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Futatsume No Mado beim Internationalen Frauenfilmfestival

Vom 14. bis zum 19. April 2015 findet in Köln und Dortmund das Internationale Frauenfilmfestival statt.

Besonders interessant: Am Donnerstag, 16 April (Dortmund) um 18:00 Uhr und am Sonntag, 19 April (Köln) um 16:30 Uhr wird der japanische Film Futatsume No Mado (Still in the Water) gezeigt. Weiterlesen

„Nuclear Nation“ in Köln

Eine Empfehlung: Der Dokumentarfilm „Weit entfernt von der Heimatstadt Futaba – Nuclear Nation I + II“ (OmeU) wird demnächst im Japanischen Kulturinstitut in Köln gezeigt. Am zweiten Tag wird der Regisseur des Films, Atsushi Funahashi, zu einem Gespräch anwesend sein.

10.02.2015 (Di) 19:00 Uhr (Teil 1)
11.02.2015 (Mi) 19:00 Uhr (Teil 2)

Informationen zu diesen sehr spannenden Filmen gibt es auf der offiziellen Webseite und in einem Artikel hier auf unserem Blog.

 

8. Japanische Filmwoche

 

Im neuen Jahr laden das Japanische Generalkonsulat, das Filmmuseum und die Japan Foundation zur achten japanischen Filmwoche.

Vom 17. bis 30. Januar werden in der Blackbox japanische Filme verschiedener Genre und Anime im Original mit deutschen und englischen Untertiteln gezeigt.
Vorgeführt werden unter anderem „Mein Nachbar Totoro“, “ Ame & Yuki – Die Wolfskinder“ und „Osaka Story“.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf.

Das Programm mit allen Filmen und allen Zeiten gibt es hier.

Das Besuchen aller Vorführungen ist komplett kostenlos. Es gibt keine Möglichkeit zur Platzreservierung im Voraus, sondern ab 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn werden die Karten an der Kasse des Filmmuseums ausgegeben.

Übersetzung eines Dokumentarfilms – Bericht

3gatsu11nichiWie bereits angekündigt gibt es bei uns nächste Woche eine Premiere: Am Donnerstag um 16.30 Uhr wird der Film „Stunden der Katastrophe“ vorgeführt, den Studierende unseres Instituts dieses Semester in dem Kurs „Studentisches Übersetzungsprojekt eines japanischen Dokumentarfilms – Stimmen aus Japan nach der Katastrophe“ übersetzt haben. In dem halbjährigen Projekt, das durch den Lehrförderungsfonds unterstützt wurde, haben die Studierenden selbständig deutsche Untertitel für den Film erarbeitet. Sandra Prati, die an dem Kurs teilgenommen hat, berichtet hier von der Arbeit:   Weiterlesen

Filmvorführung: „Stunden der Katastrophe“

3gatsu11nichiEine Premiere gibt es am Donnerstag, 18. Juli, bei uns am Institut: Der Dokumentarfilm „Stunden der Katastrophe – Berichte aus Japan vom 11. März“ (jap. 3gatsu 11nichi wo ikite) ist erstmals in einer deutschen Version zu sehen. Studierende unseres Instituts haben den Film in einem Projekt, das von Mai Umezaki und Adam Jambor geleitet wird, selbst übersetzt und mit deutschen Untertiteln versehen.

Die Dokumentation beschäftigt sich damit, wie die Menschen in Nordjapan die Katastrophe vom 11. März 2011 erlebt haben. Das Filmteam sprach mit Schülern und Lehrern aus der Stadt Ishinomaki, die von den schrecklichen Ereignissen schwer betroffen war. Der Film vermittelt so über Einzelschicksale eine sehr persönliche Sicht auf die ersten Stunden nach der Katastrophe.

