Das Forum Freies Theater / Juta in Düsseldorf bietet am 11. Mai eine besondere Aufführung an: Ein japanisches Stück mit deutschen Übertiteln vom französischen Regisseur Philippe Quesne. Weiterlesen
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Chelfitsch – Jetzt auch in Düsseldorf!
Die chelfitsch Company aus Japan, die kürzlich in Essen gastierte, wird am 25. und 26. Oktober um 19.30 Uhr auch in Düsseldorf im Theater Central am Hauptbahnhof auftreten, diesmal mit dem Stück “Hot Pepper, Air Conditioner and the Farewell Speech”.
Im Rahmen des Spielzeitauftaktes des Düsseldorfer Schauspielhauses findet das Willkommen!Festival statt. Hier sind 6 Produktionen aus Tokio, Berlin, Santiago, Weimar, Antwerpen und Brüssel eingeladen. Aus Tokio kommt Toshiki Okada mit seiner Gruppe chelfitsch, die mit ihren Stücken erfolgreich um die Welt touren und zum ersten Mal in Düsseldorf gastieren.
Toshiki Okada ist einer der wichtigsten Theatermacher Japans. Seine spezifische Kunstform bestimmt mit skurriler Bewegungskomposition das Verhältnis zwischen Körpergestik und Sprache neu, er verhandelt existenzielle Konflikte des Prekariats, insbesondere die der verunsicherten japanischen Jugend. In drei Episoden thematisiert er die rücksichtslose Lebenswirklichkeit der Leiharbeiterschaft. Zwischen Zukunftsängsten und Wertekonflikten entpuppt sie sich als aussichtslose Sackgasse.
Das Stück wird in japanischer Sprache mit deutschen Übertiteln gezeigt. Für Studierende kostet der Eintritt nur 7 Euro. Hier gibt es Informationen zum Stück und ein Video.
Erzählkunst vom Feinsten
Vor etwas mehr als einer Woche gastierten die beiden Rakugo-ka San’yûtei Kenkô und Hayashiya Hiroki bei uns an der Uni und sorgten dafür, dass der ganze Hörsaal 2c Tränen lachte. Unser Student Stefan Brock fasst für uns hier noch einmal die Highlights zusammen:
Es herrscht großes Gelächter im Hörsaal der Heinrich-Heine-Universität. Dies lässt darauf schließen, dass viele intelligente Personen anwesend sind. Zu dieser Kenntnis würde man zumindest gelangen, wenn das, was San’yûtei Kenkô über Rakugo sagt, stimmt. Er beschreibt diese Kunst des Geschichtenerzählens als eine der am schwersten zu verstehenden Theaterformen, bei der nur die schlauen Leute lachen.
Die Gelegenheit, Rakugo außerhalb Japans selbst einmal erleben zu können, bot sich den Besuchern nun. Auf Einladung des Instituts für Modernes Japan führten San’yûtei Kenkô und Hayashiya Hiroki das deutsche Publikum in diese Erzählkunst ein. Die beiden Japaner sind in ihrer Heimat bekannte Rakugo-Künstler. Doch auch in Deutschland schaffen die beiden es, die Zuschauer zu begeistern. Die Vorstellung gaben die beiden zwar, wie es sich gehört, komplett auf Japanisch, aber dank der Übertitel konnte man auch ohne Japanischkenntnisse ohne Probleme dem Verlauf der Vorstellung folgen. Dies liegt zudem auch daran, dass beim Rakugo ein Großteil der Geschichte über Mimik und Gestik des Künstlers erzählt wird.
Was für den europäischen Betrachter womöglich im ersten Moment etwas ungewöhnlich sein mag, ist, dass nicht etwa beide Darsteller gleichzeitig die Bühne betreten und gemeinsam ein Stück vorführen. Nur einer Person gehört die Bühne und somit die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer. Ein Bühnenbild, wie wir es vom Theater gewohnt sind, gibt es auch nicht. Lediglich ein Kissen, auf welchem der Akteur kniet, befindet sich in der Mitte der Bühne. Als Requisiten haben die beiden ausschließlich einen Fächer sowie ein Tuch. Mehr benötigen sie aber auch nicht. San’yûtei Kenkô beweist dies eindrucksvoll in der Einführung. So funktioniert er seinen Fächer mal eben zum Essstäbchen um und zeigt, dass er alleine über seine Schlürfgeräusche dem Betrachter vermitteln kann, welches Gericht er gerade zu sich nimmt. Aus dem Tuch wird kurzerhand eine Banane, welche er schält und anschließend genüsslich verzehrt. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Selbst die berühmte Kampfszene aus Star Wars, in der Luke gegen Darth Vader kämpft, lässt sich mit dem Fächer, als Laserschwert umfunktioniert, darstellen. Der Rakugokünstler schlüpft hierbei in beide Rollen gleichzeitig und fügt die Effekte über seine Stimme hinzu. Allein durch die Blickrichtung und die Stimme wird vermittelt, welche Person gerade dargestellt wird. Bei zwei Personen mag dies noch einfach zu durchschauen sein, jedoch sind hier nach oben keine Grenzen gesetzt. Erstaunlicherweise kann man sich allerdings sehr schnell in die Geschichten einfinden und dem Erzählverlauf gut folgen.
