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Persönliche Eindrücke aus Shimane

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Nachdem wir in den letzten Wochen schon etwas über Kagura und die Situation von ländlichen Schulen in der Präfektur Shimane erfahren haben, schildert Caroline Ruhl nun die persönliche Seite der Exkursion nach Shimane, bei der die Studierenden in engen Kontakt mit der lokalen Bevölkerung gekommen sind. 

Hikimi

Das Ehepaar M begrüßte uns am ersten Abend der Exkursion gemeinsam mit den anderen freiwilligen Helfern im Bürgerzentrum von Hikimi. Über lokalen Köstlichkeiten wie tsukemono, süßem Wasabi und Nigiri wurden die ersten schüchternen – und nach einer über 20-stündigen Reise und weiteren Stunden straffen Programms zugegebenermaßen erschöpften – aisatsu ausgetauscht. Doch viel Zeit blieb nicht, um sich in Ruhe zu unterhalten, denn trotz der an jedem Tisch begonnen Gespräche erwartete uns ein letzter Programmpunkt für diesen Tag und so musste unser weiteres Kennenlernen auf später verschoben werden. Nach einer sehr eindrucksvollen Kagura-Aufführung und dem sich anschließenden Interviewtrubel mit lokalen Nachrichtensendern und Reportern von NHK World, begann der Menschenknäuel sich schließlich aufzulösen und die einzelnen Grüppchen aus Gastgebern und Studierenden verteilten sich auf die Fahrzeuge, die auf dem Parkplatz vor dem Bürgerzentrum bereitstanden.

Berfinaz, Denise und ich stiegen gemeinsam mit Herr und Frau M in einen weißen kastigen Toyota. Nach und nach winkten wir einzelnen Autos zu, die an unversehens auftauchenden Häusern hielten und uns mit Lichthupen in die Nacht verabschiedeten. Wir hingegen fuhren immer weiter den Berg hinauf, an sich windenden Schneemauern vorbei und immer weiter in die Dunkelheit hinein. Mir fiel es derweil immer schwerer die Augen offen zu halten, da machte Herr M unversehens einen Schlenker nach links und brachte den Wagen zum Halten. Wir schienen irgendwo im Nirgendwo angekommen zu sein, deshalb stiegen wir aus und standen nun inmitten der Dunkelheit und Kälte.   Weiterlesen

Kagura: ein Tanz für die Götter – aber wie lange noch?

Kagura Titelbild

Foto: Thomas Ladurner

In den Semesterferien waren einige unserer MA-Studierenden zusammen mit Prof. Shingo Shimada zu einer Exkursion in der Präfektur Shimane und haben dort die Auswirkungen des demographischen Wandels für den ländlichen Raum in Japan erforscht. Wir starten dazu nun eine Serie von Artikeln, in denen uns die MA-Studierenden von ihren Erlebnissen berichten. Den Anfang macht heute Thomas Ladurner, der von einem Tanz für die Götter berichtet:

Und im Nu sprang die achtköpfige Riesenschlange hervor und verschlang die Prinzessin Inada. Mit dieser Szene eröffneten die Schausteller des Kagura-Ensembles ihre Performance. Kagura? Noch nie davon gehört? Auch wir Teilnehmer der fünftägigen Japan-Exkursion konnten uns anfangs wenig unter diesem Begriff vorstellen.

Was ist Kagura?
„Halb Nō, halb Kabuki, ein Mix aus beidem kennzeichnet diese theatrale Unterhaltungsform“, erklärt uns zu Beginn der Aufführung Frau Sumikawa, Leiterin des Michikawa Kagura-Ensembles. Und hauptsächlich hier sei dieses Schauspiel anzutreffen, in der zweitkleinsten Präfektur Japans: Shimane. Weiterlesen