Beginn der Vorführung ist um 16.30 Uhr im Hörsaal 2B. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Fukushima-Filme zeigen Leben mit der Strahlung

Die Trauer um die Toten, der Verlust von Heimat, wirtschaftlicher Niedergang – die Katastrophe vom 11. März 2011 ist innerhalb kurzer Zeit im japanischen Film schon von vielen Seiten beleuchtet worden. Unter den japanischen Beiträgen bei der diesjährigen Berlinale beschäftigten sich die Spielfilme Kujira no machi, Tôkyô kazoku und Cold Bloom mit der Katastrophe. Die Atomkatastrophe und die verheerenden Folgen der austretenden Radioaktivität allerdings waren bisher nur im Bereich des Dokumentarfilms präsent (z.B. Nuclear Nation, Friends after 3.11, Radioactivists).

Das hat sich jetzt geändert: Beim diesjährigen japanischen Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt gab es gleich zwei Spielfilme, die sich mit der unsichtbaren nuklearen Bedrohung auseinandersetzen. Kibô no kuni („Land of Hope“) von Sono Sion spielt in einer Zukunft, in der in Japan erneut ein Reaktor zerstört wird. Durch die Protagonisten – ein altes Bauernpaar, ihren Sohn und dessen schwangere Frau – erlebt der Zuschauer Ausweglosigkeit und verzweifeltes Aufbäumen. Odayakana nichijô (int. Titel „Odayaka“) schildert in schlichten, alltagsnahen Bildern die Reaktionen der Menschen auf die Katastrophe irgendwo im Großraum Tokyo. Der Regisseur Uchida Nobutera konzentriert sich dabei auf zwei Frauenfiguren, die sich um die Gesundheit der Kinder sorgen, mit ihren Befürchtungen jedoch den Missmut ihres Umfeldes auf sich ziehen.

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Vortrag zur Filmuntertitelung

untertitelEinen Vortrag zum Berufsbild des Deutsch-Japanisch-Übersetzers im Bereich Filmuntertitelung gibt es am Donnerstag, 18. April, um 16.30 Uhr im Hörsaal 3F. Reglindis Helmer, die selbst in diesem Bereich tätig ist, erläutert, was ihr Beruf alles umfasst. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ein Fukushima-Film von Iwai Shunji: „Friends after 3.11“

„Friends after 3.11“ von dem bekannten Independent-Regisseur Iwai Shunji ist eigentlich kein Film für die große Leinwand. Hauptsächlich zeigt er „talking heads“, das heißt Menschen die Fragen stellen – in diesem Fall sind das der Regisseur selbst und die Schauspielerin Matsuda Miyuki – und Menschen, die darauf antworten. Weil sich „Friends after 3.11“ aber mit der Katastrophe in Japan beschäftigt und der Film damit eine große Aktualität und Brisanz besitzt, hat es die Dokumentation dennoch auf die Berlinale geschafft. In Japan wurde der Film in einer anderen Version im Fernsehen gezeigt, ab 10. März lauft er auch im Kino.

Es ist ein sehr breites Themenspektrum, das Iwai Shunji mit den Interviews anspricht, die er gemeinsam mit Matsuda Miyuki geführt hat, denn die Gesprächspartner könnten diverser nicht sein: Ein Teenie-Star in Schuluniform, der gegen Atomkraft protestiert, Professoren, den Vorsitzenen einer NGO, die sich gegen Selbstmord einsetzt, der Schauspieler Yamamoto Tarô, Journalisten und Regisseure. Viele sind enge Freunde des Regisseurs, der Film war Iwai ein großes Anliegen. Trotz dieser Vielfalt und Motivation bleibt der Ertrag jedoch leider oft dünn und bewegt sich im Bereich von Allgemeinplätzen.

Mitfühlen kann man immerhin mit Kitagawa Eriko, einer Drehbuchautorin, die ihre Sorgen als Mutter äußert und schildert, wie sie sich seit Fukushima fühlt, wenn sie Essen geht: „Ich überlege dann, wo die Zutaten wohl herkommen mögen. Wenn ich aber den ersten Bissen nehme, dann schmeckt es einfach nur lecker.“ Genau diese Unsichtbarkeit der Gefahr, die von der atomaren Verseuchung ausgeht, ist immer wieder Thema der Gespräche. Alles sieht so normal aus.

