Schlagwort-Archiv: Gender-Workshop

24. Gender-Workshop CfP: Krise, Resilienz und Geschlecht

Dieses Jahr findet der Gender Workshop am Montag, den 30. Oktober und Dienstag, den 31. Oktober direkt vor der Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung in Wien statt.

Das Thema ist: „Krise, Resilienz und Geschlecht“.

Sich verstärkende ‚Vielfachkrisen’ stellen gegenwärtig postindustrielle kapitalistische Gesellschaften immer wieder vor neue Herausforderungen. So wirken ökonomische, ökologische und soziale Krisen zusammen, was zu wachsender Brisanz wie auch Komplexität ihrer Prozesse und Folgen führt. Sie  können auf nationaler wie auch auf globaler Ebene entstehen oder in Wechselwirkung beider Ebenen verlaufen. In Japan überkreuzen und verflechten sich ökologische Katastrophen wie die von Fukushima, die ökonomische Stagnation mitsamt Prekarisierung und Verarmung und die Krisen und Herausforderungen des demographischen Übergangs. Allerdings wirken sich die Vielfachkrisen in intersektionaler Sicht unterschiedlich aus.

Auf dem Gender-Workshop 2017 sollen diese Krisensituationen in Japan und der Umgang mit ihnen durch die verschiedenen AkteurInnen untersucht werden. Dabei interessieren sowohl Ansätze, Strategien und engagierte AkteurInnen wie auch Widerstandsverhalten, also Resilienz im Alltag.

Die ökonomische Krise, insbesondere die langanhaltende wirtschaftliche Stagnation wirkt sich auf Arbeitsmarkt und Gesellschaft aus. Das bringt verschiedenartige, neue Herausforderungen an die Geschlechterordnung mit sich. In der japanischen Öffentlichkeit werden diese mit verschiedenen Diskursen thematisiert. Eine wesentliche Frage ist die zunehmende Verarmung und Prekarisierung, in der Differenzgesellschaft (kakusa shakai). Frauen reagieren auch mit späterer Heirat (bankonka) oder einem Lebensentwurf als Ledige. Auch bei Männern zeigen sich Veränderungen und Resilienz angesichts der Vielfachkrisen, wie Trends zur Vielfalt unter jungen Männern oder zu weichen Männlichkeiten (sōshokukei danshi), die Hinterfragung der ‚bread-winner‘-Norm und eine stärkere Beteiligung an der Kindererziehung. In der alternden Gesellschaft (kōreika shakai) steigt der Bedarf an Pflege, der nach wie vor in erster Linie von Frauen gedeckt wird. So stellt sich eine Reproduktionskrise sowohl für das Kinderbekommen und –versorgen wie auch für die Pflege im Alter.

Die ökonomische und die Reproduktionskrisen wirken mit der ökologischen Krise zusammen. Sowohl die Nachwirkungen der Umweltkatastrophe von Fukushima als auch die Qualität von Essen, Luft oder Wasser haben geschlechtsspezifische Auswirkungen. Es haben sich bisher vor allem Mütter sich in diesem Zusammenhang engagiert, und haben so sich verschiedene, vor allem lokale Initiativen in der Zivilgesellschaft gebildet. Das „Mothers‘ Radiation Lab Fukushima“ etwa wurde 2011 von besorgten Müttern gegründet und führt seitdem unabhängige, wissenschaftliche Strahlenmessungen und seit diesem Jahr auch medizinische Untersuchungen durch.

Es stellt sich die Frage der kulturellen Auseinandersetzungen um die Vielfachkrisen und Geschlecht: Welche Genderbilder und -ideale werden im medialen, gesellschaftlichen und politischen Krisendiskurs reproduziert oder neu entwickelt? Finden sich in der Populärkultur trotz weitreichender Thematisierung der Krisen auch noch Utopien von Partizipation und Gleichberechtigung und wie werden Krisen in der Literatur, im Film und in neuen Medien der Populärkultur überwunden?

Die Politik hat auf diese Vielfachkrisen und die Mediendiskurse eher ansatzweise reagiert: So sollen Konzepte wie Work-Life-Balance ermöglichen, mehr Zeit für Familie und Kinder zu schaffen. Durch Strategien wie ninkatsu soll außerdem einer Fertilitätskrise entgegengewirkt werden. Gleichzeitig sollen Frauen durch Premierminister Abe Shinzōs „Womenomics“, die Teil seiner Wirtschaftspolitik „Abenomics“ sind, aber auch stärker in die Arbeitswelt eingebunden werden.

