Auf Literatursuche – Teil 2

Willkommen zurück auf unserer Safari durch die Jagdgebiete für japanologische Literatur! Heute geht es um das dynamische Duo – nein, nicht zwei Herren in Umhängen aus Gotham City, sondern zwei großartige Volltextdatenbanken:

MUSE und JSTOR

Zwei Namen, die man sich merken muss – sie eignen sich hervorragend für die Arbeit in der ULB oder im Uninetz (ja, das Problem ist bekannt: nur angemeldet… aber man kann die Datenbanken auch vom heimischen Küchentisch nutzen! Wie, verrät das Rechenzentrum hier!).

Letzte Woche ging es ja um die Datenbank der Bibliography of Asien Studies (BAS) – Wie unterscheiden sich denn diese beiden Kandidaten von ihr? Der Hauptunterschied ist der Inhalt: Während die BAS eine wahnsinnige Menge an verschiedenen Quellen (Buchauszüge, Zeitschriften, Tagungsbände etc. etc. ) umfasst,  fehlt ihr gleichzeitig etwas, was sowohl JSTOR und MUSE bieten können: den VOLLEN Text der recherchierten Literatur.

JSTOR – Die Datenbank mit dem roten J präsentiert einen fast unglaublichen Überblick in über 1.800 Zeitschriften, teilweise sogar aus dem 19. Jahrhundert! Dabei ist JSTOR in verschiedene Datenbanken eingeteilt, für die die HHU die Zugriffsrechte erworben hat (im Moment sind das Arts & Science I-VII, v.a. aus den Wirtschafts-, Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften). Innerhalb dieses Rahmens ist – natürlich mit der „Advanced Search“ – auch die Volltextsuche in den Artikeln, was beim Einschränken der Ergebnisse wirklich praktisch sein kann. Nur eines trübt die Freude an der JSTOR-Recherche… das ist die sogenannte „moving wall“: je nach Zeitschrift stehen gerade  die jeweils aktuellsten Artikel der letzten 3 oder 5 Jahre noch nicht zur Verfügung – für den topaktuellen Text müsste man also entweder warten, per Fernleihe bestellen oder… auf MUSE hoffen, denn manchmal überschneiden sich hier die Bestände!

Hilfreich ist es, über mögliche Synonyme der Suchwörter nachzudenken (zum Beispiel können sich Länder- oder Ortsnamen geändert haben) und auch darüber, dass die Suche innerhalb der Zusammenfassungen in den Abstracts sehr verlockend ist – aber sehr oft haben viele Artikel eben genau das nicht!

Also gilt: ruhig ein wenig größer starten, allgemeine Füllwörter wie „the, of, in“ vermeiden, stattdessen die „Wildcard“ nutzen und sich mit der Markierung * Möglichkeiten anzeigen lassen: „Japan*“ ergibt so  auch mehrsprachige Ergebnisse mit  „Japanese“ oder „Japanisch“. Und generell: immer wieder die Suche innerhalb der Ergebnisse verändern mit „Modify Search“!

Sehr praktisch ist eine zusätzliche Funktion: Wenn man sich kostenlos bei MyJSTOR anmeldet, bleiben die ausgewählten Suchergebnisse, die „citations“ im hauseigenen Speicher – auch bei einem Uniwechsel oder Studienabschluss- erhalten!

MUSE ist im Vergleich mit JSTOR nicht ganz so breit aufgestellt – aber über 300 Zeitschriften, v.a. aus den USA und Großbritannien, sorgen für eine ausreichende Vielfalt. Und – im Gegensatz zu JSTOR – sind hier alle Artikel, die man findet, auch sofort als pdf oder html-Version verfügbar. Praktischerweise kann man die Suche direkt auf die Zeitschriften einschränken, auf die man Zugriff hat – damit erspart man sich vielleicht das Warten auf die Fernleihe.

Die Suchfunktionen ähneln denen von JSTOR (im Gesamttext, im Titel, nach Autor etc., daher hier keine große Erklärungen) – sie erlauben auch die Suche in einzelnen Zeitschriften und explizit im JSTOR-Archiv. Hier ergänzen sich beide Datenbanken ausgezeichnet. Relevante Ergebnisse lassen sich markieren und speichern – die Liste mit den Angaben kann man dann später entweder per Email versenden oder in Datenbanken importieren.

Wie bei JSTOR gilt: nicht aufgeben, in den Ergebnissen lässt sich selbstverständlich weiter recherchieren, also: Modify, modify, modify – die Suchergebnisse einschränken und dann heißt es: die Funde lesen und bewerten…

Da gerade das Bewerten manchmal mühselig sein kann, stellen wir nächste Woche ein hilfreiches Projekt unseres Lehrstuhls vor – die Düsseldorfer Japanstudien (DJAS) nehmen nämlich einen Teil der Lesearbeit ab!

Ein Gedanke zu „Auf Literatursuche – Teil 2

  1. Pingback: Auf Literatursuche – Teil 3: DJAS

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