Lehrportfolio Stephanie Osawa
In meiner eigenen Studienzeit habe ich viele Veranstaltungen besucht, die aus einem einschläfernden Monolog des Dozenten und einem gnadenlos ungeplanten und in die Länge gezogenen Referats eines Studierenden bestanden. Als ich selber angefangen habe zu unterrichten war mir klar, dass ich meine Veranstaltungen nach Möglichkeit anders gestalten wollte.
Einer der Grundsätze meines Verständnisses von Lehre ist, dass die Dozentin keine Alleinunterhalterin ist. Die Betonung liegt dabei sowohl auf allein, als auch auf unterhalten. Unterricht verstehe ich nicht als 90minütigen Monolog der Dozierenden, sondern als kommunikative Gemeinschaftsaktivität aller am Seminar Teilnehmenden. Es kommt mir darauf an, Themen und Unterrichtsinhalte gemeinsam mit den Studierenden zu erarbeiten, weshalb ich im Unterricht größtenteils interaktive Lehrmethoden einsetze. Spaß an der Sache zu vermitteln ist ein Gedanke, der mich dabei anleitet. Dieser ist jedoch nicht zu verwechseln mit Unterhaltung und Entertainment.
Meine Funktion als Dozentin sehe ich darin, einen Überblick über den Inhalt des Unterrichts zu vermitteln. Ich möchte die Kursteilnehmer an das Thema heranführen, ihnen einen Weg zeigen, wie sie es sinnvoll erarbeiten können und die Erarbeitung des Themas anleiten. Dazu ist auch eine intensive individuelle Betreuung notwendig, die ich meinen Studierenden bieten möchte. Neben Betreuung und Arbeitsanleitung lege ich Wert darauf, dass die Studierenden im Rahmen des Seminars selbstständig an wichtigen und spannenden Themen (weiter-)arbeiten. Denn ich als Dozentin werde nicht alles lehren (können), was es wissenswertes und spannendes über das Thema gibt.
Ein zentrales Anliegen bei der Unterrichtsgestaltung ist mir übrigens der Einsatz japanischsprachiger Materialien. Ich empfinde es als sehr wichtig, schon früh im Sinne der Japanforschung mit japanischen Texten zu arbeiten, auch wenn die Japanischkenntnisse vielleicht noch nicht so weit fortgeschritten sind. Doch je eher man den Umgang mit japanischen Texten erprobt, desto besser kann man sie in spätere Arbeiten einbringen. Daher möchte ich in meinem Unterricht viel japanischsprachiges Material verwenden um zu zeigen, dass und wie man selbst mit geringen Japanischkenntnissen wichtige und vor allem aktuelle Informationen aus japanischen Texten ziehen und diese für sich nutzen kann.
Bisherige Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2009: "Jugend in Japan"
Wintersemester 2009/10: "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten"
Sommersemester 2010: "Früher hätt´s das nicht gegeben - Japans Jugend im Umbruch?!"
Sommersemester 2010: "Familie, Jugend, Alter - vergleichende Perspektiven" (gemeinsam mit Nora Kottmann und dem Institut für Kultur und Medien)
