22. Gender-Workshop CfP: Geschlechterrisiken und -konflikte in Japan

Auch in diesem Jahr wird wieder vorgelagert zur Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) der Gender-Workshop am 19. und 20. November stattfinden. Der Titel dieses Jahr lautet: „Geschlechterrisiken und -konflikte in Japan„. Bis zum 31. August werden Abstracts erbeten, alle Informationen finden Sie hier:

Call for papers

Das Geschlechterverhältnis in der japanischen Modernisierung und Globalisierung ist von Risiken und Konflikten bestimmt. Seit der Dreifachkatastrophe von Fukushima wurden die ökologischen Risiken für die Reproduktion von Menschen und Umwelt dramatisch sichtbar. Die damit zusammenhängenden Probleme haben eine starke Gender-Dimension. Im Zuge der Modernisierung und Globalisierung haben auch die sozialen Risiken im Geschlechterverhältnis zugenommen: Bisherige institutionelle Arrangements zur sozialen Sicherung, die auf der Geschlechterdifferenz aufbauten, wie das Stammarbeiter-/Hausfrauenmodell erodieren. Erwerbstätige Frauen sind überwiegend irregulär beschäftigt, auch Männer sehen sich einer zunehmenden Flexibilisierung im Erwerbsleben gegenüber. Bislang entstehen jedoch keine wirksamen neuen Sicherungsmodelle: Stattdessen setzt die konservative Politik auf Retraditionalisierung und Stabilisierung der Familie in einer neoliberalen Marktwirtschaft.

Mit solchen vergeschlechtlichten Risiken verbinden sich Geschlechterkonflikte: So werden grundlegende Auseinandersetzungen in Diskursen und im Handeln darum geführt, was in Bezug auf Geschlecht „gerecht“ ist, wobei Werte und Normen ebenso wie Interessen einfließen. Diese Konflikte verlaufen nicht nach einem einfachen Mann-Frau-Dualismus, sondern nach unterschiedlichen inhaltlichen Positionen zu dem, was als geschlechtergerecht gesehen wird.

Nur einige Beispiele für Geschlechterkonflikte sind gegenwärtig:

  • der Backlash gegen Geschlechtergleichstellung und gender free vonseiten reaktionärer PolitikerInnen und Verbände
  • die Frage des historischen Gedächtnisses und der Zwangsprostitution in der kaiserlichen japanischen Armee
  • die Auseinandersetzungen um hegemoniale und queere Genderidentitäten in Japan
  • mediale Repräsentationen von Männlichkeiten und Weiblichkeiten
  • die Überkreuzung von Geschlecht und sozialer Schicht, insbesondere die Armut von Prekarisierten
  • die Care-Arbeit, die weiterhin von Frauen verrichtet wird, in der alternden japanischen Gesellschaft

Der Workshop wird wie immer vorgelagert zur Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) am 19. und 20. November 2015 in Leipzig stattfinden. Interessierte aller Fachrichtungen sind herzlich eingeladen. Während des Workshops sollen inhaltliche Gespräche und Diskussionen im Vordergrund stehen, daher sollte die Vortragsdauer 20 Minuten nicht überschreiten.

Der Workshop wird zwei Teile haben: In einem offenen Teil laden wir dazu ein, Beiträge einzubringen, die Dissertationsvorhaben und Forschungsprojekte aus dem Bereich der auf Japan bezogenen Geschlechterforschung vorstellen. Zugleich bitten wir insbesondere um Beiträge, die sich aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive mit den oben skizzierten Risiken und Konflikten im Geschlechterverhältnis befassen. Dabei sollen sowohl gesellschaftliche Phänomene und Realitäten selbst als auch deren Repräsentationen in Literatur und Massenmedien fokussiert werden. Wir bitten alle, die ein Referat halten wollen, um ein kurzes Abstract (maximal eine Seite) zu ihrem Thema. Bitte mailen Sie das Abstract bis zum 31. August 2015 an Katharina Hülsmann (huelsmann@phil.hhu.de). Sie steht Ihnen auch bei Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Kontakt:

Katharina Hülsmann, M.A.

Institut für Modernes Japan

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Universitätsstraße 1

40225 Düsseldorf

 

huelsmann@phil.hhu.de

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *