Der Berufsinformationstag 2016: Netzwerken, Knowhow und reichlich Neugierde

Vergangenen Samstag (4. Juni 2016) fand im Vortragsraum der ULB wieder der Berufsinformationstag „Vom Studium in den Beruf“ für Modernes-Japan-Studierende statt, der mit rund 60 eingetragenen Besuchern ein voller Erfolg war.

Spannende Vorträge zu Themen wie Quereinstieg und Start-Ups standen ebenso auf dem Tagesprogramm wie Tipps zur Praktika-Suche, Beratungsangebote und Netzwerkmöglichkeiten. Das Besondere in diesem Jahr: Da zum gleichen Zeitpunkt auch der „Info-Tag: Studieren in Düsseldorf“ auf dem Campus stattfand, schauten auch Studieninteressierte mit ihren Eltern vorbei, um sich über Berufsmöglichkeiten nach dem Studium zu informieren.

DSC00015_kleinDie Vortragsreihe startete Frau Dr. Ilke Kaymak, die unter dem Titel „Modernes Japan@Career“ die vielfältigen Beratungs- und Trainingsangebote des Career Service vorstellte. In Form eines Q and A führte sie den Studierenden vor Augen, welche fachlichen, methodischen sowie persönlichen Fähigkeiten „moderne Japaner“ Arbeitgebern aus verschiedenen Berufsfeldern zu bieten haben. Hierzu gehören neben Sprachkenntnissen sowie kultur- und sozialwissenschaftlichem Fachwissen auch Soft Skills wie interkulturelle Kompetenzen, Belastbarkeit und vor allem Neugierde. Ihr Fazit: Auch die Türen zu vermeintlich fachfremden Bereichen im Management, Vertrieb und Personalwesen stehen Modernes-Japan-Studierenden offen. Hierfür sollten sich Absolventen frühzeitig bewusstmachen, ob sie später lokal oder international tätig sein möchten und ihre Ziele durch Auslandsaufenthalte, Nebentätigkeiten und Praktika bereits während des Studiums in Angriff nehmen.

DSC00032_kleinChristian Bieneck stellte in seinem Vortrag „Vom Werkstudenten zum Online-Marketing-Manager“ das Berufsfeld des SEA-Managers vor und berichtete von seinem 12-monatigen Traineeprogramm bei Pixum. Seine vorige Anstellung als Werkstudent gab ihm dabei nicht nur Gelegenheit, das Unternehmen sowie seine eigenen Stärken besser kennenzulernen, sondern auch, den Nebenjob als Sprungbrett für die spätere Karriere zu nutzen. Studierende, die eine hohe Internet-Affinität mitbringen, haben dank der starken Vernetzung zwischen SEO, SEA, Social Media und Co. besonders gute Karten. Seine Tipps: Früh genug Berufserfahrungen sammeln, Interesse zeigen und vor allem die vorhandenen Ressourcen im Internet nutzen. Durch den Start eigener Projekte sowie kostenloser Online-Schulungen können sich Studierende bereits während des Studiums das nötige Knowhow für ihre Interessensbereiche aneignen. Durch regelmäßige Sichtung von Stellenausschreibungen bekommt man zudem schnell ein Gespür dafür, wonach Arbeitgeber suchen.

DSC00044_kleinNach einer kurzen Kaffeepause machte Anna Horschmann in ihrem Vortrag „Querdenker erwünscht: Arbeiten als Unternehmensvernetzer“ anschaulich bewusst, wie wichtig Kontakte für die spätere Berufslaufbahn sind – und dass diese keinesfalls dem Zufall überlassen werden sollten. Nachdem sie sich durch ein Praktikum bei Mitsui & Co mit der japanischen Unternehmenskultur vertraut gemacht hatte, erfuhr sie während ihrer Tätigkeit in einem Start-Up, was es heißt, ein Unternehmen aufzubauen. Dies waren die besten Voraussetzungen für ihren heutigen Job als Unternehmensvernetzerin bei der Matchbird GmbH. Hier werden genau die Soft Skills gefordert, die viele Modernes-Japan-Studierende ihr Eigen nennen können: Neben Kreativität und ein wenig Mut zur „verrückten“ Idee sind vor allem offene Kommunikation und die Fähigkeit zum Querdenken gern gesehene Eigenschaften, von denen Arbeitgeber profitieren. Den Studierenden gab sie den Tipp, dass Nebenjobs, Praktika sowie bereits die Teilnahme und das Engagement bei sozialen Events dazu verhelfen können, den ersten Fuß in die Tür zu bekommen. Denn: Auch vermeintliche Umwege führen zum Ziel.

