Archiv für den Autor: Christoph D. Winnefeld

Über Christoph D. Winnefeld

Christoph W. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Modernes Japan.

Modernes Japan mit Schwerpunkt „Volkswirtschaftslehre“ studieren

Noch bis zum 20. September 2016 können sich Studierende des Kernfaches Modernes Japan für den Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre bewerben.

Die Bewerbung erfolgt ausnahmslos per E-Mail an Christoph Winnefeld. Bitte nennen Sie im Anschreiben Ihrer Bewerbung Ihre Fächerkombination und Ihre Martrikelnummer. Der Bewerbung ist ein Scan der aktuellen Leistungsübersicht (SSC) beizufügen. Pro Studienjahr können maximal 10 Bachelorstudierende des Instituts für Modernes Japan den Schwerpunkt belegen. Bei mehr Bewerbungen als freien Plätzen entscheidet der Notendurchschnitt. Zum 01. Oktober 2016 werden die Studierenden darüber informiert, ob Sie zum Schwerpunkt zugelassen wurden.

Genauere Informationen zum Schwerpunkt VWL finden Sie hier.

Modernes Japan mit Schwerpunkt VWL studieren

Noch bis zum 20. September 2016 können sich Studierende des Kernfaches Modernes Japan für den Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre bewerben.

Die Bewerbung erfolgt ausnahmslos per E-Mail an Christoph Winnefeld. Bitte nennen Sie im Anschreiben Ihrer Bewerbung Ihre Fächerkombination und Ihre Martrikelnummer. Der Bewerbung ist ein Scan der aktuellen Leistungsübersicht (SSC) beizufügen. Pro Studienjahr können maximal 10 Bachelorstudierende des Instituts für Modernes Japan den Schwerpunkt belegen. Bei mehr Bewerbungen als freien Plätzen entscheidet der Notendurchschnitt. Zum 01. Oktober 2016 werden die Studierenden darüber informiert, ob Sie zum Schwerpunkt zugelassen wurden.

Genauere Informationen zum Schwerpunkt VWL finden Sie hier.

Neues vom Bachelor Plus: Sechster Jahrgang

Das Projekt „Bachelor Plus: Kultur- und Sozialwissenschaftliche Japanforschung“, das durch den DAAD gefördert wird, besteht am Institut für Modernes Japan bereits seit 2010. Im WiSe 2016/17 tritt bereits der sechste Jahrgang von Bachelor Plus-Studierenden das Auslandsstudium in Japan an.

Gruppenbild klein

v.l.n.r. Prof. Dr. Shingo Shimada, Jan Meier, Vu Thuy Doan Huynh, Jan Hausmann, Florian Bruns, Christoph Winnefeld (Elternzeitvertretung für Frau Uike-Bormann), Peter Bernardi

Am 24. Mai 2016 trafen sich die Studierenden des seschsten Jahrgangs bei Kaffee und Kuchen mit dem BA+ Projektteam. Die Studierenden absolvieren in diesem Semester das Vorbereitungsseminar „Einführung in die empirische Japanforschung“ und haben dort die Möglichkeit, alle Fragen rund um die Organisation und Durchführung ihres Forschungsvorhabens in Japan auszuräumen. Auch dieser Jahrgang hat viele interessante Forschungsvorhaben im Gepäck und wir freuen uns auf die gemeinsame Forschungsphase ab dem WiSe 2016/17.

 

BA Plus Five Questions

Im Alter mit Fremden zusammenleben?

Heute stellen wir das Forschungsprojekt einer Studentin aus dem fünften Jahrgang des Bachelor Plus vor, Frau Denise Schieberl. Vor ihrem Japanaufenthalt hat Frau Schieberl den Vorbereitungskurs im Rahmen des Bachelor Plus absolviert. Im Zuge Ihrer Vorbereitungen konnte Frau Schieberl ihr Forschungsvorhaben weiter fokussieren und entschloss sich schließlich, sich anhand einer qualitativen Studie mit „alternativen Wohnformen für japanische Senioren“ auseinanderzusetzen. Frau Schieberl ist seit dem WiSe 2015/16 Ihrem Forschungsprojekt„Alternative Wohnformen für Senioren in japanischen Großstädten am Beispiel Tokyo im Hinblick auf den demographischen Wandel: Mehrgenerationenwohnen als Zukunftsmodell?“ an der Keiô Daigaku in Tôkyô nachgegangen.

