Magisterstudiengang im Nebenfach
Ziel des Studiums ist es, Kenntnisse der japanischen Sprache, Kultur, Geschichte und Gesellschaft in einem Umfang zu erwerben, der es erlaubt, japanspezifische Problemstellungen kompetent zu bearbeiten und sachgerechte Bezüge zu verwandten Themen anderer Fachgebiete herzustellen. Zielsetzung ist es ebenso, sich methodische Fertigkeiten zur eigenständigen Wissenserweiterung anzueignen, um so den Anforderungen breiter zukünftiger Tätigkeitsfelder in Wissenschaft und Forschung, Presse- und Verlagswesen, Medien, Bibliotheken, Museen und Archiven, in Kulturinstituten und im Bildungsbereich wie auch in internationalen Organisationen und in der Wirtschaft entsprechen zu können.
Thematische Schwerpunkte des Studiengangs liegen in der kultur- und sozialwissenschaftlichen Japanforschung. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei die Frauen- und Geschlechterforschung. Der thematische Rahmen bezieht sich besonders auf den Zeitraum ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart und umfasst damit den gesamten Entwicklungsprozess der japanischen Modernisierung.
Im Focus des Interesses liegt die japanische Moderne. Dazu gehören die gesellschaftlichen Entwicklungen in der Zeit seit der Öffnung des Landes und dem Beginn der Modernisierung nach westlichem Vorbild in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Demokratisierung und zur Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem 2. Weltkrieg. Historische, kulturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Fragestellungen und Methoden bilden dabei die Grundlagen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.
Die einzelnen Lehrveranstaltungen zur Kultur und Gesellschaft des modernen Japan behandeln z.B. soziale Bewegungen und gesellschaftliche Gruppen, soziale und kulturelle Wertvorstellungen und Wahrnehmungsmuster sowie Probleme des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels, aber auch Themen in den Bereichen Sprache, Medien, etc. Einen besonderen Zugang zu diesen Themenbereichen im Sinne neuester thematischer Fragestellung und methodischer Ansätze bietet die Frauen- und Geschlechterforschung, die in Düsseldorf als ein Schwerpunkt der Japanforschung angeboten wird.
Durch den besonderen Standort Düsseldorf als "Japanzentrum Europas" vermittelt das Studium in Verbindung und Austausch mit Japaneinrichtungen vor Ort die unmittelbare Erfahrung eines lebendigen japanischen Gesellschaftslebens mit Praktikumsmöglichkeiten in verschiedenen japanischen Institutionen.
Ein Studium Modernes Japan im Nebenfach dauert in der Regel neun Semester (32 SWS, =Semesterwochenstunden). Studienbeginn ist üblicherweise das Wintersemester, da der Sprachkurs turnusmäßig jeweils im WS beginnt. Eine Aufnahme des Studiums im Sommersemester ist jedoch ebenfalls möglich, wir empfehlen dann, im 1. Semester vermehrt Proseminare, Vorlesungen und/oder Tutorien zu belegen. Das Erlernen der japanischen Sprache in Wort und Schrift ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Studium.
Im Grundstudium (20 SWS) sind die Sprachkurse I - II zu belegen. Eine konsequente und kontinuierliche Fortsetzung der sprachlichen Ausbildung auch nach dem Abschluss der Grundkurse durch die Teilnahme an den Sprachkursen III und IV sowie den sich im Hauptstudium anschließenden Lektürekursen wird dringend empfohlen. Die Proseminare des Grundstudiums vermitteln Grundkenntnisse zu Landeskunde, Kultur, Geschichte und Gesellschaft Japans sowie zu den wichtigsten japanologischen Hilfsmitteln und Methoden.
Die Zwischenprüfung (ZP) erfolgt als Abschluss des Grundstudiums in der Regel nach dem 4. Semester. Die ZP besteht aus einer 4-stündigen Klausur, die sich auf die Sprachkenntnisse und grundlegende Sachkenntnisse zu Geschichte, Kultur und Gesellschaft Japans bezieht. Voraussetzung zur Zwischenprüfungs-Zulassung im Nebenfach sind:
die erfolgreiche Teilnahme an den Sprachkursen I und II, sowie zwei Leistungsnachweise im Wahlpflichtbereich (Proseminare, etc.).
Näheres regelt die Studienordnung vom 27.08.99.
Für das Hauptstudium sind 12 SWS vorgesehen. Im Rahmen von Wahlpflichtveranstaltungen werden die im Grundstudium erworbenen allgemeinen Kenntnisse und Fertigkeiten vertieft. Dabei geht es auch um die Aneignung einer wissenschaftlichen Arbeitsweise, mit der die Frage- und Problemstellungen im Zusammenhang der jeweiligen Schwerpunktangebote erarbeitet wird. Für die Gestaltung des Studiums und die selbstständige Wissenserweiterung sind die Studierenden im Hauptstudium zunehmend eigenverantwortlich. Ein Leistungsnachweis ist neben den durch die Studienordnung geregelten Wahlpflichtveranstaltungen für eine Zulassung zur Magisterprüfung erforderlich.
Das Hauptstudium wird mit der Magisterprüfung abgeschlossen. Näheres regelt die Magisterprüfungsordnung vom 19.03.98.
Zu den Lehrveranstaltungen:
Ein Proseminar ist eine Lehrveranstaltung im Grundstudium. Es werden thematische und methodische Grundlagen des Faches vermittelt.
Ein Hauptseminar ist eine Lehrveranstaltung im Hauptstudium. Es erfolgt eine intensive Auseinandersetzung mit einzelnen Themenbereichen. Selbständig zu bearbeitende Problemstellungen aus einem bestimmten Themenbereich werden umfassend erörtert.
Eine Vorlesung ist eine Lehrveranstaltung im Grund- und Hauptstudium. Ein Themenbereich wird zusammenhängend vorgestellt und die Grundlagen für eine selbständige Vertiefung des Themas werden vermittelt.
Ein Sprachkurs ist eine Veranstaltung im Grund- oder Hauptstudium. Die japanische Sprache wird in Wort und Schrift vermittelt und eingeübt.