Skurril wirkt der Auftritt von Professor Takeda Kunihiko, der dazu aufruft, mehr CO2 auszustoßen und eine baldige Eiszeit ankündigt. Immerhin spricht er, der bei Asahi Kasei für Forschung zur Urananreicherung zuständig war, sich mittlerweile klar gegen Atomkraft aus.  Ein anderer Professor, Koide Hiroaki (Universität Kyôto), entschuldigt sich, dass er nichts gegen die Katastrophe tun konnte. Seit langem forscht er im Bereich Nuklearenergie und ist mit wachsender Erkenntnis zu einem entschiedenen Gegner der Technik geworden. Viele verstünden den Ernst der Lage nicht: „Die Situation jetzt gerade ist schlimmer als Krieg“, ist sein Fazit zu Fukushima.

Einige aufschlussreiche Momente also hat der Film, was ihm aber im Vergleich zu dem bewegenden Dokument „Nuclear Nation“ weitgehend fehlt ist Unmittelbarkeit und Emotionalität. Auch wenn einige Aufnahmen aus dem Katastrophengebiet eingestreut sind, es ist doch hauptsächlich ein „Sprechen über“ und kein „Zeigen“, das in „Friends after 3.11“ geschieht. So beklagt die Regisseurin Kamanaka Hitomi, dass umliegende Gemeinden in der Vergangenheit von den Fukushima-Reaktoren profitierten und die Menschen dafür die Schönheit ihrer Dörfer opferten – und blendet dabei die Hintergründe ebenso aus wie die Tatsache, dass die Reaktoren vor allem für Tokyo und andere große Städte (und damit für alle) gebaut wurden.

Als emotionaler Höhe- und Schlusspunkt mit Musikuntermalung muss schließlich herhalten, wie Fujinami Kokoro, das Teenie-Sternchen, beim Besuch in den vom Tsunami zerstörten Gebieten in Tränen ausbricht. Iwai Shunji wollte in seinem Film viel zusammenbringen; es wäre wohl besser gewesen, sich zu beschränken.

Als Film mag „Friends after 3.11“ mehr oder weniger gescheitert sein, als Projekt hat Iwai Shunjis Engagement aber jetzt schon einen großen Erfolg zu verzeichnen. „Friends after 3.11“ zeigt, dass es in Japan viele Intellektuelle, Stars und auch Sternchen gibt, die sich sehr kritisch äußern und ihre Bekanntheit nutzen, um auf Ihr Anliegen – einen anderen Umgang mit der Katastrophe und den Ausstieg aus der Atomkraft – aufmerksam zu machen.

Teile von „Friends after 3.11“ können auf der Webseite von Shunji Iwai angesehen werden. Gemeinsam mit Matsuda Miyuki und anderen veranstaltet Iwai die sogenannten ロックの会, die dem Austausch zu Katastrophe und Kernenergie dienen. Informationen dazu gibt es auf einer Webseite und bei facebook.

Fukushima-Filme auf der Berlinale: „Nuclear Nation“

Etwas weniger japanische Filme sind dieses Jahr bei der Berlinale vertreten, dafür aber um so wichtigere: Gleich drei Dokumentationen beschäftigen sich mit der Katastrophe vom 11. März.
Auch wenn manch einer das Gefühl haben mag, übersättigt zu sein vom Bildmaterial, das viele Monate die Medien überflutete – verwüstete Landschaften, wirr aufeinandergestapelte Überreste von Häusern, verzweifelte Menschen – auch wenn kritisiert wurde, dass „jeder, der eine Kamera halten kann“ versucht hat, in Nordjapan zu drehen: Filme wie „Nuclear Nation“ haben einen großen Wert, sie können ganz andere Einblicke gewähren als Nachrichtenbilder oder Online-Bildergalerien mit den spektakulärsten Aufnahmen der Verheerung.

Und es ist eben nicht die bloße Verheerung, die der Regisseur Funahashi Atsushi in den Mittelpunkt seines Films stellen will, sondern es ist das Leben der Menschen, die am schwersten von der Katastrophe betroffen sind, und das Warten dieser Menschen. „Deshalb musste der Film auch so lang werden“, erklärt er dem Berlinale-Publikum, „ich wollte damit auch zeigen, wie sich das anfühlt, dieses Warten“. Über 145 Minuten (leider nicht sehr virtuos geschnitten) sehen die Berlinale-Zuschauer, wie die Bewohner des Ortes Futaba auf ihr neues Leben warten. Und sie erfahren, dass auch jetzt noch, während der Berlinale, eine große Anzahl der Menschen aus Futaba in einer Schule in Saitama, ganz in der Nähe von Tokyo, auf engstem Raum wohnt.

