INSTITUT FÜR MODERNES JAPAN

Profil des Instituts

Schwerpunkt Modernes Japan

Die Studiengänge des Fachs »Modernes Japan« beschäftigen sich mit dem japanischen Modernisierungsprozess ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart mit Hilfe kultur- und sozialwissenschaftlicher Theorien und Methoden.  

Die Modernisierung Japans beinhaltete den Aufbau einer nationalstaatlich verfassten Gesellschaft – ein Prozess, der zutiefst geprägt wurde von einer Konfrontation mit dem Westen und der Beeinflussung durch diesen. Daraus entstand ein ambivalentes Verhältnis zum »Westen«, das sich auch auf Japans Beziehungen zu anderen asiatischen Nachbarländern nachhaltig auswirkte. Als Folge dessen ist die japanische Bestrebung zur Selbstverortung bis heute stets innerhalb dieses Spannungsbogens einzuordnen.

Während die japanische Gesellschaft lange in der Forschung als sozial und kulturell homogene Mittelschichtgesellschaft repräsentiert wurde, gilt sie nun als sozial, ethnisch und geschlechtlich differenziert. Die japanische Gesellschaft befindet sich in einer Phase des sozialen Umbruchs unter dem Zeichen der Globalisierung und ist mit den Folgen des demographischen Wandels und einer wachsenden Migration konfrontiert. In der sozial- und kulturwissenschaftlichen Japanforschung wird dieser Wandel aufgegriffen, und es zeigt sich ein Paradigmenwechsel weg von einer Analyse, die überwiegend an der japanischen Mehrheitsgesellschaft orientiert war und den Mechanismen, die diese politisch, kulturell und sozial geeint haben, hin zu einer Erfassung der ethnischen Vielfalt, der Polarisierung und den Umbrüchen in der Gesellschaft. Die wissenschaftlichen Disziplinen, die das Bild der homogenen Gesellschaft Japans hinterfragen, bewegen sich auch zunehmend in einem größeren globalen und international vergleichenden Kontext und setzen sich mit Fragen der Hybridität, Diaspora, kulturellen Transferprozessen und unterschiedlichen Migrationsbewegungen auseinander.

Die Studiengänge vermitteln einen differenzierten Zugang zur japanischen Kultur und Gesellschaft, indem auf eine Breite an wissenschaftlichen Disziplinen wie Soziologie, Kultur- und Sozialanthropologie und moderne Kulturstudien (Gender Studies, Post Colonial Studies, Diaspora Studies, Medien- und Populärkulturforschung) zurückgegriffen wird.

 

Japan-Beziehungen und Virtuelle Universität

Japanologie ist ein Fach, das von dem lebendigen Kontakt mit dem Land, das sein Forschungsgegenstand ist, lebt. Der Austausch mit unseren japanischen Partneruniversitäten ist deshalb ein wichtiger Teil unserer Arbeit in Forschung und Lehre. Wir pflegen sehr gute Beziehungen zu den zwei Partneruniversitäten der Heinrich-Heine-Universität, der Keiô- und der Aoyama Gakuin-Universität in Tokyo, und haben darüber hinaus weitere eigene Kooperationen mit japanischen Universitäten aufgebaut. Mit diesen Partneruniversitäten führen wir gemeinsame Projekte, Tagungen, Workshops etc. durch. Ein innovatives Projekt ist dabei die so genannte „Virtuelle Universität“; Techniken wie E-Learning und Videokonferenz ermöglichen es uns, die Vernetzung mit Japan noch weiter auszubauen und zu intensivieren.

Videokonferenz mit der Kansai-Universität

Trotz dieser neuen Möglichkeiten ist aber immer noch ein Aufenthalt in Japan ein zentrales Element der Ausbildung im Studiengang Modernes Japan: Unsere Studierenden haben die Möglichkeit, an unseren Partneruniversitäten in Tokyo, Okinawa, Chiba, Osaka, Saitama, Yokohama und Kanazawa ihr Studium zu vertiefen. Im Gegenzug freuen wir uns über Studierende aus Japan, die sich für ein Auslandsstudium in Düsseldorf entscheiden und so zur kulturellen Vielfalt und Internationalisierung der Heinrich-Heine-Universität beitragen.

Weitere Informationen zum Japan-Aufenthalt gibt es hier.

 

Standort Düsseldorf

Kein Studienort in Deutschland kann Studierenden der Japanologie eine vergleichbare japanische Präsenz anbieten wie gerade Düsseldorf. Durch die besondere Situation des Standortes Düsseldorf, an dem ständig über 6000 Japaner leben, die ihre eigene Infrastruktur besitzen, können wir die japanische Gemeinde und verschiedene Einrichtungen wie den japanischen Club, die japanische IHK, das japanische Kulturzentrum Eko-Haus und die japanische Schule etc. in Forschung und Lehre mit einbeziehen. Zu Beginn des Studiums führen wir eine Exkursion mit den Studienanfänger/innen zu diesen Einrichtungen durch und unterstützen sie in der Kontaktaufnahme mit Japanern. Durch Interviews, Vorträge, Besuche und Praktika bei Firmen und anderen Einrichtungen wird die japanische Gemeinde ständig in die Lehre mit einbezogen, aber auch in verschiedene Forschungsprojekte integriert. Mehrere Symposien, Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen wurden bereits gemeinsam mit verschiedenen Japan-Einrichtungen durchgeführt.