Frau Schieberl, was versteht man unter Collective Housing?

Collective Housing bzw. Mehrgenerationenwohnen ist eine Form des gemeinschaftlichen Wohnens, bei der Menschen unterschiedlichsten Alters, Nichtverwandte aber teilweise auch Familien, miteinander leben, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Veranstaltungen durchführen. Es gibt bei dieser Wohnform sowohl private Räume, als auch Gemeinschaftsräume, die allen Bewohnern zur Verfügung stehen.

Wie sind Sie auf dieses Forschungsthema aufmerksam geworden?

Durch eine Fernsehdokumentation über ein Mehrgenerationenwohnprojekt in Deutschland, die ich sehr interessant fand, bin ich auf das Thema aufmerksam geworden. Da ich gern ein Projekt zu einer aktuellen gesellschaftlichen Fragestellung in Japan bearbeiten wollte und dort gerade sehr ähnliche demographische Prozesse ablaufen wie in Deutschland, fragte ich mich, ob es diese Wohnform wohl auch in Japan gäbe. Da dies tatsächlich der Fall war, habe ich beschlossen, weiter zu recherchieren und wollte zu diesem Thema letztendlich auch forschen.

Vor Ort in Japan, wie hat sich da Ihr Feldzugang vollzogen?

Da ich bereits in Deutschland von einem Mehrgenerationenhaus in Tokio namens Kankan Mori gehört hatte und dort am liebsten meine Forschung durchführen wollte, habe ich mich über die Homepage dieses Hauses zunächst zu einem allgemeinen Besichtigungstermin angemeldet. Bei diesem gab es einen Vortrag über das Haus sowie eine Hausführung. Dort habe ich mit einigen Verantwortlichen über mein Forschungsvorhaben sprechen können, woraufhin ich einen Anmeldebogen zugeschickt bekam. Nachdem ich mich bei einer weiteren Versammlung vorgestellt hatte und meine Anmeldung akzeptiert wurde, durfte ich zunächst an einigen Veranstaltungen, wie gemeinsamen Abendessen, teilnehmen und schließlich Interviews mit Bewohnern führen. Parallel dazu habe ich mich auch mit Dozenten an meiner japanischen Universität in Verbindung gesetzt, über welche ich weitere Kontakte zu Forschern dieses Themengebietes schließen konnte.

Wie geht es in den letzten Monaten Ihres Aufenthaltes weiter?

Auch nach Abschluss meiner Interviews im Kankan Mori durfte ich noch einige Male an verschiedenen Veranstaltungen des Hauses teilnehmen. Auch diesen Monat darf ich noch einmal wiederkommen und einer Jubiläumsveranstaltung beiwohnen. Desweiteren würde ich in meiner restlichen Zeit in Japan gerne noch mindestens ein Experteninterview führen, u.a. mit einer Doktorandin an meiner japanischen Universität, die sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigt. Ansonsten ist noch weitere Literaturrecherche zu meinem Forschungsfeld geplant, da es in Deutschland nicht mehr so einfach sein wird, an japanischsprachige Quellen heranzukommen.

Abgesehen von Ihrer Forschung und Ihren Studien gibt es etwas, das Sie in Japan gerne noch machen möchten bevor Sie nach Deutschland zurückkehren?

Vor meiner Rückkehr nach Deutschland würde ich vor allem gerne noch ein bisschen innerhalb Japans reisen. Unter anderem plane ich einen Trip nach Ise und ich möchte gerne noch einmal nach Kyoto reisen, sowie mir Hiroshima anschauen. Auch in Tokio gibt es noch unzählige Ecken, die ich bisher noch nicht sehen konnte.
Außerdem habe ich während meiner Zeit in Japan viele tolle Menschen sowohl aus Japan als auch aus vielen anderen Ländern der Welt getroffen. Mit diesen möchte ich in meiner verbleibenden Zeit noch so viel wie möglich unternehmen, und hoffe, dass auch nach Ende meines Japanaufenthaltes der Kontakt nicht abbricht und ich einige davon bald wiedersehen kann.

Weitere Informationen zum Kankan Mori finden Sie hier.

