Lehrportfolio Peter Bernardi
Die Gründe, warum ich als Studierender gut – also: mit einem Zugewinn an Wissen und Spaß an der Sache – gelernt habe, waren sehr unterschiedlich.
Manchmal fesselte das Thema so sehr, dass ich gar nicht anders konnte, als begeistert mitzuarbeiten, und selbst Jahre später kann man sich noch an einiges erinnern – oder interessiert sich immer noch dafür. Auch, wenn der oder die Lehrende die Inhalte und die eigene Begeisterung weitervermitteln konnte, fiel mir Lernen leichter.
Wenn ein Seminar dann von Lehrenden so aufgebaut war und so geleitet wurde, dass es Freiraum ließ, in dem man sich einbringen konnte und es keine einseitige Vortragssituation, habe ich mich am richtigen Ort gefühlt. Dabei war es für mich eine Herausforderung – egal, ob alleine oder in der Gruppe – ein Thema zu greifen und zu versuchen, es von verschiedenen Seiten kennenzulernen und schließlich zu einem „Eigenen“ zu machen. Verstehen und erklären zu können, war für mich ein Antrieb zu lernen. Solche Lehrveranstaltungen waren für mich Glücksfälle, denn hier hatte ich das Gefühl, mit Gewinn zu lernen.
In meiner eigenen Lehrveranstaltung möchte ich das in der Rolle als Lehrender umsetzen und mit den Studierenden einen „Raum der Möglichkeiten“ öffnen. Gemeinsam sollen auf vielfältige Arten und Weisen Themen erarbeitet und so gelernt werden. Mir ist es dabei wichtig, dass wir am Ende des Seminars nicht nur einen Zugewinn an Wissen zum Thema zu haben, sondern auch, dass neue Techniken kennen gelernt und angewendet wurden.
Mein Ziel ist es, dass mit- und voneinander gelernt werden kann. Ich verstehe mich dabei als Teil dieser Lerngemeinschaft.
An festgelegter Zeit und Ort kann man leider noch nicht allzu viel ändern – aber für mich bedeutet gute Lehre auch, flexibel zu sein. Der Einsatz von eLearning, also computergestütztem Lernen, ist für mich ein Ausdruck dieser Flexibilität. eLearning soll Lehre nicht ersetzen, sondern sie sinnvoll ergänzen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Gruppen sich online in Foren und Chats absprechen oder gemeinsam in Wikis Texte erstellen und bearbeiten können, ohne zwingend am gleichen Ort zu sein. Das benötigte Material für die Lehrveranstaltung – Texte, Aufgaben oder Medien – steht auf Lernplattformen wie Ilias oder Moodle bereit und kann dort bearbeitet werden.
Spannend finde ich darüber hinaus das Konzept von Blended Learning, also ein Wechsel von Präsenzveranstaltungen und virtuellem Lernen in Online-Phasen.
Zum Schluss: Für mich bedeutet Lernen auch Lesen, egal, ob am Bildschirm oder auf dem Papier. Um in der modernen Informationsflut gezielt lernen und lehren zu können, muss ich aktuelle Forschung kennen und den Wert des Gelesenen realistisch einschätzen können. Dabei helfen mir die Düsseldorfer Japanstudien (DJAS), ein Rezensionsprojekt für wissenschaftliche Zeitschriftenartikel. Angefangen habe ich als Studierender, hier Artikel zu rezensieren und arbeite bis heute in der DJAS-Redaktion. Mittlerweile ist DJAS weiter gewachsen und publiziert neben den Rezensionen auch einmal jährlich einen japanwissenschaftlichen Themenband.
Auf der rechten Seite finden sich Links zu weiteren Bereichen meines Lehrportfolios.
