Lehrportfolio Christoph Schlüter
Mein Verständnis davon, wie ich Lehre gestalten möchte, stützt sich vor allem auf das Bewusstsein, dass ich selbst kein japanischer Muttersprachler, sondern (immer noch) Japanischlerner bin. Als ich nach dem Ende meines Studiums anfing, selbst Japanisch zu unterrichten, wurde mir sehr schnell klar, dass ich keineswegs ausgelernt hatte. Nicht nur, dass man sicher sein ganzes Leben damit verbringen kann, sich die Feinheiten und den Reichtum einer Fremdsprache zu erschließen – nun stellte ich zum Beispiel im Unterricht für das erste Semester fest, dass scheinbar einfache Sprache nicht unbedingt einfach zu vermitteln ist. Grammatische Formen, die ich selbst gar nicht für problematisch hielt, waren für viele Lerner ein Problem; in anderen Fällen erklärte ich lang und breit Dinge, die sich dann als ganz unproblematisch herausstellten.
Diese Erfahrungen zeigten mir, wie ich an den Japanischunterricht herangehen wollte: Nicht aus der Perspektive des Lehrers, sondern der des Lerners. Was muss ich wissen? Wie kann ich es mir möglichst einfach und umfassend aneignen? Das sind für mich seitdem zentrale Fragen bei der Gestaltung des Unterrichts.
Auch in meinem Selbstverständnis als Dozent ist ein wichtiger Punkt, wie oben erwähnt, dass ich selbst weiterhin Japanisch lerne. Ich kann den Studierenden das Lernen nicht abnehmen; aber ich kann ihnen als jemand, der schon länger dabei ist, beim Lernen helfen. Dabei lerne ich selbst wieder dazu, gebe also nicht nur Wissen weiter, sondern gewinne im Austausch mit den Studierenden neues hinzu.
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