Feldforschung online

Das Leben auf Facebook, Xing oder natürlich tomonetto ist bunt und die Gründe, soziale Netzwerke zu benutzen, ebenso. Ihre speziellen Formen der Kommunikation prägen aber nicht nur das Alltagsleben, sondern ermöglichen auch neue Bereiche der wissenschaftliche Forschung. Patrick Brückner, einer der Studierenden im neuen Studiengang Bachelor Plus, wird ab September an der Universität Ôsaka sein Studium und dabei seine Forschung in der Netzwerkwelt aufnehmen:

1. BA+: Herr Brückner, welche sozialen Netzwerke nutzen Sie?

Hauptsächlich Facebook und Skype. Ich habe zwar auch Benutzerkonten bei anderen
Netzwerken wie MySpace, ICQ und Windows Live, nutze diese aber nicht mehr, da sie
sich prinzipiell nur überspielen. Mittlerweile gibt es eine Schar an sozialen
Netzwerken unterschiedlicher Formen, ich habe mich dabei aber bewusst auf die
beiden genannten beschränkt, da sie mir alle Optionen der Kommunikation bieten
(telefonieren, konferenzen halten, instant messaging sowie posting von eigenen
Inhalten als auch einfach nur Nachrichten hinterlassen), die ich benötige.

2. BA+: Seit wann sind Sie über Netzwerke online auffindbar?

ICQ war das erste Netzwerk bei dem ich mich angemeldet habe. Das war im selben
Jahr, in dem mein Vater ein 56k-Modem kaufte und wir das erste Mal überhaupt
Internet hatten, da war ich in der 7. Klasse, glaube ich. Soziale Netzwerke sind
natürlich starken Entwicklungen und Trends unterlegen, so wechselt man auch ab
und an. Zuerst war es bei mir ICQ, dann der Windows Live Messenger, danach nur noch Skype.
Es hing zu der Zeit sicherlich sehr davon ab, wo sich die meisten Freunde
registrierten. Facebook nutze ich seit 2007 als Ergänzung zu Skype.

3. BA+: Wie nutzen Sie die Netzwerke, in denen Sie aktiv sind?

Skype und Facebook hauptsächlich zur Distanzüberbrückung mit
Freunden, die sich nicht in Düsseldorf befinden und die man nicht einfach mal
so am Abend treffen kann. Aber natürlich auch für die Kommunikation mit
Freunden und Bekannten hier. Die Möglichkeit, mit meinen Freunden in Leipzig
täglich zu telefonieren und zu chatten, negiert die 500 Kilometer Distanz nahezu
vollständig. Das ist denke ich der springende Punkt für mich.

4. BA+: Wie sieht es mit sozialen Netzwerken in Japan aus – haben Sie sich schon registriert?

Die japanische Lokalisierung von Facebook gibt es ja bereits, insofern wäre das
das erste Netzwerk. Bei Mixi konnte ich mich noch nicht registrieren, da es im
Grunde ein  ausschließlich japanisches Netzwerk ist. Bei der Registrierung
benötigt man ein japanisches Handy und für ein Handy braucht man wiederum eine
japanische Adresse, das macht die Sache für Interessenten im Ausland
etwas schwieriger. Zur Zeit kann ich Mixi über den Account meiner Frau
nutzen und sobald ich mit dem Studium in Japan beginne hoffentlich auch meinen eigenen
erstellen.

5. BA+: In Ihrem Projekt werden Sie das japanische Netzwerk mixi und seine Nutzung
thematisieren – wie kann man sich das vorstellen?

Meine Zielgruppe nutzt mixi eher in einer Form des Forums. Ursprünglich wollte
ich Organisationen ausfindig machen, die sich in sozialen Netzwerken
präsentieren und Pflegeausbildungen fördern bzw. Pflegeleistungen anbieten.
Dahingehend habe ich zwar nichts finden können, dafür aber eine Summe an
Communities, die sich mit Pflegeinhalten beschäftigen. Mein Eindruck ist, dass
man sich in diesen Foren als Pfleger – ob beruflich oder privat – Erlebnisse von
der Seele reden, sich Tips von Erfahrenen Arbeitern holen kann und mehr.
Insofern möchte ich untersuchen, ob meine Annahme zutrifft, in welchem Ausmaß
die Nutzung stattfindet und welche Auswirkungen dies mit sich bringt.

 

Vielen Dank an Patrick Brückner – und viel Erfolg bei der Forschungsarbeit online!

 

 

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