Archiv für den Autor: Elisabeth Scherer

Über Elisabeth Scherer

Elisabeth Scherer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Modernes Japan.

Stummfilmaufführung in Bonn

Gräber der 47 Samurai, Wikimedia Commons

Gräber der 47 Samurai, Wikimedia Commons

Eine einmalige Aufführung des japanischen Stummfilms „Chûshin gura“ (Die Geschichte der 47 Samurai) gibt es am Montag, 28. Mai, um 16 Uhr in Bonn. Die Handlung wird von dem Filmerzähler (benshi) Ichiro Kataoka erzählt und von drei Musiker/innen live begleitet.

Film: Chûshin gura (1926) | ca. 60 Min | Japanisch mit Untertiteln | Regisseur: Tomiyasu Ikeda | Hauptdarsteller: Matsunosuke Onoue
The Film Quartett: (Filmerzählung); Ayumi Kamiya (Klavier); Yasumi Miyazawa (Shamisen); Masayoshi Tanaka (Schlagzeug)
Termin:28.05.2018, 16–17:45 Uhr
Ort: Institut Français Bonn (Adenauerallee 35, 53115 Bonn)
Eintritt: frei

Unterricht zu sechst? Ein Besuch an den Schulen von Hikimi

 

Wir setzen heute unsere Serie über die Exkursion nach Shimane fort, die MA-Studierende in den letzten Semesterferien zusammen mit Prof. Shingo Shimada unternommen haben. Denise Schieberl berichtet über Besuche an zwei Schulen, die den demographischen Wandel für die Teilnehmer/innen deutlich greifbar gemacht haben. 

Im Rahmen unserer Shimane-Exkursion besuchten wir am zweiten Tag die Grundschule sowie die Mittelschule von Hikimi und erhielten so interessante Einblicke in den Alltag der Schülerinnen und Schüler, der sichtlich von den Konsequenzen des Bevölkerungsschwundes in der Region beeinflusst ist – denn Hikimi gilt als ein Ort in Japan, für den der Begriff kaso (zu deutsch: Entvölkerung) besonders charakteristisch ist.

Zuerst fuhren wir zur Grundschule von Hikimi und wurden dort vom Direktor herzlich begrüßt. In einer kurzen Einführung erfuhren wir erste spannende Dinge über die Besonderheiten der Institution, in welcher aktuell insgesamt nur 22 Schülerinnen und Schüler aus eigentlich sechs Jahrgangsstufen unterrichtet werden – eigentlich. Denn an der Schule gibt es mittlerweile so wenige Schülerinnen und Schüler, dass Klassen zusammengefasst werden mussten. So werden jeweils Erst- und Zweitklässler, Dritt- und Viertklässler, sowie Fünft- und Sechstklässler gemeinsam unterrichtet – und statt der wie für japanische Grundschulen sonst üblichen sechs Klassen gibt es in Hikimi eben nur noch drei. Andernfalls säßen in der zweiten Klasse beispielsweise nur zwei Schüler; zusammengefasst mit den Schülern der ersten Klasse sind sie aber immerhin zu sechst.  Weiterlesen

Sprachtandem mit der Nanzan-Universität

Flickr cc, Brandon Martin-Anderson

Flickr cc, Brandon Martin-Anderson

Im Juni haben wir wieder ein besonderes Angebot für alle, die ihre praktischen Japanischkenntnisse einsetzen und verbessern möchten. Und obendrauf gibt es nette Begegnungen mit Studierenden aus Japan! 35 Studierende der Nanzan-Universität, die zu diesem Zeitpunkt alle ca. ein Jahr Deutsch lernen, kommen in dieser Zeit an unsere Universität. Alle interessierten Modernes-Japan-Studierenden, vorzugsweise ab dem 4. Semester Bachelor, sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen! Hier alle Details:

  • Die Treffen finden am 13.6., 20.6. und 26.6. statt; zusätzlich ist ein Willkommenstreffen am 8.6. abends geplant
  • Die Tandem-Treffen laufen aufgeteilt in zwei Gruppen, eine vormittags (10–12 Uhr) und eine nachmittags (15–17 Uhr). Besonders motivierte Studierende dürfen auch vormittags und nachmittags teilnehmen :-)
  • Interessierte melden sich bei der Organisatorin des Tandems, Caroline Fest, caroline.fest[at]hhu.de

Bericht zu einer Forschung in Japan: Meine Reise nach Ihatôv

Landschaft

Szenerie der Erzählung: „Der Wolfswald, der Korbswald und der Diebswald“ (Original: 狼森と笊森、盗森 Oinomori to zarumori, nusutomori) in der Nähe des Landwirtschaftsbetriebs „Koiwai noujou“ 小岩井農場)

Für ihre Masterarbeit ist unsere Studentin Akemi Harada in ein sehr ländliches Gebiet Japans vorgedrungen: Auf den Spuren des Autors Miyazawa Kenji bereiste sie die Präfektur Iwate und berichtet hier von ihren Erfahrungen.

