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Ausstellung und Vorträge: Japanischer Tempelbau

Plakat AusstellungVon 18. November bis 14. Dezember läuft im Eko-Haus eine Ausstellung über Tempelbau in Japan, die von drei Vorträgen begleitet wird. Unter dem Titel „Buddha in Beton – Ein Material der Ewigkeit im Tempelbau“ werden Fotografien von Jonas Gerlach präsentiert.

Der traditionelle buddhistische Tempelbau in Japan muss sich seit jeher mit einem Widerspruch abfinden: Einerseits ist der Tempel ein Ort des Verlöschens alles unbeständig Dahinfließenden, andererseits leiden die hölzernen Tempelbauten an Feueranfälligkeit: einer Form von Unbeständigkeit. Vor über 100 Jahren versprach der Eisenbeton, den Kräften der Zeit zu widerstehen. Erst viel später kam die Einsicht, dass dies eine Illusion ist. Trotzdem hat der Eisenbeton zu Veränderungen bestehender Formen und zu vielseitigen Neuschöpfungen geführt. Jonas Gerlach, Doktorand der Japanologie an der Universtiät Köln, promoviert zu diesem Thema. Eindrucksvolle Fotos, die er auf seinen Forschungsreisen gemacht hat, dokumentieren unterschiedliche Stadien dieser baulichen Entwicklung.

Die Ausstellung wird von drei Vorträgen von Jonas Gerlach begleitet, die unterschiedliche Spannungsfelder des zeitgenössischen Tempelbaus darstellen (Beginn: jeweils 18.30 Uhr):

18.11.: „Dauerhaftigkeit und Vergehen“ (Eröffnungsvortrag); Ausstellungseröffnung um 18 Uhr
25.11.: „Sinn und Zweck“
2.12.: „Modus und Mode“

Vortrag über japanische Architektur

Vortrag Holzhueter_DeuEinen Vortrag zum Thema „Traditional and Contemporary Natural Building in Japan“ von Ph.D. Kyle Holzhueter gibt es am Freitag, 14. November, um 18 Uhr im Hörsaal 3B unserer Universität.

Der Amerikaner Kyle Holzhueter (Nihon University, Graduate School of Bioresource Sciences; Architectural and Regional Ecological Design Studio / Fujisawa, Japan) ist Naturwissenschaftler und ausübender Bauhandwerker. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit Materialien und deren Bearbeitung, mit den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sowie mit der Bedingtheit örtlicher Kulturen. Seine methodischen Ansätze unterscheiden sich dabei von der gewohnten kunsthistorischen Betrachtungsweise und stellen ökologische und humanökologische Aspekte sowie deren Beziehung zur Architektur in den Mittelpunkt. Diesem Gestaltungsprozess geht er vor allem in der Baugeschichte seiner Wahlheimat Japan nach und stellt vergleichend die Stilbildung in anderen südostasiatischen Kulturen daneben. Dr. Holzhueter ist zudem an der praktischen Entwicklung, der wissenschaftlichen Untersuchung und der Umsetzung baubiologischer Verfahren beteiligt.

Die Teilnahme ist kostenlos, alle Interessierten sind herzlich eingeladen.