Eine Begegnung mit Japan im Landtag NRW

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Bei der „Parlametarischen Begegnung mit Japan“ sprachen sich japanische und deutsche Gäste für mehr Zusammenarbeit aus. Fotograf: Bernd Schälte, Landtag NRW.

„Die andere Kultur präsent und erfahrbar machen und gleichzeitig die Offenheit der eigenen Kultur für andere Kulturen bewusst machen“ – dies könnte man als Leitidee der „Parlamentarischen Begegnung mit Japan“ am 24. Februar im Landtag NRW betrachten, zu der rund 270 deutsche und japanische Gäste zusammengekommen waren. Veranstalter waren der Landtag NRW, das Japanische Generalkonsulat und die Deutsch-Japanische Gesellschaft am Niederrhein. Nach den Grußworten der Landtagspräsidentin Carina Gödeke, des Japanischen Generalkonsuls Kaoru Shimazaki und des  Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft am Niederrhein, Rudolf Franz, hielt Prof. Michiko Mae einen Vortrag zum Thema „Kulturvermittlung als politischer Auftrag“ (Redemanuskript als Pdf) und daran anschließend gab es eine Podiumsdiskussion. 

Michiko Mae zeigte in ihrem Vortrag, dass beide Länder in ihrer Entwicklung seit Mitte des 19. Jahrhunderts historisch große Ähnlichkeiten aufweisen. Im Modernisierungsprozess Japans gab es eine enge Zusammenarbeit, vor allem in den Bereichen Verfassungs- und Verwaltungsreform, Rechtswesen, Medizin, Bildung und Militär. Auch heute seien die Beziehungen stabil und gut, vielleicht aber auch ein wenig in die Jahre gekommen: „Die deutsch-japanische Beziehung ist – so hört man oft –, wie eine gute alte, in die Jahre gekommene Ehe“, sagte Mae. „Die beiden verstehen sich gut, haben aber einander nicht mehr viel zu sagen. Eine harmonische und vertrauensvolle Beziehung sollte aber auch eine aktive gelebte Partnerschaft durch gemeinsames Handeln und gemeinsame Projekte sein.“

Für eine gemeinsame Gestaltung der Zukunft forderte Frau Mae deshalb neben der bestehenden Kooperation in Wissenschaft, Forschung und Technologie eine intensivere gesellschaftspolitische Zusammenarbeit, z.B. in den Bereichen erneuerbare Energie und Überalterung der Gesellschaft. „Wir sollten das transkulturelle Potential unserer Gemeinsamkeiten und Unterschiede viel besser nutzen als bisher.“ Konkret solle, so Mae, für NRW in Düsseldorf ein gemeinsames Diskussionsforum von deutschen und japanischen Bürgern und Bürgerinnen entstehen, durch das eine gelebte Partnerschaft und ein lebendiger Austausch realisiert werden könnten: „Dafür bestehen in NRW und Düsseldorf die besten Voraussetzungen; nutzen wir diese Ressourcen und lassen wir in Stadt und Land ein deutsch-japanisches Bürger- und Kulturforum für eine gemeinsam gestaltete Zukunft entstehen.“

Ein wichtiges Potential für die deutsch-japanischen Beziehungen sieht Mae in der Begeisterung vieler junger Menschen in Deutschland für die japanische Populärkultur, die häufig auch ein allgemeines Interesse an Japan, seiner Kultur, Gesellschaft und Sprache weckt. Das Fach Japanologie und das Institut für Modernes Japan in Düsseldorf haben dadurch einen regen Zulauf an Studierenden. Mae sieht darin eine große Chance: „Viele dieser Japanologie-Studierenden könnten als Vermittler, vielleicht auch als ‚Motivierer’ zwischen der deutschen und der japanischen Gesellschaft tätig sein.“

Nach dem Vortrag moderierte Petra Albrecht vom WDR eine lebhafte Podiumsdiskussion. Teilnehmer/innen waren Michiko Mae, Hidehiko Tanaka (Japanischer Club), Tokiko Kiyota (Japanisches Kulturinstitut Köln), Oliver Keymis (Vizepräsident des Landtags NRW) und Michael Becker (Intendant der Tonhalle ). Dabei wurden zum jeweiligen Bereich Vorschläge gemacht, wie die Beziehungen zwischen Japan und Deutschland noch weiter intensiviert werden könnten.

Interessent/innen, die sich an dem vorgeschlagenen Bürger/innenforum beteiligen wollen, werden gebeten, Name, Emailadresse und Interessengebiet(e) an das Sekretariat von Prof. Michiko Mae zu mailen: Tatjana Platz, platz@phil.hhu.de

 

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