 

„美的“な留学?

„Biteki“ na Ryûgaku?

BA-Plus 5 Questions

Es wird geschminkt, gefeilt und sich schick gemacht. Unsere BA-Plus Studentin spürt am eigenen Leib der Konstruktion ethno-kultureller Stereotype in japanischen Frauenzeitschriften nach. Hierbei richtet sich ihr Hauptaugenmerk auf die (Prestige-)Funktion von Sprache, d.h. europäischer Sprachen. Frau Haukes Forschungsvorhaben führt somit quer durch die japanische Medienlandschaft und den Mode- und Lifestylealltag berufstätiger japanischer Frauen und mündet hoffentlich in einer angemessen aufsehenerregenden Bachelorarbeit.

(1+2) BA+: Frau Hauke, nun kommen gleich zwei Fragen auf Sie zu. Was sind ethno- kulturelle Stereotype, und wo treffe ich diese an?

Birte Hauke: Ethnokulturelle Stereotype sind bestimmte Vorstellungen einer fremden Kultur, die man nahezu überall antrifft. Inner-halb meines Projektes möchte ich anhand der in japanischen Frauenzeitschriften verwendeten Sprache herausfinden welche Kultur mit welchen Stereotypen assoziiert wird, wie die Sprache wirkt und welche Aussagen daher über die Rezipienten gemacht werden können. Während die französische Sprache zum Beispiel mit Stil und Eleganz verbunden wird, steht das Englische eher für eine gewisse Coolness und ein modernes Auftreten. Es geht einfacher gesagt um sprachliche Klischees.

(3) BA+: „Business Smart auf englische Art“ also, oder der „Pariser Chic“? Mit welchem Label werden „wir Deutschen“ denn, gemäß dieser Stereotype, versehen? Gibt es einen deutschen Styleguide für japanische Frauen?

Nein, den gibt es in dieser Form nicht. Viele Titel sind englisch, französisch oder italienisch, zum Beispiel „More“ oder „Oggi“. Englisch steht für ein modernes und cooles Outfit, Französisch ist etwas verspielter und hinter italienischen Titeln versteckt sich eher stilvollere Businessmode. Im Bereich der Modezeitschriften spielt die deutsche Sprache fast keine Rolle. Das kann aber auch damit zu tun haben, dass das Bild eines europäischen Landes im allgemeinen wirkungsvoller ist, als die Attribute, die dem damit verknüpften Land zugeschrieben werden. Und da klingt die italienische Sprache eben modischer als die deutsche. Wie sich das genau gestaltet, kann ich aber noch nicht verraten.

 

(4) BA+: Allerdings habe ich fast den Eindruck hinter dem Begriff „Modezeit-schriften“ würden sich eigentlich Lifestyle Konzepte verbergen. Geht es denn in den Zeitschriften auch darum welche Art von Wohnung für die „more“-Frau die richtige wäre oder zu welchem Friseur man als „oggi“ gehen muss?

Ja, dieser Eindruck ist schon richtig. Natürlich steht im Vordergrund die aktuelle Mode und wie man sie zu welchen Anlässen tragen kann. Darüber hinaus gibt es aber auch verschiedene Ernährungstipps, Sportübungen oder Hinweise zu Frisuren-, Schmink- und Einrichtungstrends, die sich mit der Mode verändern. Ein neues Outfit funktioniert erst durch den passenden Haarschnitt und das passende Make-Up. Die Ideen der Frauenzeitschriften prägen ganz selbstverständlich den Geschmack ihrer Rezipientinnen und so passen sich auch deren Lebensstile an. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lebensstilen der Zeitschriften innerhalb einer Zielgruppe eher gering. Am offensichtlichsten bleibt es bei der Mode.

(5) BA+: Dann stellt sich nur noch die Frage, wo sich auf Okinawa die Frau zur Zeitschrift findet. Wo und wie gehen Sie auf die Jagd?

Vermutlich werde ich sie dort ansprechen, wo die Frau zur Zeitschrift die präsentierten Lebensstile umsetzt: beim Friseur, beim Kosmetiker, im Nagelstudio oder in der Boutique. Ich stelle mir den Zugang da recht einfach vor. Und natürlich werde ich auch am Zeitschriftenkiosk ein paar Kundinnen über die Schulter gucken. Wer Zeit hat und Kaffee mag, kann gleich mit zum Interview kommen.

