag, am 15. und 16. Mai, gibt es im Forum Freies Theater (FFT) wieder die bewährte „Nippon Performance Night“. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Am Donnerstag, 15. Mai, findet das Programm im FFT Juta (Kasernenstraße 6) statt, am Freitag, 16. Mai, in den FFT Kammerspielen (Jahnstraße 3).

Hier das Programm im Detail: Weiterlesen

Chelfitsch – Jetzt auch in Düsseldorf!

Die chelfitsch Company aus Japan, die kürzlich in Essen gastierte, wird am 25. und 26. Oktober um 19.30 Uhr auch in Düsseldorf im Theater Central am Hauptbahnhof auftreten, diesmal mit dem Stück “Hot Pepper, Air Conditioner and the Farewell Speech”.

Im Rahmen des Spielzeitauftaktes des Düsseldorfer Schauspielhauses findet das Willkommen!Festival statt. Hier sind 6 Produktionen aus Tokio, Berlin, Santiago, Weimar, Antwerpen und Brüssel eingeladen. Aus Tokio kommt Toshiki Okada mit seiner Gruppe chelfitsch, die mit ihren Stücken erfolgreich um die Welt touren und zum ersten Mal in Düsseldorf gastieren.

Toshiki Okada ist einer der wichtigsten Theatermacher Japans. Seine spezifische Kunstform bestimmt mit skurriler Bewegungskomposition das Verhältnis zwischen Körpergestik und Sprache neu, er verhandelt existenzielle Konflikte des Prekariats, insbesondere die der verunsicherten japanischen Jugend. In drei Episoden thematisiert er die rücksichtslose Lebenswirklichkeit der Leiharbeiterschaft. Zwischen Zukunftsängsten und Wertekonflikten entpuppt sie sich als aussichtslose Sackgasse.

Das Stück wird in japanischer Sprache mit deutschen Übertiteln gezeigt. Für Studierende kostet der Eintritt nur 7 Euro. Hier gibt es Informationen zum Stück und ein Video.

Erzählkunst vom Feinsten

Vor etwas mehr als einer Woche gastierten die beiden Rakugo-ka San’yûtei Kenkô und Hayashiya Hiroki bei uns an der Uni und sorgten dafür, dass der ganze Hörsaal 2c Tränen lachte. Unser Student Stefan Brock fasst für uns hier noch einmal die Highlights zusammen:

Es herrscht großes Gelächter im Hörsaal der Heinrich-Heine-Universität. Dies lässt darauf schließen, dass viele intelligente Personen anwesend sind. Zu dieser Kenntnis würde man zumindest gelangen, wenn das, was San’yûtei Kenkô über Rakugo sagt, stimmt. Er beschreibt diese Kunst des Geschichtenerzählens als eine der am schwersten zu verstehenden Theaterformen, bei der nur die schlauen Leute lachen.

Die Gelegenheit, Rakugo außerhalb Japans selbst einmal erleben zu können, bot sich den Besuchern nun. Auf Einladung des Instituts für Modernes Japan führten San’yûtei Kenkô und Hayashiya Hiroki das deutsche Publikum in diese Erzählkunst ein. Die beiden Japaner sind in ihrer Heimat bekannte Rakugo-Künstler. Doch auch in Deutschland schaffen die beiden es, die Zuschauer zu begeistern. Die Vorstellung gaben die beiden zwar, wie es sich gehört, komplett auf Japanisch, aber dank der Übertitel konnte man auch ohne Japanischkenntnisse ohne Probleme dem Verlauf der Vorstellung folgen. Dies liegt zudem auch daran, dass beim Rakugo ein Großteil der Geschichte über Mimik und Gestik des Künstlers erzählt wird.

Was für den europäischen Betrachter womöglich im ersten Moment etwas ungewöhnlich sein mag, ist, dass nicht etwa beide Darsteller gleichzeitig die Bühne betreten und gemeinsam ein Stück vorführen. Nur einer Person gehört die Bühne und somit die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer. Ein Bühnenbild, wie wir es vom Theater gewohnt sind, gibt es auch nicht. Lediglich ein Kissen, auf welchem der Akteur kniet, befindet sich in der Mitte der Bühne. Als Requisiten haben die beiden ausschließlich einen Fächer sowie ein Tuch. Mehr benötigen sie aber auch nicht. San’yûtei Kenkô beweist dies eindrucksvoll in der Einführung. So funktioniert er seinen Fächer mal eben zum Essstäbchen um und zeigt, dass er alleine über seine Schlürfgeräusche dem Betrachter vermitteln kann, welches Gericht er gerade zu sich nimmt. Aus dem Tuch wird kurzerhand eine Banane, welche er schält und anschließend genüsslich verzehrt. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Selbst die berühmte Kampfszene aus Star Wars, in der Luke gegen Darth Vader kämpft, lässt sich mit dem Fächer, als Laserschwert umfunktioniert, darstellen. Der Rakugokünstler schlüpft hierbei in beide Rollen gleichzeitig und fügt die Effekte über seine Stimme hinzu. Allein durch die Blickrichtung und die Stimme wird vermittelt, welche Person gerade dargestellt wird. Bei zwei Personen mag dies noch einfach zu durchschauen sein, jedoch sind hier nach oben keine Grenzen gesetzt. Erstaunlicherweise kann man sich allerdings sehr schnell in die Geschichten einfinden und dem Erzählverlauf gut folgen.

