Übersetzung eines Dokumentarfilms – Bericht

3gatsu11nichiWie bereits angekündigt gibt es bei uns nächste Woche eine Premiere: Am Donnerstag um 16.30 Uhr wird der Film „Stunden der Katastrophe“ vorgeführt, den Studierende unseres Instituts dieses Semester in dem Kurs „Studentisches Übersetzungsprojekt eines japanischen Dokumentarfilms – Stimmen aus Japan nach der Katastrophe“ übersetzt haben. In dem halbjährigen Projekt, das durch den Lehrförderungsfonds unterstützt wurde, haben die Studierenden selbständig deutsche Untertitel für den Film erarbeitet. Sandra Prati, die an dem Kurs teilgenommen hat, berichtet hier von der Arbeit:  

Bei dem im Kurs thematisierten Film handelt es sich um 「3月11日を生きて」, einen japanischen Dokumentarfilm, in dem der Fokus auf der Kadonowaki-Grundschule in Ishinomaki liegt. Die Kadonowaki-Grundschule in Ishinomaki ist  einer von zahlreichen Orten, die von dem Erdbeben und Tsunami am 11.03.2011 betroffen waren. 37 Kinder, Eltern und Lehrer erzählen im Dokumentarfilm auf anschauliche Weise, wie sie den Tag persönlich erlebt haben.

Nachdem die Studierenden in dem Kurs den Dokumentarfilm und seine Entstehungsumstände kennengelernt hatten, wurden sie näher an das Feld der Untertitelungsübersetzung und an das Programm „Subtitle Edit“ herangeführt. Am Ende dieses einführenden Teils des Kurses stand am 18. April ein Vortrag von Reglindis Helmer, deren Beruf es ist, deutsche Untertitel für japanische Filme zu erstellen.

untertitel

Die Studierenden bei der Arbeit

In der Hauptphase des Projektes übernahmen jeweils zwei Studierende einen ca. 15 Minuten langen Teil des insgesamt 97-minütigen Dokumentarfilms und übersetzten diesen ins Deutsche. Die Übersetzungen wurden von den Dozenten, Mai Umezaki und Adam Jambor, vor der jeweiligen Sitzung kommentiert, sodass die Studierenden sich während der Sitzung auf die Verbesserung der Übersetzung und Einbindung der Untertitel in den Film konzentrieren konnten.

Eine wichtige Frage war dabei zum Beispiel, wie lang ein Untertitel überhaupt sein darf, damit er vom Zuschauer erfasst werden kann. Auch war es für die Studierenden nicht immer einfach, eine angemessene Wortwahl zu finden. So wurde schnell klar, dass an einem Satz noch einige Male gefeilt werden muss, bevor er als Untertitel genutzt werden kann.
 Nachdem alle Gruppen ihre Teile vollendet hatten, wurde der Untertitel in den Film eingefügt und das Werk konnte erstmals als Ganzes betrachtet werden. In den letzten beiden Sitzungen war dann noch einmal Zeit, das Ergebnis gemeinsam zu betrachteten, offene Fragen zu klären und einzelne Stellen in größerer Runde zu diskutieren.

Das abschließende Feedback der rund 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich den Kurs als Lektürekurs oder im Wahlpflichtbereiches anrechnen lassen konnten, war durchweg positiv. Vor allem der praktische Bezug des Kurses zur gesprochenen Sprache kam sehr gut an – die teilweise großen Unterschiede zur geschriebenen Sprache war für einige Studierende überraschend und spannend. Aber auch das Thema des Films, die technische Übung der Untertitelung und der Gastvortrag gefielen den Studierenden. Viele von ihnen wünschten sich eine Weiterführung des Kurses oder zumindest eine längere Durchführung des Projekts.

Zum Abschluss des Projekts gibt es am Donnerstag, 18. Juli, ab 16:30 Uhr im Hörsaal 2B eine Vorführung des Films「3月11日を生きて」geben, dem die Studierenden den Titel „Stunden der Katastrophe – Berichte aus Japan vom 11. März“ gegeben haben. Zu der Filmvorführung sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Zudem ist eine weitere Vorführung im Eko-Haus in Düsseldorf geplant.

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