Sind Lehrer auch nur Menschen?

Für die BA-Plus Studentin Melanie Kopf beginnt im kommenden Wintersemester eine zweite Schulzeit in Japan. Ihr Forschungsprojekt führt sie an eine japanische Schule auf Okinawa, wo sie dem Lehrerideal auf den Zahn fühlen wird.

BA-Plus 5 Questions

(1) BA+: Zunächst, wie war für Sie die Zeit hinter der Schulbank – in Deutschland?

Ich mochte die Schulbank, besonders wenn sie nah am Fenster stand, sodass ich meine Gedanken ein wenig schweifen lassen konnte.

(2) BA+: …

Im Ernst, ich bin sehr gerne – und stets aufmerksam – in die Schule gegangen, besagte Bank stand immerhin in der zweiten Reihe auf der Seite des Lehrerpults. Dass ich etwas gelernt hatte, zeigte ich gerne; ich war eigentlich immer froh, wenn tatsächlich Leistungen von mir verlangt wurden, und natürlich noch glücklicher, wenn ich dafür Anerkennung erhielt. Die Schule war eine tolle Zeit für mich!

(3) BA+: Sie schreiben in Ihrer Projektbeschreibung, Ihre damalige Klassenlehrerin habe gesagt „um ein (guter) Lehrer zu sein, müsse man auch immer Idealist sein“. Wäre das Ihre Zielsetzung, dieser Art von Idealisten in Japan nachzuspüren?

Ja, solche Lehrer werden wohl im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen. Bei der Ausarbeitung des Projekts hatte ich natürlich erst einmal mein eigenes Lehrerbild im Kopf und das ist ohne Zweifel sehr nachhaltig geprägt worden durch Lehrer wie die erwähnte Klassenlehrerin, die eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Ideal auch im Unterricht thematisiert hat.

(4) BA+: Sehen sie denn das „Ideal eines Lehrers“ nur einseitig, d.h. wie sich die Lehrpersonen selber verstehen, oder würden sie auch das Ideal wie es rezipiert wird, also wie sie gesehen werden, in ihre Forschung mit einbringen wollen? Anders gefragt: Ist es nicht eine idealisierte Sichtweise, den Lehrer als „kami-sama“ zu betiteln?

Solche gesellschaftlichen Zuschreibungen sehe ich durchaus als eine weitere Ebene der Thematik die für meine Forschung relevant ist. Während meines Japanaufenthalts möchte ich mich deshalb auch verstärkt mit dem öffentlichen Diskurs beschäftigen. Ich denke da besonders an die auffallend große Anzahl an terebi-doramas, bei denen die Hauptfigur Lehrer ist und die sich mit dem Thema Schule auseinandersetzen, aber auch an andere mediale Erscheinungsformen.

(5) BA+: Auf welche Bereiche soll sich ihre Forschung in Japan erstrecken? Dürfen wir, im Rahmen der Auswertung Ihrer Feldforschung, mit einer Symbiose aus Medienanalyse und qualitativer Sozialforschung rechnen?

Für die Forschung werde ich mich in der Tat in diesen beiden Feldern bewegen. Was die Auswertung betrifft, würde ich diese Kombination [Medienanalyse und qual. Sozialforschung] auch wagen wollen, wenn es sich aus der Forschung so ergibt. Allerdings muss ich doch damit rechnen, dass das den Umfang einer Arbeit im Rahmen des Bachelor bei weitem überschreiten würde. In dem Fall würde ich die Auswertung also auf mehrere aufeinander aufbauende Arbeiten verteilen, aus denen sich dann erst später ein mehrschichtiges Bild zusammensetzen lässt, die aber per se auch einzeln betrachtet werden können.

BA+: Frau Kopf, wir freuen uns auf das, was Sie für sich und uns „zusammensetzen“ werden, und vielleicht geben Sie uns die Möglichkeit mit Ihnen die Schulbank zu drücken, sofern Sie einmal die Zeit für einen Zwischenbericht aus Japan finden.

A Student Goes Burger

BA-Plus 5 Questions

(1) BA+: Herr Herold, was gab es heute zu Mittag?

