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Vortrag: Eine Chance für 福島 (Fukushima) – フクシマ als Chance

Die Präfektur Fukushima. Bild:

Die Präfektur Fukushima. Bild: Wikimedia cc, Bourrichon

Am Montag, 19. November, gibt es bei uns einen besonderen Vortrag unseres ehemaligen Mitarbeiters Simon Essler. Ab 18.30 Uhr spricht er im Raum 24.21.U1.24 über das Thema „Eine Chance für 福島 (Fukushima) – フクシマ als Chance“. Simon Essler arbeitet seit August 2018 im JET-Programm als „Coordinator for International Business“ bei der Präfektur Fukushima und ist dort für die Bereiche Medizintechnik und Erneuerbare Energien zuständig. Sein Vortrag beruht damit auf seinen aktuellen Erfahrungen und bietet Einblicke aus erster Hand.

Ankündigungstext:
Als es in Folge des riesigen Tsunami, der am 11. März 2011 durch das schwere Erdbeben vor der Küste Ostjapans ausgelöst wurde, im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zu einer Kette von verheerenden Unfällen kam, wurde der Name „Fukushima“ über Nacht weltweit bekannt und steht heute für viele Menschen stellvertretend für die schlimmste Nuklearkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986. Davon abgesehen war und ist die Präfektur Fukushima außerhalb Japans jedoch weitgehend unbekannt.

Die Präfektur Fukushima, deren Verwaltungssitz in der gleichnamigen Stadt liegt, ist die südlichste Präfektur der Region Tōhoku und flächenmäßig die Drittgrößte Japans. Zu Beginn des Vortrags wird zunächst allgemein die Präfektur Fukushima vorgestellt, die u.a. für Reiswein, Pfirsiche und heiße Quellen bekannt ist. Anschließend wird gezeigt, wie in Fukushima durch gezielte Fördermaßnahmen der Wiederaufbau vorangetrieben wird. Im Rahmen einer umfangreichen Strategie sind dabei die Bereiche Medizintechnik, Erneuerbare Energien und Robotik von zentraler Bedeutung. Zudem ist die Präfektur Fukushima um den Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Ausland bemüht und pflegt seit einigen Jahren auch eine Partnerschaft mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. In Fukushima wurde damit ein Weg eingeschlagen, der weit über den bloßen Wiederaufbau und die Beseitigung der Schäden hinausgeht und Fukushima zu einem Synonym für Fortschritt werden lassen soll.

Fukushima-Filme zeigen Leben mit der Strahlung

Die Trauer um die Toten, der Verlust von Heimat, wirtschaftlicher Niedergang – die Katastrophe vom 11. März 2011 ist innerhalb kurzer Zeit im japanischen Film schon von vielen Seiten beleuchtet worden. Unter den japanischen Beiträgen bei der diesjährigen Berlinale beschäftigten sich die Spielfilme Kujira no machi, Tôkyô kazoku und Cold Bloom mit der Katastrophe. Die Atomkatastrophe und die verheerenden Folgen der austretenden Radioaktivität allerdings waren bisher nur im Bereich des Dokumentarfilms präsent (z.B. Nuclear Nation, Friends after 3.11, Radioactivists).

Das hat sich jetzt geändert: Beim diesjährigen japanischen Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt gab es gleich zwei Spielfilme, die sich mit der unsichtbaren nuklearen Bedrohung auseinandersetzen. Kibô no kuni („Land of Hope“) von Sono Sion spielt in einer Zukunft, in der in Japan erneut ein Reaktor zerstört wird. Durch die Protagonisten – ein altes Bauernpaar, ihren Sohn und dessen schwangere Frau – erlebt der Zuschauer Ausweglosigkeit und verzweifeltes Aufbäumen. Odayakana nichijô (int. Titel „Odayaka“) schildert in schlichten, alltagsnahen Bildern die Reaktionen der Menschen auf die Katastrophe irgendwo im Großraum Tokyo. Der Regisseur Uchida Nobutera konzentriert sich dabei auf zwei Frauenfiguren, die sich um die Gesundheit der Kinder sorgen, mit ihren Befürchtungen jedoch den Missmut ihres Umfeldes auf sich ziehen.

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Fukushima-Gesprächsrunde

Akiko Yoshida

Eine Gesprächsrunde zu den Auswirkungen der Katastrophe vom 11. März 2011 gibt es morgen, Freitag (2. März), um 19.30 Uhr im alten Künstlerhaus St. Mauritius in Meerbusch-Büderich. Hierzu sind zwei Gäste anwesend:

Koichi Koike aus der Stadt Fukushima berichtet über die aktuelle Situation und die Folgen vor Ort. Der Agrarökonom beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit nachhaltiger Landwirtschaft. Seine Anbauflächen wurden durch das Unglück verstrahlt.

Akiko Yoshida war als Austauschstudentin in Bonn und engagiert sich seit 2002 bei Friends of the Earth, Japan. Sie beschäftigt sich intensiv mit den Unfallfolgen von Fukushima. Dabei kümmert sie sich u.a. um den besseren Schutz von Kindern vor der Strahlenbelastung und um das Evakuierungsrecht. Sie fordert die Energiewende und den sofortigen Atomausstieg.

Im Anschluss Gespräche bei Wein, Wasser und Brezeln.
Die Veranstaltung findet in japanischer und deutscher Sprache statt.

Adresse:  Meerbusch – Büderich, Altes Küsterhaus St. Mauritius, Düsseldorferstr. 6

 

Der Atombombenabwurf veränderte nicht nur Japan, sondern die ganze Welt.

Herr Sotobayashi ist 82 Jahre alt. Als er 16 war hat er den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945 erlebt und verlor dabei seine Mutter. 1957 kam er nach Berlin um Chemie zu studieren und später lehrte er auch an der Technischen Universität Berlin und am Max-Planck-Institut. Das Institut für Modernes Japan lud ihn ein einen Vortrag zu halten.

Er hat 30 Jahre in Japan gelebt und 50 Jahre in Deutschland. Zu Beginn der Pressekonferenz, die anlässlich seines Vortrages „Zum Gedenken an Hiroshima und Nagasaki“ an der Heinrich Heine Universität gegeben wird, betont Herr Sotobayashi diese Abschnitte seines Lebens und fügt hinzu: „Ich bin ja Berliner“. An diesem Dienstag, dem 12. April, steht die Reaktor-Katastrophe von Fukushima zum ersten Mal seit einigen Tagen wieder in den Schlagzeilen, weil die INES-Gefahrenstufe nun offiziell auf 7 angehoben wurde und damit auf derselben Stufe steht wie Tschernobyl damals. Weiterlesen