Kategorie-Archiv: Veranstaltungen

Hier finden Sie Informationen zu Veranstaltungen wie Vorträgen, Kolloquien oder Workshops etc. mit Japanbezug, die nicht in Düsseldorf stattfinden. Wir bemühen uns, möglichst genau über Zeit, Ort und evtl. Anmeldungen zu berichten, verweisen aber – falls vorhanden – auf eine Homepage des Veranstalters.

Nippon Performance Night im FFT

nipponperformanceAm Vorabend des diesjährigen Japantags, dem 24. Mai, veranstaltet das Forum Freies Theater Düsseldorf ab 20 Uhr eine Nippon Performance Night, bei der japanische Künstler das Publikum mit zwei Performances und zwei Konzerten erfreuen werden. Weiterlesen

Vortrag: Tee-Utensilien in Japan

Tee-Utensilien

“Unter den Tee-Utensilien hat die „Cha’ire“ (Teedose) die größte Beliebtheit erfahren. Bestimmt dazu, „Matcha“ (grünen Pulvertee) aufzubewahren, handelt es sich bei dieser Dose lediglich um einen nur wenige Zentimeter hohen Keramiktopf, der so klein ist, dass er auf einer Handfläche Platz findet.
Die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auftauchenden eigentümlichen Wertvorstellungen über Tee-Utensilien sollen anhand von Originalgegenständen und schriftlichem Quellenmaterial rekapituliert werden”

 

Die Japan Foundation lädt am 05. März 2013 zu Prof. Jun’ichi Takeuchis Vortrag “Tee-utensilien in Japan: Geschichte und Wertschätzung” ein. Der Professor ist der Direktor des Eisei Bunko Museum. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Japanischen Kulturistitut in Köln.

Wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat, findet weitere Informationen, sowie einen kleinen Vorgeschmack auf der Seite der Japan Foundation.

Kein Dokumentarfilm über Walfang: Kujira no machi

Kujira no machi (Stadt der Wale), der auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion Panorama gezeigt wurde, ist der Abschlussfilm und erste Spielfilm von Tsuruoka Keiko. Die Handlung dreht sich um die drei Jugendlichen Machi, Hotaru und Tomohiko, die durch Freundschaft aber auch unerwiderte Liebe miteinander verbunden sind: Hotaru liebt Tomohiko, Tomohiko liebt Machi und Machi ist in ihrer eigenen Welt versunken. Auf der Suche nach Machis verschwundenem Bruder, der die Familie vor sechs Jahren verließ, reisen die Freunde nach Tokyo. Da Tsuruoka fast kein Budget zur Verfügung stand, werden alle Rollen von Freunden und Bekannten übernommen, weshalb im Film auch keine Erwachsenen vorkommen. Diese Sachzwänge haben aber ein durchaus positives Ergebnis: Die Vertrautheit der Schauspieler untereinander und mit der Regisseurin erzeugt eine gewisse Intimität, von der der Film lebt und die Abwesenheit von Machis Mutter verdeutlicht die Einsamkeit von Machi.

Auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so scheint: Auch in diesem Film spielen die Ereignisse vom März 2011 ein wichtige Rolle. Als die Dreifach-Katastrophe passierte, verwarf Tsuruoka ihr bisheriges Drehbuch und fing noch einmal neu an. Der Tsunami wird in Kujira no machi durch das Motiv des Wassers repräsentiert, das sich durch den gesamten Film zieht. Der Tsunami ließ viele Menschen spurlos verschwinden und zurück blieb nur eine Leere. In Kujira no machi ist es Machis Bruder, der verschwunden ist. Zurück bleiben nur ein leeres Apartment und das Tropfen des Wassers.

Der Titel Kujira no machi wurde im Berlinale Programm mit The Town of Whales, die Stadt der Wale, ins Englische übersetzt, kann aber im Japanischen noch anders verstanden werden: Wenn man machi nicht als das japanische Wort für Stadt liest, sondern als den gleichklingenden Namen der Protagonistin. Dann ist Machi der Wal. Im Traum fragt Machis Bruder Teppei sie: „Warum können die Wale nicht an Land bleiben? Weil sie dort ihr Gewicht nicht tragen können, müssen sie ins Wasser zurückkehren.“ Auch Machi ist nur glücklich, wenn sie schwimmen kann. In Situationen von emotionalem Stress kehrt sie ins Wasser zurück. Warum aber gerade ein Wal? „Weil ich Wale mag“, meint die Regisseurin, aber auch weil der Wal ein magisches Wesen sei. Denn Wale seien aus dem Meer gekommen und an Land gegangen, aber dann wieder ins Meer zurückgekehrt.

 

Machi (Tobita Momoko)

Machi (Tobita Momoko)

Nicht nur die Symbole des Wassers und des Wals sollen eine magische Stimmung erzeugen. Tsuruoka bedient sich auch verschiedener gestalterischer Mittel zu diesem Zweck. Teilweise wird das Bild so stark überbelichtet, dass das weiße, gleißende Licht den gesamten Frame ausfüllt. Zudem verwendet sie eine Farbtönung, die in manchen Szenen die Farben übernatürlich leuchten lässt.

