Diese Woche! Symposium zu Familienpolitik in Japan und Deutschland

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Flickr cc, jamesjustin

Ein Symposium zum Thema Familienpolitik in Japan und Deutschland zwischen ‚Womenomics‘ und ‚Doing Family veranstalten das Japanische Kulturinstitut Köln, das Institut für Modernes Japan und die Universität Tsukuba am Freitag, 9. Januar, und Samstag, 10. Januar, im Haus der Universität Düsseldorf. (Programm als Pdf)

Die Tagung ist öffentlich und die Teilnahme kostenfrei. Wegen begrenzter Platzzahl ist Voranmeldung erforderlich, per E-Mail unter jfco@jki.de, telefonisch unter 02 21 / 9 40 55 80 oder per Fax unter 02 21 / 9 40 55 89. 

Die Tagung ist zweisprachig japanisch und deutsch und wird simultan gedolmetscht.



Veranstaltungszeitraum
Freitag, 9. Januar 2015, 9.15–19 Uhr
Samstag, 10. Januar 2015, 10–16 Uhr

Zum Thema
In Japan und Deutschland hat das Thema Familie wieder Konjunktur. In beiden Länder besteht ein rapider Alterungsprozess, das heißt der Anteil der über 65-Jährigen steigt dramatisch im Verhältnis zur jüngeren Bevölkerung und infolge der fallenden Geburtenrate ist bereits seit Jahren die Bevölkerung unter das sogenannte Bestandserhaltungsniveau gesunken. Die schrumpfende Bevölkerung wird in der öffentlichen politischen Debatte beider Länder überwiegend als eine Gefahr für die soziale Wohlfahrt gewertet; so kursieren Szenarien von einer aussterbenden Nation, oder einer Gesellschaft,  in der die Menschen verlernt hätten wie man Babys macht.

Die wachsende Zahl kinderloser Frauen, die aufgrund beruflicher Ambitionen auf eine Familie verzichten, wird aktuell wieder in den Medien als grundlegender Faktor für den Rückgang an Familien benannt. 

Seit seiner Wahl Ende des Jahres 2012 verkündet der amtierende Premierminister Shinzo Abe eine Wirtschaftspolitik, die die Frauen als Arbeitskraft stärker nutzen möchte als bisher. Ein Programm namens „Womenomics“ ist Teil der derzeitigen Wachstumsstrategie Japans. Nach diesem Programm wächst die Wirtschaft umso mehr, je stärker Frauen in den qualifizierten Arbeitsmarkt integriert werden. Es ist daher aufschlussreich zu beobachten, wie Japan in der Zukunft seine gesellschaftlichen Strukturen umbauen wird, um das weibliche Potential besser zu nutzen. Kann die wirtschaftlich motivierte Agenda eine familienpolitische Wende herbeiführen?

In Japan und Deutschland gibt es bereits seit längerem gesetzliche Pläne, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen zu schaffen. In Japan wurde dazu eine Revision des Kindererziehungs- und Familienpflege-Gesetzes vorgenommen, um arbeitende Mütter durch den Ausbau privat finanzierter Kindergärten zu entlasten und eine familienfreundliche Beschäftigungssituation zu erreichen. Auch in Deutschland wurde ein Ausbau der Kinderbetreuung vorangetrieben und das Elterngeld eingeführt. Familienpolitik hat jedoch nicht nur die Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt zum Ziel, auch Männer sollten sich aktiv an der Familienarbeit beteiligen können. Erziehende Väter befinden sich heute in einem Spannungsfeld zwischen Familien- und Erwerbsleben. Ferner können sich viele junge Männer nicht mehr mit dem alten Modell des männlichen Familienernährers identifizieren. Zusätzlich wirken deregulierte Arbeitsmärkte und veränderte Lebenslagen sowie Familienkonstellationen (Doppelverdiener-Haushalte, Patchwork-Familien, Unterhaltsansprüche) auf den Alltag der Familien ein. Die Familie als gesellschaftlicher Leistungserbringer steht unter Druck.

Das Symposium möchte der Frage nachgehen, welche aktuellen Entwicklungen, Kampagnen und Netzwerke daran beteiligt sind, die familiäre Situation für Frauen, Männer und Familien in Japan und Deutschland positiv zu verändern. Welchen Rahmen und welche Ressourcen müssen Gesellschaften heutzutage bereitstellen, damit die Individuen im Sinne eines „Doing Family“ die neuen Anforderungen des Familienlebens meistern können?
In einer öffentlichen Dialogveranstaltung werden Fachleute aus Wissenschaft und Politik in Japan und Deutschland referieren und für eine Diskussion mit dem Publikum bereit stehen.

Ein Gedanke zu „Diese Woche! Symposium zu Familienpolitik in Japan und Deutschland

  1. Michaela J.

    Hoffentlich finden wir noch einen Platz. Finde die Tagung sehr interessant und vor allem als Frau und Mutter interessiert es mich noch mehr

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