Schlagwort-Archiv: Japan

Neues aus der Kultureinführung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kultureinführung stellen auch im Sommersemester wieder besondere Kreativität unter Beweis. Als kleinen Einblick in den Unterricht präsentieren wir hier deutsche Haiku und Poster mit praktischen Lebenstipps aus dem Konfuzianismus.

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Diskussion über Konflikte im chinesischen Meer

In der Reihe “Außenpolitik live – Diplomaten im Dialog” gibt es bei uns an der Universität am Montag, 3. Juni, eine Podiumsdiskussion zum Thema “Territorialkonflikte im chinesischen Meer”. Zu Gast sind Dr. Volker Stanzel, deutscher Botschafter in Japan, und Dr. Gudrun Wacker von der Stiftung Wissenschaft und Politik.  Prof. Dr. Christian Tagsold vom Institut für Modernes Japan übernimmt die Moderation. Beginn ist um 18.30 Uhr im Hörsaal 2B der Universität Düsseldorf (Gebäude 22.01).

Benefizveranstaltung in Erkrath

Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Erkrath organsiert am Sonntag, 14. April, eine Benefizveranstaltung für Kinder in der Katastrophenregion Japans. Der Erlös der Veranstaltung geht an eine Non-Profit-Organisation in Iwaki (Präfektur Fukushima). Nähere Informationen finden sich auf folgendem Flyer:

Flyer_ganz_neu.doc

Vortragsreihe: Gespenster und Dämonen in der japanischen Kulturgeschichte

Im April gibt es im Eko-Haus in Düsseldorf eine kleine Vortragsreihe, die sich japanischen Geistern und yôkai widmet. Jeweils donnerstags um 18.30 Uhr geht es im Eko-Saal um schaurige Gestalten, ihre Wurzeln und ihre gegenwärtigen Inkarnationen. Hier das Programm:

geistDo 11.04.
Dr. Elisabeth Scherer (Düsseldorf):
“Rache und Verführung im weißen Gewand: Weibliche Geister in der japanischen Kulturgeschichte”

Zerzauste schwarze Haare, ein weißes Kleid, unausweichliche Rache: Die japanischen Geister, die meist weiblichen Geschlechts sind, gelten heute weltweit als Ikonen des Horrorkinos. Doch woher kommt dieses stereotype Äußere, was treibt die Geister an, und warum sind sie so häufig weiblich? Der Vortrag verfolgt die Spuren der weiblichen Geister in der japanischen Kulturgeschichte und widmet sich dabei unter anderem dem japanischen Theater, Holzschnitt–Künstlern und den Kino–Geistern.

Do 18.04.
Dr. des. Nicole Fujimoto (München):
“Yōkai 妖怪 in der Edo–Zeit: Gespenstisches zwischen(Aber)glaube, Spiel und Pop”

Die Edo–Zeit (1603–1868) ist reich an phantasievollen Darstellungen gespenstischer Figuren (yōkai) wie einäugigen Tōfuträgern, langhalsigen Ölschleckerinnen oder Katzenmonstern. Zwar lassen sie sich zu einem Teil auf den Volksglauben zurückführen, aber der Vortrag zeigt auch, wie die yōkai als “Stars” in der städtischen Kultur ein besonderes Eigenleben entwickelten und zur Attraktion und zum Publikumsmagneten nicht nur in Theater, Literatur und Holzschnittkunst, sondern auch zum Beispiel in Schaustellergeschäften, Schießbuden und Spielzeug wurden.

Do 25.04.
Timo Thelen M.A. (Düsseldorf)
“Von Monstern zu Kuscheltieren: Über japanische Fabelwesen in Anime–Filmen”

Das Mittelalter in Japan war eine Epoche Furcht einflößender Kreaturen. Die Monster, die einst für Angst und Schrecken sorgten, blieben durch Bilder und Erzählungen bis in die Gegenwart lebendig. Allerdings hat sich ihr Aufgabenbereich elementar verändert. Anstatt Menschen zu belästigen, zu täuschen oder sogar zu töten, schützen sie im heutigen populären Medium des Anime–Films die bedrohte Umwelt, berichten von einer besseren Vergangenheit und wollen die Menschen über Moral und Ethik belehren. Anhand zahlreicher Beispiele wie GeGeGe no Kitaro, Mein Nachbar Totoro und Pompoko wird gezeigt, wie die Transformation von Monstern zu Kuscheltieren schrittweise vollzogen wurde und wie die Diskurse um Japanizität und Heimat dabei beteiligt waren. Es wird kein Vortrag zum Gruseln, sondern zum Staunen werden.