In der Geschlechterforschung wie auch in den Kultur- und Sozialwissenschaften werden die Vielfachkrisen intensiv diskutiert. Neue Theorieansätze wie etwa Mari Osawas Konzept des Livelihood Security System bieten wichtige Zugänge sowohl zur Krisendiagnose wie auch für Lösungsansätze.

Wir erbitten Beiträge zum Gender Workshop 2017 zu diesen Fragen.

Wie immer wird der Workshop neben der thematischen Session eine Open Session haben. Wir laden dazu ein, Beiträge einzubringen, die Dissertationsvorhaben und Forschungsprojekte aus dem Bereich der auf Japan bezogenen Geschlechterforschung vorstellen.

Wir bitten alle, die einen Vortrag in der thematischen oder der Open Session halten möchten, um ein kurzes Abstract (maximal eine Seite) zu ihrem Thema. Bitte mailen Sie das Abstract bis zum 31. August an Anna-Lena von Garnier (garnier@phil.hhu.de). Sie steht Ihnen bei Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Kontakt:

Anna-Lena von Garnier M.A.

Institut für Modernes Japan

garnier@phil.hhu.de

0211-81-10819

 

 

Gender-Workshop 2016

Auch in diesem Jahr findet der Gender-Workshop „Geschlechterforschung zu Japan“ statt, wie immer vorgelagert zur VSJF-Jahrestagung, dieses Mal vom 17.-18.11.2016 in Duisburg.

Das Programm finden Sie hier:

Donnerstag, 17.11.2016
15:00-15:30 Uhr
Begrüßung
(Ilse Lenz, Michiko Mae, Julia Siep, Katharina Hülsmann)
15:30-16:15 Uhr
Gendered Transnational Mobility and Space – Analyzing Education and Career Mobility of Japanese Corporate Elites
(Jaok Kwon, Universität Heidelberg)

16:15-16:45 Uhr
Kaffeepause

16:45-17:30 Uhr
The Women Drivers: Gender and Mobility in Kirino Natsuo’s Novels
(Mina Qiao, Universität München)

17:30-18:00 Uhr 
Diskussion zum Thema


 

Freitag, 18.11.2016
9:00-9:45 Uhr
Lebensraum Share House – eine Wohngemeinschaft als „sicherer Hafen“
(Jasmin Böhm, Universität Trier)

9:45-10:30 Uhr
Liebes(t)räume – Die Aushandlung von Geschlechterrollen in Paarbeziehungen in Japan
(Nora Kottmann, Universität Düsseldorf)

10:30-11:00 Uhr
Kaffeepause

11:00-11:45 Uhr
Gender und Körperlichkeit – Essstörungen in den Werken Kanehara Hitomis
(Anna-Lena von Garnier, Universität Düsseldorf)

11:45-12:30 Uhr
Abschlussdiskussion


Kontakt:
Dr. Julia Siep
Institut für Modernes Japan
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
siep@phil.hhu.de, 0211-81.14709

 

Tipp: VSJF-Jahrestagung in Duisburg

Für alle, die gerne die Atmosphäre auf einer japanologischen Tagung kennenlernen möchten, und ganz besonders für unsere Master-Studierenden – die Tagungsbesuche im Being-Academic-Modul anrechnen lassen können – gibt es im November eine tolle Gelegenheit: Die Jahrestagung der Vereinigung für Sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) findet vom 17. bis 20. November in Duisburg statt! Das Programm steht diesmal unter dem Thema „Mobility and the City of the Future“, in den Fachgruppen werden aber auch viele andere Themenbereiche diskutiert. Am 17./18. November besteht die Möglichkeit, den Gender-Workshop zu besuchen, den unser Institut organisiert.

Für Studierende kostet die Teilnahme an dem gesamten Programm 40 Euro (inkl. Essen), die Anmeldung ist online hier möglich. Wer am Gender-Workshop teilnehmen möchte, zahlt 10 Euro für die Kaffeepausen.

23. Gender-Workshop CfP: Genderräume und -mobilitäten

Auch in diesem Jahr findet wieder direkt vor der Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung am 17. und 18. November 2016 der Gender-Workshop statt. Das Schwerpunktthema dieses Jahres ist: Genderräume und -mobilitäten. Die Abstracts werden bis zum 18. September 2016 erbeten.