MH: Also, ich habe heute die Reste der gestern von meiner Freundin selbstgemachten Crêpes in der Mikrowelle aufgewärmt und dann mit Nutella garniert gegessen.

(2) BA+: Bei Mikrowelle und Nutella würden so manchem Neo-Gourmet dieser Tage die Haare zu Berge stehen. Wie fassen Sie den aktuellen Trend zum Freizeit-Gourmet und den Bio-Wahn in Deutschland auf?

MH: Ehrlich gesagt ist dieser Trend an mir vollkommen vorbeigezogen. Wenn es sich preislich nicht großartig unterscheidet, greife ich zwar auch ab und zu im Supermarkt zum Bio-Produkt, achte aber sonst nicht besonders darauf, mich hauptsächlich von Produkten aus ökologisch gesichertem Anbau zu ernähren und gehe deshalb auch nicht in Reformhäusern oder speziellen Bioläden einkaufen. Lust mich zu Hause lange in die Küche zu stellen und großartige Gourmetkreationen zu erschaffen habe ich auch eher selten. Dies mag zum einen am Zeitmangel, aber auch an fehlendem Können liegen. Ich muss leider zugeben, dass ich, seitdem ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne, immer häufiger Fertigprodukte verwende.

Herr Herold ist BA+ Student der “ersten Generation”. Er plant durch eine qualitative vergleichende Analyse zu untersuchen, in wie weit sich der Konsum von Fast Food und Fertigprodukten zwischen ländlichen und urbanen Gegenden in Japan unterscheidet. Während seinem gleichzeitigen Austauschstudium an der Universität Chiba, wird Herr Herold zwei japanische Familien durch kulinarische Highlights und Untiefen begleiten; Zitat aus seinem Forschungsvorhaben:

„Auf Grund von Standortfaktoren, anderen Beschäftigungsverhältnissen, einer ungleichen historischen Entwicklung und anderen Faktoren vermute ich einen Unterschied zwischen dem Konsumverhalten von Fast Food auf dem Land und in städtischer Umgebung. Auch gilt es zu überprüfen, in wie weit Fertigprodukte Einzug in die Haushalte gehalten haben und welche Gründe es dafür gibt.“

(3) BA+: Fertigprodukte werden vielfach als Junk- bzw. Fastfood kategorisiert. Wie differenziert bewerten Sie diese Kategorien, bzw. welche Definition von Fastfood legen Sie Ihrer Forschung zu Grunde?

MH: Ich möchte in meiner Forschung wahrscheinlich zwischen Fertigprodukten, Fast Food und selbst hergestelltem Essen differenzieren. Den Unterschied zwischen Fast Food und Fertigprodukten definiere ich so: Fast Food wird komplett essfertig verkauft, während bei Fertigprodukten noch mindestens der Arbeitsschritt der Erwärmung hinzukommt. Allerdings sind dies noch vorläufige Überlegungen und ich beabsichtige noch Definitionen aus der Ernährungswissenschaft heranzuziehen.

(4) BA+: Bei Fast Food dürfte sich wohl die gängige Assoziation, zumindest bei Deutschen, auf Burger und Pommes belaufen. Haben Sie sich denn schon in der Welt des japanischen „schnellen Essens“ umgetan?

MH: Es ist natürlich klar, dass es in Japan viele Gerichte gibt, die schnell zubereitet und verzehrfertig verkauft werden, aber nicht in den gängigen deutschen Rahmen von Fast Food eingeordnet werden würden. In wie weit diese in eine europäische Definition von Fast Food hineinpassen und wie überhaupt eine Definition aus japanischer Sicht aussieht, wird spannend sein, herauszufinden

(5) BA+: Wird denn Ihre Forschung mit einem Selbsttestbeginnen? Und worauf würden Sie sich da am meisten freuen?

MH: Da ich sehr gerne Nudeln esse, freue ich mich besonders auf die verschiedenen Udon- und Sobagerichte. – Besonders in der Anfangszeit meines Aufenthaltes in Japan werde ich wohl viel auf fertiges Essen zurückgreifen und wenig selber kochen. Und da ich so gleichzeitig mein Feld besser kennen lernen kann, muss ich mir nicht mal eine Rechtfertigung dafür überlegen, geschweige denn ein schlechtes Gewissen haben.

