Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kultureinführung stellen auch im Sommersemester wieder besondere Kreativität unter Beweis. Als kleinen Einblick in den Unterricht präsentieren wir hier deutsche Haiku und Poster mit praktischen Lebenstipps aus dem Konfuzianismus.
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Japanisches Marionettentheater und “1.000 Jahre Genji Monogatari” im EKÔ-Haus
Das EKÔ-Haus bietet Interessenten mit zwei Veranstaltungen im August und September wieder die Gelegenheit auch in Deutschland hautnah japanische Kultur zu erleben.
“1.000 Jahre Genji Monogatari” Japanische Seidenreliefbilder aus der Werkstatt von Yōko Nakamura
Fr 27.8.(Eröffnung) – So 19.9., EKŌ-Saal, Eintritt frei. Eröffnung: Dienstag, den 27.8., 18 Uhr
Im Jahr 2008 beging man in Japan ein Jubiläumsjahr anlässlich der Niederschrift des höfischen Romans Genji Monogatari [Die Geschichte vom Prinzen Genji] vor 1.000 Jahren. Dieser als einer der ältesten Romane der Weltliteratur geltende Liebesroman zeichnet zugleich ein Porträt der Adelsgesellschaft im Japan der Heian–Zeit (794–1192) und wird traditionell der japanischen Hofdame Murasaki Shikibu zugeschrieben. Eine im Tempel Ryozan–ji in Kyōto gezeigte Ausstellung umfasste 54 oshie, Reliefbilder aus Seidenstoffen und Japanpapieren, deren einzelne Bildelemente mit Watte unterfüttert und dann zu einem Bild mit räumlicher Wirkung zusammengefügt werden. Dieser Bilderzyklus, der die 54 Kapitel des Romans darstellt, wurde von Yōko Nakamura und ihrer kunsthandwerklichen Gruppe Sainokai gefertigt. Die Szenen bieten nicht nur einen Einblick in das Leben am kaiserlichen Hof zu Beginn des 11. Jhs., sondern zeigen auch das hohe künstlerische Niveau und Geschick in ihren Arrangements und ihrer farblichen Gestaltung, mit der sich harmonisch eine Auswahl hochwertiger Stoffqualitäten, vorrangig Seide, verbindet.
Japanisches Marionettentheater
Einführung und Erläuterungen: Sachiko und Jürgen Meutgens
Di 14.9., 19 Uhr, Kyōsei-Saal
Eintritt: 5 €
Bitte beachten Sie: Kartenbestellungen nur schriftlich mit Zahlungseingang bis spätestens 6.9. möglich. Restkarten an der Abendkasse nur nach Verfügbarkeit!
Auf seiner Deutschlandtournee gastiert der Puppenspieler Mitsuru Kamijo, begleitet von Kumi Fukuda, auch im EKŌ–Haus in Düsseldorf. Er vertritt die traditionelle Puppenspielweise, wie sie aus der Edo–Zeit (1603–1868) überliefert ist. Die gespielten Stücke entstammen dem klassischen Repertoire: Kappore ist ein von Männern auf der Straße getanzter Tanz zu aktuellen Themen, der in dieser Zeit sehr populär war. Yoidore zeigt einen betrunkenen Mann, der auf dem Heimweg von einem Fest über eine sake–Flasche stolpert, sie leert, in Schlaf verfällt, von kraftvoller Musik geweckt wird und in wundersamer Weise anfängt zu tanzen. In Kurokami, einem Frauentanz, wartet eine junge Frau in ihrem Schlafgemach in Ungewissheit auf den Liebsten, der auch die letzte Nacht mit ihr verbracht hatte. Shishimai, der Tanz des Löwen, ist in vielen Ländern Asiens beheimat. Der Volksglaube sagt, durch das laute Gebrüll des Löwen, der durch die Straßen streift, würden schädliche Einflüsse ferngehalten, und er bringe Schutz und Segen in die Häuser.
Studentisches Symposium in Trier
Ein Symposium von Studierende für Studierende veranstaltet die Japanologie Trier von 4. bis 6. November 2010.
Hierfür werden noch studentische Referentinnen und Referenten gesucht – es wäre schön, wenn sich auch Düsseldorfer Studierende daran beteiligen würden!
Hier der Aufruf des Trierer Fachschaftsrates Japanologie, in dem sich alle Details finden:
Metamorphosen der Wirklichkeit – Transformationen des Alltäglichen in Japan
Das künstlerische Schaffen und die sozio-politischen Ordnungssysteme des Menschen bilden seine Umwelt ab, wie er sie wahrnimmt. Dabei spiegeln sich darin nicht nur subjektive Wahrnehmung sondern auch kulturelle Konzepte. Die Überlagerung von Realitätskonstrukt, symbolischer Ebene und transzendenten Elementen verdeutlicht die pluralistische Bedeutung der vom Menschen konstruierten Artefakte und Vorstellungswelten. So verwischt der Mensch beispielsweise die scheinbare Trennlinie zwischen „unberührter Natur“ und „menschengemachter Kultur“ durch Kultivierungs- und Sinnstiftungsprozesse. Japanische Gärten sind Beispiele für eine solche transformierte, kultivierte und mit einem Sinn versehene Natur.
Die historisch gewachsenen kulturellen und sozialen Konstrukte, wie sie in diesen Objekten deutlich werden, verweisen auf Ethik, Moralvorstellungen und Erklärungsmuster der Entstehungszeit. Der Wandel dieser Konstrukte ist somit auch an der Beziehung zwischen Mensch und Objekt ablesbar. Geister, Dämonen und Tiermythen etwa waren Konstrukte menschlicher Erklärungs- und Vorstellungsmuster zur Rationalisierung zeitgenössischer Lebenswelten, deren Bedeutung inzwischen vielleicht zurückgedrängt worden sein mag, aber keineswegs verschwunden ist. Religion, Aberglaube, Mystizismus, aber auch nicht-spirituelle Konstrukte wie Sagen und Legenden entstehen auch in der Gegenwart neu, etwa in der Form von Urban Legends. Auch der Fetischismus hat die Bereiche des Sakralen oder Künstlerischen inzwischen weit überschritten, sei es nun im „Otakuwesen“ oder der boomenden Porno-Industrie.
Das V. Studentische Symposium der Japanologie Trier setzt sich zum Ziel Transformationsprozesse und Deutungskonstrukte der japanischen Geschichte, Kultur und Gesellschaft zu untersuchen und ihre mannigfaltigen Objekte und Artefakte in den Kontext ihrer Rezeptionsdimensionen zu stellen. Dabei soll interdisziplinär verschiedenen Methoden und Themenbereichen nachgegangen werden.
Wie wird kulturelle Identität in Medien transponiert? Wie manipuliert der Mensch seine Umwelt, wie gestaltet er seine Artefakte? Wie wird mit Vorstellungsebenen wie Fetischisierung oder Tabuisierung umgegangen? Wie beeinflussen sich Realität und symbolische Bedeutung? Und wie verhält es sich mit dem Unerklärlichen, dem Unvorstellbaren und dem Undarstellbaren?
Alle interessierten Studierenden können bis zum 01.09.2010 unter fsjapo@uni-trier.de Abstracts zu einem Vortragsthema im Umfang von maximal 300 Wörtern einreichen. Dem Dokument sollten Name und stichwortartig gehaltene biographische Daten beigefügt sein. Die fertigen Vorträge sollten 25 Minuten Länge nicht überschreiten. Jedem Vortrag werden zehn Minuten Diskussionszeit zugedacht.
Nähere Informationen zu bereits abgehaltenen Symposien finden Sie hier.


