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Nô-Workshop: Vielen Dank!

Wir möchten uns ganz herzlich für das tolle Engagement beim Nô-Workshop bedanken!

Rund 150 Studierende übten am vergangenen Freitag, 28. Februar, zusammen mit dem berühmten Komparu-Ensemble aus Japan, wie man im klassischen Theater besonders elegant weint. Die Veranstaltung, die vom Institut für Modernes Japan in Zusammenarbeit mit dem japanischen Generalkonsulat Düsseldorf und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin organisiert wurde, war für die Universität Auftakt zum Jubiläumsjahr „150 Jahre deutsch-japanische Freundschaft“, das in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird.

„Über einen Mensch mit einem ausdruckslosen Gesicht sagen wir in Japan: Er hat ein Gesicht wie eine Nô-Maske“, erklärte der Nô-Schauspieler Yoshiki Honda den Studierenden. Honda verdeutlichte jedoch mit zwei mitgebrachten Stücken, dass die Masken in Wahrheit alles andere als ausdruckslos sind. Je nach Winkel und Schattenwurf kann sich die Stimmung zum Beispiel von heiter bis betrübt wandeln. Trauer und Betrübnis sind im Nô reichlich zu finden, denn im japanischen Mittelalter, in dem die meisten der Stücke entstanden sind, widmete man sich gerne den Verlierern großer Schlachten und Konflikte. „Vergänglichkeit wurde damals unter den Kriegern als etwas besonders Schönes angesehen“, legte Honda dar.

Fotos: Larysa Harke-Demydenko

Als Handwerker fühlt sich Yoshikatsu Tsukuda, der beim Workshop die Instrumente vorstellte: „Wir bauen mit unseren Werkzeugen die Musik.“ Die Trommeln und die Flöte, die beim Nô-Theater zum Einsatz kommen, haben viele Eigenheiten. Während die große Sanduhrtrommel vor jedem Auftritt mit einem kleinen Ofen getrocknet werden muss, klingt die kleine Sanduhrtrommel bei Feuchtigkeit sogar besser. Die Studierenden beobachteten erstaunt, dass sich die Trommeln in wenigen Augenblicken in all ihre Einzelteile zerlegen lassen.

Nach klassischem japanischen Verständnis erlernt man eine Kunst am besten durch Nachahmen. Dieser Ansatz erwies sich als ideal für den Workshop: Yoshiki Honda sang vor, und die Studierenden wiederholten im Chor. Zur Meisterschaft wird wohl niemand der Teilnehmer mehr gelangen – Honda selbst hat mit drei Jahren begonnen – zumindest aber gab es für die Studierenden anerkennende Blicke von den Profis.