Futaba ist ein Ort, der einmal etwas über 7000 Einwohner hatte und direkt neben den Atomanlagen von Fukushima liegt. Über 40 Jahre hat der Ort profitiert von der Atomenergie, sie sorgte für Arbeitsplätze, brachte eine schöne Bibliothek ein, einen Sportplatz … jetzt gibt es keine Menschenseele mehr in Futaba, und in den nächsten fünf Jahren wird dort nur Atommüll aus dem havarierten Kraftwerk eine neue Wohnstatt finden. Auch ob danach wieder Menschen dort leben können, weiß man nicht. Futaba existiert nicht mehr an einem festen Ort, es wandert. 1400 Bewohner wurden zusammen evakuiert, wurden von Halle zu Halle umgesiedelt, bis sie schließlich in der Schule in Saitama landeten.

Funahashi hat für „Nuclear Nation“ nicht mal eben „die Kamera draufgehalten“. Er hat die Bewohner von Futaba über Monate begleitet und will es auch weiter tun, „bis sie einen Ort zum Leben gefunden haben“, wie er sagt. Die Aufnahmen von der Männerrunde, die im Kunstraum fröhlich ihren Sake trinkt, von dem jungen Mann, der um seine Mutter trauert und ihr Bild auf einem Smartphone zeigt, von der morgendlichen Gymnastik, von Konzerten – all das wurde nur möglich, weil Funahashi über Wochen immer wieder da war, zunächst ohne Kamera, um das Vertrauen der Menschen aus Futaba zu gewinnen.

Was würde man haben wollen, wenn man nur ganz wenige seiner Besitztümer retten könnte? Die Bewohner von Futaba durften für zwei Stunden zurück in ihr altes Leben, im Schutzanzug, um ein paar Habseligkeiten aus der verseuchten Heimat zu holen. Ein Mädchen will ihr Tagebuch, eine alte Frau ein Jackett mit Blumen und ihr Mann seine DVD-Sammlung: Mad Max 1 bis 3, Planet der Affen 1 bis 5, Dirty Harry. Die Aufnahmen aus der „Todeszone“ gehören zu den beeindruckendsten des Films.

„Nuclear Nation“ hat viele Helden: Den Bürgermeister von Futaba, der vor wenigen Jahren noch für den Bau von weiteren Reaktoren war und sich jetzt mit einer Videobotschaft an die Berlinale-Zuschauer wendet und sich gegen Atomkraft ausspricht. Den Bauern, der seine Kühe weiter versorgt, obwohl die Regierung will, dass sie getötet werden und sich Fleisch und Milch sowieso nicht mehr verkaufen lassen, denn die Tiere weiden 14 Kilometer nah an der Reaktoren-Leiche. Die Menschen aus Futaba, die in Tokyo auf die Straße gehen und protestieren.

„Nuclear Nation“ ist natürlich auch ein politisches Statement, das verrät schon der Titel. Funahashi hat für seine Sache einen prominenten Unterstützer gefunden: Sakamoto Ryûichi, selbst Atomkraftgegner, hat sich mit einem Lied für den Abspann beteiligt und stand auch mit auf der Berlinale-Bühne. Vielleicht hilft die internationale Aufmerksamkeit Futaba ein wenig – denn bisher hat der Bürgermeister Idogawa noch gegen viele Widerstände zu kämpfen, wie der Film klar macht. Als er seine sehr emotionale Rede vor einem Atom-Ausschuss hält, ist der Minister schon gegangen. Wichtige Termine.

Morgen geht es weiter mit Iwai Shunjis Beitrag, „Friends after 3/11“, einem weiteren Blickwinkel auf das Thema.

 

Infos zu „Nuclear Nation“ und Fotos gibt es auch auf der offziellen Webseite des Films und auf der Berlinale-Seite.