Eine CD für Japan

benefiets“Benefiets for Japan” – so lautet der Titel einer Doppel-CD, die das Leverkusener Label licht-ung zugunsten von Hilfsprojekten in Nordjapan herausgibt. Johannes Garbe hat 35 Künstler aus der ganzen Welt für dieses außergewöhnliche Projekt gewinnen können, so dass auf den beiden CDs eine sehr große Vielfalt versammelt ist.

Die Stücke stammen alle aus der alternativen Musik-Szene und reichen von abstrakten Noise-Werken über Tanzbares bis hin zu Punkrock. Sogar eine japanische Berühmtheit ist vertreten: Der Acid-Folk-Sänger Tomokawa Kazuki, der seit den 1970er Jahren aktiv ist und mit Regisseuren wie Miike Takashi und Wakamatsu Kôji zusammengearbeitet hat. Einen Überblick über alle auf dem Album vertretenen Künstler und Titel gibt es hier.

Die CD ist über licht-ung erhältlich und kostet 16 Euro, von denen je 5 Euro an das Rote Kreuz und an das Projekt “Heart on Coin” gehen, das Schulen in den betroffenen Regionen unterstützt.

Letzte Berlinale-Nachlese: Senzo ni naru (“Roots”)

Ohayô! Kyô mo ganbarimashô!
“Guten Morgen! Lass uns auch heute unser Bestes geben!”

 

senzo

Naoshi, der Protagonist des Dokumentarfilms (c) Webseite senzoninaru.com

Dieser Satz, gerufen durch einen gelben Trichter, steht am Anfang des Dokumentarfilms Senzo ni naru 先祖になる (“Roots”), der bei der Berlinale vorgestellt wurde. Die Stimme, die durch den Trichter schallt, gehört zu Satô Naoshi, dem mittlerweile 79-jährigen Protagonisten des Films, den der Regisseur Ikeya Kaoru über mehr als ein Jahr begleitet hat. Naoshi, der von seinem gesamten Umfeld vertraulich beim Vornamen genannt wird, hat am 11. März 2011 seinen Sohn durch den Tsunami verloren und das Aramachi-Viertel (in Rikuzentakata, Präfektur Iwate), in dem er lebt, wurde weitgehend zerstört. Das ganbarimashô zu Anfang legt schon den Grundton des Films fest: Es geht nicht in erster Linie um das Leid der Menschen oder um politische Intentionen, sondern um das Schicksal einer einzelnen Person, die mit einem beinahe schon aggressiven Optimismus der gewaltigen Zerstörung trotzt. Das mag auf manche verengt wirken – erwartungsgemäß kam von deutschen Zuschauern der Kommentar, dass sie die Thematisierung von Fukushima vermissten –, trifft in Japan aber sicher auch einen Nerv, zumal der Regisseur mit Naoshi wirklich einen Charakter gefunden hat, der seinesgleichen sucht.

Man erkennt es noch an einer feinen Linie: Mit dem Tsunami kam das Wasser in Naoshis Haus bis in den zweiten Stock. Der Sohn, der sich bei der freiwilligen Feuerwehr engagierte, wurde fortgerissen, als er eine alte Frau in Sicherheit bringen wollte. Doch für Naoshi geht das Leben sofort weiter. Nur einen Tag später, am 12. März, wird seine jüngste Enkelin geboren. Aus Getränkekisten baut er eine Art Hochbett, in dem er zusammen mit seiner Frau und seiner Schwiegertochter, die jetzt Witwe ist, schläft. Kurze Zeit später bestellt sich der Teilzeitbauer und -waldarbeiter eine neue Kettensäge, pflanzt Reis und Buchweizen und freut sich über Gurkenpflanzen, die aus dem Trümmerfeld vor seinem schwer demolierten Haus hervorsprießen.

rikuzentakata

Luftaufnahme der Stadt Rikuzentakata, ehemals eine Stadt von 19.655 Einwohnern. Quelle: Wikipedia

Wenn Naoshi auf Bäume klettert, dicke Stämme fällt oder dem Regisseur und seinem Kameramann einen gigantischen Penis zeigt, den er für einen kleinen Tempel ausgesägt hat, dann merkt man ihm weder sein Alter an, noch die Prostata-Krebserkrankung, die in seinem Körper schwelt. Naoshi wäre unglaubwürdig, hätte man ihn für ein Drehbuch erfunden. So kann man aber nun staunend beobachten, wie dieser zierliche, drahtige alte Mann tatsächlich alles daran setzt, sein Haus genau an der selben Stelle wieder aufzubauen. Trotz der Gefahr weiterer Tsunamis, trotz der Behörden, die das nicht wollen, und trotz der Tatsache, dass fast alle anderen gegangen sind – inklusive seiner Frau. Mit seinem Optimismus steht Naoshi schließlich ziemlich alleine da, lebt aber konsequent das Leben, das für ihn das einzig lebenswerte ist: An dem Ort, aus dem er stammt, unabhängig von Hilfsleistungen, ehrfürchtig vor der Natur, und gosenzo to ishô ni – “zusammen mit meinen Ahnen”.

