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Vortrag zur Entwicklungshilfestrategie Japans

Einen Vortrag zur Entwicklungshilfestrategie Japans gibt es morgen, Freitag, 18. Mai 2018, im japanischen Kulturinstitut in Köln.  Um 19 Uhr trägt Assistant Professor Raymond Yamamoto (Universität Aarhus) zu folgendem Thema vor: „Die Anpassung der japanischen Entwicklungshilfestrategie im Spiegel neuer außen- und innenpolitischer Herausforderungen“.

Details zum Inhalt:

Lange wurde Japan von der OECD für seine wirtschaftsorientierte Entwicklungshilfe kritisiert. Statt soziale Projekte setzte das Land primär auf Wirtschaftsprojekte, die nicht selten von japanischen Unternehmen geplant und implementiert wurden. Als Japan in den 1980er zum weltweit größten Entwicklungshilfe-Geber avancierte, begann es verstärkt die westliche Leitlinie, die sich an Nachhaltigkeit und Menschenrechte orientierte, zu übernehmen. Japans neue Entwicklungshilfe-Charter, die unter Premierminister Shinzō Abe verfasst wurde, sieht allerdings eine verstärkte Ausrichtung an den Wirtschaftsinteressen des Landes vor, eine Rückkehr zu den alten merkantilistischen Prinzipen.

Mehr noch, die Entwicklungshilfe soll ebenfalls den sicherheitspolitischen Interessen des Landes im Asiatisch-Pazifischen Raum dienen. Japan hat beispielsweise bereits begonnen, die Küstenwachen der südostasiatischen Staaten mittels seiner Entwicklungshilfe zu stärken, um Chinas ausdehnende Territorialansprüche im Südchinesischen Meer etwa entgegen zu setzen. Die Veränderungen sind im Einklang mit Abes umstrittener außenpolitischer Leitlinie des „Proaktiven Pazifismus“ (sekkyokuteki heiwa shugi). Dieser Vortrag beleuchtet die außen- und innenpolitischen Hintergründe, die zur drastischen Veränderung der japanischen Entwicklungs-
hilfestrategie geführt haben.