Weiterlesen

22. Gender Workshop – Programm

Auch in diesem Jahr wird wieder vorgelagert zur Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) der Gender-Workshop am 19. und 20. November stattfinden. (Anmeldefrist 15. Oktober 2015!!) Das Thema dieses Jahr sind „Geschlechter-risiken und -konflikte in Japan“.

Hier finden Sie das Programm für den zweitätigen Workshop:

Weiterlesen

22. Gender-Workshop CfP: Geschlechterrisiken und -konflikte in Japan

Auch in diesem Jahr wird wieder vorgelagert zur Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) der Gender-Workshop am 19. und 20. November stattfinden. Der Titel dieses Jahr lautet: „Geschlechterrisiken und -konflikte in Japan„. Bis zum 31. August werden Abstracts erbeten, alle Informationen finden Sie hier: Weiterlesen

20. Gender-Workshop

difference

Flickr cc, CanadianAEh

Von 21. bis 22. November 2013 findet in Berlin der 20. Gender-Workshop Geschlechterforschung zu Japan statt. Tema ist: „Gender und andere Differenzen: neue Ungleichheiten oder neue Chancen in der Differenzgesellschaft (kakusa-shakai)?“ (Programm siehe unten). Wer an dem Workshop teilnehmen möchte kann sich mit diesem Formular registrieren (die Teilnahme ist unabhängig von der Teilnahme an der VSJF-Jahrestagung). Es wird ein kleiner Unkostenbeitrag von 10 Euro erhoben.  Weiterlesen

CFP 20. Gender-Workshop Geschlechterforschung zu Japan

Thema: Gender und andere Differenzen: neue Ungleichheiten oder neue Chancen in der Differenzgesellschaft (kakusa-shakai)?

Zeit: 21.–22. November 2013 in Berlin

Bis zum 30. September könnten noch Themenvorschläge für den diesjährigen Gender-Workshop eingereicht werden. Alle Informationen dazu finden Sie hier: Weiterlesen

Gender-Workshop bei der VSJF-Tagung

Unter dem Titel „Genderdimensionen in der Beziehung zwischen Japan und seinen Nachbarn in Ost- und Südostasien“ steht der diesjährige Gender-Workshop am 22. und 23. November bei der Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) in Weingarten im Tagungshaus der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Die Veranstaltung selbst ist bis auf eine Umlage von insgesamt 10 € für die zwei Kaffeepausen kostenlos, allerdings beinhaltet das Anmeldeformular außerdem die Kosten für Übernachtung und Frühstück im Veranstaltungshaus (Einzelzimmer insgesamt 62 €).

Die Anmeldung zum Gender-Workshop erfolgt über die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Weitere Informationen zum Gender-Workshop und zum Veranstaltungsort erhalten Sie hier.
Bei inhaltlichen Rückfragen zum Workshop wenden Sie sich bitte an Phoebe Holdgrün (holdgruen@dijtokyo.org).

 

Hier das Programm im Detail:

Donnerstag, 22.11.2012 – Schwerpunktthema

14:30–15:00 Uhr PHOEBE HOLDGRÜN UND INA HEIN
Begrüßung

15:00–16:00 Uhr CLAUDIA DERICHS (Philipps-Universität Marburg)
Keynote: Asiatische Feminismen? Perspektiven auf Gender, Japan, Südostasien

16:00–16:30 Uhr Kaffeepause

16:30–17:15 Uhr CAROLA WANKE (Universität Heidelberg)
Comfort Women – Women of Conformity. Zum Werk der Künstlerin Shimada Yoshiko

17:15–18:00 Uhr FRAUKE KEMPKA (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Hausfrauen, Prostituierte und elitäre Studenten. Konstruktionen südostasiatischer MigrantInnen in Beppu

Freitag, 23.11.2012 – Open Session für NachwuchswissenschaftlerInnen

9:30–10:15 Uhr BARBARA HOLTHUS (DIJ, Tokyo)
Elterliches Wohlbefinden: Eine neue Sicht auf die Herstellung von Geschlecht in japanischen Familien

10:15–11:00 Uhr MONIKA SCHRIMPF (Universität Bayreuth)
Zwischen Popkultur und Reformbuddhismus: Zum Religions- und Selbstverständnis von Frauen im gegenwärtigen japanischen Buddhismus

11:00–11:30 Uhr Kaffeepause

11:30–12:15 Uhr RONALD SALADIN (Universität Trier)
Alte neue Männlichkeiten in japanischen Modezeitschriften für junge Männer