Der Regisseur Ikeya hatte zunächst vor, als Volunteer in die Katastrophenregion zu gehen, entschied sich dann jedoch dazu, seinen Teil mit einem Dokumentarfilm beizutragen. Naoshi lernte er auf einem Kirschblütenfest kennen, das dieser im Jahr 2011 zeitnah zur Katastrophe organisiert hatte. Ikeya erinnerte sich bei der Berlinale an einen der ersten Sätze, den er von Naoshi dort hörte: “Die Kirschblüten blühen auch dieses Jahr, wie immer.” Der Regisseur übermittelte in Berlin eine Grußbotschaft von Naoshi, und aus dem Publikum kamen Antworten dazu, die Ikeyas Kameramann aufzeichnete. So wurde eine – wenn auch sehr zarte – Verbindung zwischen Berlin und Rikuzentaka geknüpft.

Zum Film gibt es eine Webseite, auch auf Englisch, auf der man viele Informationen und einen Trailer findet.

Japan auf der Berlinale 2013 / Cold Bloom

Die Auswirkungen der Katastrophe vom 11. März 2011 auf das Filmschaffen in Japan sind auch auf der diesjährigen Berlinale wieder sehr deutlich spürbar. Dass dieses Jahr nur fünf neue Filme aus Japan in Berlin vertreten sind – merklich weniger als in den Vorjahren – zeigt, dass die Filmindustrie sich nur langsam erholt. Drei der fünf Filme beschäftigen sich außerdem direkt oder indirekt mit der Katastrophe. Heute Abend feiert im Friedrichstadtpalast Yamada Yôjis neuer Film Tokyo Kazoku 東京家族 (“Tokyo Family”) seine Premiere, ein Remake des Meisterwerks von Ozu Yasujirô. Ein gewagtes Projekt, auf das man gespannt sein darf.

Funahashi Atsushi, der letztes Jahr seinen eindringlichen Dokumentarfilm “Nuclear Nation” vorgestellt hat, präsentierte am Montag sein neues Werk Sakura namiki no mankai no shita ni 桜並木の満開の下に (“Cold Bloom”), eine Liebesgeschichte, die sich in einer von dem Tsunami gebeutelten Region entfaltet.

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“Cold Bloom” ist aus einer Menge vielversprechender Zutaten zusammengemengt. Mit der Stadt Hitachi in Ibaraki-ken hat Funahashi Atsushi eine Location gefunden, an der sich vieles konzentriert: Die Zerstörung durch den Tsunami, der langsame Zerfall einer ehemaligen Keimzelle der japanischen Wirtschaftskraft und die Perspektivlosigkeit der örtlichen Jugendlichen. Die Szenerie wird bestimmt von alten Fabrikgebäuden, Trümmerresten und einem wild schäumenden Meer. Die altmodische kleine Firma, in der die Geschichte spielt, ist ein treffend gewählter Ort für das Aufbäumen gegen den Niedergang einer Region. Per Hand stanzt eine Handvoll Mitarbeiter an altmodischen Maschinen Metallteile aus, der Computer im Büro ist eine Antiquität und die morgendlichen Parolen von einer “akarui mirai”, einer strahlenden Zukunft, wirken reichlich bizarr.

Funahashi ließ Beobachtungen in seinem Film einfließen, die er während seiner Reisen in der Region gemacht hat. Der Streit zwischen japanischen und chinesischen Arbeitern, der in dem Film immer wieder einmal aufbrandet, verdeutlicht nach Ansicht des Regisseurs ein Symptom, das sich derzeit in Japan beobachten ließe: “Menschen sind unzufrieden, können aber niemanden direkt dafür anklagen, deswegen lassen sie es an dem Typen aus, den sie direkt vor sich haben.” – In diesem Fall der chinesische Arbeiter, der fleißig ist, weniger Geld nimmt und daher zur Konkurrenz wird.

