Schlagwort-Archiv: Gespenster

Vortragsreihe: Gespenster und Dämonen in der japanischen Kulturgeschichte

Im April gibt es im Eko-Haus in Düsseldorf eine kleine Vortragsreihe, die sich japanischen Geistern und yôkai widmet. Jeweils donnerstags um 18.30 Uhr geht es im Eko-Saal um schaurige Gestalten, ihre Wurzeln und ihre gegenwärtigen Inkarnationen. Hier das Programm:

geistDo 11.04.
Dr. Elisabeth Scherer (Düsseldorf):
„Rache und Verführung im weißen Gewand: Weibliche Geister in der japanischen Kulturgeschichte“

Zerzauste schwarze Haare, ein weißes Kleid, unausweichliche Rache: Die japanischen Geister, die meist weiblichen Geschlechts sind, gelten heute weltweit als Ikonen des Horrorkinos. Doch woher kommt dieses stereotype Äußere, was treibt die Geister an, und warum sind sie so häufig weiblich? Der Vortrag verfolgt die Spuren der weiblichen Geister in der japanischen Kulturgeschichte und widmet sich dabei unter anderem dem japanischen Theater, Holzschnitt–Künstlern und den Kino–Geistern.

Do 18.04.
Dr. des. Nicole Fujimoto (München):
„Yōkai 妖怪 in der Edo–Zeit: Gespenstisches zwischen(Aber)glaube, Spiel und Pop“

Die Edo–Zeit (1603–1868) ist reich an phantasievollen Darstellungen gespenstischer Figuren (yōkai) wie einäugigen Tōfuträgern, langhalsigen Ölschleckerinnen oder Katzenmonstern. Zwar lassen sie sich zu einem Teil auf den Volksglauben zurückführen, aber der Vortrag zeigt auch, wie die yōkai als „Stars“ in der städtischen Kultur ein besonderes Eigenleben entwickelten und zur Attraktion und zum Publikumsmagneten nicht nur in Theater, Literatur und Holzschnittkunst, sondern auch zum Beispiel in Schaustellergeschäften, Schießbuden und Spielzeug wurden.

Do 25.04.
Timo Thelen M.A. (Düsseldorf)
„Von Monstern zu Kuscheltieren: Über japanische Fabelwesen in Anime–Filmen“

Das Mittelalter in Japan war eine Epoche Furcht einflößender Kreaturen. Die Monster, die einst für Angst und Schrecken sorgten, blieben durch Bilder und Erzählungen bis in die Gegenwart lebendig. Allerdings hat sich ihr Aufgabenbereich elementar verändert. Anstatt Menschen zu belästigen, zu täuschen oder sogar zu töten, schützen sie im heutigen populären Medium des Anime–Films die bedrohte Umwelt, berichten von einer besseren Vergangenheit und wollen die Menschen über Moral und Ethik belehren. Anhand zahlreicher Beispiele wie GeGeGe no Kitaro, Mein Nachbar Totoro und Pompoko wird gezeigt, wie die Transformation von Monstern zu Kuscheltieren schrittweise vollzogen wurde und wie die Diskurse um Japanizität und Heimat dabei beteiligt waren. Es wird kein Vortrag zum Gruseln, sondern zum Staunen werden.