BA+: Wir freuen uns auf allerhand bissfeste Einsichten und werden uns bemühen mit Ihren kulinarischen Erkundungen Schritt zu halten! Für das Interview bedankt sich, die Projektleitung Bachelor Plus „Kultur- und Sozialwissenschaftliche Japanforschung“.

— „A Student Goes Burger“ ist das erste Interview aus der Reihe „BA-Plus 5 Questions“. In den kommenden Wochen werden wir in diesem Format auch alle anderen BA-Plus Studenten des ersten Jahrgangs und ihre Forschungsvorhaben vorstellen. —


Sie sind da! – Unsere BA-Plus Studierenden!

Mit der Vergabe der Austauschstudienplätze unserer japanischen Partneruniversitäten fand gleichzeitig das erste Auswahlverfahren für das Projekt Bachelor-Plus „Kultur- und sozialwissenschaftliche Japanforschung“ statt. Mit großer Freude und stolz geschwellter Brust dürfen wir Euch hiermit den ersten Jahrgang unserer BA-Plus Studierenden vorstellen:

Frau Melanie Kopf (ul) Frau Hülya Güler (ur), Herr Michael Herold (ol), Frau Lisa Wäntig (om) und Herr Patrick Brückner (or)

Durch die Förderung des DAAD (und somit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung) bietet sich den Studierenden innerhalb der Bachelor-Plus Studiengangsvariante die Möglichkeit ein einjähriges Auslandsstudienjahr in Japan zu absolvieren. Während ihres Japanauf-enthaltes werden die Studierenden ein eigenes Forschungsvorhaben realisieren. Wonach Erkenntnisse und Erfahrungen dieser Zeit des eigenständigen Forschens und Studierens den BA-Plus Studenten schließlich das Verfassen einer größtenteils auf eigener Forschung basierenden Abschlussarbeit ermöglichen soll.

Mit dem kommenden Sommersemester 2011 beginnt die Vorbereitungsphase für unsere Studenten. Das Seminar „Einführung in die empirische Japanforschung“ wird nur theoretische und praktische Grundlagen empirischer Forschung vermitteln, vielfache Gelegenheit zur ersten Erprobung von Theorie und Technik bieten und auch sonst allerhand Überraschungen wie Gastvorträge bereithalten. Das Seminar ist für zehn Teilnehmende geplant, sodass sich neben den Studierenden aus dem Bachelor Plus auch andere Interessierte mit konkretem Forschungsprojekten in Japan nach vorheriger Absprache  teilnehmen können.

Wir – die Projektleitung, Herr Professor Shimada, als auch die Projektbetreuung, Peter Bernardi und Christoph Winnefeld – freuen uns sehr auf die bevorstehende Zeit mit den BA-Plus Studierenden und verbleiben mit einem herzlichen: どうぞよろしくお願いします!

In den kommenden Wochen stellen wir die Studierenden und weitere Bestandteile des Bachelor Plus vor – generelle Informationen auch auf unserer Homepage.

In Japan forschen und studieren: Bachelor Plus

Ab dem kommenden Sommersemester bietet das Institut für Modernes Japan eine Erweiterung seines Bachelor-Studiengangs an. Als „Bachelor Plus: Kultur- und Sozialwissenschaftliche Japanforschung“ wird durch die Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein einjähriger Auslandsaufenthalt an japanischen Partneruniversitäten ins Studium integriert.

Für die Studierenden stehen dabei fünf mit DAAD-Stipendien versehene Studienplätze zur Verfügung. Während ihres Japan-Aufenthaltes planen und realisieren die Studierenden eigene kultur- und sozialwissenschaftliche Forschungsprojekte. Dabei werden sie über eLearning-Sitzungen von Deutschland aus betreut.

Das DAAD-Programm „Bachelor Plus“ fördert die Internationalisierung an deutschen Hochschulen durch die Integration einen einjährigen Auslandsstudiums in bestehende Bachelorstudiengänge. Für den „Bachelor Plus: Kultur- und Sozialwissenschaftliche Japanforschung“ können sich eingeschriebene Bachelor-Studierende des Faches zum Wintersemester bewerben.

Weitere Informationen:

Prof. Dr.  Shingo Shimada
Peter Bernardi 81-15860