Japan auf der Berlinale: Yuki & Nina

Ein Kinderfilm um halb zwölf, gemeinsam mit einer Horde Unter-10-Jähriger, das kann ja nur ungemütlich werden … dachte ich mir gestern bei meinem ersten (zumindest halb) japanischen Berlinale-Film, „Yuki & Nina“ von Suwa Nobuhiro und Hippolyte Girardot.

Aber die Kinder waren brav und der Film bezaubernd einfach: Die Eltern der kleinen Halbjapanerin Yuki trennen sich, weshalb ihre Mutter sie von Paris mit in ihr Heimatland Japan nehmen möchte. Yuki möchte aber lieber bei ihrer besten Freundin Nina bleiben, schließlich ist Japan viel zu weit weg und sowieso kann sie nicht verstehen, warum ihre Eltern auseinandergehen, wenn beide doch offensichtlich ganz traurig sind deswegen.

Sehr einfühlsam schildern die beiden Regisseure die Situation ganz aus der Sicht der beiden Mädchen. „Wir haben selbst Kinder und wollten sie besser verstehen lernen“, erklärte Suwa Nobuhiro dem jungen Publikum nach der Vorführung.

Vor allem Yuki, die zwar mit zwei Kulturen in Berührung ist, zu der einen aber noch kein Vertrauen gefasst hat, bietet dem Zuschauer tiefe Einblicke. Und wenn Yuki im Sommer durch den dichten Wald in der Nähe von Paris streunt, ihre Freundin Nina hinter sich lassend immer weiter in immer unwegsameres Gelände vordringt und plötzlich das Zirpen von zemi zu hören ist, dann kommt auch noch ein bisschen Märchen mit ins filmische Spiel und bietet Raum für ein versöhnliches „und wenn sie nicht gestorben sind …“

Ein sehr empfehlenswerter Film – auf jeden Fall auch für Erwachsene!

Elisabeth Scherer

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