„Meine Geschichten hier, die habe ich alle in den Wäldern, auf den Feldern, an den Geleisen der Eisenbahn geschenkt bekommen vom Regenbogen und vom Mondschein.“ (zitiert aus der Vorrede zu „Das Gasthaus mit den vielen Aufträgen“ von Miyazawa Kenji, übersetzt von Johanna Fischer „Früchte des Ginkgo“ 1980, Günther Neske Verlag)

Diese Worte fielen mir direkt ein, als ich zum ersten Mal die Präfektur Iwate besuchte! In der Heimatpräfektur des Autors Miyazawa Kenji (1896–1933) sieht man auch heute noch viele der Dinge, von denen er in dem oben genannten Zitat spricht. Kein Wunder, denn viele der literarischen Schauplätze seiner zahlreichen Erzählungen liegen dort. Miyazawa nannte diesen Ort Ihatôv (Der Name ist eine Anlehnung an Iwate in Esperantosprache), ein Märchenland, in dem Tiere und Menschen mit der Natur zusammenleben.  Weiterlesen

Vortrag zur Entwicklungshilfestrategie Japans

Einen Vortrag zur Entwicklungshilfestrategie Japans gibt es morgen, Freitag, 18. Mai 2018, im japanischen Kulturinstitut in Köln.  Um 19 Uhr trägt Assistant Professor Raymond Yamamoto (Universität Aarhus) zu folgendem Thema vor: „Die Anpassung der japanischen Entwicklungshilfestrategie im Spiegel neuer außen- und innenpolitischer Herausforderungen“.

Details zum Inhalt:

Lange wurde Japan von der OECD für seine wirtschaftsorientierte Entwicklungshilfe kritisiert. Statt soziale Projekte setzte das Land primär auf Wirtschaftsprojekte, die nicht selten von japanischen Unternehmen geplant und implementiert wurden. Als Japan in den 1980er zum weltweit größten Entwicklungshilfe-Geber avancierte, begann es verstärkt die westliche Leitlinie, die sich an Nachhaltigkeit und Menschenrechte orientierte, zu übernehmen. Japans neue Entwicklungshilfe-Charter, die unter Premierminister Shinzō Abe verfasst wurde, sieht allerdings eine verstärkte Ausrichtung an den Wirtschaftsinteressen des Landes vor, eine Rückkehr zu den alten merkantilistischen Prinzipen.

Mehr noch, die Entwicklungshilfe soll ebenfalls den sicherheitspolitischen Interessen des Landes im Asiatisch-Pazifischen Raum dienen. Japan hat beispielsweise bereits begonnen, die Küstenwachen der südostasiatischen Staaten mittels seiner Entwicklungshilfe zu stärken, um Chinas ausdehnende Territorialansprüche im Südchinesischen Meer etwa entgegen zu setzen. Die Veränderungen sind im Einklang mit Abes umstrittener außenpolitischer Leitlinie des „Proaktiven Pazifismus“ (sekkyokuteki heiwa shugi). Dieser Vortrag beleuchtet die außen- und innenpolitischen Hintergründe, die zur drastischen Veränderung der japanischen Entwicklungs-
hilfestrategie geführt haben.

Manga zwischen den Kulturen: Eine Veranstaltung zum Japan-Tag

poster_jpgZum Japan-Tag 2018 bietet unser Institut wieder eine eigene Veranstaltung an, die sich diesmal speziell um Manga dreht: „Das Wandern der Bilder: Manga zwischen den Kulturen“, am Freitag, 25. Mai (der Vortag des Japan-Tages), von 14.30 bis 18 Uhr im Haus der Universität. Auf dem Programm stehen zwei Vorträge und eine Podiumsdiskussion, die sich der Kunst des Manga-Übersetzens widmet.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei!