Funahashi hat hier also einen vielschichtigen Hintergrund für eine Geschichte gewählt, deren Umsetzung schon vor 3/11 geplant war und in ihren Grundzügen unverändert geblieben ist. Mit seiner Geschichte hatte Funahashi nach Eigenaussage nicht weniger vor, als die “essence of human mind” einzufangen. Stattdessen ist es aber leider nur eine schleppende und wenig glaubwürdige Liebesgeschichte geworden, die nicht nur unter dem plumpen Spiel der Hauptdarsteller leidet. Den Zuschauer beschleicht das Gefühl, dass dieser Drehort so viele Geschichten zu erzählen gehabt hätte – hätte man ihn gelassen und nicht versucht, ihm ein Buch aus der Schublade aufzupfropfen.

Funahashi verfolgt neben seinen Spielfilm-Projekten auch dokumentarisch das Schicksal der Menschen von Futaba weiter, die im Mittelpunkt von “Nuclear Nation” standen – das lässt auf einen besseren Film im nächsten Jahr hoffen.

 

Einen Trailer zu dem Film gibt es hier.

Tipp: Einführung in CrossAsia

Die virtuelle Fachbibliothek Ost- und Südostasien CrossAsia wird am Donnerstag, 10. Januar, bei uns am Institut vorgestellt. CrossAsia ist eine Plattform, über die verschiedenste wertvolle Rechercheinstrumente verfügbar sind, zum Beispiel ein Zugang zu den Archiven der Tageszeitungen Yomiuri Shinbun und Asahi Shinbun. Der Zugang ist für Studierende an unserem Institut kostenlos. Ursula Flache von der Staatsbibliothek Berlin, die CrossAsia betreibt, stellt das Angebot und die Funktionsweise umfassend vor.

Die Präsentation beginnt am 10.1.2013 um 14.30 Uhr im Raum 23.02.U1.24. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Infoveranstaltungen zum Japanaufenthalt

Auch dieses Semester informieren Kaori Fujita und Studierende, die bereits in Japan waren, wieder über die Möglichkeit des Auslandsstudiums an unseren Partnerunviersitäten und über alles, was man in diesem Zusammenhang wissen muss. Treffpunkt ist jeweils mittwochs von 16.30 bis 18 Uhr im Raum 81.

Hier das Programm:

17.10. 

- Allgemeine Information über das Studium & Praktikum in Japan (Prof. Dr. Shimada, Fujita)
- DAAD-Stipendium (BA+Programm: Michiko Uike-Bormann, Birte Hauke, Melanie Kopf, Lisa Wäntig, Michael Herold; DAAD-Jahresstipendium: Jacqueline Spisa, Imke Schmidt)

24.10.

Japanaufenthalt für Master-Studierende
(Osaka-Universität: Ludgera Lewerig, Kanazawa-Universität: Timo Tehlen, Ferris-Universität: Lara Pecelin, Katharina Hülsmann)

14.11.

Partneruniversitäten I – private Universitäten
(Keio: Lisa Wäntig, Bunkyo: Christian Bieneck)

28.11.

Partneruniversitäten II – staatliche Universitäten
(Osaka:N.N., Ryukyu: Birte Hauke, Sandy Mischak, Jasmin Hutzheimer, Franz Schmatz, Melanie Kopf, Chiba: Rebecca Hemer, Michael Herold)

12.12.

Auslandsstudium auf eigene Kosten & Auslands-BAföG
(Auslands-BAföG: Sebastian Steinfelder, Keio-Universität: Tabea Weidinger, Doshisha-Universität: Sarah Schnee, Kobe Fremdsprachenuniversität: Robert Kägler)

09.01.

Sonstige Programme/Sprachkurse in Japan (Charlotte Schneider, Alexander Schander)

23.01.

Working Holiday & Praktikum (Sara Schmitz, Dominik Puszicha)

 

Praktikum bei Audi in Japan

Zur Verstärkung des Teams in Tokyo sucht Audi Japan kompetente und motivierte Praktikanten für die Abteilungen HR, Marketing, Sales, After Sales und Finanzen/Controlling. Kenntnisse der japanischen Sprache sind für eine erfolgreiche Bewerbung Voraussetzung. Das Praktikum dauert mind. 6 Monate und die Praktikanten erhalten entweder eine Unterkunft oder eine finanzielle Unterstützung, außerdem gibt es ein Bahnticket.

Interessierte können Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Bewerbungsformular, Anschreiben, Zeugnisse) per Email zusenden. Ein Bewerbungsformular und die Ausschreibung (inkl. Kontaktdaten d. Ansprechpartner) leitet Ihnen Elisabeth Scherer gerne weiter.

Die Ausschreibung findet sich aber auch online hier.