DSC00050_kleinStefan Schröter startete seine Karriere nach dem Studium Modernes Japan zunächst in Form eines Praktikums bei der teNeues-Verlagsgruppe, bei dem er sich u. a. wesentliche Kenntnisse im Bereich E-Mail-Marketing, Bloggerkommunikation und Social Media aneignen konnte. Das Praktikum diente ihm schließlich als Sprungbrett für seinen „Quereinstieg zwischen Content-Management und Online-Marketing“: Nach Absolvierung eines Traineeprogramms beim Verlagsunternehmen UNICUM schafft er als Produktmanager heute den Spagat zwischen Marketing, Content- und Produktmanagement. In seinem Vortrag stellte er heraus, wie wichtig es ist, sich insbesondere im Online-Bereich für Neuerungen begeistern zu können. Was man sich als Quereinsteiger dabei bewusst machen sollte: Auf viele Bewerbungen kommen oft auch viele Absagen. Bescheidenheit ist seiner Ansicht nach jedoch nicht angebracht, denn selbst mit wenig Praxiserfahrung bringen Geisteswissenschaftler Qualifikationen mit, die andere Bewerber missen lassen – allen voran die Fähigkeit, sich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten. Anstelle der Absolvierung eines unbezahlten Praktikums oder einer den eigenen Qualifikationen nicht entsprechenden Stelle sollten sich Bewerber länger umschauen und Weiterbildungsangebote nutzen. Schließlich hat man auch als Berufseinsteiger faire (Arbeits-)Bedingungen verdient.

DSC00063_kleinAmelie Hachenberg gab in ihrem Vortrag einen spannenden Überblick über die japanische Gemeinde in Düsseldorf. Hierbei stellte sie den Besuchern vor allem das vielfältige Angebot an Tätigkeitsfeldern für Modernes-Japan-Studierende vor – angefangen bei der JIHK über die Japanische Internationale Schule bis hin zu den Aktivitäten des Japanischen Clubs und den Aufgaben des Generalkonsulats. Vor allem für Studierende, die sich für die Düsseldorfer Kulturveranstaltungen mit Japanbezug begeistern und später lokal aktiv werden wollen, stellen diese Institutionen tolle zukünftige Arbeitgeber dar. Neben der Möglichkeit, ihre Japanischkenntnisse auszubauen, begeisterte sich Amelie während ihrer Tätigkeit im Generalkonsulat und dem Japanischen Club so vor allem für die Planung und Organisation von Events wie dem Japan-Tag. Ihr Tipp für Absolventen: Das schwarze Brett des Japanischen Clubs sowie die Mitgliederzeitschrift des JIHK, wo sich aktuelle Stellenangebote in und um Düsseldorf einsehen lassen. Als Mitglied des Japanischen Clubs ergeben sich zudem viele Kontakte zu Japanern – und somit auch zu weiteren potentiellen Arbeitgebern.

DSC00074_kleinNach dem Mittagsbuffet – mit leckeren Cupcakes und Mini-Pizzen von Carrot Cake – stellte Frau Pia-Tomoko Meid die Deutsch-Japanische Gesellschaft am Niederrhein e.V. (DJG) und ihre Aktivitäten vor. Auch hier wurde klar, wie wichtig es ist, frühzeitig Kontakte zu knüpfen und sich ein persönliches Netzwerk aufzubauen. Möglichkeiten gibt es hierzu in Düsseldorf bekanntlich en masse: Die DJG hilft so nicht nur bei Veranstaltungen wie der dokomi oder dem Japan-Tag, sondern lädt auch in jedem Jahr zum Neujahrsempfang ein, bei dem es mehr als die begehrte japanische Frischhaltefolie zu gewinnen gibt. Auch im Rahmen des regelmäßig ausgerichteten DJG-Mittagstischs ergeben sich reichlich Möglichkeiten, in entspannter Atmosphäre Kontakte zu knüpfen – ob nun fürs Tandem, zugunsten langjähriger Freundschaften oder für die spätere Karriere. Frau Meids Rat an die Studierenden lautete außerdem, sich nicht für die nächsten 50 Jahre auf nur einen Job einzustellen. Sie selbst war ebenfalls in verschiedenen Bereichen tätig und hielt fest, dass man mit jeder Erfahrung, ob nun gut oder schlecht, einen Schritt weiterkommt.