Zum Thema:

Manga sind seit ihrer Entstehungszeit ein transkulturelles Produkt: Verschiedenste Einflüsse haben dazu beigetragen, dass die besonderen Ausdrucksformen entstanden sind, die heute graphisches Erzählen in Japan auszeichnen. Viele bekannte Manga-Werke setzen sich auf der narrativen und visuellen Ebene mit der Begegnung von Kulturen auseinander oder schaffen hybride Räume, die freie Gedankenspiele erlauben. Zugleich verbreiten sich Manga heute überall auf der Welt. Werke aus Japan werden in zahlreiche Sprachen übertragen, und Zeichnerinnen und Zeichner diverser kultureller Hintergründe eignen sich die besondere künstlerische Ausdrucksweise der Manga an, um eigene Werke zu schaffen. Die Veranstaltung gibt Einblicke in dieses transkulturelle Potenzial der Manga und beschäftigt sich in einer Podiumsdiskussion besonders mit der Frage, wie Manga in ihrer Eigenschaft als komplexe Bild-Text-Gefüge ins Deutsche übersetzt werden können.

Programm:

  • 14.30–14.45    Grußwort des japanischen Generalkonsuls Ryuta Mizuuchi und kurze Einführung (Dr. Elisabeth Scherer)
  • 14.45–15.30    „Mit Manga um die Welt – (Internationale) Rezeption und Verbreitung westlicher Manga“
    Isabel Schreiber
  • 15.30–16.15    „Die Romantik europäischer Szenerien im frühen shôjo-Manga“
    Katharina Hülsmann
  • 16.15–16.30     kurze Pause
  • 16.30         Diskussion: „Die Kunst des Manga-Übersetzens“
    Teilnehmer/innen: Kaja Chilarska (Manga-Übersetzerin), Dr. Verena Maser (Manga-Übersetzerin und Manga-Forscherin)

Veranstaltet vom Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Lehrstuhl I, Prof. Dr. Andrea Germer
Offizieller Programmpunkt des Japan-Tages 2018

Being Academic im Wintersemester 2018/19

Eine wichtige Information für MA-Studierende: Wir ermitteln gerade, ob im Wintersemester 2018/19 Bedarf an dem Modul „Being Academic“ besteht, oder ob dieses erst wieder zum Sommersemester 2019 angeboten werden soll.

Falls Sie Interesse haben, das Modul im Wintersemester zu belegen, wenden Sie sich daher schnellstmöglich, spätestens aber bis zum Freitag, 18. Mai, bei Elisabeth Scherer, scherer[at]phil.hhu.de.

Kagura: ein Tanz für die Götter – aber wie lange noch?

Kagura Titelbild

Foto: Thomas Ladurner

In den Semesterferien waren einige unserer MA-Studierenden zusammen mit Prof. Shingo Shimada zu einer Exkursion in der Präfektur Shimane und haben dort die Auswirkungen des demographischen Wandels für den ländlichen Raum in Japan erforscht. Wir starten dazu nun eine Serie von Artikeln, in denen uns die MA-Studierenden von ihren Erlebnissen berichten. Den Anfang macht heute Thomas Ladurner, der von einem Tanz für die Götter berichtet:

Und im Nu sprang die achtköpfige Riesenschlange hervor und verschlang die Prinzessin Inada. Mit dieser Szene eröffneten die Schausteller des Kagura-Ensembles ihre Performance. Kagura? Noch nie davon gehört? Auch wir Teilnehmer der fünftägigen Japan-Exkursion konnten uns anfangs wenig unter diesem Begriff vorstellen.

Was ist Kagura?
„Halb Nō, halb Kabuki, ein Mix aus beidem kennzeichnet diese theatrale Unterhaltungsform“, erklärt uns zu Beginn der Aufführung Frau Sumikawa, Leiterin des Michikawa Kagura-Ensembles. Und hauptsächlich hier sei dieses Schauspiel anzutreffen, in der zweitkleinsten Präfektur Japans: Shimane. Weiterlesen

Studienaufenthalt in Japan ab SoSe 2019

Im Rahmen der Austauschprogramme zwischen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf /der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität und den folgenden Universitäten in Japan werden ca. 18 Studienplätze für einen einjährigen Studienaufenthalt in Japan von April 2019 bis März 2020 vergeben:

  • Tsukuba-Universität (3 Plätze, BA+MA)
  • Sophia-Universität (BA+MA)
  • Tsuda-Universität (2 Plätze, BA+MA)
  • Keiō-Universität (2 Plätze, BA+MA)
  • Bunkyō-Universität (2 Plätze, BA)
  • Ōsaka Universität (1 Platz, MA)
  • Kwanseigakuin-Universität (2 Plätze, MA)
  • Kumamotogakuen-Universität (1 Platz, BA)
  • Ryūkyū-Universität (5 Plätze, BA)

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