 

Tomohiko (Katano Sui) und Hotaru (Yamaguchi Sakiko); Foto: www.berlinale.de

Tomohiko (Katano Sui) und Hotaru (Yamaguchi Sakiko); Foto: www.berlinale.de

 

Zu dieser magischen Stimmung soll, laut Tsuruoka, auch der Freund des Bruders beitragen, den die drei auf ihrer Suche um Hilfe bitten. Nanao kleidet sich als Frau und benutzt im Japanischen eine weibliche Ausdrucksweise. Diese Ambiguität, die nur eine solch ambivalente Figur auszudrücken vermag, trage zur magischen Stimmung bei. Für Tsuruoka war die Verwendung einer solchen Figur nicht in einem Hinweis auf eine Gender-Problematik verbunden – auch wenn die Publikumsfragen beim Q&A auf der Berlinale darauf hindeuten, dass es als Hinweis auf die sexuelle Orientierung des Bruders gelesen wurde und als mögliche Erklärung für seine Trennung von der Familie.  Übrigens wurde der Film auch von den Teddy-Award-Veranstaltern  in seine Liste der „Queer Films“ der diesjährigen Berlinale aufgenommen. Dies zeigt auch wie unterschiedlich man den Film interpretieren kann.

Fazit: Ein durchaus sehenswerter Film, der viele Deutungen zulässt, einen aber deshalb auch etwas unbefriedigt zurücklässt.

 

Japan auf der Berlinale 2013 – Capturing Dad

 

Capturing Dad (Chichi o tori ni) von Nakano Ryota ist eine Hommage an die Familie. Genauer gesagt an die Mutter des Regisseurs und deren „Coolness“, meint Nakano. Seine Mutter zog ihn und seinen Bruder nach dem Tod seines Vaters allein groß (Nakano war zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre alt).

Im Film wurden die beiden Schwestern Koharu, 17, und Hazuki, 20, von ihrer Mutter aufgezogen, nachdem der Vater seine Familie für eine andere Frau verließ. Nun viele Jahre später bekommt die Mutter der beiden einen Anruf: ihr geschiedener Mann liegt im Sterben und die Mädchen sollen ihren Vater besuchen –  um Abschied zu nehmen und um für ihre Mutter ein Foto von ihm zu machen. Allerdings nicht aus sentimentalen Gründen, sondern damit sie über ihn lachen kann.

Foto: www.berlinale.de

Foto: www.berlinale.de

Immer humorvoll und liebevoll folgt Nakano den beiden Schwestern, die von Yanagi Erisa und Matsubara Nanoka wunderbar gespielt werden, auf ihrer Begegnung mit der Familie des Vaters. Damit die Mädchen und Watanabe Makiko, die die Mutter der beiden spielt, eine überzeugende Familie darstellen konnten, ließ Nakano die beiden, die sich durch den Dreh erst kennenlernten, händchenhaltend Einkaufen gehen. Und dann mit der Filmmutter Gyôza kochen -  und schon war die Familie da.

Es ist in gewissem Sinne ein sehr „Japanisch“ anmutendender Film. Wer sich mit japanischen Sitten nicht so gut auskennt, rätselt wohl über die Beerdigungsriten, den Job der einen Tochter im Dayclub (als Hostess) und anderes. Dennoch macht dies für manche sicherlich auch mit den Reiz dieses Films aus.

Fazit: Capturing Dad ist, trotz des ernsten Themas, ein „gute Laune“-Film, der einen den japanischen Sommer förmlich auf der Haut spüren lässt.

Für alle, die neugierig geworden sind: Hier der Trailer.

Film: You Drive Me Crazy

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Am 18. April 2013 feiert der Film<You Drive Me Crazy> ihre deutschlandweite Premiere. Ein Film von Andrea Thiele und Lea Jaspers.

Die Dokumödie zeigt das Leben dreier Menschen, die ihr zu Hause aufgeben, um in einem anderen Land einen Neuanfang zu wagen. Ihre größte Herausforderung liegt dabei in dem Erwerb des Führerscheins in der Wahlheimat. Zunächst bringt den Protagonisten der Fahrunterricht Ärger, aber mit der Zeit lernen sie eben dadurch, sich in der neuen Kultur zurechtzufinden.
Ein drittel des Abenteuers spielt in Tokyo, in das der amerikanische Grafikdesigner Jake gezogen ist.

Mehr Informationen gibt es auf facebook und der offiziellen Homepage.

Der Trailer bei Youtube:

3. Studentischen Symposium an der FU Berlin

fu_logoDie Freie Universität Berlin lädt zum 3. studentischen Symposium der dortigen Japanologie ein.

Am Samstag den 27. April 2013 treffen sich Studierende unterschiedlicher Disziplinen und verschiedener Universitäten, um sich Themen rund um die Frage “Vergreisung, Werteverfall und perspektivlose Jugend – ist Japan am Ende?” zu diskutieren.