Neben der Einführung in Rakugo sowie den zwei Geschichten “Im Zoo” (Hayashiya Hiroki) und “Der Vater, sein Sohn und der Alkohol” (San’yûtei Kenkô) wurde dem Zuschauer auch gezeigt, wie ein Kimono angezogen wird. Außerdem begeisterte Hayashiya Hiroki durch sein Talent, auf dem Saiteninstrument Shamisen zu spielen. Hierbei zeigte er zudem, dass sich hierauf nicht ausschließlich traditionelle japanische Lieder spielen lassen. Selbst Stücke wie „Smoke on the water“ oder „Ode an die Freude“ lassen sich mit dem Instrument ohne Probleme wiedergeben. Die Lieder erhalten dadurch auch einen neuen sehr interessanten Klang.

Anschließend an die Vorführung bot sich zudem die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Über die Darbietung an sich lässt sich eigentlich nur sagen, dass die beiden ihr Handwerk sehr gut beherrschen und dies mit großer Begeisterung darbieten. Diese Begeisterung überträgt sich sofort auch auf den Zuschauer. Die Performance machte große Lust auf mehr. Leider muss man, um einen der beiden auf der Bühne zu sehen, nach Japan reisen, oder darauf hoffen, dass sie bald wieder eine Deutschlandreise planen. Ob nun das große Gelächter der Zuschauer Rückschlüsse auf deren Intelligenz zulässt, sei mal dahingestellt. Es zeigt jedenfalls, dass die Künstler eine wirklich beeindruckende Vorstellung abgeliefert haben, die vielen sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Nô-Workshop: Vielen Dank!

Wir möchten uns ganz herzlich für das tolle Engagement beim Nô-Workshop bedanken!

Rund 150 Studierende übten am vergangenen Freitag, 28. Februar, zusammen mit dem berühmten Komparu-Ensemble aus Japan, wie man im klassischen Theater besonders elegant weint. Die Veranstaltung, die vom Institut für Modernes Japan in Zusammenarbeit mit dem japanischen Generalkonsulat Düsseldorf und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin organisiert wurde, war für die Universität Auftakt zum Jubiläumsjahr „150 Jahre deutsch-japanische Freundschaft“, das in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird.

„Über einen Mensch mit einem ausdruckslosen Gesicht sagen wir in Japan: Er hat ein Gesicht wie eine Nô-Maske“, erklärte der Nô-Schauspieler Yoshiki Honda den Studierenden. Honda verdeutlichte jedoch mit zwei mitgebrachten Stücken, dass die Masken in Wahrheit alles andere als ausdruckslos sind. Je nach Winkel und Schattenwurf kann sich die Stimmung zum Beispiel von heiter bis betrübt wandeln. Trauer und Betrübnis sind im Nô reichlich zu finden, denn im japanischen Mittelalter, in dem die meisten der Stücke entstanden sind, widmete man sich gerne den Verlierern großer Schlachten und Konflikte. „Vergänglichkeit wurde damals unter den Kriegern als etwas besonders Schönes angesehen“, legte Honda dar.

Fotos: Larysa Harke-Demydenko

Als Handwerker fühlt sich Yoshikatsu Tsukuda, der beim Workshop die Instrumente vorstellte: „Wir bauen mit unseren Werkzeugen die Musik.“ Die Trommeln und die Flöte, die beim Nô-Theater zum Einsatz kommen, haben viele Eigenheiten. Während die große Sanduhrtrommel vor jedem Auftritt mit einem kleinen Ofen getrocknet werden muss, klingt die kleine Sanduhrtrommel bei Feuchtigkeit sogar besser. Die Studierenden beobachteten erstaunt, dass sich die Trommeln in wenigen Augenblicken in all ihre Einzelteile zerlegen lassen.

Nach klassischem japanischen Verständnis erlernt man eine Kunst am besten durch Nachahmen. Dieser Ansatz erwies sich als ideal für den Workshop: Yoshiki Honda sang vor, und die Studierenden wiederholten im Chor. Zur Meisterschaft wird wohl niemand der Teilnehmer mehr gelangen – Honda selbst hat mit drei Jahren begonnen – zumindest aber gab es für die Studierenden anerkennende Blicke von den Profis.