Die Welt der Katari Rezitation – Auftritt, Talkrunde, Workshop

Die Klangschönheit der japanischen Sprache
Mit HIRANO Keiko

 

Sagen, Mythen, Volksmärchen und Epen werden seit alters her mündlich überliefert. Berühmtist das Heike Monogatari (Erzählungen von den Heike), das während der Kamakura-Zeit (Ende 12. Jh. – 1333) niedergeschrieben wurde. Es besteht aus zwei Versionen – dem Yomihon, einem «Lesebuch», und dem Kataribon, einer mündlich überlieferten Version. Daher wissen wir, dass katari, die Rezitation, seit langer Zeit ein bedeutsames Element der japanischen Kultur ist. Die katari-Kunst entwickelte sich vor allem durch ihre Interpreten und beeinflusste ihrerseits weitere traditionelle Künste Japans.

Mit Katari meint man, von anderen verfasste Texte ins eigene Gedächtnis einzuprägen und als Ausdruck des eigenen Herzens grundsätzlich auswendig vorzutragen. Darüber hinaus hat sich der Begriff Katari im Zuge der Entwicklung der Schrift-Kultur erweitert. Er umfasst nun auch die freie Rezitation von literarischen Werken, vor allem Romanen und Gedichten. Somit spielt Katari nicht nur eine wichtige Rolle bei der Herzensbildung, sondern auch als Mittel, um die Schönheit der japanischen Sprache sowie ihres reichhaltigen Wortschatzes zu verinnerlichen und zu vermitteln. Daher hat man im Fiskaljahr 2011 innerhalb des Lehrfachs Kokugo (Landessprache) Katari als einen eigenen Bereich neben dem bisherigen Rôdoku (Vorlesen) eingeführt.
[Text: Japanische Generalkonsulat Düsseldorf]

Veranstaltungsort und -datum
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Gebäude 22.01, Hörsaal 2C
Mittwoch, 26. November 2014 um 18 Uhr

Die Künsterlin
Keiko Hirano ist 2014 vom Bunkachō (Agency for Cultural Affairs Japan) zur Kulturbotschafterin ernannt worden und stellt die katari-Kunst im Ausland vor. Die Veranstaltung wird konsekutiv gedolmetscht. Mit Unterstützung des Bunkachō

Programm*

  • Man’yōshū (Sammlung der zehntausend Blätter – jap. Gedichtanthologie), Hatsukoi (Erste Liebe), Chikumagawa (Skizzen des Flusses Chikuma) (SHIMAZAKI Tōson, Sieben-Fünf-Silben-Metrum)
  • Taketori Monogatari (Die Geschichte vom Bambussammler – Japans ältestes Märchen)
  • Haru wa Akebono (aus „Makura no Sōshi“ – Das Kopfkissenbuch – von Sei Shōnagon)
  • Fujisan, Sakura – Collage japanischer Malerei (TAKAHASHI Tenzen, KOBORI Tomoto)
  • Shidare Zakura (Trauerkirsche – SETOUCHI Jyakuchō)
  • Hashire Merosu (Lauf, Moerus! – DAZAI Osamu)
  • Sumire (japanische Version von: Das Veilchen – Johann Wolfgang von Goethe)
  • Hitojichi (japanische Version von: Die Bürgschaft – Friedrich Schiller)

*Änderungen vorbehalten. Einige Werke werden nur in Auszügen vorgetragen.
Assistent: INAGAKI Kōshi
Organisation in Japan: MORISHITA Ritsuko
Hairmake: SHINOZAKI Keiko

 

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