Lehrportfolio Celia Spoden
Von einem auf dem anderen Tag saß ich nicht mehr unter den Studierenden, sondern fand mich selbst wieder in der Rolle der Seminarleiterin. Gerade eben hatte ich noch vor meinem Computer gesessen und meine Magisterarbeit zu Identitätswandel in Okinawa geschrieben, jetzt stand ich auf einmal vor über 40 Studierenden, die ich für mein Abschlussthema ein Sommersemester lang begeistern wollte. Unter den vielen fremden Gesichtern waren auch das ein oder andere bekannte Gesicht, was die Situation nicht leichter machte: dort saßen meine ehemaligen Kommilitonen, mit denen ich mich oft über „langweilige“ Seminare aufgeregt hatte und ich stand nun vorne und hatte mir fest vorgenommen, dass ich selber alles besser machen würde.
Vor zwei Jahren kam mir dieser Seitenwechsel überraschend plötzlich vor. Rückblickend stelle ich immer wieder fest, wie sehr sich mein Selbstverständnis in der Rolle der Dozentin seit dem verändert hat und auch weiterhin entwickelt. An mein erstes Seminar denke ich immer wieder sehr gerne zurück und bin meinen Studierenden von damals ungeheuer dankbar für den guten Start, den sie mir ermöglicht haben.
Unverändert ist mein Anspruch, Seminare interessant zu gestalten; auch aus dem egoistischen Grund, dass sie mir am meisten Spaß machen, wenn die Studierenden mit Interesse dabei sind, eigene Gedanken und Ideen einbringen und ich selber gute Anregungen mit an den Schreibtisch zu meiner Doktorarbeit nehmen kann. Lebendige Diskussionen im Seminar zeigen mir, dass die Studierenden einen eigenen Zugang zur Thematik gefunden haben und sich aktiv damit auseinandersetzen. Das Wecken von Interesse für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit (Teilaspekten) der japanischen Gesellschaft ist meinem Verständnis nach für ein gutes Seminar zunächst einmal essentiell. Darüber hinaus möchte ich in meinen Seminaren mit den TeilnehmerInnen sowohl grundlegende Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens üben (Textverständnis, Diskutieren und Argumentieren, Präsentieren, Schreiben) als auch theoretische und methodische Kompetenzen vermitteln, mit denen sie sich fortan eigenständig neue Themengebiete erschließen können.
Hier finden Sie Informationen zu meinem Projektseminar „Studentische eLearning Initiative – Tomonetto".
Weiterbildungen
Ich lerne ständig in meinen Seminaren, was es heißt zu Lehren. Mein Verständnis von „guter Lehre“ aber auch von „Lernen“ hat sich während meiner zweijährigen Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin jedoch auch besonders durch die Hochschuldidaktik-Kurse, die ich an der HHU besucht habe, verändert. Durch die vermittelten didaktischen Grundlagen und Methoden sowie den Austausch mit KollegInnen erhalte ich immer wieder wertvolle Tipps und Anregungen für meine eigenen Seminare.
Bisher habe ich die folgenden Kurse der Hochschuldidaktik an der HHU besucht:
- Lehren und Lernen 29./30.9.2008 und 27./28.2.2009
- Anregende Referate und interessante Textarbeit 6./7.11.2009
- Aktivierendes Lehren mit Methode(n) 22./23.1.2010
- Präsentieren - souverän und lerngerecht 23./24.4.2010
- ePortfolio am 10. und 24. September 2010
- eLearning Einführung 29. Oktober und 3. Dezember 2010
- Mündliche und schriftliche Prüfungen 6./7. Oktober 2011
Bisherige Lehrveranstaltungen
- SoSe 2008 Okinawa – Das „andere“ Japan?
- WiSe 2008/9 Alter(n) in Japan
- SoSe 2009 Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten
- WiSe 2009/10 Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten
- SoSe 2010 Tod und Sterben in Japan
- SoSe 2010 Is there a right to die? The case of an ALS-patient in Japan (Blockseminar am 12.5.2010 an der Ghent University, Belgien)
- WiSe 2010/11 Schwierige Entscheidung – Welche Rolle spielt Selbstbestimmung in medizinischen Kontexten?
- WiSe 2010/11 Eigene Projekte entwerfen, planen und durchführen – Studentische e-Learning-Initiative
- SoSe 2011 Was soll durch den Begriff der "Menschenwürde" geschützt
werden? Ein Vergleich zwischen Deutschland und Japan nach 1945 (mit
Anna-Lena Dießelmann und Frank Meier)
- SoSe 2011 Eigene Projekte entwerfen, planen und durchführen:
Studentische eLearning-Initiative II
- WiSe 2011/12 Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten
- WiSe 2011/12 Tomonetto - Inhalte zu Berufsfeldern und Forschungsgebieten der Japanologie erstellen
- WiSe 2011/12 (Blockseminar an der Universität Siegen mit Anna-Lena Dießelmann und Frank Meier) Was soll durch den Begriff der "Menschenwürde" geschützt werden? Ein Vergleich zwischen Deutschland und Japan nach 1945

