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Vortrag: Religion und Politik in Japan

Axel Klein vom DIJ Tokyo besucht am Mittwoch, 15. Juni, unser Institut und hält einen sehr interessanten Vortrag: Religion und Politik in Japan – Der Fall der „Wissenschaft vom Glück“. Die „Wissenschaft vom Glück“ (Kōfuku no kagaku) ist eine sogenannte „Neue Religion“, die in Japan politschen Einfluss sucht und auch in Düsseldorf eine Niederlassung hat. Treffpunkt zum Vortrag ist um 18.30 Uhr im Raum 81. Wir hoffen, dass viele diese tolle Gelegenheit wahrnehmen!

Abstract des Vortrages:

Tempel der WvG in Tokyo; Foto: Flickr cc, sarmoung

Das Verhältnis von Religion und Politik hat beginnend mit der islamischen Revolu­tion im Iran 1979 weltweit an Aufmerksamkeit gewonnen. Seither sind zahlreiche Staaten und Regionen Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen geworden, doch dem Fall Japan wurde bis heute vergleichsweise wenig Beachtung zuteil. Dabei treten hier einige religiöse Organisationen als einflussreiche Akteure im politi­schen System in Erscheinung. Es handelt sich dabei nicht in erster Linie um repräsentative oder gar eine Mehrheit der Bevölkerung einschließende Institutionen des Buddhismus oder Schintoismus. Vielmehr sind es meist so genannte „Neue Religionen“ (shinshūkyō) bzw. ihre noch jüngeren Artgenossen der „Neuen Neuen Religionen“ (shin shinshūkyō), die beispielsweise einzelne politische Forderungen aus ihrer Lehre entwickelten und damit an Regierung und Parteien herantraten. In wenigen Fällen entwarfen diese Glaubensgemeinschaften aber auch eine umfangreiche politische Agenda und schufen darauf aufbauend eine politische Partei. Der bisher letzte Versuch, eine religiöse Partei im japanischen Parteiensystem zu etablieren, erfolgte 2009 durch die Kōfuku no kagaku („Die Wissenschaft vom Glück“, kurz: WvG) und ist Gegenstand dieses Vortrags.