Neben der Einführung in Rakugo sowie den zwei Geschichten “Im Zoo” (Hayashiya Hiroki) und “Der Vater, sein Sohn und der Alkohol” (San’yûtei Kenkô) wurde dem Zuschauer auch gezeigt, wie ein Kimono angezogen wird. Außerdem begeisterte Hayashiya Hiroki durch sein Talent, auf dem Saiteninstrument Shamisen zu spielen. Hierbei zeigte er zudem, dass sich hierauf nicht ausschließlich traditionelle japanische Lieder spielen lassen. Selbst Stücke wie „Smoke on the water“ oder „Ode an die Freude“ lassen sich mit dem Instrument ohne Probleme wiedergeben. Die Lieder erhalten dadurch auch einen neuen sehr interessanten Klang.
Anschließend an die Vorführung bot sich zudem die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Über die Darbietung an sich lässt sich eigentlich nur sagen, dass die beiden ihr Handwerk sehr gut beherrschen und dies mit großer Begeisterung darbieten. Diese Begeisterung überträgt sich sofort auch auf den Zuschauer. Die Performance machte große Lust auf mehr. Leider muss man, um einen der beiden auf der Bühne zu sehen, nach Japan reisen, oder darauf hoffen, dass sie bald wieder eine Deutschlandreise planen. Ob nun das große Gelächter der Zuschauer Rückschlüsse auf deren Intelligenz zulässt, sei mal dahingestellt. Es zeigt jedenfalls, dass die Künstler eine wirklich beeindruckende Vorstellung abgeliefert haben, die vielen sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Nô-Workshop: Vielen Dank!
Wir möchten uns ganz herzlich für das tolle Engagement beim Nô-Workshop bedanken!
Rund 150 Studierende übten am vergangenen Freitag, 28. Februar, zusammen mit dem berühmten Komparu-Ensemble aus Japan, wie man im klassischen Theater besonders elegant weint. Die Veranstaltung, die vom Institut für Modernes Japan in Zusammenarbeit mit dem japanischen Generalkonsulat Düsseldorf und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin organisiert wurde, war für die Universität Auftakt zum Jubiläumsjahr „150 Jahre deutsch-japanische Freundschaft“, das in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird.
„Über einen Mensch mit einem ausdruckslosen Gesicht sagen wir in Japan: Er hat ein Gesicht wie eine Nô-Maske“, erklärte der Nô-Schauspieler Yoshiki Honda den Studierenden. Honda verdeutlichte jedoch mit zwei mitgebrachten Stücken, dass die Masken in Wahrheit alles andere als ausdruckslos sind. Je nach Winkel und Schattenwurf kann sich die Stimmung zum Beispiel von heiter bis betrübt wandeln. Trauer und Betrübnis sind im Nô reichlich zu finden, denn im japanischen Mittelalter, in dem die meisten der Stücke entstanden sind, widmete man sich gerne den Verlierern großer Schlachten und Konflikte. „Vergänglichkeit wurde damals unter den Kriegern als etwas besonders Schönes angesehen“, legte Honda dar.
Als Handwerker fühlt sich Yoshikatsu Tsukuda, der beim Workshop die Instrumente vorstellte: „Wir bauen mit unseren Werkzeugen die Musik.“ Die Trommeln und die Flöte, die beim Nô-Theater zum Einsatz kommen, haben viele Eigenheiten. Während die große Sanduhrtrommel vor jedem Auftritt mit einem kleinen Ofen getrocknet werden muss, klingt die kleine Sanduhrtrommel bei Feuchtigkeit sogar besser. Die Studierenden beobachteten erstaunt, dass sich die Trommeln in wenigen Augenblicken in all ihre Einzelteile zerlegen lassen.
Nach klassischem japanischen Verständnis erlernt man eine Kunst am besten durch Nachahmen. Dieser Ansatz erwies sich als ideal für den Workshop: Yoshiki Honda sang vor, und die Studierenden wiederholten im Chor. Zur Meisterschaft wird wohl niemand der Teilnehmer mehr gelangen – Honda selbst hat mit drei Jahren begonnen – zumindest aber gab es für die Studierenden anerkennende Blicke von den Profis.
Nô-Theater in Düsseldorf
Am Donnerstag, 27. Januar, gibt es in Düsseldorf die seltene Gelegenheit, eine japanische Nô-Truppe mit einem Gastspiel zu erleben. Das Ensemble der Komparu-Schule (geht zurück auf Komparu Zenchiku, 15. Jh.) führt im Central-Theater des Düsseldorfer Schauspielhauses zum Abschluss seiner Deutschland-Tournee das Stück Funa Benkei auf. Darin geht es um Minamoto no Yoshitsune, seinen getreuen Gefolgsmann Benkei und Yoshitsunes Geliebte Shizuka – und es sei schon so viel verraten, dass der zweite Teil mit einem prächtigen Geist aufwartet. Wer mehr über das Stück und die Aufführung in Düsseldorf erfahren möchte, kann die Homepage des Generalkonsulats besuchen.
Der offizielle Kartenvorverkauf beginnt im Schauspielhaus am Freitag, 10. Dezember. Da das Central-Theater recht klein ist, wird die Vorstellung wahrscheinlich schnell ausverkauft sein, daher sollte man sich schnell Karten sichern. Leider gibt es keine Studentenermäßigung, die regulären Tickets kosten 21 bis 42 Euro.




