Studentisches Symposium: „Japanische Populärkultur als Hybrid“

Einige unserer Studierenden organisieren anlässlich des Jubiläums der deutsch-japanischen Beziehungen ein studentisches Symposium an der HHU am Wochenende 21./22. Mai, im Anschluss an unser Kultursymposium „Vom Japonismus zur Japanimation“, das am 20. Mai im Goethe-Museum Düsseldorf stattfindet.

Interessierte Studierende können Abstracts mit Ihren Themenvorschlägen bis zum 15. April einreichen (siehe unten). Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und einen spannenden Austausch hier in Düsseldorf!

Hier der Call for Papers:

 

Japanische Populärkultur als Hybrid

– Das Überschreiten kultureller Grenzen in der Postmoderne –

Mit dem Zusammenbruch der japanischen Wirtschaft Ende der 80er Jahre (der so genannten „Bubble Economy“) gerieten die gesellschaftlich festgefahrenen Strukturen in eine Art Sinnkrise, die sich auch in den Produkten der Kulturindustrie ausdrückte. Durch das Entstehen einer internationalisierten Otaku(Fan)-Kultur im Laufe der 90er Jahre gewann die japanische Animationsindustrie an weltweitem Ansehen und wurde so zu einer international anerkannten Kulturindustrie. Die vermeintlich spezifisch japanischen narrativen Strukturen und visuellen Darstellungskonventionen, die sie hervorbrachte, waren allerdings bereits von vornherein Hybride. So gab es z.B. Anleihen bei der westlichen Science-Fiction, die „japanisiert“ und dann wieder in den westlichen Konsumentenkreis zurückgeführt wurde. Dieses Beispiel zeigt, dass sich diese Kulturindustrie und ihre Produkte in einem transkulturellen Netzwerk entfalten und daraus – Kulturgrenzen überscheitend – ihre Inspirationen gewinnen.

(c) Flickr cc, Pattoli

 

Dieser Prozess wirkt sich jedoch wechselseitig aus: Auch westliche „Creators“ bedienen sich aus dem vermeintlich rein japanischen „Pool“ von Inspirationen; das wird beispielsweise deutlich an Fernsehserien wie „Avatar: The Last Airbender“ (Nickelodeon).

Was sich zuerst im Kontext narrativer Medien ausformte, dehnte sich in den 2000er Jahren auch auf andere subkulturelle Phänomene aus, wie die Musik- oder die Fashion-Industrie. Immer mehr Jugendliche finden weltweit über westliche Informationsportale zu solchen oft sehr aktuellen Trends innerhalb Japans und leben ihre Affinität zu diesen kulturellen Strömungen aktiv-performativ, häufig auch in ihrem Alltag, aus. Aber auch in diesen Bereichen gibt es starke Anleihen bei der rein westlichen Populärkultur (Musik-, Mode- etc. Szene), ohne dass man den jeweiligen Ursprung zuordnen kann. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung der Lolita-Mode, die sich inzwischen auch im Westen wachsender Beliebtheit erfreut. Hier wird sogar oft von Anhängern dieser  Subkultur oder den Modemachern selbst die kulturelle Herkunft verschleiert und das fertige Konzept in einen imaginären Raum, jenseits von nationaler Kultur, übertragen. So liegt dem Kulturphänomen der Lolita-Mode vor allem ein verklärtes Bild  einer viktorianischen Welt, mit Versatzstücken verschiedener historischer Stilrichtungen und Genres, zu Grunde.

Die von der japanischen Regierung gesteuerte Eigenwerbung versucht diese Entwicklung im Ausland aufzugreifen und die postmoderne Transferkultur unter dem Label „Cool Japan“ zu propagieren und zu exportieren. Hier lässt sich die Frage aufwerfen, ob ein gesteigertes Interesse für vermeintlich japanische Kulturprodukte wirklich auf ein Interesse für das Land Japan selbst hindeutet.

Diese Fragestellung aufgreifend, soll sich das erste Studentische Symposium des Instituts für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vom 21. – 22. Mai 2011 mit dem Thema der kulturellen Wechselwirkungen beschäftigen.

Wir möchten Studierende dazu anregen, ihre Arbeitsergebnisse aus den verschiedensten Bereichen der japanbezogenen Kulturwissenschaften vorzustellen – seien es übergreifende Themen in den Bereichen moderne Jugendliteratur oder Videospiele, Street Fashion, Musik oder das internationale Phänomen der Fankulturen. Es sollen kurze Vorträge sein, die kulturwissenschaftlich angelegt sind und am Beispiel einzelner kultureller populärkultureller Produkte, Genres, Werke oder Phänomene aufzeigen, wie grenzüberschreitende Prozesse stattfinden, dadurch kreative Energien freigesetzt werden und der Kulturaustausch zwischen Japan und dem Westen weiter vorangetrieben wird.

Wir bitten um die Einsendung eines Abstracts mit bis zu 300 Wörtern bis zum 11. April 2011 an ModernesJapanSymposium@googlemail.com. Die Vorträge sollten eine Dauer von 20 Minuten nicht überschreiten. Außerdem werden von jedem Vortragenden kurze biographische Daten erbeten. Weitere Informationen zu den Vorträgen und dem genauen Veranstaltungsort folgen nach Erstellung des Programms.

Mit besten Grüßen,

Sebastian Boehnert
Katharina Hülsmann
Jana Katzenberg
Franziska Ritt
Andreas van Straalen

2 Gedanken zu „Studentisches Symposium: „Japanische Populärkultur als Hybrid“

  1. Pingback: Studentisches Symposium – Deadline verlängert!

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