Weiter Infos finde ihr hier im Anhang: studentisches Symposium Berlin und auf der Seite der FU Berlin.

Unit Asia – Asiatischer Jazz

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Isao „SANKICHI“ Miyoshi, Koh Mr. Saxman, Tay Cher Siang, Shigeki Ippon und Hiroyuki Noritake bilden zusammen die Band unit asia und befinden sich gerade auf Europatour. Seit 2008 machen sie zusammen Jazz Musik, die durch Pop und Rock Elemente zu einer transkulturellen Musiksprache wird.

Am Freitag, den 15.02.2013 um 19 Uhr geben sie ein Konzert im Japanischen Kulturinstitut in Köln. Der Eintritt ist frei! Für wen das noch nicht Grund genug ist, an dem Event teilzunehmen, kann sich von den Hörbeispielen überzeugen lassen.

Weitere Informationen gibt es außerdem auf der Homepage der Japan Foundation.

Ausstellung: Das Leben japanischer Bilder

Eine spannende Ausstellung unter dem Titel Das Leben japanischer Bilder läuft bis zum 28. April in der Langen Foundation. Die Ausstellung, wurde in Zusammenarbeit mit Melanie Trede, Professorin für japanische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg, entwickelt und widmet sich dem Kunstwerk als veränderbares Objekt.

Anders als in der westlichen Kultur wurde das japanische Bild oft als ein Objekt behandelt, das man zerschneiden, neu montieren und somit einem immer neuen Leben zuführen kann, sei es in Form einer Hängerolle, eines Albumblatts oder eines Stellschirms. Anhand von rund 20 Werken aus der Sammlung von Viktor und Marianne Langen wird diese wechselvolle Geschichte der japanischen Bilder anschaulich gemacht: So werden durch den Gebrauch angegriffene Kunstwerke wie Fächerbilder oder Schiebetürenmalereien zum Schutz auf Hängerollen montiert. Einere genauere Vorstellung des Ausstellungskonzeptes findet sich hier.

Details zur Ausstellung:

Ort: Langen Foundation, Raketenstation Hombroich 1, 41472 Neuss
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr, außer am 13.-15.11., 22.11. und am 27.11.2012.
Eintritt: Erwachsene 7,50, ermäßigt (für Studierende unter 27 Jahren) 5 Euro
Anfahrt: Hier gibt es ausführliche Informationen

Der Besuch kann mit einem Besuch der Museumsinsel Hombroich verbunden werden, die sich ganz in der Nähe befindet.

 

 

Gender-Workshop bei der VSJF-Tagung

Unter dem Titel “Genderdimensionen in der Beziehung zwischen Japan und seinen Nachbarn in Ost- und Südostasien” steht der diesjährige Gender-Workshop am 22. und 23. November bei der Jahrestagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) in Weingarten im Tagungshaus der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Die Veranstaltung selbst ist bis auf eine Umlage von insgesamt 10 € für die zwei Kaffeepausen kostenlos, allerdings beinhaltet das Anmeldeformular außerdem die Kosten für Übernachtung und Frühstück im Veranstaltungshaus (Einzelzimmer insgesamt 62 €).

Die Anmeldung zum Gender-Workshop erfolgt über die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Weitere Informationen zum Gender-Workshop und zum Veranstaltungsort erhalten Sie hier.
Bei inhaltlichen Rückfragen zum Workshop wenden Sie sich bitte an Phoebe Holdgrün (holdgruen@dijtokyo.org).

 

Hier das Programm im Detail:

Donnerstag, 22.11.2012 – Schwerpunktthema

14:30–15:00 Uhr PHOEBE HOLDGRÜN UND INA HEIN
Begrüßung

15:00–16:00 Uhr CLAUDIA DERICHS (Philipps-Universität Marburg)
Keynote: Asiatische Feminismen? Perspektiven auf Gender, Japan, Südostasien

16:00–16:30 Uhr Kaffeepause

16:30–17:15 Uhr CAROLA WANKE (Universität Heidelberg)
Comfort Women – Women of Conformity. Zum Werk der Künstlerin Shimada Yoshiko

17:15–18:00 Uhr FRAUKE KEMPKA (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Hausfrauen, Prostituierte und elitäre Studenten. Konstruktionen südostasiatischer MigrantInnen in Beppu

Freitag, 23.11.2012 – Open Session für NachwuchswissenschaftlerInnen

9:30–10:15 Uhr BARBARA HOLTHUS (DIJ, Tokyo)
Elterliches Wohlbefinden: Eine neue Sicht auf die Herstellung von Geschlecht in japanischen Familien

10:15–11:00 Uhr MONIKA SCHRIMPF (Universität Bayreuth)
Zwischen Popkultur und Reformbuddhismus: Zum Religions- und Selbstverständnis von Frauen im gegenwärtigen japanischen Buddhismus

11:00–11:30 Uhr Kaffeepause

11:30–12:15 Uhr RONALD SALADIN (Universität Trier)
Alte neue Männlichkeiten in japanischen Modezeitschriften für junge Männer