DSC00077_kleinElisa Ono informierte über die Tätigkeiten des Deutsch-Japanischen-Wirtschaftskreises und welche Berufsorientierungs- sowie Netzwerkmöglichkeiten sich hier für Japanologen bieten. Dabei betonte sie, dass Studierende vor allem durch Offenheit, emotionale Intelligenz und branchenspezifisches Knowhow bei japanischen Arbeitgebern punkten können. Zur Suche nach passenden Stellenangeboten stellte Frau Ono verschiedene Jobbörsen, Unternehmen mit Japan Desk sowie Institutionen mit Japanbezug vor. Besonders geeignet für Praktika seien dabei deutsche bzw. internationale Firmen, die im japanischen Markt aktiv sind. Als Profi-Tipp gab sie den Zuhörern zudem mit, die Bewerbungsunterlagen stets in englischer und bestenfalls auch japanischer Sprache vorzubereiten und sich vor Vorstellungsgesprächen detailliert über den Arbeitgeber zu informieren – denn bei den meisten japanischen Unternehmen steht noch immer die Firma, nicht die angebotene Stelle im Vordergrund.

DSC00085_kleinNach einer kurzen Pause brachten Wasilios Rodoniklis und Timo Schütte von campusrookies.de den Tag zu seinem krönenden Abschluss: Im Rahmen ihres Vortrags über die Angebote der Job- und Praktikabörse für Geisteswissenschaftler appellierten sie an die Studierenden, sich bei Bewerbungen vor allem der Stärken ihres Fachbereichs bewusst zu werden, zu denen u. a. analytisches Denken, eine gute Ausdrucksweise und das Vermögen, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten, gehören. Da die beiden sowie ihre Kollegen selbst ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert haben bzw. gerade studieren, wissen sie um die vermeintlichen Schwierigkeiten und Chancen für Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt. Die Webseite bietet Studierenden daher u. a. die Option, Unternehmen genauer unter die Lupen nehmen und nach passenden Einstiegs- oder Praktikastellen sowie Nebenjobs zu suchen. Ebenso kann ein individuelles Kandidatenprofil angelegt werden, über das Unternehmen passende Bewerber direkt anschreiben können. Wer sich hingegen noch nicht sicher ist, wo es beruflich später hingehen soll, sollte sich an die Selbst- und Berufsfeldanalyse wagen, um einmal zu schauen, wo genau die eigenen Stärken und Schwächen liegen.

DSC00008_kleinInsgesamt haben sich in den Vorträgen vor allem die Stichworte Kontakte, Interesse und Selbstbewusstsein als wichtigste Punkte für den Berufseinstieg herauskristallisiert: Wer früh genug auf andere zugeht, sich seine Fähigkeiten bewusst macht und sich für ein Spezialgebiet begeistern kann, wird es beim späteren Schritt in die Arbeitswelt wesentlich leichter haben. Derlei Qualifikationen sollten bereits während des Studiums angestrebt und entsprechend geschult werden – insbesondere durch Praktika, Vereinsaktivitäten und / oder Nebenjobs. Entsprechende Beratungs- und Hilfsangebote gibt es, wie wir am vergangenen Samstag gelernt haben, zur Genüge.

Vielen Dank nochmals an unsere Besucher, die Vortragenden und das Team aus Freundeskreis, Institut und Fachschaft, die den diesjährigen Berufsinfotag für Modernes-Japan-Studierende ermöglicht haben. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

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